Audi R8 LMS Cup ergänzt das 24h-Programm

Audi bereichert das Programm des ADAC Zurich 24h-Rennen auch künftig mit einem attraktiven Markenpokal. Nach dem Auslaufen des Audi Sport TT Cup, der in diesem Jahr für beste Unterhaltung im Rahmenprogramm des Langstreckenklassikers sorgte, kommt 2018 ein mehr als würdiger Nachfolger in die Eifel: Erstmals startet der Audi R8 LMS Cup bei den 24h. Die Serie ist weltweit der einzige Markenpokal, in dem reinrassige GT3-Rennwagen zugelassen sind. Neben den Audi R8 LMS der ersten und zweiten Generation darf außerdem der R8 LMS im GT4-Trim starten, der im Jahr 2017 sein Renndebüt beim 24h-Rennen auf der Nordschleife feierte. Die beiden Rennen auf der Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings versprechen damit spektakuläre Unterhaltung.

Die ursprünglich im Aisen-Pazifik-Raum beheimatete Rennserie macht für das spektakuläre Gastspiel in der Eifel eine Reise um die halbe Welt. Am Steuer der Fahrzeuge sitzen ausschließlich Amateurpiloten, die bei ihren Einsätzen aber von Profipiloten im Rahmen eines Mentorenprogramms betreut werden. „Auf den Audi R8 LMS Cup dürfen sich die Fans des 24h-Rennens schon jetzt freuen“, sagt Rennleiter Walter Hornung. „Das sind spektakuläre Fahrzeuge, die bei ihren beiden Rennen auf dem Grand-Prix-Kurs sicherlich viel Action bieten werden.“ Anfang März startet die Serie im australischen Adelaide, danach geht es zum Nürburgring. Die weiteren Rennen im Terminkalender des Audi R8 LMS Cups finden in China und Malaysia statt. Auf dem Nürburgring ist die Serie damit bei ihrem einzigen europäischen Lauf zu sehen, für den die imposante Kulisse des ADAC Zurich 24h-Rennens sicherlich der würdige Rahmen sein wird. Informationen zum Audi R8 LMS Cup gibt es im Internet unter www.audi-motorsport-asia.com.

Das Buch zum Rennen – ab sofort im Handel

Ab sofort ist das ultimative Nachschlagewerk zum spannendsten 24h-Rennen der Historie erhältlich. Der Gruppe C Motorsport Verlag hat in dem 272 Seiten dicken offiziellen Jahrbuch wirklich alles untergebracht, was es zur 45. Auflage des ADAC Zurich 24h-Rennens zu wissen gibt – und das ist bekanntlich eine Menge. Denn wer glaubte, beim Jahreshöhepunkt im Nordschleifen-Kalender schon alles erlebt zu haben, der wurde 2017 wieder einmal eines Besseren belehrt.

Nach einem spannenden Rennen schien Der Audi R8 des Land-Teams bereits als sicherer Sieger – doch ein technisches Problem ließ ihn zurückfallen. Das Blatt drehte sich aber noch einmal, als eine Stunde vor dem Fallen der Zielflagge ein kurzer, aber heftiger Regenschauer auf Teilen der Strecke niederging. Eine geistesgegenwärtige Reifenwahl beim Team von Wolfgang Land, das genau im richtigen Moment zum finalen Stopp an der Box stand, verlieh dem bereits als tragischem Verlierer bedauerten Audi Flügel – in einem fulminanten Schlussspurt drehten Connor De Philippi, Christopher Mies, Markus Winkelhock und Kelvin van der Linde das Geschehen und gingen schließlich als Sieger durchs Ziel. Nie zuvor hatten selbst die Konkurrenten den Siegern den obersten Platz auf dem Podium so sehr gegönnt!

