Die neue WTCR startet auch beim 24h-Rennen

Die höchste internationale Tourenwagenklasse bleibt auch künftig ein Teil des ADAC Zurich 24h-Rennens. Darauf einigten sich die Betreiber der FIA WTCR mit den Organisatoren des ADAC Nordrhein nach Saisonabschluss der Tourenwagen-Königsklasse. Damit erleben auch die Fans am Nürburgring 2018 die neuen Fahrzeuge der Serie, die künftig als „FIA World Touring Car Cup (WTCR)“ durchstartet: Denn die Nachfolge der kostspieligen TC1-Rennwagen treten in Zukunft die Fahrzeuge der TCR-Klasse an, die sich in den vergangenen Jahren international sehr erfolgreich etabliert hat. Neben zahlreichen nationalen Championaten ist die Klasse auch beim ADAC Zurich 24h-Rennen startberechtigt.

Nach ihrem Debüt im Jahr 2014 hat sich die TCR-Klasse im internationalen Tourenwagensport in kürzester Zeit etabliert. Seit 2016 haben die fünftürigen Zweiliter-Fronttriebler auch beim ADAC Zurich 24h-Rennen einen Platz. Rund ein halbes Dutzend Teilnehmer wies die Klasse 2017 beim Langstreckenklassiker aus, vom Start der WTCR erhoffen sich die Organisatoren auch einen Impuls für ein weiteres Wachstum dieser attraktiven Kategorie. „Wir freuen uns sehr über die Einigung mit der FIA WTCR“, sagt 24h-Rennleiter Walter Hornung. „Damit können wir nicht nur unseren Fans an der Nordschleife tollen Rennsport mit internationalen Teilnehmern bieten. Wir treiben auch die Entwicklung in einer Klasse voran, die sich prächtig entwickelt hat und beim 24h-Rennen vielleicht künftig eine der wichtigen Plattformen für Privatteams sein könnte.“ Denn genau dies ist die Zielrichtung des TCR-Reglements. Die Fahrzeuge sind mit Preisen unter 100.000 Euro verhältnismäßig günstig, technisch beherrschbar und bieten attraktive Fahrleistungen: Perfekte Sportgeräte also, die sich auch auf der Nordschleife in den vergangenen Jahren bestens bewährt haben. Der siegreichen TCR-Teams belegten in den vergangenen beiden Jahren beim 24h-Rennen jeweils Positionen im vorderen Mittelfeld.

Rund 500 Fahrzeuge weltweit bereits im Einsatz
Die FIA WTCR hat nicht nur die Nachfolge der WTCC angetreten, sondern auch die der internationalen TCR-Serie. Aus der Fusion geht nun ein Weltcup hervor, der als wichtiges Detail die TCR-Philosophie hinsichtlich der Herstellerbeteiligung übernimmt. Werksteams sind verboten, eine Herstellerwertung nicht ausgeschrieben. Die Rolle der Automobilindustrie ist vielmehr, die Fahrzeuge im Rahmen ihrer Kundensportprogramme zu betreuen. Und diese Konstellation findet bei vielen Unternehmen Anklang. Zuletzt stellte etwa Hyundai ein neues TCR-Fahrzeug vor, beim ADAC Zurich 24h-Rennen starteten 2016 und 2017 auch Modelle von Audi, Seat und VW. Weitere TCR-Rennwagen im internationalen Geschäft stammen von Alfa-Romeo, Ford, Honda, KIA, Opel, Peugeot, Renault und Subaru: Reichlich Auswahl also für interessierte Teams, die zudem auf einen großen Bestand an existierenden Rennwagen zurückgreifen können. Rund 500 TCR-Fahrzeuge sind international bereits im Einsatz. Der FIA-Weltcup allerdings setzt auf Klasse statt Masse. Die Teilnehmerzahl wurde auf 26 Fahrzeuge beschränkt. Weitere potenzielle Betätigungsfelder in Deutschland sind etwa die attraktive ADAC TCR Germany, die 2018 bereits in ihre dritte Saison geht. Walter Hornung: „Das Potenzial an Teams und Piloten ist also auch in Deutschland vorhanden. Wir haben mit dem 24h-Rennen ein weiteres Betätigungsfeld für diese Fahrzeuge geöffnet und hoffen, damit auch unseren Teil zur Belebung und Entwicklung dieser attraktiven Fahrzeugklasse beizutragen.“

Volvo-Pilot Björk holt den WM-Titel

Thed Björk ist Tourenwagen-Weltmeister 2017. Dem schwedischen Piloten von Polestar Cyan Racing genügten beim Saisonfinale der Weltmeisterschaft auf dem dem Losail International Circuit im Wüstenemirat Katar die Plätze drei (Hauptrennen) und fünf (Eröffnungsrennen), um die entscheidenden Punkte zu holen. Wie schon im vergangenen Jahr gewann damit der Sieger des Hauptrennens auf der Nordschleife am Ende auch die Meisterschaft. Sein schärfster Konkurrent im Fight um die Krone des internationalen Tourenwagensports erlebte dagegen ein durchwachsenes Wochenende: Norbert Michelisz (HUN / Honda Civic) kam im Qualifying nach einem Bremsproblem nicht über Platz elf hinaus und schloss die Rennen als Neunter (Eröffnungsrennen) bzw. Achter (Hauptrennen) ab. Erfreulich aus deutscher Sicht war die Podiumsplatzierungen eines 24h-Teilnehmers im Hauptrennen. Der Britische Citroën-Pilot Robert Huff belegte im letzten Lauf der Saison für das deutsche Team All-incl.com den zweiten Platz.

Schon im Qualifying von Katar zeigte sich, dass es der als Zweitplatzierter angereiste Norbert Michelisz schwer haben würde im Kampf um die WM-Krone. Während Markenkollege Esteban Guerrieri die Pole eroberte und der WM-Führende Thed Björk Platz vier einfuhr, blieb dem Ungarn nach einem Bremsproblem nur der elfte Rang. Im Eröffnungsrennen war es dann allerdings Citroën-Pilot Tom Chilton, der die versammelte Konkurrenz düpierte und als Sieger abgewinkt wurde.

Chilton schlug in dem spannenden ersten Lauf des Wochenendes seinen Teamkollegen Mehdi Bennani (MAR) und Lada-Pilot Kevin Gleason (USA). Der Brite lieferte sich dabei einen sehenswerten Fight mit dem Markenkollegen, ehe er in der achten von zehn Runden endlich Oberhand gewann. „Das war das Rennen meines Lebens“, kommentierte er nach dem Sieg. „Wir haben uns gegenseitig keinen Platz gelassen und einmal dachte ich, dass mich Mehdi in die Reifenstapel schicken würde.“

Im Hauptrennen wurden dann gleich zwei Starter zu Hauptdarstellern. Da war zum einen Esteban Guerrieri (ARG), der seine Pole Position zwölf Runden lang souverän umsetzte und einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg vor All-inkl.com-Pilot Robert Huff und Nicky Catsburg herausfuhr. Der andere Star des Rennens war zweifellos Thed Björk, der sich mit dem dritten Platz auch den Titelgewinn sicherte. Er konnte dabei ohne Druck agieren, denn Hauptrivale Norbert Michelisz kam nicht über Platz acht hinaus.

Nachdem er aus seinem Auto ausgestiegen war, war Björk fast sprachlos. „Jetzt kann ich wieder Luft holen“, sagte er mit einem großen Lachen. „Dieses Projekt ist großartig. Im vergangenen Jahr war ich noch ein Rookie. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Die letzten Runden waren fantastisch, einige der besten meines Lebens. Mein Mentaltraining, das ich in diesem Jahr absolviert habe, war großartig. Ich war glücklich, als ich ins Rennen ging, obwohl ich Druck hatte.“

Auch der Kampf um die WM-Krone der Privatfahrer war spannend: Trotz des zweiten Platzes im Eröffnungsrennen reichte es für den als Drittplatzierten angereisten Mehdi Bennani nicht, denn die Hoffnungen auf ein besseres Abschneiden musste er im Hauptrennen bereits nach der ersten Kurve begraben: Ein heftiger Kontakt mit WTCC-Legende Yvan Muller drückte ihn von der Strecke. Einige Runden später stellte er seinen Citroën mit einem Reifenschaden ab. So blieb er in der WTCC-Trophy schließlich Dritter – nur einen halben Punkt hinter Vizemeister Rob Huff. Die Krone in der Trophy setzte sich der Sieger des Eröffnungsrennens, Tom Chilton, auf.

