Es waren die letzten Jahre des alten Nürburgrings, in denen das 24h-Rennen einen deutlichen Aufschwung nahm. Immer prominenter wurde die Besetzung des Starterfeldes, immer mehr Zuschauer strömten an die Strecke. Sie ließen sich auch in den Jahren nicht abhalten, als das Geschehen rund um die Nürburg durch die typischen Wetterkapriolen alle Beteiligten auf die Probe stellte – etwa als 1981 Starter und Zuschauer gleichermaßen von Sturm und Regen zerzaust wurden.

Vielleicht lockte auch gerade die Härte der Aufgabe immer mehr prominente Starter an. So gehörten Formel-1-Piloten wie Rolf Stommelen und Keke Rosberg in diesen Jahren ebenso zu den Startern wie der Rallye-Weltmeister Ari Vatanen. Ebenfalls am Start: Klaus Ludwig, der 1979 in Le Mans siegte und ein Jahr später am Ring zu den Favoriten gehörte. Doch kalkulierbar war der Triumph am Ring damals so wenig wie heute: Bis sich Ludwig den ersten von insgesamt drei Pokalen für den 24h-Gesamtsieg ins Regal stellen konnte, dauerte es noch bis 1982. Der Ring-Umbau führte 1983 zu einer einjährigen Zwangspause für die 24h.

Chronik: Große Namen und wilde Fights 1980 – 1983

1980: Es geht weiter aufwärts: 130 Starter bedeuten eine neue Rekordmarke. An Start und Ziel gibt es wieder eine Kirmes. Die großen Favoriten sind Klaus Ludwig / Klaus Niedzwiedz / Helmut Döring im Eichberg-Capri. Döring markiert auch die Pole Position, doch Dieter Selzer / Wolfgang Wolf / Matthias Schneider im Berkenkamp-Escort bleiben dem Trio auf den Fersen. Als es kurz nach Einbruch der Dunkelheit zu regnen beginnt, können sie sogar die Führung übernehmen. Die Entscheidung fällt dann in der Nacht: Erst bricht am Capri ein Achsstummel, dann platzt der Motor. Selzer trägt den ebenfalls waidwunden Escort in den letzten Stunden um den Kurs – dessen Hinterachse droht festzugehen. Den Sieg kann dem Team trotzdem niemand mehr nehmen, obwohl sich der Kadett GT/E von Mantzel & Kissling mit Offermann / Esser / Mantzel bis auf eine Runde heranfahren kann.

1981: Windstärke acht und Dauerregen: Das Wetter macht in diesem Jahr allen zu schaffen. Auch dem Capri von Helmut Döring / Dieter Gartmann / Fritz Müller. Sie kämpfen mit Motoraussetzern und einem funktionsuntüchtigen Scheibenwischer. Fünfmal steuert der Eichberg-Bolide in der ersten Stunde die Boxen an. Von Rang 90 aus beginnt danach eine bemerkenswerte Aufholjagd, und nach 16 Stunden übernimmt das Team die Spitze, die es bis ins Ziel verteidigt. Formel-1-Pilot-Rolf Stommelen wird mit Herbert Herler und Johann Weisheidinger im Opel Monza zweiter. Glück und Pech für den Vorjahressieger Selzer: Getriebeschaden am Escort nach 15 Runden, aber mit Manfred Lauderbach und Gisela Blume gelingt ein sensationeller 16. Gesamtrang im Berkenkamp-Fiesta mit gerade einmal 1600 Kubik.

1982: Das 24h-Rennen findet im Oktober statt und ist das letzte Großereignis, bei dem die historische Nürburgring-Boxenanlage genutzt wird. Das Starterfeld ist standesgemäß für diesen Abschied: 152 Teams, darunter auch die frischgebackenen Weltmeister Ari Vatanen (Rallye) und Keke Rosberg (Formel 1) gehen an den Start. Einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg feiern Dieter Gartmann / Klaus Ludwig / Klaus Niedzwiedz im Eichberg-Capri. Nur ein Brauneiser-Escort hätte den späteren Siegern gefährlich werden können, doch bei einsetzendem Regen in der 17. Stunde des Rennens setzt Olaf Manthey den Escort ins Grüne. Rang zwei fällt damit an Selzer / Soltwedel / Schneider im Ford Escort vor Schäfer / Strycek / Gürthler im Mich-Kadett.

1983: Der Nürburgring wird umgebaut. Das 24h-Rennen muss deshalb ausfallen: Die behelfsmäßige Boxengasse vor der Tribüne T13, die auch während der Umbauphase genutzt werden kann, würde bei weitem nicht für die regelmäßig weit über 100 Teams beim 24h-Rennen ausreichen.