Die 205.000 Zuschauer am Wochenende sahen aber nicht nur an der Spitze ein großartiges Rennen, und das offizielle Buch zum 24h-Rennen ist eine Einladung, auch das zu entdecken. Die rund 1.000 Farbfotos, der deutsch- und englischsprachige Text sowie der ausführliche Statistikteil dokumentieren das Geschehen umfassend, widmen sich Facts und Geschichten, Personen und Anekdoten. Seit 9. November ist das Buch für 40 Euro im Handel erhältlich (ISBN: 978-3-928540 90-2)

> Hier gibt es weitere Infos zum offiziellen 24h-Buch

Bestellungen sind auch > direkt über den Online-Shop des Gruppe-C-Verlags < möglich.

Sorg Rennsport: Quäntchen Glück fehlte

Auch wenn beim neunten und letzten Saisonrennen zur VLN das Mannschaftsergebnis für Securtal Sorg Rennsport stimmte: Zufrieden waren die Brüder Benjamin und Daniel Sorg nicht. „Im letzten Renndrittel verließ uns das leider Glück“, sagte Benjamin Sorg. „Das kostete uns leider gute Platzierungen in der Tageswertung und in diversen Meisterschaften.“

Wie nah Glück und Pech beieinander liegen können erlebte bei den Produktionswagen bis 2500 ccm (V4) Oskar Sandberg. Der Solist leistete mit dem BGStechnic-BMW 325i über weite Strecken die Führungsarbeit in der Klasse. Nach einem Boxenstopp fiel Sandberg zwar zurück, hatte aber immer noch sehr gute Chancen auf eine Podiumsplatzierung. „Dann ist im Bereich Hatzenbach der Black Falcon-Mercedes GT4 nach einem Überholvorgang zu früh vor mir eingeschert und hat mich von der Strecke gerempelt“, erklärte der Norweger stocksauer. Der Schaltwerk Bikes-BMW 325i Coupé mit Oswald Burgstaller und Luis Ramirez rettete die Klassenehre als Elfter.

Bei den Produktionswagen bis 3000 ccm (V5) ein ähnliches Ereignis, gottlob ohne Ausfall. Aber nicht weniger enttäuschend. Fast während der gesamten Renndistanz hatten Dominik Thiemann, Kevin Totz und Torsten Kratz im BMW M3 E36 die Klasse der Produktionswagen bis 3000 ccm angeführt. Zu Beginn der letzten Runde musste Thiemann für ein paar Liter Sprit die Boxengasse aufsuchen. Und kehrte unmittelbar vor dem konkurrierenden Porsche Cayman ins Rennen zurück. Stoßstange an Stoßstange umrundete das Duo den Eifelkurs.

„Ich hatte den Porsche extra vorbeigelassen, um aus dem Windschatten heraus auf der Döttinger Höhe wieder vorbeizuziehen“, sagte Thiemann. Doch diesen Plan vereitelte ein BMW M3 V8 aus der Klasse SP8. Im Bereich Schwalbenschwanz fuhr dieser Thiemann gegen das linke Hinterrad, der alle Mühe hatte, nicht in die Leitplanken zu krachen. Der Kontakt zum Cayman war weg, im Ziel fehlten knapp sieben Sekunden. „Es war völlig unsportlich, sich kurz vor Rennende in unseren Kampf einzumischen, zumal es für ihn in seiner Klasse um nichts mehr ging.“

In der gleichen Klasse V5 bewegten die drei Italiener Ugo Vicenzi, Alberto Carobbio und Francesco Merlini erstmals den Eibach-Porsche Cayman und wurden als Achter abgewinkt. Bei den Produktionswagen bis 3500 ccm (V6) freuten sich Nicolas Griebner, Björn Simon und Emin Akata über einen hervorragenden zweiten Platz im Porsche Cayman S.

Im BMW M 235i-Racing Cup ruhten die Hoffnungen natürlich auf Heiko Eichenberg. Der 43-Jährige war der einzige, der Michael Schrey noch den Titel in der BMW-Cup-Sonderwertung hätte streitig machen können. Dafür hätte Eichenberg gewinnen müssen bei einem gleichzeitigen Ausfall von Schrey. Zwar kam Schrey wirklich nicht ins Ziel, aber Eichenberg seinerseits hatte Pech. Ein Porsche räumte den fruit2go-Piloten in der Hohenrain-Schikane unter Doppelt-Gelb ab, ein daraus resultierender Reifenschaden auf dem GP-Kurs war die Folge. Durch die kurze Extra-GP-Runde gingen rund vier Minuten verloren, somit nur Platz sechs statt des möglichen Klassensieges und Gewinn des Fahrertitels. Im Ziel fehlten 2.56 Minuten auf den Klassensieger.