Hersteller werden stärker einbezogen

Das ADAC Zurich 24h-Rennen setzt im kommenden Jahr neue Maßstäbe im Bemühen um Chancengleichheit und Fairness beim Fight um den Gesamtsieg. Ein Bündel an Neuerungen soll dafür sorgen, die in der Top-Kategorie engagierten Hersteller stärker einzubeziehen, wenn es um die Definition von Parametern der Balance of Performance (BoP) geht. Dazu richtet der ADAC Nordrhein als Ausrichter des größten Rennens auf der legendären Nürburgring-Nordschleife eine „Technical Working Group“ ein, in der eingeschriebene Hersteller von GT3-Fahrzeugen über BoP-Themen beraten. Daneben werden objektiv messbare Werte bei der Festlegung dieser leistungsbeeinflussenden Vorgaben berücksichtigt. Für die Auswertung wird das Know-how eines unabhängigen, externen Renningenieurs hinzugezogen. Die Hoheit über die letzte Entscheidung aller Teile des Regelwerkes inklusive BoP bleibt in bewährten Händen: Wie bislang wird der Technikausschuss über die Vorgaben der BoP entscheiden.

Die Chancengleichheit beim ADAC Zurich 24h-Rennen hat in den vergangenen Jahren ein hohes Niveau erreicht. Ein Blick auf die Ergebnisse spricht eine eindeutige Sprache: In den vergangenen fünf Jahren gelang jeweils mindestens fünf Herstellern der Sprung in die Top 10. Abgesehen vom Mercedes-AMG-Vierfachsieg 2016 standen jeweils die Piloten von mindestens zwei Fabrikaten auf dem Podium. Auch die Abstände zwischen den Siegern und Platzierten verringerten sich immer mehr – heute wird das 24h-Rennen längst von Teams und Fahrern als „24-Stunden-Sprint“ bezeichnet. Bei dieser hohen Chancengleichheit werden immer kleinere Performanceunterschiede wahrgenommen und entscheiden womöglich über die Plätze. Um diesem Prozess noch stärker gerecht zu werden und die betroffenen Hersteller besser einzubeziehen, wurden die nun beschlossenen Maßnahmen verabschiedet. Sie sehen vor, dass ab dem kommenden Jahr mit der „Technical Working Group“ ein beratendes Gremium hinzugezogen wird, in dem die Hersteller von GT3-Fahrzeugen, die beim 24h-Rennen antreten, mit den Experten des ADAC Nordrhein an einem Tisch sitzen.

„Runder Tisch“ mit den GT3-Herstellern
„Das neue Gremium wird als gemeinsame Initiative des ADAC Nordrhein und der beteiligten Werke ins Leben gerufen“, erklärt Rennleiter Walter Hornung. „Wir können an diesem ,runden Tisch’ frühzeitig technische Problemfelder erkennen und im Konsens ausräumen – gleichzeitig machen wir die Reglemententscheidungen transparent“. So wird es für die Beteiligten auch möglich, die kommenden Entwicklungen im Reglement vorherzusehen, abzustimmen und sich frühzeitig darauf einzustellen. Walter Hornung: „Auf allen Seiten wird auch die Planungssicherheit erhöht, sodass wir hoffen, die starken Werksengagements im Rahmen des 24h-Rennens länger binden zu können.“

Engineering und Pflichtteilnahmen für höhere Transparenz
Im Rahmen der intensivierten Zusammenarbeit im BoP-Prozess sind auch weitere Maßnahmen in Vorbereitung. So wird im Reglement erstmals eine Einschreibegebühr für die beim 24h-Rennen startenden GT3-Hersteller eingeführt, um die immer aufwendigeren BoP-Maßnahmen zu finanzieren. Die auch bislang bereits mit einem obligatorischen Datalogger gewonnenen Daten der Top-Fahrzeuge werden außerdem ab 2018 noch akribischer untersucht. Dazu wird ein externer Experte dem Technikausschuss zuarbeiten, der die Daten in Computermodelle umsetzt und es so ermöglicht, die bestehenden BoP-Stellschrauben noch präziser einzusetzen. Die Gewinnung einer ausreichenden Datenbasis wird dabei durch vorgeschriebene Pflichtteilnahmen erreicht. Ab 2018 wird die Teilnahme von mindestens einem Fahrzeug jedes in der SP9 und SP9-LG (FIA-GT3) startenden Herstellers bei zwei VLN-Läufen und dem ADAC 24h-Qualifikationsrennen obligatorisch. So stehen bei der Definition der BoP-Werte am Ende die Daten aus drei Rennen zur Verfügung, auf denen umfangreiche Computermodelle aufgebaut werden können.

Turbulentes Macau-Rennen macht die WM noch spannender

Der spektakuläre vorletzte Lauf der Saison in Macau beschert der FIA-Tourenwagen-Weltmeisterschaft ein Traumfinale. Zwar konnte Volvo-Pilot Thed Björk seinen Vorsprung auf dem Straßenkurs des Spielerparadieses behaupten. Doch der Ungar Norbert Michelisz machte mit einer starken Vorstellung Boden gut und liegt vor der zehnten und letzten WM-Runde nur noch 6,5 Punkte hinter dem Schweden. Bei noch bis zu 60 zu vergebenden Punkten also eine denkbar knappe Führung, bei der es zudem noch weitere Verfolger gibt: Rein rechnerisch haben noch sieben WTCC-Piloten beim Rennen in Katar (30. November bis 1. Dezember) die Chance auf den WM-Titel. Und davon, dass die Spitzenreiter die Erfolge unter sich ausmachen, war auch diesmal in der Weltmeisterschaft keine Rede. Denn in Macau gingen die Rennsiege an zwei Citroën-Piloten. Mehdi Bennani stand im Eröffnungsrennen auf der obersten Stufe des Podests, das Hauptrennen konnte ein Fahrer gewinnen, der auch beim 24h-Rennen auf der Nordschleife ein „alter Bekannter“ für die deutschen Fans ist: Rob Huff, der Tourenwagen-Weltmeister von 2012, der für das einzige deutsche WM-Team All-Inkl.com antritt.

Auf dem engen Stadtkurs von Macau erwies sich einmal mehr, dass Erfahrung hier durch nichts zu ersetzen ist. WM-Spitzenreiter Thed Björk hatte also einen denkbar schwierigen Job, denn es war der erste Start für ihn. Er wählte deshalb eine defensive Strategie und absolvierte zwei fehlerfreie Rennen. Die vierte Positon im Zeittraining setzte er in einen vierten und einen fünften Platz in den beiden Rennläufen um. Damit beendete er das Wochenende als erfolgreichster Rookie und behielt die WM-Führung. „Das war das schwierigste Rennwochenende meines Lebens“, atmete der Schwede anschließend auf. „Ich durfte keine Fehler machen und musste mein Tempo strategisch ausrichten. Auch wenn wir immer gewinnen wollen, ging es hier doch darum, die Führung in der Meisterschaft vor dem Saisonfinale zu verteidigen. Das ist uns gelungen. Nun freuen wir uns sehr auf das letzte Rennwochenende des Jahres 2017.“

Auch Verfolger Norbert Michelisz dürfte aber zufrieden abgereist sein. Seine Aufholjagd begann bereits während des Qualifyings, als er mit dem zweiten Rang die ersten vier Meisterschaftszähler des Rennwochenendes gutschreiben ließ. Die große Schrecksekunde kam dann aber im Eröffnungsrennen am Samstag, als er in einen Unfall verwickelt wurde. „Mir ist ein Fehler unterlaufen. Ich crashte, und mein Auto blockierte die Strecke“, beschreibt der WM-Zweite. Nicht nur sein Civic wurde dabei stark beschädigt, auch Michelisz’ Teamkollege Esteban Gutierrez konnte dem gestrandeten Auto ebenso nicht mehr ausweichen wie Tom Chilton und Rob Huff. Anschließend hatten die Mechaniker also jede Menge zu tun, konnten die Fahrzeuge aber bis zum Hauptrennen am Sonntag wieder einsatzbereit auf die Räder stellen. Glück im Unglück: Das Rennen wurde gleich im Anschluss abgebrochen, sodass Michelisz dennoch als Fünfter gewertet wurde. „Ein Riesen-Dankeschön an das Team – die Jungs haben nicht geschlafen. In der Nacht hatte ich echte Zweifel, dass ich in der Startaufstellung stehen würde. Aber am Ende hat es geklappt“, so Michelisz. „Im Rennen habe ich versucht, Druck zu machen und gehofft, auf der nassen Strecke stärker zu sein. Aber mit dem Unfall im Eröffnungsrennen im Hinterkopf war ich vielleicht nicht selbstbewusst genug, das umzusetzen.“

