Die Starterliste ist veröffentlicht

Die Starterliste für das ADAC Zurich 24h-Rennen vom 12. bis 13. Mai auf dem Nürburgring steht fest. 150 Teams haben ihre Nennung abgegeben und stellen sich am Himmelfahrts-Wochenende einer der härtesten Herausforderungen im internationalen Motorsport. Auf der längsten und schönsten Rennstrecke der Welt werden Werksteams und werksunterstützte Mannschaften mit Audi, BMW, Mercedes-AMG und Porsche um den Sieg kämpfen. Allen voran das Audi Sport Team Land, wo die Vorjahressieger Christopher Mies (Düsseldorf) und Kelvin van der Linde (RSA) Verstärkung in Form des amtierenden DTM-Champions René Rast (AUT) erhalten. Als Vierter im Bunde nimmt Kelvins älterer Bruder Sheldon van der Linde (RSA) im Audi mit der Nummer #1 Platz. In der über 30 Fahrzeuge umfassenden Spitzengruppe werden sie es sehr schwer haben mit der Titelverteidigung, denn zu den Herausforderern gehören internationale Top-Piloten ebenso, wie Langstrecken-Stars und altgediente Nordschleifen-Spezialisten. Spannender Motorsport ist aber auch in den weiteren Klassen vorprogrammiert, denn dort vergleichen sich Privatfahrer und weitere Werksteams in den seriennahen und den Cup-Klassen.

Zum engen Kreis der Siegkandidaten dürften in diesem Jahr ein rundes Dutzend Fahrzeuge gehören, in denen die deutschen Premiumhersteller ihre Werkspiloten an den Start schicken. Doch sie erwartet nicht nur aus den Reihen der eigenen Marken harte Konkurrenz, sondern auch von anderen ambitionierten Einsätzen. Aston Martin, Ferrari, Lamborghini, der bildschöne SCG003C-Sportwagen der Scuderia Glickenhaus: In ihnen allen sitzen exzellente Piloten, die mit der Strecke und ihren Besonderheiten bestens vertraut sind. „Für mich ist der Nürburgring das härteste 24h-Rennen“, fasst deshalb auch DTM-Champion René Rast zusammen, der dem Land-Team bei der Titelverteidigung helfen möchte. „Das 24h-Rennen auf dem Nürburgring ist für mich das schönste und schwierigste Rennen des Jahres – ganz einfach „das“ Saison-Highlight.“ Dem stimmt auch ein anderer DTM-Pilot zu: Daniel Juncadella (ESP) nimmt in einem Mercedes-AMG GT3 des Mann-Filter-Teams Platz. Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre, als das Rennen jeweils in einer immer wieder dramatischen Schlussphase entschieden wurde, sagt er: „Wir wollen unser Bestes geben, um für die letzten zwei, drei Stunden in einer guten Ausgangsposition zu sein. Dann beginnt der echte Kampf und du musst voll angreifen.“ Das heißt: 22 Stunden lang hohe Geschwindigkeit vorlegen, und doch noch Reserven für den Endspurt haben. Sein Teamkollege Edoardo Mortara (SUI) pflichtet bei und betont, dass auf der Nordschleife vor allem eines gilt. „Fahrfehler vermeiden. Wenn dir das gelingt und du halbwegs schnell bist – du musst meiner Meinung nach nicht einmal der Schnellste sein – hast du eine gute Chance, in der Spitzengruppe dabei zu sein.“ Mit ihrem Podiumsplatz beim ADAC Qualifikationsrennen 24h-Rennen Mitte April und dem Sieg für die Markenkollegen Yelmer Buurman (NED), Thomas Jäger (Putzbrunn) und Jan Seyffarth (Leimbach) hat Mercedes-AMG auf jeden Fall seine Ansprüche für dieses Jahr untermauert: den Sieg beim Nordschleifenklassiker.

BMW konzentriert sich, Porsche greift an
Den Sieg wollen aber auch andere unbedingt einfahren: BMW zum Beispiel, die mit den BMW M6 GT3 des Rowe Teams zwar nur zwei Werksfahrerteams ins Rennen entsendet. Doch die haben es in sich. Nicky Catsburg (NED) und Martin Tomczyk (Kolbermoor) belegten im 24h-Qualirennen nach einem sehr spannenden Finale den zweiten Rang. Nun brennt die Mannschaft, zu der unter anderem auch der Vorjahressieger Connor De Phillippi (USA) hinzugestoßen ist, auf das „Rückspiel“ beim 24h-Rennen. Eine deutlich größere Equipe schickt dagegen Porsche an den Nürburgring. „Wir haben fünf Teams, die insgesamt acht 911 GT3-R einsetzen, die theoretisch alle um den Gesamtsieg mitfahren können“, beschreibt Richard Lietz (AUT). Er sitzt in einem der beiden Manthey-Porsche, die mit den Startnummern #911 und #912 antreten werden. Acht exzellente Langstreckenpiloten teilen sich die Cockpitarbeit im Rekordsiegerteam des 24h-Rennens. „Das Rennen ist ein großer Auftritt für uns, denn die Nordschleife hat Tradition im Hause Porsche“, sagt Lietz. Nicht nur in der Klasse der Gesamtsiegkandidaten werden die Zuffenhausener Sportwagen stark vertreten sein. Lietz: „Insgesamt rund 40 Porsche sind 2018 am Start. Wir Fahrer sind deshalb alle hochmotiviert, und es wäre schön, wenn wir mit dem sechsten Gesamtsieg für Manthey einen neuen 24h-Rekord aufstellen könnten. Aber das wird sehr schwer. Es wird mit Sicherheit ein spannendes Rennen.“

20 verschiedene Marken am Start
Die Fans dürfen sich aber nicht nur auf einen spannenden Kampf um den Gesamtsieg freuen. Denn auch wenn das Starterfeld in diesem Jahr etwas kleiner ausfällt als im Vorjahr, stimmt die sportliche Klasse. So ist die seriennahe SP3-Klasse etwa stark besetzt – in ihr starten 14 Fahrzeuge. Noch etwas stärker wird das Feld der BMW 235i Racing sein, wo 15 Teams antreten. Auch die GT4-Klasse, in der gewissermaßen die seriennahe Verwandtschaft der GT3 in der Topkategorie unterwegs sind, ist gut bestückt. Diesen Fahrzeugtyp entdecken immer mehr Hersteller als Betätigungsfeld für ihre Kundensportprogramme, und entsprechend sind neben den „altbekannten“ Porsche Cayman hier auch Audi R8 LMS GT4, BMW M4 oder Mercedes-AMG GT4 zu finden. Als ebenso zukunftsträchtig gilt die TCR-Klasse, in der mit neun Teilnehmern das Feld ebenfalls Zuwachs bekommen hat. Hier tritt unter anderem das Werksteam von Hyundai an, um den prestigeträchtigen Nordschleifensieg zu holen. In anderen Klassen konkurrieren Werksmannschaften von Subaru und Toyota: Auch dies ein Indiz für das Prestige, das mit dem 24h-Rennen verbunden ist. Insgesamt sind 20 unterschiedliche Marken am Start, die das Rennen auch 2018 zu einer vielfältigen, bunten und spannenden Angelegenheit machen.

Mathol: Ein guter Test für das 24h-Rennen

[Teaminfo] Eine gute Leistung bot Mathol Racing beim letzten Test vor dem ADAC Zurich 24h-Rennen auf dem Nürburgring. Das Team aus Diez brachte beim 24h-Qualifikationsrennen drei Fahrzeuge an den Start. Letztlich überquerte nur ein Auto nach sechs Stunden die Ziellinie. Trotzdem überwog der positive Eindruck bei der Generalprobe. Teamchef Matthias Holle: „Wir haben wichtige Erkenntnisse für das 24h-Rennen im Mai gesammelt. Zudem hat der neue Mercedes AMG GT4 ein beeindruckendes Renndebüt abgeliefert. Unser Team hat wieder eine starke Vorstellung gezeigt.“

In der Klasse SP10 der GT4-Fahrzeuge war erstmals der neue Mercedes AMG GT4 am Start. Hinter dem Steuer lösten sich Christian Stingu, Domenico Solombrino, Thomas Heinrich und Jochen Herbst ab. Im Training fuhr das Quartett auf Rang vier in der Klasse, Nach einem über weite Strecken völlig problemlosen Rennen belegte der Mathol-Mercedes Platz fünf in der Klasse. Matthias Holle: „Ein ermutigender Auftakt mit dem neuen Auto. Die gefahrenen Rundenzeiten waren auf Anhieb gut und die Zuverlässigkeit hat auch gestimmt. Dazu haben die Piloten keinen Fehler gemacht.“

Weiterhin waren zwei BMW M235i Racing Cup am Start. Das erste Auto pilotierten Stephan Waldhausen, Michael Imholz und Daniel Schwerfeld. Nach Platz fünf im Training in der 14 Fahrzeuge großen Klasse des Markenpokal kam im Rennen früh das Aus. In der dritten Runde rutschte der BMW auf einer Ölspur aus und hatte Kontakt mit der Leitplanke. Dabei wurde der Spurstangenkopf abgerissen und es gab keine Möglichkeit, sich in die Box zu retten. „Das war einfach nur Pech“, so Matthias Holle.

