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Audi entwickelt Breitensport-Rennwagen

Die Stars des 24h-Rennens sind ohne Zweifel die Top-Fahrzeuge der GT3-Kategorie. Doch das Rennen ist traditionell auch ein Tummelplatz ambitionierter Breitensportler – und soll es nach dem Willen der Veranstalter auch in Zukunft bleiben. Mit der Einführung neuer Klassen wie TCR und GT4 hat der ADAC Nordrhein deshalb zusätzliche interessante Betätigungsfelder für Privatiers eröffnet. Das Angebot wird angenommen, dass belegen nicht nur die steigenden Starterzahlen, sondern auch, dass sich immer mehr Top-Hersteller hier engagieren, indem sie entsprechende Fahrzeuge anbieten. So etwa Audi: Die Ingolstädter komplettieren ihr Angebot für Privatiers mit dem neuen R8 LMS GT4 in einer zukunftsträchtigen Klasse.

„Das Ansehen und das Prestige des 24h-Rennens auf der Nordschleife waren für uns wichtige Aspekte, hier die Premiere des neuen Audi R8 LMS GT4 zu feiern”, so Chris Reinke, Leiter Audi Sport customer racing. „Dieser Start mit dem Einsatz auf der Nordschleife ist ein wichtiger Teil unserer Entwicklungsarbeit am neuen GT4. Deshalb starten wir ohne Homologation in der Klasse SP-X, die Erkenntnisse dieses Rennens werden dann in die endgültige Homologation einfließen. Dieses Vorgehen hat schon bei der Einführung des Audi RS 3 LMS TCR bestens funktioniert.“

Der neue GT4-Bolide ist stark an die Basis-Version angelehnt – Seriennähe, die Haltbarkeit und Kosteneffizienz verspricht. Wie weit dies geht, zeigt sich etwa daran, dass er mit dem Serien-R8 auf dem gleichen Montageband gefertigt wird. „Wir haben mit dem Audi R8 V10, der ein reinrassiger Sportwagen ist, bereits ein tolles Basisfahrzeug. 60 Prozent der Serienteile nutzten wir für den GT4. Wir profitieren natürlich auch von den Erfahrungen, die wir mit dem R8 LMS in der GT3-Version gemacht haben, vor allem bei den Sicherheitsaspekten haben wir diesen Standard übernommen“, so Reinke. Um im Bereich der Anschaffungskosten konkurrenzfähig zu sein, baut Audi Sport auf verschiedene Aspekte. „Durch die seriennahe Produktion und die weltweite Akzeptanz versprechen wir uns hohe Stückzahlen und damit geringere Kosten pro Fahrzeug. Um die Kosten bei den Teams zu minimieren, werden wir Trucks mit Ersatzteilen vor Ort haben und – wo möglich – auch Ingenieure, die die Teams mit ihrer Fachexpertise unterstützen“, erläutert Reinke.

TCR: „Breitensport auf ordentlichem Niveau“
Eine Klasse unterhalb des GT4 treten die TCR-Fahrzeuge an. Bonk Motorsport bringt hier beim 24h-Rennen zwei Audi RS3 LMS. „2017 haben wir erstmals die TCR-Audi eingesetzt. Der Einstand war genial, in Mugello haben wir direkt mal gewonnen“, erklärt Teameigner Peter Bonk. „TCR, das ist Breitensport auf ordentlichem Niveau. Als Team hoffen wir sehr, dass er auch auf Dauer bezahlbar bleibt. Der große Vorteil ist: Man kann mit diesem Autos überall auf der Welt fahren – das ist eine tolle Sache.“ Vor dem Training zum 24h-Qualirennen musste das Team an einem der beiden Audi den Motor wechseln. „Wir hatten zu hohe Temperaturen, für den Austausch haben wir hier vor Ort von Audi einen neuen Motor kaufen können. Der ist aber komplett verplombt, wir können nicht wie früher an unseren BMW die Revisionen selbst durchführen. Aber dafür bekommen wir insgesamt von Audi etwas richtig Ordentliches hingestellt, das ist beileibe keine Bastelbude.“

TCR-Klasse wächst: „Genialer Fahrspaß“
Beim 24h-Klassiker auf der Nordschleife tritt noch eine ganze Reihe weiterer Teilnehmer in der TCR-Klasse an. Andreas Gülden ist einer der Piloten im VW Golf GTI TCR von Mathilda Racing. „Der TCR-Grundgedanke ist es, kostengünstigen Motorsport zu bieten, das verspricht zudem eine geniale Markenvielfalt.“ Die Unterschiede der verschiedenen TCR-Modelle werden durch ein BoP-System angepasst, „dadurch entsteht wirklich vergleichbarer Motorsport. Zudem sehen die Autos noch aus wie ein Golf oder ein Audi, die Identifikation der Fans mit diesen Autos ist dadurch richtig groß.“ Ins Schwärmen kommt der Chefinstruktor der Nürburgring Driving Academy, wenn er von seinem Golf erzählt: „Das ist ein reinrassiges, kerniges Rennauto. Ich komme vom Hecktriebler, aber schon in der zweiten Runde hab ich mich in diesen Fronttriebler verliebt. Der schenkt mir einen genialen Fahrspaß.“