Immerhin konnten beim Hauptrennen am Sonntag alle Betroffenen des Samstags-Unfalls wieder ins Rennen gehen – und aufs Podium fahren. „Auch bei uns sah es gegen Mitternacht nicht nach einem Start im Hauptrennen aus“, lächelte Rob Huff nach seinem Macau-Sieg. „Die Jungs von All-Inkl.com haben aber einen tollen Job und den Civic wieder flott gemacht.“ Und dabei waren sie so erfolgreich, dass dem Briten ein überlegener Sieg gelang: Der neunte seiner Karriere in Macao, womit Huff auch einen Rekord aufstellte. Bei schwierigen Bedingungen behielt er einen kühlen Kopf, holte auf dem 6,12-km-Kurs seinen ersten WM-Sieg seit April 2016. Damit war er außerdem der zehnte verschiedene Rennsieger in der WTCC-Saison 2017. Das Rennen wurde nach nächtlichen Regenfällen am Sonntagmorgen hinter dem Safety-Car gestartet. Nach der Freigabe in Runde drei ging der als Pole-Sitter gestartete Huff vorsichtig zu Werke, und Michelisz konnte zunächst aufschließen. Doch einmal in Fahrt gekommen, zeigte der Brite sein Potenzial und fuhr dem Meisterschaftszweiten davon. Am Ende gewann er mit beeindruckenden 8,142 Sekunden Vorsprung. Es war sein 29. WTCC-Sieg, mit dem er mit dem dreimaligen Weltmeister José María López gleichzog. Es war zudem der erste Sieg des deutschen Teams ALL-INKL.COM Münnich Motorsport seit Mai 2014.

Hinter dem siegreichen Huff und Norbert Michelisz wurde mit Tom Chilton auch der dritte Podiumsplatz im Hauptrennen von einem der Betroffenen des Crashs im Eröffnungsrennen eingenommen. Den Eröffnungslauf am Samstag gewann der Marokkaner Mehdi Bennani (Citroën C-Elysee) vor Tom Coronel (NED / Chevrolet Cruze) und Ryo Michigami (JPN / Honda Civic).

Audi R8 LMS Cup ergänzt das 24h-Programm

Audi bereichert das Programm des ADAC Zurich 24h-Rennen auch künftig mit einem attraktiven Markenpokal. Nach dem Auslaufen des Audi Sport TT Cup, der in diesem Jahr für beste Unterhaltung im Rahmenprogramm des Langstreckenklassikers sorgte, kommt 2018 ein mehr als würdiger Nachfolger in die Eifel: Erstmals startet der Audi R8 LMS Cup bei den 24h. Die Serie ist weltweit der einzige Markenpokal, in dem reinrassige GT3-Rennwagen zugelassen sind. Neben den Audi R8 LMS der ersten und zweiten Generation darf außerdem der R8 LMS im GT4-Trim starten, der im Jahr 2017 sein Renndebüt beim 24h-Rennen auf der Nordschleife feierte. Die beiden Rennen auf der Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings versprechen damit spektakuläre Unterhaltung.

Die ursprünglich im Aisen-Pazifik-Raum beheimatete Rennserie macht für das spektakuläre Gastspiel in der Eifel eine Reise um die halbe Welt. Am Steuer der Fahrzeuge sitzen ausschließlich Amateurpiloten, die bei ihren Einsätzen aber von Profipiloten im Rahmen eines Mentorenprogramms betreut werden. „Auf den Audi R8 LMS Cup dürfen sich die Fans des 24h-Rennens schon jetzt freuen“, sagt Rennleiter Walter Hornung. „Das sind spektakuläre Fahrzeuge, die bei ihren beiden Rennen auf dem Grand-Prix-Kurs sicherlich viel Action bieten werden.“ Anfang März startet die Serie im australischen Adelaide, danach geht es zum Nürburgring. Die weiteren Rennen im Terminkalender des Audi R8 LMS Cups finden in China und Malaysia statt. Auf dem Nürburgring ist die Serie damit bei ihrem einzigen europäischen Lauf zu sehen, für den die imposante Kulisse des ADAC Zurich 24h-Rennens sicherlich der würdige Rahmen sein wird. Informationen zum Audi R8 LMS Cup gibt es im Internet unter www.audi-motorsport-asia.com.

Das Buch zum Rennen – ab sofort im Handel

Ab sofort ist das ultimative Nachschlagewerk zum spannendsten 24h-Rennen der Historie erhältlich. Der Gruppe C Motorsport Verlag hat in dem 272 Seiten dicken offiziellen Jahrbuch wirklich alles untergebracht, was es zur 45. Auflage des ADAC Zurich 24h-Rennens zu wissen gibt – und das ist bekanntlich eine Menge. Denn wer glaubte, beim Jahreshöhepunkt im Nordschleifen-Kalender schon alles erlebt zu haben, der wurde 2017 wieder einmal eines Besseren belehrt.

Nach einem spannenden Rennen schien Der Audi R8 des Land-Teams bereits als sicherer Sieger – doch ein technisches Problem ließ ihn zurückfallen. Das Blatt drehte sich aber noch einmal, als eine Stunde vor dem Fallen der Zielflagge ein kurzer, aber heftiger Regenschauer auf Teilen der Strecke niederging. Eine geistesgegenwärtige Reifenwahl beim Team von Wolfgang Land, das genau im richtigen Moment zum finalen Stopp an der Box stand, verlieh dem bereits als tragischem Verlierer bedauerten Audi Flügel – in einem fulminanten Schlussspurt drehten Connor De Philippi, Christopher Mies, Markus Winkelhock und Kelvin van der Linde das Geschehen und gingen schließlich als Sieger durchs Ziel. Nie zuvor hatten selbst die Konkurrenten den Siegern den obersten Platz auf dem Podium so sehr gegönnt!

Die 205.000 Zuschauer am Wochenende sahen aber nicht nur an der Spitze ein großartiges Rennen, und das offizielle Buch zum 24h-Rennen ist eine Einladung, auch das zu entdecken. Die rund 1.000 Farbfotos, der deutsch- und englischsprachige Text sowie der ausführliche Statistikteil dokumentieren das Geschehen umfassend, widmen sich Facts und Geschichten, Personen und Anekdoten. Seit 9. November ist das Buch für 40 Euro im Handel erhältlich (ISBN: 978-3-928540 90-2)

> Hier gibt es weitere Infos zum offiziellen 24h-Buch

Bestellungen sind auch > direkt über den Online-Shop des Gruppe-C-Verlags < möglich.

Sorg Rennsport: Quäntchen Glück fehlte

Auch wenn beim neunten und letzten Saisonrennen zur VLN das Mannschaftsergebnis für Securtal Sorg Rennsport stimmte: Zufrieden waren die Brüder Benjamin und Daniel Sorg nicht. „Im letzten Renndrittel verließ uns das leider Glück“, sagte Benjamin Sorg. „Das kostete uns leider gute Platzierungen in der Tageswertung und in diversen Meisterschaften.“

Wie nah Glück und Pech beieinander liegen können erlebte bei den Produktionswagen bis 2500 ccm (V4) Oskar Sandberg. Der Solist leistete mit dem BGStechnic-BMW 325i über weite Strecken die Führungsarbeit in der Klasse. Nach einem Boxenstopp fiel Sandberg zwar zurück, hatte aber immer noch sehr gute Chancen auf eine Podiumsplatzierung. „Dann ist im Bereich Hatzenbach der Black Falcon-Mercedes GT4 nach einem Überholvorgang zu früh vor mir eingeschert und hat mich von der Strecke gerempelt“, erklärte der Norweger stocksauer. Der Schaltwerk Bikes-BMW 325i Coupé mit Oswald Burgstaller und Luis Ramirez rettete die Klassenehre als Elfter.