Der zweite BMW kam deutlich weiter, aber auch nicht ins Ziel. Die Italiener Edoardo Buganè, Francesco Buganè und Nelson Merlini hatten mit dem BMW eine starke Leistung gezeigt und mit konstant schnellen Runden eine gute Platzierung inne, als in der letzten Runde im Karussell eine neuwertige Antriebswelle abscherte. Matthias Holle: „Schade, es wäre ein gutes Ergebnis geworden. Trotzdem können wir mit dem Renntag zufrieden sein, denn wir haben wertvolle Ergebnisse gesammelt.“

Bonk: Zurück in der Erfolgsspur

[Teaminfo] „Wir sind mit beiden gestarteten Autos ins Ziel gekommen. Die TCR-Klasse haben wir gewonnen und mit dem BMW M235i Racing Cup sind wir auf Platz zwei gefahren“, freute sich Teamchef Michael Bonk nach dem 24h-Qualifiaktionsrennen. Den Audi RS3 LMS TCR hatten Hermann Bock, Rainer Partl und Max Partl gefahren, im Cup-BMW waren Michael Schrey, Florian Naumann und Michael Fischer unterwegs. „Nach den letzten Misserfolgen in der VLN Langstreckenmeisterschaft war das ein Erfolgserlebnis zur rechten Zeit. Und natürlich eine gelungene Generalprobe für das 24h-Rennen“, so Bonk weiter.

Der Audi RS3 LMS TCR von Bock/Partl/Partl stand mit einer guten Trainingszeit von 9.20,629 Minuten auf der längeren 24h-Streckenvariante auf Platz drei in der Klasse, Im Rennen hatte das Team ein wenig Pech, als zur Halbzeit der Frontsplitter repariert werden musste. Der Aufenthalt kostete zwei Runden. Aber anschließend führ das Team die letzten drei Stunden auf Angriff und hatte am Ende der 6-Stunden-Distanz die Nase vorn. Bonk: „Ein tolles Ergebnis. Schließlich haben wir nach dem Unfall beim letzten VLN-Rennen die komplette Woche repariert und sind erst kurz vor dem ersten Training fertig geworden.“

Der Bonk-BMW stand nach dem Training in der stark besetzten Markenpokal-Klasse auf Starposition zwei. Im Rennen lag das Trio von Beginn an in der Spitzengruppe. Schrey: „Die Kämpfe auf der Strecke haben wieder viel Spaß gemacht.“ Im Ziel reichte es dann nur zum zweiten Platz. Bonk: „Schade, aber an diesem Tag war ein anderes Team schneller. Wichtiger war es, dass der BMW problemlos über die Distanz gekommen ist. Wir haben die Fehler der ersten beiden VLN-Rennen gefunden und hoffentlich endgültig eliminiert.“

Das ist neu beim 24h-Rennen 2018

Typisch 24h-Rennen: Jedes Jahr lassen sich die Organisatoren Neuerungen einfallen, die das Event noch attraktive, noch spannender oder noch cooler für Zuschauer machen. Auch 2018 gibt es jede Menge Neuigkeiten. Einige sind dabei im Prinzip simpel, bringen aber trotzdem einen großen Fortschritt. Hier einige dieser Fortschritte, die es beim Mega-Event in diesem Jahr gibt

Wer ist wie fix? Top-Speed-Messung auf der Nordschleife
Die Installation von Zwischenzeit-Messpunkten war vor einigen Jahren ein großer Fortschritt für das Geschehen auf der Nordschleife. Schließlich ist seitdem für Teams und Fans transparenter, welches Fahrzeug in welchem Abschnitt Zeit gewinnt oder liegen lässt. Diese Messung ist nun noch einmal präzisiert worden: Einige Meter vor den Messunkten sind neue Speedschleifen installiert worden. Damit gibt es an diesen Punkten nun auch Topspeed-Messungen. Für das 24h-Rennen außerdem geplant: Eine weitere Messung am Ende der Döttinger Höhe. Was simpel klingt, bedeutet auf der 25-km-Nordschleife technisch einen Kraftakt – und dient auch einem sehr wichtigen Zweck: Die Daten werden bei der Festlegung der Balance of Performance benötigt, bei der die Datenanalyse auf immer mehr Einzelwerte bezogen werden kann.

Wer dreht denn da am Rad? Fahrer-ID
Auch diese Innovation klingt simpel, ist aber ein Riesenakt in einem Feld mit rund 600 Piloten: Ab 2018 ist ein zusätzlicher Transponder im Fahrzeug vorgeschrieben, der die Fahrer-ID des gerade aktiven Piloten überträgt. Das Team drückt dazu beim Fahrerwechsel einen kleinen Knopf im Cockpit, der das Signal entsprechend auf den korrekten Fahrer ändert. Diese Fahrer-ID wird danach bei jeder Zieldurchfahrt von der Zeitnahme erfasst. Das macht nicht nur das Zeitentableau viel transparenter. Es wird in Zukunft auch helfen, Mindestpausenzeiten und Einsatznachweise zu erfassen.

Im Dienste der Fairness: Technische Kommissare nutzen Messplatte
Rennphysik, 1. Semester: Der Abstand zwischen dem Fahrzeugunterboden und der Strecke, kann unter Umständen für den Verlust oder Gewinn von Sekunden im Rennen entscheidend sein, sorgt ein möglichst kleiner Abstand der Bodenplatte zum Untergrund doch durch den entstehenden Unterdruck dafür, dass ein Fahrzeug bessere Bodenhaftung hat. Auch beim 24h-Rennen gibt es strikte Vorgaben zur Bodenfreiheit, sie muss mindestens 70 mm betragen. Ab diesem Jahr wird zur Kontrolle eine besonders ebene Messplatte aus Stahl genutzt, die in einer Box zu Beginn der Boxengasse installiert wurde. Dort werden die teilnehmenden GT3 abgestellt und anschließend eine genormte Rolle unter dem Boden bewegt, um den Abstand zu messen. In Zweifelsfällen muss der Reifendruck auf exakt 1,8 bar eingestellt werden. Ebenfalls gemessen wird übrigens der Rake, also die Schrägstellung des Unterbodens, der einen bestimmten Winkel nicht überschreiten darf. Geprüft wird bei der technischen Abnahme und stichprobenartig auch während des laufenden Rennens.

Startaufstellung: Hommage an den Langstreckenklassiker
Die Generalprobe fand bereits statt: Das 24h-Rennen bekommt eine neue Startaufstellung. Bereits beim 24h-Qualirennen standen die ersten 30 Fahrzeuge nicht versetzt nebeneinander, sondern einzeln aufgereiht schräg zur Fahrtrichtung entlang der Start-Ziel-Gerade. Ein besondere Bild und Anlass für einen Gänsehautmoment – insbesondere, wenn im kurzen Moment der Ruhe während der Nationalhymne der ganze Nürburgring noch einmal den Atem anhält, bevor es 24 Stunden lang um Sekt oder Selters geht. Die Startaufstellung wurde dem großen Langstreckenklassiker von Le Mans entlehnt und ist eine kleine Verbeugung des deutschen 24h-Rennens an die französische Sportwagen-Legende. Auch anderswo ist diese Form übrigens schon lange bekannt. „Ich kenne diese Art von Start schon aus Amerika und freue mich umso mehr, dass er am Nürburgring jetzt auch so toll zelebriert wird“, findet etwa BMW-Pilot Martin Tomczyk.

