24h-Qualirennen-Start

24h-Rennen verspricht Rennsport-Krimi

Das ADAC Zurich 24h-Rennen am Himmelfahrtswochenende (25. bis 28. Mai 2017) wird ein Motorsportfest. Nie war die Favoritenfrage schwieriger zu beantworten bei diesem Nordschleifenklassiker. Denn bei den bislang ausgetragenen beiden Läufen zur VLN und dem 24h-Qualirennen am vergangenen Wochenende gab es überraschende Spitzenreiter, dramatische Ausfälle und unerwartete Sieger. Nur eines steht fest: Die Siegkandidaten sind zahlreich – vielleicht ist die 45. Auflage der 24h sogar die mit den zahlreichsten Favoriten. Audi, Bentley, BMW, Vorjahressieger Mercedes-AMG und Porsche sind mit Werkspiloten und werks- oder werksnahen Teams mit dabei. Hinzu kommen brillante Privateinsätze. Für Furore sorgte beim 24h-Quali-Wochenende etwa die Mannschaft um US-Milliardär James Glickenhaus, die mit ihrem bildschönen SCG003C wie der sichere Sieger aussah, dann aber nach einem unglücklichen Defekt in der Schlussphase ausfiel und den Weg für einen Audi-Doppelsieg ebnete. Zuvor hatte es in der VLN zwei Siege für das Porsche-Team Manthey gegeben – und auch andere Fabrikate sammelten 2017 bereits Führungskilometer auf der Nordschleife. Die Chancen der fast drei Dutzend Teams in den siegfähigen Klassen beim 24h-Rennen sind demnach ausgeglichen, und das Rennen verspricht Hochspannung.

Dass Audi und Porsche die Rennsiege vor dem 24h-Rennen nach Hause fahren, damit hätte zu Saisonbeginn niemand gerechnet. Und doch waren es die beiden Teams, die mit dem Nürburgring eng verbunden sind, die gewannen. Manthey Racing – mit fünf Gesamtsiegen neben BMW Schnitzer das erfolgreichste 24h-Team aller Zeiten – triumphierte zwei Mal in der VLN. Phoenix Racing, zu Hause im Gewerbepark im nahen Meuspath, holte den Sieg beim 24h-Qualifikationsrennen. Auch wenn sie dabei vom Ausfall des führenden Glickenhaus-SCG003C profitierten, war die starke Performance im Rennen ein Ausrufezeichen. „Wir hatten ein richtig gutes Wochenende“, freute sich Fahrer Mike Rockenfeller, dem es mit seinen Teamkollegen aber weniger um den Gesamtsieg ging, sondern um die Aussichten für das 24h-Rennen: „Unser Ziel war es, einen Startplatz für das Top-30-Qualifying zu sichern“, beschreibt er neben den obligatorischen Abstimmungsarbeiten als Arbeitsauftrag für das Quali-Wochenende. Und der Plan ging mit Bravour auf. Wie Phoenix, so sicherten sich auch 16 weitere Teams den begehrten Startplatz im Einzelzeitfahren um die Pole beim 24h-Rennen. Alle noch offenen 13 Plätze werden nun in den beiden Zeittrainings des 24h-Rennens am Donnerstagabend und Freitagmorgen vergeben.

Die Gentlemen stapeln tief …
Wenn es um die Favoritenfrage geht, dann lautet die Antwort nicht selten auch: Mercedes-AMG. Nach dem Vierfachsieg im vergangenen Jahr steigt der Druck auf die Mannschaft mit dem Stern so noch einmal. Doch die kann damit umgehen: „Na klar, wir sind diesmal die Gejagten“, grinst DTM-Pilot und 24h-Sieger 2016, Maro Engel, der aber auch gelassen bleibt: „Aber dieses Jahr gibt es so viele starke Fahrzeuge und Fahrerpaarungen, dass ich nicht von vorne herein sagen kann, wer Favorit ist.“ Für den Münchner ist das 24h-Rennen ein Highlight des Jahres, nicht zuletzt wegen seiner besonderen Startnummer: „Im Mai tragen wir als Vorjahressieger die #1. Das ist eine echte Ehre. Pole Position, schnellste Rennrunde und letztlich der Sieg – das war vergangenes Jahr sicherlich das bis dato erfolgreichste Wochenende meiner Karriere.“ Am Nürburgring wird er am Himmelfahrtswochenende so manchem Kollegen begegnen, mit dem er sonst in der DTM die Klingen kreuzt: Das halbe aktuelle DTM-Starterfeld ist vertreten, dazu kommen viele weitere Piloten mit Tourenwagen-Erfahrung, sowie Langstrecken-Spezialisten, Sportwagen- und GT-Experten.

Zu dieser Ansammlung exzellenter Piloten tragen auch die Werksfahrer-Kader der Hersteller bei. Etwa mit Ex-DTM-Pilot Bruno Spengler, der bei BMW fährt. „Unser M6 GT3 ist grundsätzlich gut, in der VLN gab es aber bei den ersten beiden VLN-Rennen einige Faktoren, die unser wahres Potenzial verschleiert haben“, so der Nordschleifen-Neuling. Und auch andere stapeln naturgemäß tief, wenn es um die eigenen Chancen geht: Bentley etwa hinterließ beim 24h-Qualirennen einen sehr starken Eindruck. Doch Pilot Chris Mamerow beschwichtigt: „Wir versuchen aus unserem Paket das Beste herauszuholen, zählen aber sicherlich nicht zu den Topfavoriten, da wir von allen Marken mit dem ältesten Auto unterwegs sind. Mit Abt Sportsline und der Kooperation mit Bentley sind wir mit viel Erfahrung bestückt – auch was die Fahrer betrifft.“

Tickets im Vorverkauf erhältlich
Einen Monat vor dem ADAC Zurich 24h-Rennen läuft auch der Kartenvorverkauf auf Hochtouren. Wer sich sein Ticket sichern möchte, ohne vor Ort am Kassenhäuschen in der Schlange zu stehen, ist bei der Ticket-Hotline 0180 6 570070 (0,20 € / Anruf inkl. MwSt. aus den Festnetzen, maximal 0,60 € / Anruf inkl. MwSt. aus den Mobilfunknetzen) richtig. Auch online sind Karten erhältlich – der Vorverkauf läuft über www.eventim.de sowie www.nuerburgring.de. Für ADAC Mitglieder ist außerdem das ADAC Center oder der ADAC Ticketshop (www.adac.de/ticketshop) interessant. Denn sie erhalten zum Event- oder Wochenendticket ein Programmheft kostenlos dazu.