Bei den Produktionswagen bis 3000 ccm (V5) ein ähnliches Ereignis, gottlob ohne Ausfall. Aber nicht weniger enttäuschend. Fast während der gesamten Renndistanz hatten Dominik Thiemann, Kevin Totz und Torsten Kratz im BMW M3 E36 die Klasse der Produktionswagen bis 3000 ccm angeführt. Zu Beginn der letzten Runde musste Thiemann für ein paar Liter Sprit die Boxengasse aufsuchen. Und kehrte unmittelbar vor dem konkurrierenden Porsche Cayman ins Rennen zurück. Stoßstange an Stoßstange umrundete das Duo den Eifelkurs.

„Ich hatte den Porsche extra vorbeigelassen, um aus dem Windschatten heraus auf der Döttinger Höhe wieder vorbeizuziehen“, sagte Thiemann. Doch diesen Plan vereitelte ein BMW M3 V8 aus der Klasse SP8. Im Bereich Schwalbenschwanz fuhr dieser Thiemann gegen das linke Hinterrad, der alle Mühe hatte, nicht in die Leitplanken zu krachen. Der Kontakt zum Cayman war weg, im Ziel fehlten knapp sieben Sekunden. „Es war völlig unsportlich, sich kurz vor Rennende in unseren Kampf einzumischen, zumal es für ihn in seiner Klasse um nichts mehr ging.“

In der gleichen Klasse V5 bewegten die drei Italiener Ugo Vicenzi, Alberto Carobbio und Francesco Merlini erstmals den Eibach-Porsche Cayman und wurden als Achter abgewinkt. Bei den Produktionswagen bis 3500 ccm (V6) freuten sich Nicolas Griebner, Björn Simon und Emin Akata über einen hervorragenden zweiten Platz im Porsche Cayman S.

Im BMW M 235i-Racing Cup ruhten die Hoffnungen natürlich auf Heiko Eichenberg. Der 43-Jährige war der einzige, der Michael Schrey noch den Titel in der BMW-Cup-Sonderwertung hätte streitig machen können. Dafür hätte Eichenberg gewinnen müssen bei einem gleichzeitigen Ausfall von Schrey. Zwar kam Schrey wirklich nicht ins Ziel, aber Eichenberg seinerseits hatte Pech. Ein Porsche räumte den fruit2go-Piloten in der Hohenrain-Schikane unter Doppelt-Gelb ab, ein daraus resultierender Reifenschaden auf dem GP-Kurs war die Folge. Durch die kurze Extra-GP-Runde gingen rund vier Minuten verloren, somit nur Platz sechs statt des möglichen Klassensieges und Gewinn des Fahrertitels. Im Ziel fehlten 2.56 Minuten auf den Klassensieger.

Als Fünfte kamen Tristan Viidas und Doppelstarter Kratz mit ihrem M235i Racing ins Ziel. Startfahrer Viidas zeigte hierbei auf der zunächst feuchten Strecke ein starkes Debüt am Steuer eines Cup-BMW. Felix Günther und Tobias Müller fuhren auf den neunten Rang. Im Porsche Cayman-Cup fuhren Stefan Beyer, Kevin Warum und Philipp Hagnauer im Sinziger
Mineralbrunnen-GT4 CS auf den fünften Platz.

Honda war beim Heimrennen nicht zu schlagen

Die FIA Tourenwagen-Weltmeisterschaft WTCC bleibt spannend. Bei der japanischen WTCC-Runde auf dem Twin Ring Montegi konterte die Honda-Mannschaft, nachdem ein Rennwochenende zuvor in China noch Volvo brilliert hatte. Das Zepter auf der vom Honda-Konzern betriebenen Rennstrecke hatte Norbert Michelisz (HUN) in der Hand, der im Honda Civic WTCC die Pole-Position eroberte und im Hauptrennen den Vorjahressieg wiederholte.  Als Tabellendritter war er zu diesem drittletzten Lauf angereist und behielt durch den Sieg alle Chancen auf den WM-Titel. In Führung liegt auch weiterhin Volvo-Pilot Thed Björk, der durch solide Leistungen seinen sehr knappen Vorsprung ein wenig ausbauen konnte. Riesenpech hatte dagegen der portugiesische Honda-Pilot Tiago Monteiro, der auch in Japan pausieren musste – er erholt sich nach wie vor von einem Testunfall und ist nach zwei Rennen Zwangspause mittlerweile sogar hinter Nicky Catsburg (NED / Volvo S60 WTCC) auf die vierte Meisterschaftsposition zurückgefallen. Die beiden letzen WM-Runden finden ebenfalls in Asien statt: Vom 17. bis 19. November geht es für die WTCC auf den spektakulären Straßenkurs von Macau, bevor vom 30. November bis 1. Dezember das Finale in Katar auf dem Programm steht.

Eine Hauptrolle spielte auch in Japan wieder das Wetter. Schon im Eröffnungsrennen sorgte starker Regen für schwierige Bedingungen. Kevin Gleason (USA / Lada Vesta) stand bei dem traditionell in umgekehrter Reihenfolge des Trainingsergebnisses gestarteten Lauf auf der Pole-Position. Der Amerikaner gewann zwar den Start, verlor die Führung aber schon in der ersten Kurve an den Briten Tom Chilton (Citroën), der sich nicht zwei Mal bitten ließ und den Sieg nach Hause fuhr. Hinter ihm liefen Yann Ehrlacher (FRA / Lada) und Esteban Guerrieri (ARG / Honda) im Ziel ein. Im turbulenten Geschehen konnte sich Thed Björk als Viertplatzierter wichtige Meisterschaftspunkte sichern, während sein Hauptkonkurrent es schwerer hatte: Norbert Michelisz startete als Trainingsschnellster vom zehnten Platz und konnte sich nur bis auf Position sieben nach vorne arbeiten.

Zunehmend schwierige Witterungsbedingungen ließen auch in Japan das Hauptrennen zum Sprint werden. Nachdem das Feld zeitweise vom Safetycar eingefangen werden musste, entschied die Rennleitung schließlich nach zehn von 13 Runden, vorzeitig die schwarz-weiß-karrierte Flagge zu schwenken. Der Lauf wurde jedoch mit voller Punktzahl gewertet, was insbesondere den Sieger gefreut haben dürfte. Michelisz konnte mit seinem Sieg das Rennen um die Weltmeisterschaft weiter offen halten und liegt auch vor den verbleibenden beiden Läufen in direkter Schlagdistanz zu Tabellenführer Thed Björk. „Es war ziemlich schwierig. Der Regen wurde im Hauptrennen stärker und es gab Aquaplaning“, schilderte er im Anschluss die Bedingungen. „Ich bin für mich natürlich glücklich, denn ich habe die Maximalpunktzahl gewonnen. Von mir aus hätte das Rennen [auch ohne Safety-Car] weitergehen können, denn ich konnte den Vorsprung auf Nicky verwalten. Es gab einige schwierige Stellen auf der Strecke, aber ich freue mich über die Punkte.“ Hinter dem Ungarn landeten mit Nicky Catsburg und Nestor Girolami (ARG) zwei Volvo-Piloten auf den weiteren Podestplätzen. Catsburg konnte damit den ohnehin knappen Rückstand auf den Tabellenzweiten verkürzen – er liegt zwei WTCC-Läufe vor Saisonende gerade einmal 2,5 Punkte hinter Michelisz. Der Saisonendspurt verspricht damit einiges an Spannung.

Mathol: Drei Klassensiege

Beim letzten Rennen der VLN, dem 42. DMV Münsterlandpokal, zeigte Mathol Racing starke Form und bot die beste Saisonleistung. Sechs Autos standen am Start, sechs Fahrzeuge sahen die Zielflagge. Es gab drei Klassensiege und zwei weitere Podiumsplatzierungen für die Mathol-Piloten. Teamchef Matthias Holle: „Ein toller Saisonabschluss für das Team. Wir mussten keinen Ausfall verzeichnen und konnten ein bemerkenswertes Ergebnis feiern. Die komplette Mannschaft hat wieder gut gearbeitet, obwohl die äußeren Bedingungen nicht einfach waren.“

Die Verhältnisse waren an diesem Tag garstig in der Eifel. Die Temperaturen waren empfindlich kühl und der Himmel wolkenverhangen, aber wenigstens regnete es nur selten. Beim morgendlichen Training war die berüchtigte Nordschleife zunächst noch feucht, am Ende setzte dann Nieselregen ein. Vor dem Start regnete es kurz, danach blieb es aber während des gesamten Rennens trocken.