Riesig, das Panorama: Riesenrad als Blickfang im Fahrerlager
Auch für die Fans gibt es einige schöne Neuerungen beim 24h-Rennen, die die Tage am Ring noch ereignisreicher und spannender machen. Diesmal lockt das Grand-Prix-Fahrerlager mit neuen Attraktionen. Am auffäligsten: das Ravenol-Riesenrad, das als echter Blickfang von weither sichtbar sein wird – und den Blick auf ein großartiges Eifel- und Nordschleifenpanorama ermöglicht. 4 Euro kostet eine Fahrt – und die lohnt sich ganz gewiss! Gleich nebenan findet sich übrigens eine weitere Neuerung: Der Audi Sport Campus mit vielen weiteren Angeboten für Fans der Marke mit den vier Ringen.

Klasse, die Klasse: KTM X-Bow beim 24h-Rennen
Auch eine neue Fahrzeugklasse ist beim 24h-Rennen zugelassen, die das Geschehen im Mittelfeld kräftig anheizt: Es sind die von einem Zweiliter-TFSI-Motor von Audi angetriebenen KTM X-Bow, für die in der VLN sogar ein eigener Cup stattfindet. Zwei der Neulinge beim 24h-Rennen werden mit prominenter Besetzung antreten: Audi-Stammpilotin und Ex-DTM-Fahrerin Rahel Frey spannt mit Lena Strycek (Tochter von Opel-Sportchef Volker) sowie den beiden erfahrenen Pilotinnen Laura Kraihamer und Naomi Schiff zusammen. In einem weiteren dieser „Miniatur-Sportwagen“ drehen mit Volker Strycek sowie den beiden Brüdern Ferdinand und Johannes Stuck nicht minder bekannte Piloten am Lenkrad, die Nordschleifen-Routinier Max Friedhoff zum Quartett ergänzt. Lena Strycek beschreibt das neue Auto: „Es ist großartig, sehr schnell und macht unheimlich viel Spaß. Die Team-Konstellation ist natürlich auch besonders und wir freuen uns alle vier auf die Herausforderung, die vor uns liegt!“

Wolfgang Land: „Heute denke ich gerne an diese zwei Stunden zurück“

Es waren die „verrücktesten zwei Stunden“ seiner Motorsport-Karriere, in denen Wolfgang Land und sein Team beim ADAC Zurich 24h-Rennen 2017 vom Himmel in die Hölle und wieder zurück gerast sind. „Heute denke ich sehr gerne daran zurück, denn im Nachhinein weiß ich ja, dass es gut ausgegangen ist“, sagt der 65 Jahre alte Teamgründer und -chef. Nach dem lang ersehnten ersten Gesamtsieg von Land-Motorsport wird das Team in diesem Jahr mit der Startnummer 1 in die 46. Auflage des ADAC Zurich 24h Rennens (10. bis 13. Mai) gehen.

Nach 22 Renn-Stunden war das Quartett von Land-Motorsport im vorigen Jahr ungefährdeter Spitzenreiter beim Eifel-Marathon, als ein defekter Sensor am Audi R8 LMS mit der Nummer 29 den greifbar nahen Sieg scheinbar wieder einmal platzen ließ. Zu allem Überfluss ging dann auch noch der letzte Boxenstopp richtig schief, als Kelvin van der Linde (Südafrika) nach einem Missverständnis zu früh wieder losfahren wollte. „Der Tank war aber noch nicht voll, und wir mussten das Auto wieder zur Zapfsäule zurückschieben“, erinnert sich Land, früher einst selbst als zweimaliger Gesamtsieger im Porsche Carrera Cup erfolgreicher Rennfahrer.

„Regen, Regen, Regen!“
Aber dann kehrte plötzlich das Glück zurück. „Aus jeder Ecke der Box schrie plötzlich jemand: Regen, Regen, Regen!“, beschreibt Land die turbulenten Sekunden: „Das konnte man auf Fernsehbildern vom Pflanzgarten oder Brünnchen sehen. Aber alle Team-Mitglieder waren zu diesem Zeitpunkt ja mit dem Auto beschäftigt gewesen.“ Nachdem sich dann die Renningenieure auch noch einmal die Monitore angeschaut hatten, kam es zur letztlich goldrichtigen Entscheidung, die Wolfgang Land als Entscheidung des ganzen Teams bezeichnet: Van der Linde wurde mit Regenreifen als Dritter wieder auf die Strecke geschickt. Damit begann ein wahrer Triumphzug: auf der stellenweise komplett überfluteten Nordschleife holte er tatsächlich den vor ihm „schwimmenden“ Rowe-BMW und den führenden WRT-Audi wieder ein, die beide noch auf Slicks unterwegs waren. Gemeinsam mit dem Amerikaner Connor De Phillippi sowie Christopher Mies und Markus Winkelhock kletterten van der Linde und Teamchef Land bei der Siegerehrung schließlich auf das oberste Podest.

„Danach ging es Schlag auf Schlag: erst die offizielle Ehrung in der Bitburger-Stube, danach ein überwältigender Empfang in der Audi-Hospitality“, erzählt Land, der beim Feiern allerdings frühzeitig vom Gas ging: „Nach so intensiven 30 Stunden am Stück trinkt man zwei Bier und sackt dann innerlich irgendwie zusammen. Die Jungs haben aber zum Teil bis morgens um sechs durchgehalten.“

Weltweite Aufmerksamkeit für den Nordschleifen-Thriller
Der Bekanntheitsgrad des Teams ist durch diesen Erfolg schlagartig gestiegen. „Einer der ersten Gratulanten war Toto Wolf, der früher einmal bei uns gefahren war. Dass ein Mercedes-Motorsportchef das so wahrnimmt, hat mich riesig stolz gemacht. Und dass das halbe Formel-1-Fahrerlager in Monaco vor den Fernsehern dieses Rennen verfolgt hat, zeigt den besonderen Stellenwert des 24h-Rennens. Für den GT3-Sport ist es so wichtig wie Le Mans für die Prototypen. Und bei unseren anschließenden Renn-Auftritten in den USA habe ich erst gemerkt, wie viele Leute auch in Amerika dieses Rennen verfolgen.“

„Wir wollen die Nummer 1 behalten“
Für 2018 ist die Vorgabe nach dem Erfolg aus dem letzten Jahr klar. „Wir wollen natürlich die Nummer 1 behalten, aber dafür müssen wir noch mehr arbeiten. Wenn man nur ein halbes Prozent nachlässt, wird man bestenfalls Zweiter werden. Wir haben gezeigt, dass wir einen guten Job machen können, aber man muss noch akribischer daran arbeiten, dass keine Fehler passieren, auch wenn das eigentlich nie möglich ist, wenn ein Team 30 Stunden am Stück unter höchster Anspannung arbeitet. Selbst kleinste Fehler dürfen die Performance nicht beeinträchtigen“, sagt der Teamchef. Der Druck, den sich der Rennstall auch selbst für ein 24h-Rennen macht, hat sich durch den Sieg im vorigen Jahr nicht geändert. Die Erwartungshaltung ist nicht neu, aber man wird auch nach dem Erfolg auf keinen Fall nachlassen.

Guter Saisonauftakt
Mit dem Auftritt beim 1. VLN-Lauf war Land mit Blick auf das große Ziel im Mai recht zufrieden. „Wir waren bis eine Runde vor Schluss der schnellste Audi“, sagt Land über den vierten Platz, den Mies und van der Linde gemeinsam mit dessen jüngeren Bruder Sheldon herausgefahren hatten. Nicht ganz glücklich ist Wolfgang Land allerdings über die Aufstellung für das 24h-Rennen, bei dem sein Team anders als im vorigen Jahr nur mit einem Audi R8 LMS am Start sein wird. „Wir hätten gerne wieder zwei Autos eingesetzt, um eine Risikoverteilung zu haben“, sagt Land: „Aber Audi hat sich leider für ein anderes Modell entschieden.“ Die Ingolstädter setzen in diesem Jahr auf vier werksunterstützte Rennställe mit jeweils einem Auto.

Motorsport-Supershow am langen Wochenende

Das ADAC Zurich 24h-Rennen ist auch in diesem Jahr die Vollversammlung der Langstreckenasse und Motorsportstars. Rund zwei Dutzend Fahrzeuge im Feld der rund 160 Starter werden vom 12. bis 13. Mai auf dem Nürburgring als Gesamtsiegkandidaten um den prestigeträchtigsten Sieg im deutschen Langstreckensport kämpfen. Sportwagen-Weltmeister und DTM-Champions, ausgewiesene Nordschleifen-Spezialisten, Ex-Formel-1-Piloten und Le-Mans-Sieger wechseln sich durch Tag und Nacht am Steuer der bulligen GT-Rennwagen ab. Sie kämpfen nicht nur untereinander und gegen die Tücken der längsten, schönsten und anspruchsvollsten Rennstrecke der Welt. Denn im dichten Getümmel sind zahlreiche Klassensiege auszufahren, um die mindestens genauso erbittert gekämpft wird. Tourenwagen-Zwerge, seriennahe Cup-Fahrzeuge, hochgezüchtete Turbo-GTs fahren ebenfalls mit und machen das Rennen zu einem faszinierenden Sport-Highlight.

Und die Vier-Tages-Show, die bereits am Himmelfahrtstag (10. Mai) beginnt, hat noch weit mehr zu bieten. An erster Stelle die Läufe zum FIA-Tourenwagen-Weltcup (FIA WTCR) – den einzigen Meisterschaftsläufen eines FIA-Prädikats auf der legendären Nordschleife. Bereits donnerstags gibt es Lauf 1, Nummer 2 und 3 folgen samstags unmittelbar vor dem Start der 24h. Ein riesiges Rahmenprogramm mit viel Motorsport erwartet die gut 200.000 Fans – Falken-Driftshow, Demoläufe, Racing mit Audi R8, Old- und Youngtimern und vieles mehr sind zu bestaunen. Zahlreichen weitere Highlights gibt es in der Fan-Arena oder auf der Fan-Meile zu entdecken. Im Fahrerlager lockt erstmals sogar ein Riesenrad zur Panoramafahrt. Der traditionelle Startschuss erfolgt mittwochs in der nahen Motorsport-Stadt Adenau mit dem „Racing Day“.

Die Favoriten kämpfen auf Augenhöhe
Die Bewerberliste auf die Krone des deutschen Langstreckensports ist lang: Werksteams und werksunterstützte Mannschaften von Aston Martin, Audi, BWM, Mercedes-AMG und Porsche bringen ihre GT3-Boliden mit diesem Ziel an den Start. Privatteams auf Ferrari und Lamborghini oder auch der spektakuläre SCG003C-Sportwagen der Scuderia Glickenhaus wollen alles tun, um genau das zu vereiteln. Und sie sind dabei alles andere als chancenlos. Im vergangenen Jahr holte Glickenhaus die Pole beim 24h-Rennen und damit erstmals selbst die vom Teameigner James Glickenhaus vor einigen Jahren gestiftete „Glickenhaus Trophy“ für den schnellsten Nordschleifenpiloten des Jahres. Und bis auf Lamborghini schaffte es beim finalen Test – dem 24h-Qualifikationsrennen Mitte April – alle diese Fabrikate in die Top 10 des finalen Klassements. Im Ziel war es aber der Mercedes-AMG GT 3 von Black Falcon mit Yelmer Buurman, Thomas Jäger und Jan Seyffarth, der sich gegen den Rowe-BMW M6 GT3 von Martin Tomczyk und Nicky Catsburg durchsetzte. Vorausgegangen war ein harter Kampf um die Plätze, bei dem die Piloten trotz des Testcharakters der Veranstaltung alles gaben. 2,158 Sekunden trennten die beiden ersten nach einem 1.040-km-Sprint über sechs Stunden, die Verfolger lagen dichtauf: ein Vorbote für einen extrem spannenden Fight auch beim 24h-Rennen

Wo es die Champions hinzieht
Dass sich beim 24h-Rennen die Weltstars des Motorsports treffen, liegt nicht nur daran, dass sie im Werksauftrag in die Cockpits klettern. Viele von Ihnen brennen regelrecht darauf, sich auf der schwierigsten Rennstrecke der Welt mit den Besten ihrer Zunft zu messen. „Das 24h-Rennen am Nürburgring ist viel komplizierter als Le Mans“, sagt es der Franzose Romain Dumas (Porsche). „Die Strecke ist wesentlich anspruchsvoller, es sind viel mehr Autos auf der Strecke und das Wetter ist auch immer ein Faktor. Auf 25 km sind hier sämtliche Wetterbedingungen möglich, worauf man jederzeit vorbereitet sein muss. Die 24h am Nürburgring machen definitiv mehr Spaß als Le Mans.“ Und auch DTM-Champion Rene Rast (Audi) schwärmt: „Die Strecke ist unvergleichlich. Die ist für jeden Fahrer eine große Herausforderung.“ Und er mag den Einsatz nicht nur deshalb. „Die Fans sind wirkliche Motorsportfans, die dort Tag und Nacht campen und ihre Würstchen grillen.“ Er steht zudem vor einer zusätzlichen Herausforderung, startet er doch mit Wildcard im Feld der FIA-WTCR. „Fantastisch, im Tourenwagen auf die besten Piloten der Welt zu treffen“, blickt er voraus und verweist auf die Qualität im WTCR-Starterfeld: „Ich freue mich, bei meinem Heimrennen gegen vier Weltmeister und viele weitere Titelgewinner anzutreten.“

Top-30: Die Hälfte der Plätze ist belegt

Drei Rennen lang haben die Teams bereits um die begehrten Plätze im Top-30-Qualifying gekämpft. Das Reglement des 24h-Rennens erlaubt den jeweils ersten vier Teams der VLN-Zeittrainings sowie den zehn Trainingsschnellsten und den fünf Besten im 24h-Qualifikationsrennen den Direkteinzug. Doch traditionell werden nicht alle theoretisch möglichen Startplätze belegt: In diesem Jahr sind es 15 Fahrzeuge, die bereits vor Beginn des 24h-Rennens als Teilnehmer des Einzelzeitfahrens um die 24h-Pole feststehen.

Hier der Stand der qualifizierten Teams vor dem 24h-Rennen:

Qualifiziert beim Zeittraining VLN 1
1#911Manthey RacingLaurens VanthoorPorsche 911 GT3 RSP9
2#22WochenspiegelJochen KrumbachFerrari 488 GT3SP9
3#102WalkenhorstChristian KrognesBMW M6 GT3SP9
4#47Mercedes AMG HTPDominik BaumannMercedes-AMG GT3SP9
Qualifiziert beim Zeittraining VLN 2
5#912Manthey RacingPatrick PiletPorsche 911 GT3 RSP9
6#4Mercedes AMG HTPDirk MüllerMercedes-AMG GT3SP9
7#48Mercedes AMG HTPMaximilian GötzMercedes-AMG GT3SP9
8Nicht vergeben
Qualifiziert beim Zeittraining 24h-Qualirennen
9#31Frikadelli RacingNorbert SiedlerPorsche 911 GT3 RSP9
10#7Aston Martin RacingNicky ThiimAston Martin GT3SP9
11#5Mercedes AMG Black FalconYelmer BuurmanMercedes-AMG GT3SP9
12#99Rowe RacingMartin TomczykBMW M6 GT3SP9
13#705Scuderia GlickenhausAndreas SimonsenSCG 003CSP-X
14#44Falken MotorsportsSven MüllerPorsche 911 GT3 RSP9
15#8Audi Sport WRTRobin FrijnsAudi R8 LMSSP9
16#98Rowe RacingNicky CatsburgBMW M6 GT3SP9
17Nicht vergeben
18Nicht vergeben
Qualifiziert beim Rennen 24h-Qualirennen *
19Nicht vergeben
20Nicht vergeben
21Nicht vergeben
22Nicht vergeben
23Nicht vergeben

 

*): Die nicht vergebenen Plätze bleiben frei – das 24h-Reglement sieht kein Nachrücken vor, wenn etwa der Trainings-Vierte eines VLN-Laufs bereits qualifiziert war. Dann wird der zu vergebende Top-30-Platz also nicht etwa an den Fünftplatzierten vergeben, sondern erst beim 24h-Rennen besetzt. Dort zählt dann das kombinierte Ergebnis aus Quali 1 und Quali 2, und die noch freien Top-30-Plätze werden in der Reihenfolge dieser Liste besetzt.