In der Klasse SP10 der GT4-Fahrzeuge feierte Mathol Racing mit dem Avia-Aston Martin Vantage V8 (Startnummer 188) einen erneuten Klassensieg. Das Trio Wolfgang Weber/Thomas Krebs/Hendrik Still erlebte ein problemfreies Rennen. Den Piloten wurde der Sieg jedoch nicht geschenkt und nach einem harten Kampf überquerte der Avia-Aston mit 20 Sekunden Vorsprung die Ziellinie. Teamchef Matthias Holle: „Ein erfreuliches Resultat. Das Trio hat stark gekämpft und letztlich verdient gewonnen.“

In der Klasse V6 lag diesmal nicht der Zimmermann-Porsche Cayman S (435) vorn. Claudius Karch, der wieder mit Wolfgang Weber fuhr, hatte in der Hatzenbach einen Leitplankenkontakt, als er von der trockenen Ideallinie abkam. Die Reparatur in der Box kostete eine Runde, so blieb am Ende nur Klassenrang drei. Dafür sprang der zweite Mathol-Cayman (421) in die Bresche. Rüdiger Schicht/Karl Pflanz/Domenico Solombrino nutzten die Chance und fuhren zum ersten Klassensieg in 2017. Am Ende wurde es noch einmal spannend, als ein kurzer zusätzlicher Tankstopp notwendig wurde. Teamchef Matthias Holle: „Ein gutes Ergebnis, das gezeigt hat, dass alle unsere Cayman siegfähig sind.“
In der Klasse V3 setzte Mathol Racing zwei Toyota GT86 ein. Im ersten Auto (524) saßen Raffaele Marciello/„Montana”/Roberto Falcon, die souverän die Klasse gewannen. Speziell der Italiener Marciello, bereits Formel 1 erfahren, war auf dem Weg zu seiner Nordschleifen-Permit extrem schnell. Der zweite Toyota (525) mit Roberto Falcon/„Montana“/Raffaele Marciello/Dr. Jochen Herbst fuhren auf Rang drei. Teamchef Matthias Holle war zufrieden: „Beide Autos im Ziel. Sieg in der Klasse und richtig schnelle Rundenzeiten. Auch hier konnten wir zeigen, zu was unsere Fahrzeuge fähig sind.“

In der Cayman-Trophy startete diesmal nur der Mathol-Porsche Cayman GT4 Clubsport (966) von Marc Keilwerth/Timo Mölig/Marcos Adolfo Vazquez. Das Trio belegte am Ende einen starken vierten Platz. Teamchef Matthias Holle: „Damit sicherten sich Keilwerthund Vazquez den Sieg in der Amateurwertung des Cups. In der Teamwertung konnten wir Platz zwei behaupten.“

Abschließendes Fazit von Teamchef Holle: „Ein richtig guter Saisonausklang. Mit dieser Leistung können wir zufrieden die VLN-Saison 2017 abschließen und uns nun auf das Winterprogramm in Spanien freuen.“

Manthey: Neuer Rekord!

Nach dem neunten Lauf der VLN gab es für Manthey-Racing allen Grund zur Freude. Bei wechselhaften äußeren Bedingungen feierte die Erfolgsmannschaft aus der Eifel den insgesamt 50. VLN-Gesamtsieg. Fred Makowiecki und Lars Kern gaben sich während des vierstündigen Rennens keine Blöße und fuhren letztlich ungefährdet den fünften Saisonsieg ein.

In der Qualifikation hatte der französische Werksfahrer die Nummer 911 in die erste Startreihe gestellt. Die magische Acht-Minuten-Grenze verpasste der Franzose nur um 45 Tausendstel Sekunden, auf die Zeit der Trainingsschnellsten im Phoenix-R8 fehlten lediglich eineinhalb Zehntel Sekunden. Nach dem Start folgte Makowiecki dem Audi bis zur ersten Durchfahrt des Streckenabschnitts Brünnchen. Am Ausgang setzte er sich neben Frank Stippler und übernahm schließlich die Führung.

Hatte es zu Beginn des Rennens noch geregnet, trocknete die Strecke nach drei Runden mehr und mehr ab. Nach dem vierten Umlauf steuerte Makowiecki die Manthey-Box an, um auf profillose Slicks zu wechseln. Damit war klar, dass man unter normalen Rennbedingungen mit zwei weiteren Boxenstopps zu Ende fahren kann. Bei Black Falcon setzte man auf eine andere Strategie und wechselte beim Mercedes-AMG GT3 bereits nach drei Runden auf Trockenreifen. So lag man zwar einige Zeit in Führung, hatte aufgrund des zusätzlichen Boxenstopps kurz vor Ende des Rennens dann aber einen Rückstand von über 50 Sekunden. Hinter dem Black-Falcon-GT3 kam der Phoenix-R8 als Dritter ins Ziel.

Nach dem ersten Nordschleifen-Renneinsatz des Porsche 911 GT3 Cup (991 II) vor vier Wochen wurde der neue Cup-Elfer im Hinblick auf den Einsatz im nächsten Jahr von Christoph Breuer und Moritz Oberheim einem weiteren Härtetest unter Real-Bedingungen unterzogen. Oberheim fuhr in 8:21.607 Minuten auf Startplatz 13 und war damit auch schneller als die CUP2-Fahrzeuge der aktuellen Generation. Acht Rennrunden lieferte der Testträger weitere wertvolle Erkenntnisse für 2018, bis sich ein Konkurrent im Bereich der Hohenrain-Schikane auf abtrocknender Strecke drehte, Moritz Oberheim einem abbremsenden Fahrzeug ausweichen musste und dabei die Streckenbegrenzung touchierte. Dabei wurde die Nummer 51 im Bereich der Hinterachse beschädigt und musste vorzeitig abgestellt werden.

Die neun VLN-Läufe der Saison 2017 werden Manthey-Racing in positiver Erinnerung bleiben. Zwölf Mal stand ein Porsche 911 GT3 R der Truppe rund um Nicolas und Martin Raeder und Olaf Manthey in diesem Jahr in den ersten beiden Startreihen, fünf Mal ging man von der Pole-Position ins Rennen. Nicht zuletzt fünf Laufsiege sorgten dafür, dass bereits nach VLN 7 der Gewinn der VLN-Speed-Trophäe, die unter den Spitzenteams der VLN ausgefahren wird, gefeiert werden konnte. Der 50. Gesamtsieg für Manthey-Racing rundete eine gelungene Saison ab.

Fred Makowiecki (#911 Porsche 911 GT3 R): „Ich freue mich natürlich sehr über das Ergebnis und auch, dass Lars bei seinem ersten Einsatz auf dem Werksauto einen so tollen Job gemacht hat. Ich selbst war lange nicht mehr auf der Nordschleife unterwegs, aber der GT3 R war sehr gut vorbereitet und ließ sich perfekt fahren. Die Bedingungen waren am Anfang nicht besonders einfach, aber nicht zuletzt dank einer tollen Teamleistung sind wir gut durchgekommen und haben gewonnen.“

Lars Kern (#911 Porsche 911 GT3 R): „Nachdem ich das Auto in einer guten Position von Fred Makowiecki bekommen hatte, gab es über meinen kompletten Stint einen tollen Kampf mit Maro Engel. Ich hatte das Glück, dass ich über meine gesamte Fahrzeit eine trockene Strecke hatte. Da hatte Fred zu Beginn den deutlich schwereren Job.“

Bernhard Demmer (Teammanager #911 Porsche 911 GT3 R): „Das war wieder einmal perfekte Teamarbeit. Einen ganz besonderen Dank muss ich unseren Jungs aussprechen, die den Grello nach dem Unfall bei VLN 8 in kürzester Zeit komplett neu aufgebaut haben. Das Auto hat von Anfang an einwandfrei funktioniert! Dazu haben unsere beiden Fahrer einen super Job gemacht. Dass Fred Makowiecki sehr schnell ist, war zu erwarten. Aber dass Lars Kern eine ebenso starke Leistung zeigen konnte, das war schon wirklich toll. Ein fehlerfreies Wochenende auf Spitzen-Niveau mit einem absolut verdienten Ergebnis.“