Black Falcon: Sieg bei der Generalprobe

[Teaminfo] Bei der Generalprobe zum ADAC Zurich 24h-Rennen auf dem Nürburgring sicherten sich Yelmer Buurman, Jan Seyffarth und Thomas Jäger im Mercedes-AMG GT3 (#5) des Mercedes-AMG Team Black Falcon nach sechs spannenden Rennstunden den Gesamtsieg. Zwei weitere AMG GT3 aus dem Hause Black Falcon kamen in den Top-10 ins Ziel. In der Klasse V6 erzielten Stephan Köhler, Axel König, Norbert Schneider und Alexander Böhm im Porsche 911 Carrera einen Klassensieg für das Black Falcon Team TMD Friction.

Black Falcon war beim Prolog zum 24h-Rennen unter anderem mit drei Mercedes-AMG GT3 am Start. Neben den Gesamtsiegern Yelmer Buurman, Jan Seyffarth und Thomas Jäger traten Adam Christodoulou, Maro Engel und Manuel Metzger im Auto mit der Startnummer 4 an. Die beiden AMG des Mercedes-AMG Team Black Falcon zählten während des gesamten Wochenendes zu den schnellsten Fahrzeugen im Feld. Während Buurman, Seyffarth und Jäger nach sechs Stunden den Gesamtsieg davontrugen kamen ihre Teamkollegen mit knapp 50 Sekunden Abstand auf Platz acht ins Ziel. Eine weitere Top 10-Platzierung für Black Falcon sicherten sich Abdulaziz Al Faisal, Hubert Haupt, Erik Johansson und Gabriele Piana im Auto mit der Startnummer 6. Das Fahrerquartett zeigte eine hervorragende Leistung und ließ mit Gesamtrang 10 gleich mehrere werksunterstütze Fahrzeuge hinter sich.

Für das Black Falcon Team Identica gingen Carlos Gomez, Stefan Karg, Moritz Oberheim und Fidel Leib im Mercedes-AMG GT4 (#66) an den Start. Nach technischen Problemen im Qualifying startete das Fahrzeug vom Ende der ersten Startgruppe. Gleich zu Beginn begann das Team eine packende Aufholjagd und eroberte zwischenzeitlich die Führung in der Klasse SP10. Eine Kollision gegen Rennmitte bescherte der Mannschaft einige Minuten Zeitverlust, am Ende überquerte der Mercedes-AMG GT4 die Ziellinie auf Klassenrang vier.

Das Black Falcon Team TMD Friction schickte derweil zwei Porsche-Fahrzeuge ins Rennen. Der Porsche 911 GT3 CUP MRII (#64) von Saud Al Faisal und Jürgen Bleul war nach einem Unfall im Qualifying in der Kürze der Zeit nicht reparabel und musste das Wochenende frühzeitig beenden. Für Stephan Köhler, Axel König, Norbert Schneider und Alexander Böhm lief es derweil deutlich besser: Von Startplatz eins der Klasse gestartet absolvierten die vier Piloten ein fehlerfreies Rennen und sicherten sich mit großem Vorsprung den Sieg in der Klasse V6.

Nach der erfolgreichen Generalprobe ist die gesamte Black Falcon – Mannschaft nun auf das 24h-Rennen auf dem Nürburgring fokussiert. Das Saison-Highlight findet vom 10. bis 13. Mai statt und wird weltweit mit großer Spannung erwartet.

Sorg: Doppelsieg und zweimal Podium

[Teaminfo] Sieben Autos am Start, ein Doppelsieg und jeweils ein zweiter, dritter und vierter Rang sowie keine Schrammen an den Fahrzeugen: Das 24hQualifikationsrennen auf dem Nürburgring, welches über eine Distanz von 6 Stunden führte, hätte für Securtal Sorg Rennsport nicht besser verlaufen können. „Dieses Ergebnis hatten wir uns natürlich erhofft“, sagte Benjamin Sorg. „Aber das es dann wirklich so reibungslos und perfekt lief ist ein unglaublich schönes Gefühl. Das ganze Team hat einen Riesenjob abgeliefert.“

Bei den Produktionswagen bis 2500 ccm (Klasse V4) freute sich die Wuppertaler Mannschaft über einen ungefährdeten Start-Ziel-Doppelsieg sowie die schnellste Rennrunde. Die Cousins Kevin und Cedric Totz (beide Brakel), Heiko Eichenberg (Fritzlar) und Torsten Kratz (A-Pellendorf) nutzten ihre Klassen-Pole Position und übernahmen direkt die Führung. Diese sollte das Quartett am Steuer des Eibach-BMW 325i bis ins Ziel auch nicht mehr abgeben.

Die Teamkollegen Oliver Frisse (Ruthen), Christian Andreas Franz (Birkenfeld), Yannick Mettler (CH-Zürich) und Emir Asari (I-Mailand) hatten im Schaltwerk Bikes-BMW 325i Coupé nach sechs Stunden Fahrzeit nur 1.33,338 Minuten Rückstand. In 10.17,716 drehte Franz darüber hinaus die schnellste Rundenzeit der Klasse. Der Drittplatzierte hatte bereits mehr als eine Runde Rückstand.

In der Klasse V6 für Produktionswagen bis 3500 ccm lenkten Ugo Vicenci (IGorgonzola), Alberto Carobbio (I-Bergamo), Björn Simon (Weilerswist) und Philipp Hagnauer (CH-Basel) den BGStechnic-Porsche Cayman auf den zweiten Platz.

Für eine faustdicke Überraschung sorgten im BMW M235i Racing Cup die vier US-Amerikaner James Clay, Tyler Cooke, Charlie Postins und Cameron Evans. Im Feld der 14 Fahrzeuge fuhren Clay/Cooke als Dritte aufs Podium, Postins/Evans folgten als Vierte. Beim 24h-Rennen Mitte Mai werden sich die Vier ein Cockpit teilen. Daniel Sorg war hellauf begeistert: „Alle Vier haben noch nicht so viele Erfahrungen auf der Nordschleife sammeln können. Ihre Rundenzeiten und Leistungen heute waren ausgezeichnet. Das lässt sehr für die 24 Stunden hoffen.“

Nach mehreren Starts in der Einsteigerserie RCN bestritten Vater Ulrich Clemm und seine Söhne Dominik und Nicolas (alle Aufkirchen) sowie Florian Jung (München) ihr erstes Nordschleifen-Rennen. Um möglichst viele Rennkilometer zu sammeln, lenkten alle Vier sowohl den Gerri-BMW M235i als auch den fruit2go-BMW M235i. Beide Fahrzeuge sahen innerhalb von rund sechs Minuten das Ziel und landeten auf den Plätzen acht und neun.

Apropos RCN: Am Vortag startete Deutschlands älteste Rundstreckenserie auf dem Eifelkurs in die neue Saison. Securtal Sorg Rennsport schickte fünf Fahrzeuge mit zahlreichen Motorsport-Neueinsteigern ins Rennen. „Auch hier gab es ordentliche Leistungen und keine Schramme an den Autos“, freute sich Daniel Sorg.

Jetzt hat der Wuppertaler Erfolgsrennstall knapp drei Wochen Zeit, ehe im Fahrerlager der Stellplatz für das ADAC 24h-Rennen bezogen wird. Das Saisonhighlight steht vom 10. bis 13. Mai auf dem Programm.

Hyundai: Erfolgreiche Abstimmungsarbeiten

[Teaminfo] Hyundai setzte mit dem i30 N TCR seinen erfolgreichen Saisonstart auf der legendären Nürburgring-Nordschleife fort. Beim Qualifikationsrennen für das ADAC Zurich 24h-Rennen (10.–13. Mai) holten die beiden Fahrzeuge vom Team „Hyundai Motorsport N“ zwei Podestplätze in ihrer Klasse und stellten dabei einen Rundenrekord auf. Beide von Hyundai Motorsport Customer Racing gebauten Tourenwagen mit dem neu entwickelten Langstrecken-Kit wurden auf die Herausforderungen der „Grünen Hölle“ abgestimmt. Das Kit umfasst ein Renn-ABS, in die Frontschürze integrierte Zusatzscheinwerfer und ein Schnellbetankungssystem.

Der Rennwagen mit der Startnummer 830 wurde von Moritz Oestreich, Jae-Kyun Kim sowie den Journalisten Byung Hui Kang und Guido Naumann gefahren. Nicola Larini, Manuel Lauck, Andreas Gülden und Peter Terting teilten sich als besonders nordschleifenerfahrene Fahrerbesetzung das Cockpit des zweiten i30 N TCR mit der Nummer 831.

Bereits im ersten Zeittraining am Samstagabend zeigten die beiden Hyundai i30 N TCR ihre Leistungsfähigkeit und dominierten die TCR-Klasse. Andreas Gülden gelang mit 9.03,206 Minuten nicht nur die schnellste bisher gefahrene Rundenzeit eines TCR-Fahrzeugs, sondern er stellte eine neue Bestzeit für Autos mit Frontantrieb auf der 25,378 Kilometer langen Gesamtstrecke aus Grand-Prix-Kurs und Nürburgring-Nordschleife auf. Er verpasste dabei nur knapp einen Überraschungsplatz für das Top-30-Qualifying.

Beim 6h-Rennen am Sonntag starteten Terting und Oestreich auf den Hyundai i30 N TCR an der Spitze ihrer Gruppe und kämpften gegen leistungsstärkere GT4-Sportwagen. Dabei wurden das gute Handling und die auf den Geraden wie Döttinger Höhe oder Schwedenkreuz wichtigen hohen Spitzengeschwindigkeiten deutlich. Kleinere technische Probleme warfen beide Autos während des Rennverlaufs zurück. Dennoch sprangen am Ende die Plätze zwei und drei in der TCR-Kategorie heraus. Dem i30 N TCR mit der Startnummer 831 gelang mit 9.05,905 Minuten die schnellste TCR-Rennrunde.

Hyundai Motorsport Kundensportmanager Andrea Adamo: „Die Leistung des i30 N TCR an diesem Wochenende war sehr ermutigend und zeigt zusammen mit den starken Platzierungen in den vergangenen Wochen das Potenzial, das in diesem Rennwagen steckt. Die schnellste Runde für ein Fahrzeug mit Frontantrieb auf dieser Strecke sowie die Bestzeit für ein TCR-Modell zeigen deutlich, wie herausragend das Chassis und der Motor des i30 N TCR sind. Leider spiegelt das Endergebnis nicht unsere Rundenzeiten wider. Wir müssen jetzt die kleineren Probleme vom Wochenende beheben, damit wir beim 24h-Rennen die gesamte Performance des i30 N TCR unter Beweis stellen und unsere Kunden in anderen Rennserien durch die Erfahrungen beim Langstreckenklassiker unterstützen können.“

BMW: Podium bei der Generalprobe

[Teaminfo] Die BMW Teams haben den letzten Härtetest vor dem ADAC Zurich 24h-Rennen auf dem Nürburgring am 12./13. Mai erfolgreich absolviert. Beim Sechs-Stunden-Qualifikationsrennen belegte der #99 BMW M6 GT3 von ROWE Racing als bestplatziertes BMW Fahrzeug den zweiten Rang. Am Steuer saßen die beiden BMW WEC-Fahrer Martin Tomczyk und Nick Catsburg . Catsburg lieferte sich in den letzten Runden ein packendes Duell mit dem siegreichen Mercedes um Platz eins und feierte danach gemeinsam mit Tomczyk den Erfolg auf dem Podium. Augusto Farfus war ebenfalls auf der Nordschleife im Einsatz. Er bereitete sich gemeinsam mit seinen Fahrerkollegen Markus Palttala, Christian Krognes und Fabian Schiller auf den Start im Shell BMW M6 GT3 beim Langstreckenklassiker vor. Über weite Strecken lief dieser Test nach Plan, doch 90 Minuten vor Rennende schied das Fahrzeug nach einem Unfall aus.

Neben dem Rennen spielte das Qualifying diesmal eine entscheidende Rolle, denn alle Teams hatten die Chance, sich durch ein Top-10-Ergebnis im Zeittraining des Qualifikationsrennens bereits vorzeitig ihre heiß begehrten Startplätze im Top-30-Qualifying in vier Wochen zu sichern. Das gelang Rowe Racing mit beiden Fahrzeugen. Der Shell BMW M6 GT3, der von Walkenhorst Motorsport eingesetzt wird, hatte sich bereits im Vorfeld im Rahmen eines VLN-Rennens seine Startberechtigung gesichert. Darüber hinaus gelang dem #100 BMW Z4 GT3 von Walkenhorst Motorsport mit Jörg Müller, Peter Posavac, Rudi Adams und Alex Lambertz am Steuer dank eines starken vierten Platzes im Zeittraining am Samstagabend der Sprung in die Top-30. Die beiden BMW M6 GT3 von Walkenhorst Motorsport und Falken Motorsports, die noch nicht für das Top-30-Qualifying startberechtigt sind, können sich am Wochenende des 24h -Rennens noch ihre Tickets sichern.

Reaktionen auf das Qualifikationsrennen für das 24h-Rennen:

Martin Tomczyk: „Für das Team und mich war es heute am wichtigsten, dass wir uns die blaue Lampe als eines der 30 schnellsten Fahrzeuge beim 24h-Rennen sichern konnten. Das war das Hauptziel für das Wochenende. Darüber hinaus war es für mich wichtig, so viele Runden auf der Nordschleife absolvieren zu können. Auf dieser Strecke braucht man als Fahrer einen guten Rhythmus. Den habe ich nun wieder. Dass am Ende für uns sogar ein Podestplatz herausgesprungen ist, ist großartig und freut mich vor allem für das Team, mit dem ich super auskomme und das einen tollen Job macht.“

Nick Catsburg: „Die letzten Runden haben unglaublich viel Spaß gemacht. Ich habe gemerkt, dass ich Boden auf den führenden Mercedes gutmachen konnte, und alles gegeben. Am Ende konnte ich ihn leider nicht mehr einholen, aber auch der zweite Platz ist nach dem Sieg für das Fahrzeug beim vergangenen VLN-Rennen ein weiterer großer Erfolg, der uns für das 24h-Rennen Mut macht. Das war heute echtes Racing. Mit diesem Fahrzeug auf dieser Strecke zu fahren und dann auch noch so viele freie Runden zu haben, ist das größte Vergnügen, das man als Rennfahrer haben kann.“

Augusto Farfus: „Für mich ist die Arbeit in einer neuen Konstellation aus Fahrern, Fahrzeug und Team eine spannende Herausforderung. Ich hatte heute sehr viel Spaß auf der Strecke. Es ist immer etwas ganz Besonderes, auf der Nordschleife zu fahren. Wir haben am BMW M6 GT3 noch einiges an Abstimmungsarbeit zu erledigen, konnten im Laufe des Qualifikationsrennens aber bereits viele wichtige Erkenntnisse gewinnen. Natürlich ist es schade, dass wir nach dem Unfall das Rennen nicht beenden konnten. Aber insgesamt ist mein Eindruck sehr positiv. Ich habe starke Fahrerkollegen, und die Jungs von Walkenhorst Motorsport machen einen großartigen Job. Ich freue mich schon sehr darauf, zum 24h-Rennen hierher zurückzukommen.“

Falken: Durchwachsene Generalprobe

[Teaminfo] Mit jeweils einem dritten Platz bei VLN1 und VLN2 ist Falken gut in die Motorsportsaison 2018 gestartet. Beim ADAC 24h-Qualifikationsrennen, welches als Generalprobe für das ADAC Zurich 24h-Rennen diente, wurde dieser Erfolgstrend unterbrochen: Platz efl für Peter Dumbreck und Stef Dusseldorp im BMW M6 GT3.

Dabei verliefen die Trainingssessions zunächst nach Plan. Ohne unnötig großes Risiko einzugehen belegten Sven Müller und Dirk Werner im Porsche 911 GT3 R nach dem Top-30-Qualifying den zehnten Rang, Peter Drumbreck und Stef Dusseldorp folgten im BMW M6 GT3 auf der 18. Position.