Steve Buschmann (Projektleiter Kundensport Manthey-Racing): „Es ging mit der Nummer 51 in der SPX-Klasse eigentlich ganz gut los. Wir sind wie alle auf Regenreifen gestartet und im Vergleich zu den anderen etwas länger draußen geblieben. Bei uns stand die Entwicklung des neuen GT3 Cup, 991 II im Vordergrund und nicht das Rennergebnis. Leider sind wir nach etwa anderthalb Stunden verunfallt. Das Auto kam zwar noch zurück an die Box, war für eine Weiterfahrt aber zu stark beschädigt.“

Nicolas Raeder (Geschäftsführer Manthey-Racing GmbH): „Das war natürlich eine herausragende VLN-Saison für uns. Nachdem das 24-Stunden-Rennen nicht wie gewünscht gelaufen war, haben wir unsere Hausaufgaben gemacht und herausgefunden, woran es lag. Das Besondere ist, dass mein Bruder Martin und ich gar nicht so viel zum Erfolg beitragen mussten. Der hohe eigene Anspruch des Teams und unserer Partner an sich selbst hat den größten Anteil daran. So war die Kombination aus Fahrer, Auto und Strategie ein ums andere Mal der Schlüssel zum Erfolg. Und dass wir zum Abschluss den 50. VLN-Sieg für Manthey-Racing feiern konnten, ist natürlich das i-Tüpfelchen.“

Manheller Racing: Dritter Meisterschaftsrang

Beim Saisonfinale der VLN hat das Team Manheller im MSC Adenau e.V. einen Klassensieg feiern können. Auf dem betreuten Milltek-Toyota gewannen Lucian Gavris, Werner Gusenbauer und Dale Lomas die Klasse Cup 4 und sicherten sich mit nur einem Punkt Rückstand Platz zwei im Toyota Cup. Das Spitzenfahrzeug mit Marcel Manheller und Carsten Knechtges konnte das Rennen nach einer Kollision zum ersten Mal in dieser Saison nicht beenden. Der Punktevorsprung reichte aber aus – Rang drei in der Meisterschaft stand am Ende zu Buche. „Für das Debütjahr ein ausgezeichnetes Ergebnis, das für die nächste Saison Lust auf mehr macht“, sagte Teamchef Stefan Manheller.

Der neunte VLN-Lauf geizte nicht mit Schwierigkeiten: Bereits morgens empfing die Nordschleife die Fahrer mit kalten Temperaturen, Nebel und nassen Stellen. Für die Mannschaft aus der Eifel kein Problem: Manheller startete bereits von P2 ins Rennen. Im Verlauf der hitzigen Gefechte in der Klasse V4 kam es jedoch zu mehreren Berührungen, die schließlich zu einer Beschädigung der Hinterachse führten. Das Rennen war somit für die Nummer 492 beendet.

Neben dem V4-Spitzenfahrzeug und dem Toyota setzte Manheller noch einen weiteren V4-BMW und den WWS-BMW M3 mit Kurt Strube und Stefan Manheller in der Klasse SP6 ein. Letzterer konnte das Rennen nach einem technischen Defekt nicht mehr zu Ende fahren. Das zweite V4-Fahrzeug war besetzt mit Markus und Gerald Fischer aus Österreich sowie David Quinlan aus den Vereinigsten Staaten. Die Crew konnte sich aus allen Scharmützeln heraushalten und fuhr so einen sechste Platz in der 18 Fahrzeuge starken Klasse ein.

„Es war ein fantastisches Jahr, bis auf den letzen Lauf standen wir immer auf dem Podium und sind tolle Rennen gefahren“, fasste Marcel Manheller zusammen. Der Nachwuchsfahrer, der unter der Flagge des MSC Adenau startet, fuhr in diesem Jahr seine erste vollständige VLN-Saison und konnte sich schon im ersten Rennen mit einem Sieg behaupten. Auch Olaf Manthey freute sich für den jungen Piloten aus Döttingen: „Ich bin glücklich, dass Marcel Manheller so weit vorne mitfährt. Ich kenne ihn von klein auf. Was dieses Team mit verhältnismäßig geringen Mitteln leistet, ist außergewöhnlich. Dabei ist Marcel selber ebenfalls ein Phänomen. Er bringt Top-Leistungen, ohne dabei große Töne zu spucken. Ich bin davon überzeugt, dass man von ihm auch in Zukunft hören wird.“

Cayman Trophy: 2. Saisonsieg für Teichmann

Daniel Bohr und Marc Hennerici haben den neunten Saisonlauf der Cayman GT4 Trophy by Manthey-Racing auf der Nürburgring-Nordschleife gewonnen. Nach dem Sieg von Moritz Gusenbauer und Daniel Bohr bei VLN 2 war Letzterer nun zusammen mit Vorjahres-Champion Hennerici erfolgreich. Das Duo hatte nach vier Rennstunden einen Vorsprung von 7.719 Sekunden auf Hamza Owega, Alex Schula und Moritz Kranz. Das Trio von Mühlner Motorsport hatte sich bereits bei VLN 7 den Titel in der Fahrer- und Teamwertung gesichert. Die Mathol-Racing-Piloten Marc Keilwerth und Marcos Adolfo Vazquez sicherten sich durch ihren vierten Platz in der CUP3-Klasse die Meisterschaft in der AM-Wertung.

Der letzte Renntag der Saison 2017 begann neblig, aber bei weitestgehend trockenen Bedingungen. In der Qualifikation behielt Gabriele Piana den Durchblick, setzte sich früh an die Spitze und blieb dort bis zum Ende der 90-minütigen Session. War der Italiener bei seiner Premiere in der Cayman-Trophy vor zwei Wochen noch als Solo-Starter unterwegs, teilte er sich das Cockpit seines Mühlner-GT4 dieses Mal mit Michael Rebhan, der nach anderthalbjähriger Abstinenz wieder im Rennwagen saß. Da Piana/Rebhan als Gaststarter gemeldet waren, ging der Zusatzpunkt für die schnellste Qualifikationsrunde an Stefan Beyer, Kevin Warum und Philipp Hagnauer von Sorg Rennsport.?

Rebhan musste in der regnerischen Anfangsphase des Rennens den erfahreneren Piloten den Vortritt lassen und kam als Vierter aus der ersten Runde zurück. Besser lief es für Marc Hennerici, der von Position fünf aus einen Raketenstart hinlegte und sich bereits nach den ersten Metern auf Platz eins wiederfand. In der Folge entbrannte zwischen #960 (Bohr/Hennerici) und #979 (Owega/Schula/Kranz) ein spannender Zweikampf um die Spitze. Nach drei Runden entschieden sich die meisten Teams zum Wechsel von Regen- auf profillose Slick-Reifen, und auch in der Folge waren die Tank-Strategien ähnlich ausgelegt. Die Entscheidung musste also auf der Strecke fallen, und dieses Duell konnten Bohr/Hennerici nach den vier Rennstunden knapp für sich entscheiden.

Eine tolle Aufholjagd zeigte Gabriele Piana, der die #969 von Position sechs zurück auf das Treppchen fuhr und sich mit Michael Rebhan schließlich über Platz drei freuen konnte. Dabei gelang Piana in 8:46.956 Minuten auch die schnellste Rennrunde. Der Zusatzpunkt für selbige ging jedoch an die Mühlner-Teamkollegen mit der #979, welche den zweitschnellsten Umlauf absolviert hatten. Damit haben Owega/Schula/Kranz zum Abschluss der Saison 195 Punkte auf dem Konto. Dahinter folgen Keilwerth/Vazquez (103 Punkte) und Daniel Bohr (100,5 Punkte).

Marc Hennerici (Teichmann Racing): „Das Rennen war wirklich aufregend. Nach dem Trophy-Titel im letzten Jahr, war es erst mein zweiter Einsatz in der CUP3-Klasse in dieser Saison. Beim Start konnte ich direkt von Platz fünf auf die Eins fahren. Ich wusste, dass im Regen auf der linken Seite mehr Grip ist. Der Führende war in dem Dilemma, dass er rechts die Innenbahn zumachen musste, und ich konnte die Außenbahn nutzen. Zwischenzeitlich hatte ich beim Anbremsen von Kurve eins das Gefühl, dass ich viel zu spät bin. Aber irgendwie hat es das Auto geschafft einzulenken, und ich war vorne.“

Georg Teichmann (Technischer Leiter Teichmann Racing): „Man kann nicht sagen, dass wir das Rennen dominiert haben. Es war schon sehr ausgeglichen, und letztendlich hat es gereicht. Nach dem erfolgreichen letzten Jahr, als wir neun von zehn Läufen gewonnen haben, war es diese Saison sehr schwierig für uns. Teilweise waren wir vom Pech verfolgt, hier und da haben wir uns verpokert und manchmal hat uns die Technik einen Strich durch die Rechnung gemacht. Von daher ist es für das ganze Team schön, dass wir das Jahr mit einem Sieg beenden konnten.“

Hamza Owega (Mühlner Motorsport): „Das Rennen hat nass angefangen, mein Teamkollege Alex hat dann aber nach drei Runden auf Slicks gewechselt. Mein Stint war ganz gut. Ich konnte den Rückstand von 30 Sekunden auf etwa zwölf verringern. Beim Tanken haben wir dann wieder Zeit verloren, obwohl wir nichts falsch gemacht haben. Keine Ahnung, was die anderen da gemacht haben. Platz zwei zum Abschluss ist okay. Insgesamt haben wir in dieser Saison sechs Mal gewonnen und wurden drei Mal Zweite. Viel mehr geht nicht.“

Gabriele Piana (Mühlner Motorsport): „Die Qualifikation lief super. Wir waren recht früh auf der Strecke, da wir nicht wussten, ob das Wetter hält. Das war im Nachhinein auf jeden Fall die richtige Entscheidung. Im Rennen haben wir zu Beginn ein paar Plätze verloren. Als ich zur Rennhälfte das Auto übernahm, hatte ich kaum Probleme mit dem Verkehr und konnte eine Menge Zeit gut machen. Insgesamt bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Mehr war nicht drin.“

Marc Keilwerth (Mathol Racing): „Das Rennen war wirklich super. Wir sind in der CUP3-Klasse Vierter geworden und haben die AM-Wertung gewonnen. So hat es am Ende auch für die Amateur-Meisterschaft gereicht. Das war einfach perfekt, ein super Tag.“

Bonk: Michael Schrey verteidigt Titel

„Ich bin mehr als zufrieden. Unser Plan ist aufgegangen. Michael Schrey hat erfolgreich seinen Titel verteidigt. Das ist schon etwas Besonderes. Der Wechsel in die TCR-Klasse war zwar ein Risiko, hat sich aber ausgezahlt. Ich bin stolz auf den Fahrer und das Team“, freute sich Michael Bonk, Teamchef von Bonk motorsport, nach dem Saisonfinale der VLN, dem 42. DMV Münsterlandpokal. „Da wir den BMW M235i Racing nach vier Runden stehen gelassen haben, sind wir außerdem das Risiko eingegangen, den BMW-Markenpokal noch zu verlieren, aber zum Glück haben wir auch diesem Titel geholt.“

Teamchef Bonk hatte zusammen mit Schrey die ungewöhnliche Strategie entwickelt. Um den Titel zu holen, hätte der letztjährige Meister in der BMW-Klasse Erster oder Zweiter werden müssen. Diese Aufgabe erschien Bonk schwieriger zu sein, als in einer weniger stark besetzten Klasse einen Sieg herauszufahren. Deshalb wurde Schrey kurzfristig in der TCR-Klasse in den VW Golf TCR von Benjamin Leuchter/Andreas Gülden gesetzt. Schrey fuhr die letzten vier Runden und holte mit dem Klassensieg 9,17 Punkte. Damit war er zum zweiten Mal in Folge VLN-Champion. Für Bonk motorsport war es der fünfte VLN-Meistertitel, damit zog die Mannschaft aus Münster mit Lokalmatador Johannes Scheid gleich. Zum 15. Mal ging der VLN-Titel an ein BMW-Team. Bonk motorsport holte zudem den Sieg in der Fahrer- und Teamwertung im BMW M235i Racing Cup.

Schrey feierte seinen zweiten VLN-Titel in Folge euphorisch: „Ein toller Erfolg, den ich in dieser Saison allein eingefahren habe. Wir haben frühzeitig gemeinsam die Entscheidung für den Klassenwechsel getroffen, um möglichen Problemen auszuweichen. Im achten VLN-Lauf wurde doch in der BMW-Klasse extrem hart gefahren, ein Ausfall wäre da zu jeder Zeit möglich gewesen. Ich bin total glücklich über den heutigen Tag.“

Die beiden anderen BMW M235i von Bonk motorsport sahen die Zielflagge. „Dieter Schmidtmann“/Georg Griesemann belegten am Ende Rang sieben in der BMW-Klasse. Jürgen Meyer/Markus Brömmler/Hendrik Viol kamen auf Platz 14. Bonk: „Beide BMW sind problemlos durchgekommen. Das war unser Ziel.“

Der Audi RS3 LMS TCR mit Herrmann Bock fuhr in der TCR-Klasse auf Platz vier. Bonk: „Der Wechsel eines Stoßdämpfers verhinderte eine bessere Platzierung.“ Der unter Bonk-Bewerbung fahrende Peugeot 308 Racing Cup von Jürgen Nett/Achim Nett/Bradley Philpot kam in der TCR-Klasse nicht ins Ziel. „Nach einer unverschuldeten Kollision sind wir in die Leitplanke eingeschlagen. Das war‘s“, so Jürgen Nett.

Nordschleifen-Terminkalender 2018 steht fest

Nach dem ADAC Zurich 24h-Rennen hat nun auch die Veranstaltergemeinschaft der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring den Terminkalender für das kommende Jahr veröffentlicht. In der achtmonatigen Saison 2018 stehen demnach neben dem 24h-Rennen und dem 24h-Qualifikationsrennen neun VLN-Läufe auf dem Terminkalender: Der erste und zweite VLN-Lauf (24. März bzw. 7. April) bilden dabei den perfekten Prolog für die 24h-Events. Denn das Qualifikationsrennen folgt am 14. / 15. April als dritte intensive Testmöglichkeit vor dem Saisonhöhepunkt bei den 24h (10. bis 13. Mai). Danach legt die Szene eine Verschnaufpause ein, bevor ab 23. Juni (VLN 3) der Kampf um Punkte und Meistertitel in der traditionsreichen Nordschleifen-Serie im Mittelpunkt steht.

„Wir konnten mit dem Rennstreckenbetreiber neun sehr gute Termine für die VLN-Rennen 2018 vereinbaren“, sagt Dietmar Busch, Geschäftsführer der VLN Veranstaltungs- und Vermarktungsgesellschaft mbH. „Zwei VLN-Veranstaltungen liegen vor dem 24h-Rennen Anfang Mai und bieten den Teams eine optimale Vorbereitungsmöglichkeit auf den Langstreckenklassiker.“

Auch zwei Jubiläen wird es in der VLN-Saison zu feiern geben. Der AC Altkreis Schwelm feiert mit dem H&R-Cup 60-jähriges Jubiläum. Zum 50. Mal jährt sich der Barbarossapreis des MSC Sinzig. Die weiteren Veranstalter sind der ADAC Westfalen, die Renngemeinschaft Düren, der MSC Adenau, der Rheydter Club für Motorsport, der MSC Ruhr-Blitz Bochum, der Dortmunder MC sowie der MSC Münster. Das ADAC Zurich 24h-Rennen sowie das ADAC 24h-Qualifikationsrennen werden wie immer vom ADAC Nordrhein veranstaltet.

Auch der Zeitplan für die VLN-Events bleibt im kompakten Eintages-Format. Im Zeittraining zwischen 8:30 und 10 Uhr werden die Positionen für die Startaufstellung ausgefahren, die Rennen beginnen stets um 12 Uhr. An den Freitagen vor den jeweiligen Rennen finden Test- und Einstellfahrten statt, bei denen die Teilnehmer die Möglichkeit haben, sich auf das Rennen vorzubereiten.