Der Start zum Sechsstundenrennen erfolgte unter sonnigen und idealen Bedingungen, alle 89 Fahrzeuge reihten sich ohne größere Blessuren in das Nadelöhr der ersten Kurve ein. Beide Falken Rennwagen verteidigten gekonnt ihre Plätze und fuhren ein kontrolliertes Rennen.

Vor allem das Porsche-Duo brillierte im weiteren Rennverlauf mit einer Rekordzeit von 8:18.173 Minuten und gehörte damit zu den absolut schnellsten Fahrzeugen auf der Strecke. Auch der BMW wusste mit einer Bestzeit von 8:18.881 Minuten zu überzeugen und unterstrich einmal mehr, dass beide Fahrzeugkonzepte auf einem ähnlich hohem Performanceniveau unterwegs sind.

Nach sechs Stunden purer Rennaction kam der BMW M6 GT3 auf einem respektablen elften Platz ins Ziel und machte dank einer ausgeklügelten Rennstrategie sieben Plätze im leistungsdichten Feld der GT3-Fahrzeuge gut. Den Porsche ereilte 45 Minuten vor Schluss einen Reifenschaden, welcher zur vorzeitigen Aufgabe führte.

Rowe Racing: Gelungene Generalprobe

[Teaminfo] Rowe Racing hat vier Wochen vor dem 46. ADAC Zurich 24h-Rennen auf dem Nürburgring eine gelungene Generalprobe für den großen Saisonhöhepunkt auf der Nordschleife gefeiert. Das Team aus St. Ingbert ließ am Sonntag dem Sieg im 2. VLN-Lauf acht Tage zuvor Rang zwei im 24h-Qualifikationsrennen folgen und zeigte dabei erneut neben Schnelligkeit und Konstanz eine nahezu perfekte Strategie. Bereits zweieinhalb Stunden vor dem Rennen hatte Rowe Racing zudem bereits das wichtigste Ziel des Wochenendes erreicht und mit beiden BMW M6 GT3 vorzeitig das Ticket für das wichtige Top-30-Qualifying für den „Eifel-Marathon“ am 12./13. Mai gebucht.

Der ehemalige DTM-Champion Martin Tomczyk in seinem erst zweiten Renneinsatz für Rowe Racing und sein BMW Werksfahrer-Kollege Nick Catsburg aus den Niederlanden schoben sich im BMW M6 GT3 mit der #99, der wie beim Erfolg im VLN-Rennen wieder – und diesmal als „Glücksbringer“ auch freiwillig – mit schwarzer Motorhaube an den Start gegangen war, schon in der ersten Runde des sechsstündigen Rennens von Startplatz 13 auf Rang neun vor und hielten sich danach immer im Bereich der erweiterten Spitzengruppe. Nach dem späten letzten Boxenstopp eine knappe halbe Stunde vor Schluss war Catsburg dann aber plötzlich in absoluter Schlagdistanz zum am Ende siegreichen Mercedes, dem er nach drei spektakulären letzten Runden mitten durch zahlreiche überrundete Autos nur um 2,158 Sekunden geschlagen geben musste.

Schon im zweigeteilten Qualifying am Samstagabend und Sonntagmorgen hatte der Bayer Tomczyk die #99 auf den fünften Platz gesteuert und damit den Einzug ins Top-30-Qualifying des 24h-Rennens gesichert. Die schnellsten 30 Fahrzeuge erhalten nämlich eine blaue Lampe für die Frontscheibe, die vor allem in der Nacht das Überholen der zahlreichen langsameren Fahrzeuge deutlich erleichtert. Als Zehnter des Qualifyings schnappte sich auch Catsburg für die #98 eine blaue Lampe. Damit kann sich das Team jetzt in den Trainings- und Qualifikationssitzungen beim 24h-Rennen ganz auf die Rennvorbereitung konzentrieren.

Hans-Peter Naundorf, Teamchef ROWE RACING: „Wir waren mit unserer schwarzen Motorhaube am letzten Wochenende bei der VLN nach vier Stunden auf dem Podest und jetzt beim Qualifikationsrennen nach sechs Stunden auch wieder auf dem Podium. Vier mal sechs sind 24 – und nach meiner Rennsport-Mathematik könnte es dann beim 24h-Rennen auch wieder klappen. Wir hatten jetzt auch noch die letzten beiden unserer sieben Fahrer im Auto und konnten ihnen viel Fahrzeit geben. Alle Jungs passen sehr gut zusammen, die Harmonie zwischen allen stimmt. Insgesamt war es für uns ein sehr gutes Vorbereitungsprogramm für das 24h-Rennen.“

Martin Tomczyk, #99 ROWE RACING BMW M6 GT3: „Für das Team und mich war es heute am wichtigsten, dass wir uns die blaue Lampe als eines der 30 schnellsten Fahrzeuge beim 24h-Rennen sichern konnten. Das war das Hauptziel für das Wochenende. Darüber hinaus war es für mich wichtig, so viele Runden auf der Nordschleife absolvieren zu können. Auf dieser Strecke braucht man als Fahrer einen guten Rhythmus. Den habe ich nun wieder. Dass am Ende für uns sogar ein Podestplatz herausgesprungen ist, ist großartig und freut mich vor allem für das Team, mit dem ich super auskomme und das einen tollen Job macht.“

Nick Catsburg, #99 ROWE RACING BMW M6 GT3: „Die letzten Runden haben unglaublich viel Spaß gemacht. Ich habe gemerkt, dass ich Boden auf den führenden Mercedes gutmachen konnte und alles gegeben. Am Ende konnte ich ihn leider nicht mehr einholen, aber auch der zweite Platz ist nach dem Sieg für das Fahrzeug beim vergangenen VLN-Rennen ein weiterer großer Erfolg, der uns für das 24h-Rennen Mut macht. Das war heute echtes Racing. Mit diesem Fahrzeug auf dieser Strecke zu fahren und dann auch noch so viele freie Runden zu haben, ist das größte Vergnügen, das man als Rennfahrer haben kann.“

Mercedes: Sieg und Platz drei

[Teaminfo] Das 6-Stunden-Qualifikationsrennen am Sonntag bot Spannung und Überholmanöver bis zum Schluss, bei denen die Mercedes-AMG GT3 mit den Startnummern 5 und 47 jeweils eine Hauptrolle spielten. Das Mercedes-AMG Team Black Falcon #5 mit den Fahrern Yelmer Buurman, Thomas Jäger und Jan Seyffarth konnte sich von Startplatz fünf schon früh in den Kampf um den Tagesgesamtsieg einmischen. Bereits nach zehn Runden übernahm das Trio zum ersten Mal die Führung. Die Spannung steigerte sich bis in die letzten Runden: Buurman konnte sich die Führung zurückholen, als der Erstplatzierte nochmal in die Box kam. Mit nur rund sechs Sekunden Vorsprung lieferte sich der Schlussfahrer dann ein Kopf-an-Kopf Duell. Buurman kam in der letzten Runde besser durch den Verkehr und konnte die Angriffe seines Kontrahenten erfolgreich verteidigen. Nach 41 Runden pilotierte er den Mercedes-AMG GT3 #5 als Sieger über die Ziellinie.

Auch der Mercedes-AMG GT3 #47 des Mercedes-AMG Team MANN Filter stand dem „Thriller“ in der Eifel in nichts nach. Dominik Baumann, Christian Hohenadel, Daniel Juncadella und Edoardo Mortara konnten mit Startplatz elf zwar nicht das gewünschte Top-30-Qualifying-Ergebnis einfahren, zeigten aber ein starkes Comeback. Das Quartett begann von Runde eins an ihre Aufholjagd, ehe Baumann zum Finale sein ganzes Können zeigte. Das Quartett arbeitete sich Stück für Stück bis auf Rang vier nach vorne, bevor ein starkes Überholmanöver des Österreichers zehn Minuten vor Rennende den dritten Rang sicherte. Baumann setzte sich zwei Runden vor Ende beim Anbremsen nach der Start-Ziel-Geraden neben seinen Konkurrenten und zog in der nächsten Kurve an ihm vorbei. Platz drei ließ er sich nicht mehr nehmen und machte damit das Doppelpodium für Mercedes-AMG Motorsport perfekt.