Langstreckentermine 2018
24.03.2018: VLN 1
07.04.2018: VLN 2
14.–15.04.2018: ADAC 24h-Qualifikationsrennen
10.–13.05.2018: ADAC Zurich 24h-Rennen
23.06.2018: VLN 3
07.07.2018: VLN 4
18.08.2018: VLN 5 (6h-Rennen)
01.09.2018: VLN 6
22.09.2018: VLN 7
06.10.2018: VLN 8
20.10.2018: VLN 9

Black Falcon: Turbulenter Saisonabschluss

Das neunte und letzte Saisonrennen der VLN auf dem Nürburgring hielt für Black Falcon noch einmal viele Herausforderungen und einen tollen Erfolg bereit. Mit Gesamtposition zwei bei gleichzeitigem Klassensieg in der SP9-GT3 sicherten sich Hubert Haupt, Erik Johansson und Maro Engel im Mercedes-AMG GT3 (#7) bei wechselhaften Wetterbedingungen das beste VLN-Ergebnis eines Mercedes-AMG in dieser Saison.

Der Mercedes-AMG GT4, den sich Stefan Karg, Aurel Schoeller und Adam Christodoulou teilten, musste das Saisonfinale nach einem Unfall kurz vor Rennende vorzeitig beenden. Bis dahin war das Fahrertrio fantastisch unterwegs und meist im Bereich der Top-15 des Gesamtklassements platziert. Bei den Produktionswagen traten Christoph Hoffmann, Charles Oakes und Alexander Böhm mit einem Porsche Cayman (#448) an und beendeten das Rennen als Sechste in der stark besetzten Klasse V5. Alexander Akimenkov, Axel König, Fidel Leib und Vasilii Selivanov erlebten einen ereignisreichen VLN-Tag am Steuer des Porsche 911 Carrera (#420). Das Auto beendete das Rennen nach insgesamt drei unverschuldeten Unfällen und den damit verbundenen Reparaturpausen außerhalb der Wertung.

Bestes Mercedes-AMG-Ergebnis der Saison
Beim letzten Saisonrennen qualifizierte sich der Black Falcon -Mercedes-AMG GT3 nach einem schwierigen und vom Wetter bestimmten Zeittraining für Startposition neun. Den Rennstart übernahm Hubert Haupt, der mit der nassen Strecke hervorragend zurechtkam und innerhalb der ersten Runden in die Top-5 vorfahren konnte. Nach einem Reifenwechsel auf Slicks arbeitete er sich weiter nach vorne und übernahm schließlich die Führung. Nach einem fantastischen Stint übergab Haupt das Auto an Engel, der sich ein rundenlanges Duell mit dem Zweitplatzierten lieferte und sich keinen Fehler erlaubte. Für die letzten Runden der Saison stieg Johansson ins Auto. Der junge Schwede kam -bedingt durch die Mindeststandzeit beim Boxenstopp- als Zweiter zurück auf die Strecke und zeigte eine herausragende Performance. Er fuhr in seinem Stint genügend Vorsprung heraus, um den zweiten Platz trotz eines notwenigen Splash-and-Dash-Tankstopps eine Runde vor Schluss zu verteidigen. Hubert Haupt, Erik Johansson und Maro Engel durften sich nach einem intensiven Rennen bei erneut schwierigen Witterungsbedingungen über den zweiten Platz freuen und sicherten sich außerdem den Klassensieg in der Klasse SP9 der GT3-Fahrzeuge. Damit erzielte das Trio beim Saisonabschluss das beste VLN-Ergebnis eines Mercedes-AMG GT3 in dieser Saison.

Der Mercedes-AMG GT4 (#52) absolvierte einen weiteren Testeinsatz im Rahmen der VLN. Das Fahrzeug des Mercedes-AMG Testteam Black Falcon startete vom 29. Gesamtplatz ins vierstündige Rennen. Startfahrer Adam Christodoulou kam mit den schwierigen Streckenbedingungen sehr gut zurecht und arbeitete sich schnell in den Bereich der Top-20 vor. Für den mittleren Abschnitt des Rennens übernahm Stefan Karg das Steuer von Christodoulou und knüpfte nahtlos an die hervorragende Performance an. Karg arbeitete sich bis auf Gesamtplatz 16 nach vorne und war bestplatzierter der insgesamt drei Mercedes-AMG GT4-Testfahrzeuge, ehe er für den finalen Stopp die Box ansteuerte und das Auto an Aurel Schoeller übergab. In seiner zweiten Runde wurde Schoeller unverschuldet von einem anderen Teilnehmer getroffen und musste das Auto aufgrund der Beschädigungen in der Box abstellen.

Freud und Leid beim Black Falcon Team TMD Friction
Für Alexander Akimenkov, Axel König, Fidel Leib und Vasilii Selivanov hielt das Saisonfinale einige Höhen und Tiefen bereit. Zunächst sicherte sich das Quartett die schnellste Runde in der Klasse V6, ehe der Porsche 911 Carrera kurz vor Trainingsende einen heftigen Unfall wegstecken musste. Die Black Falcon -Mechaniker tauschten anschließend die gesamte Vorderrad-Aufhängung sowie den Kühler auf der linken Seite, richteten die gesamte Seite mittels Vorschlaghammer und machten das Auto in knapp eineinhalb Stunden wieder einsatzbereit, sodass Fidel Leib dem Feld aus der Boxengasse hinterherstarten konnte. Innerhalb der ersten sieben Runden erkämpfte Leib die Führung in der Klasse und machte darüber hinaus unzählige Plätze im Gesamtklassement gut. Kurz vor dem geplanten Fahrerwechsel musste das Team dann auf den TV-Bildschirmen live mit ansehen, wie das Auto auf einer Ölspur wegrutschte und hart in die Streckenbegrenzung einschlug. Eineinhalb Stunden später war der Porsche nach einer grandiosen Leistung der Black Falcon -Mechaniker -diesmal wurde ein Großteil Hinterachse gewechselt- erneut einsatzbereit und nahm das Rennen wieder auf. In den verbliebenen eineinhalb Stunden Renndistanz wurde das Auto schließlich noch einmal von einem Konkurrenten in die Leitplanke geschoben. Dieser Unfall verursachte keinen größeren Schaden, sodass das Fahrerquartett das Rennen regulär beenden konnte. Aufgrund der langen Reparaturpause erfolgte jedoch keine Wertung.

Der in der Klasse V5 angetretene Porsche Cayman erlebte ein deutlich ruhigeres Rennen. Christoph Hoffmann, Charles Oakes und Alexander Böhm absolvierten die gesamte Distanz fehlerfrei und wurden Sechste in der hart umkämpften Klasse. Startfahrer Oakes ging von Position acht aus ins Rennen und machte während den ersten Rennrunden auf nasser Fahrbahn einige Plätze im Gesamtklassement gut. Nach einem vorgezogenen Stopp inklusive Reifenwechsel auf Slicks absolvierte er einen weiteren Stint und übergab den Wagen an Hoffmann, der einen fehlerfreien Doppelstint absolvierte. Der sechste Platz in der Klasse, den Schlussfahrer Alexander Böhm ins Ziel brachte, sicherte Hoffmann in Kombination mit 12 absolvierten Runden die Nordschleifen-Permit-A. Gemäß den Bestimmungen des DMSB darf der Unternehmer nun Fahrzeuge aller Klassen auf der Nordschleife pilotieren.

„Das war ein turbulentes Ende einer ebenso turbulenten Saison“, so Black Falcon-Geschäftsführer Alexander Böhm nach dem Rennen. „Obwohl wir heute einen Ausfall und mehrere kleinere Ausrutscher zu verzeichnen hatten, gibt es heute noch einiges zu feiern. Der AMG GT3 hatte in dieser Saison sicher nicht die beste Einstufung, dennoch waren wir sowohl beim 24h-Rennen als auch in der VLN erneut bester Mercedes. Bei den Porsche-Fahrzeugen des Team TMD Friction konnten wir ebenfalls mehrere Klassensiege in VLN und 24h-Rennen einfahren. Zudem konnten wir in 2017 erneut viele neue und vielversprechende Fahrer für Black Falcon gewinnen. In 2018 treten wir dann mit mehreren Mercedes-AMG GT3 und GT4-Fahrzeugen, der neuesten Version des Porsche 991 GT3 Cup sowie mindestens drei Porsche-Produktionswagen an. Es zeichnen sich bereits mehrere starke Fahrerpaarungen für VLN und 24h ab, daher freue ich mich schon jetzt auf die neue Saison!“