Die beiden weiteren Mercedes-AMG GT3 komplettierten das erfolgreiche Rennen ebenfalls in den Top Ten. Das Mercedes-AMG Team Black Falcon #4 kam mit den Fahrern Adam Christodoulou, Maro Engel und Manuel Metzger auf Rang acht ins Ziel. Der dritte GT3 von Black Falcon mit der Startnummer 6 und den Fahrern Abdulaziz Al Faisal, Hubert Haupt, Erik Johansson und Gabriele Piana beendeten das Rennen auf Platz zehn.

Auch der Mercedes-AMG GT4 konnte sein Testprogramm im Vorfeld des ADAC Zurich 24h-Rennens erfolgreich beenden: das Black Falcon Team Identica #66 landete auf Platz vier und das Team Mathol Racing e.V. #74 auf Rang fünf in der SP10-Klasse.

Die fünfte Auflage des Prologs zum ADAC Zurich 24h-Rennen bot die perfekte Möglichkeit für die Teams, letzte Feinabstimmungen an den Fahrzeugen vorzunehmen. Bei einem freien Training, zwei Qualifyings, einem Top-30-Qualifying und dem 6-Stunden-Rennen konnten die Teams vor dem Highlight mit dem 24h-Rennen im Mai ausgiebig und auch erfolgreich testen. Auf der rund 24 Kilometer langen Nürburgring-Nordschleife zeigten sich die Mercedes-AMG GT3 durchweg gut aussortiert. Das enge Teamergebnis der vier GT3-Fahrzeuge aus Affalterbach unterstreicht auch die hervorragende Arbeit und Absprache innerhalb der Mercedes-AMG Teams. Das ADAC Zurich 24h-Rennen findet in diesem Jahr vom 10. bis 13. Mai statt.

Yelmer Buurman, Mercedes-AMG Team Black Falcon #5: „Der Start war richtig gut, die Strecke schon komplett trocken und ich konnte früh ein paar Positionen gutmachen. Die letzten beiden Runden waren dann richtig anstrengend. Ich hatte den BMW im Rückspiegel und einiges an Verkehr vor mir. Diese Mal hatte ich etwas Glück und konnte die langsameren Fahrzeuge gut überholen, so dass ich auf der Döttinger Höhe genügend Vorsprung hatte. Ich bin super happy, dass wir heute gewinnen konnten. Danke an alle, das war eine super Leistung vom gesamten Team.“

Thomas Jäger, Mercedes-AMG Team Black Falcon #5: „Es ist ein Top-Ergebnis zum Ausklang der Vorbereitungen auf das 24-Stunden-Rennen. Der Mercedes-AMG GT3 fährt sich super. Wir haben heute Gas gegeben und sind am Limit gefahren. Es war sehr eng im Kampf um den Sieg. Dass es am Ende für ganz oben auf dem Podium gereicht hat, ist natürlich super. Aber heute lagen alle Mercedes-AMG GT3 insgesamt sehr eng beieinander. Für das 24-Stunden-Rennen im Mai sind wir gut vorbereitet.“

Dominik Baumann, Mercedes-AMG Team MANN-Filter #47: „In meinem Schlussstint hatte der Audi vor mir etwas Pech mit dem Verkehr. So kam ich nochmal an ihn ran. Es war dann ein richtig schönes Duell um den dritten Rang. Ich konnte mich zwei Runden vor Rennende nach der Start-Ziel-Geraden dann neben ihn setzen. Er hat mir genügend Platz gelassen und ich konnte in der nächsten Kurve vorbeiziehen. In der letzten Runde konnte ich es dann bis ins Ziel bringen. Das hat richtig Spaß gemacht und wir sind natürlich sehr glücklich – mit dem Ergebnis ebenso wie mit dem Mercedes-AMG GT3, der perfekt vom Team eingestellt war und sich sehr gut fährt.“

Daniel Juncadella, Mercedes-AMG Team MANN- Filter #47: „Ich hatte viel Spaß am Wochenende. Es war das erste Mal, dass ich in diesem Jahr auf der Nordschleife fahren konnte. Wir hatten heute nicht die beste Startposition und hingen deshalb zum Rennstart etwas im Verkehr fest. Ich hoffe natürlich, dass wir uns für das 24h-Rennen noch etwas steigern können, aber der Mercedes-AMG GT3 lief sehr gut. Mit dem dritten Platz können wir heute sehr zufrieden sein und sind gut vorbereitet für das 24h-Rennen.“

Maro Engel, Mercedes-AMG Team Black Falcon #4: „Wir hatten im Top-30-Qualifying leider Pech mit einer Code-60-Phase, weshalb wir dann von P14 starten mussten. Den Start zu fahren, hat Spaß gemacht. Es gab viele Positionskämpfe, aber dadurch sind wir natürlich auch etwas aufgehalten worden. Am Ende sind wir mit dem Ergebnis nicht ganz zufrieden. Wir konnten aber nochmal viele Daten im Vorfeld zum 24h-Rennen sammeln. Glückwunsch an die beiden Mercedes-AMG Teams zum Sieg und dritten Platz.“

Hubert Haupt, Black Falcon #6: „Wir sind von Platz zwölf gestartet. Mein Start war gut, ohne Probleme. Die Zeiten waren sehr gut und ich konnte mit den anderen Fahrzeugen, auch den Mercedes-AMG GT3 mithalten. Abdulaziz hatte dann leider eine leichte Berührung mit einem anderen Fahrzeug, weshalb wir einen zusätzlichen Stopp einlegen mussten. Das hat uns etwas zurückgeworfen und am Ende spiegelt unsere Platzierung nicht unsere eigentliche Leistung wider. Aufgrund der Zeiten und Performance bin ich insgesamt zufrieden mit dem letzten Test und freue mich jetzt auf das 24h-Rennen im Mai.“

Stefan Wendl, Leiter Mercedes-AMG Customer Racing: „Wir haben heute richtig gutes Racing gesehen. Wir sind am Limit gefahren und es war ein richtig harter Kampf um den Sieg und das Podium. Das Leistungsniveau der verschiedenen Hersteller ist enorm. Umso schöner, dass es heute nicht nur für den Sieg und Platz drei gereicht hat, sondern auch für zwei weitere Top-Ten-Platzierungen. Großes Kompliment an alle Teams und Fahrer für diese Leistung in diesem hart umkämpften Rennen. Wir dürfen uns jetzt aber nicht ausruhen, müssen die Daten von heute nochmal genau analysieren. Dann heißt es die Fahrzeuge optimal vorzubereiten, bevor wir zum 24h-Rennen wieder hier am Nürburgring sind.“

Manheller: Gelungener Testlauf

[Teaminfo] Das Rennteam Manheller Racing im MSC Adenau e.V. hat am vergangenen Wochenende beim 24h-Qualifikationsrennen auf dem Nürburgring den dritten Platz in der Klasse erreicht. Auf dem V4 BMW mit der Startnummer 156 bestritten David Quinlan, Bruce Ledoux und Nick Mercier das sechsstündige Rennen. Das Team nutze die Trainings auf der 24h-Streckenvariante dazu, das Auto für das Saisonhighlight nochmal ausgiebig zu testen und das Team weiter zu schulen. „Mit dem Ergebnis und vor allem mit dem reibungslosen Verlauf haben wir gut gezeigt, dass wir bereit für das 24h-Rennen sind“, sagte Teamchef Stefan Manheller.

Bei der Trainingssession für das Quailfikationsrennen testete jeder der Fahrer zunächst das Auto, zudem sicherte sich das Team auch schon die Startplätze und beendete das Training vorzeitig. „Wir sind so reibungslos durchgekommen, da waren wir einfach schon fertig“, erzählte Manheller.

Beim Rennen konnte sich das Fahrertrio von Anbeginn in den Top drei der Klasse halten, ein kleiner Fehler verhinderte ein besseres Resultat. „Aber darum geht es auch gar nicht, das ist heute ein Freundschaftsspiel“, so Manheller. „Wir haben unsere Leistungsfähigkeit wieder in vollem Umfang bei unseren Boxenstops unter Beweis stellen können“, ergänzte Strategiechef Michael Paffenholz.

Beim ADAC Zurich 24h-Rennen in vier Wochen wird das Team aus Meuspath mit einem eigenen Fahrzeug an den Start gehen, zudem betreut Manheller wie schon 2017 den Toyota von Milltek.