Als Fünfte kamen Tristan Viidas und Doppelstarter Kratz mit ihrem M235i Racing ins Ziel. Startfahrer Viidas zeigte hierbei auf der zunächst feuchten Strecke ein starkes Debüt am Steuer eines Cup-BMW. Felix Günther und Tobias Müller fuhren auf den neunten Rang. Im Porsche Cayman-Cup fuhren Stefan Beyer, Kevin Warum und Philipp Hagnauer im Sinziger
Mineralbrunnen-GT4 CS auf den fünften Platz.

Honda war beim Heimrennen nicht zu schlagen

Die FIA Tourenwagen-Weltmeisterschaft WTCC bleibt spannend. Bei der japanischen WTCC-Runde auf dem Twin Ring Montegi konterte die Honda-Mannschaft, nachdem ein Rennwochenende zuvor in China noch Volvo brilliert hatte. Das Zepter auf der vom Honda-Konzern betriebenen Rennstrecke hatte Norbert Michelisz (HUN) in der Hand, der im Honda Civic WTCC die Pole-Position eroberte und im Hauptrennen den Vorjahressieg wiederholte.  Als Tabellendritter war er zu diesem drittletzten Lauf angereist und behielt durch den Sieg alle Chancen auf den WM-Titel. In Führung liegt auch weiterhin Volvo-Pilot Thed Björk, der durch solide Leistungen seinen sehr knappen Vorsprung ein wenig ausbauen konnte. Riesenpech hatte dagegen der portugiesische Honda-Pilot Tiago Monteiro, der auch in Japan pausieren musste – er erholt sich nach wie vor von einem Testunfall und ist nach zwei Rennen Zwangspause mittlerweile sogar hinter Nicky Catsburg (NED / Volvo S60 WTCC) auf die vierte Meisterschaftsposition zurückgefallen. Die beiden letzen WM-Runden finden ebenfalls in Asien statt: Vom 17. bis 19. November geht es für die WTCC auf den spektakulären Straßenkurs von Macau, bevor vom 30. November bis 1. Dezember das Finale in Katar auf dem Programm steht.

Eine Hauptrolle spielte auch in Japan wieder das Wetter. Schon im Eröffnungsrennen sorgte starker Regen für schwierige Bedingungen. Kevin Gleason (USA / Lada Vesta) stand bei dem traditionell in umgekehrter Reihenfolge des Trainingsergebnisses gestarteten Lauf auf der Pole-Position. Der Amerikaner gewann zwar den Start, verlor die Führung aber schon in der ersten Kurve an den Briten Tom Chilton (Citroën), der sich nicht zwei Mal bitten ließ und den Sieg nach Hause fuhr. Hinter ihm liefen Yann Ehrlacher (FRA / Lada) und Esteban Guerrieri (ARG / Honda) im Ziel ein. Im turbulenten Geschehen konnte sich Thed Björk als Viertplatzierter wichtige Meisterschaftspunkte sichern, während sein Hauptkonkurrent es schwerer hatte: Norbert Michelisz startete als Trainingsschnellster vom zehnten Platz und konnte sich nur bis auf Position sieben nach vorne arbeiten.

Zunehmend schwierige Witterungsbedingungen ließen auch in Japan das Hauptrennen zum Sprint werden. Nachdem das Feld zeitweise vom Safetycar eingefangen werden musste, entschied die Rennleitung schließlich nach zehn von 13 Runden, vorzeitig die schwarz-weiß-karrierte Flagge zu schwenken. Der Lauf wurde jedoch mit voller Punktzahl gewertet, was insbesondere den Sieger gefreut haben dürfte. Michelisz konnte mit seinem Sieg das Rennen um die Weltmeisterschaft weiter offen halten und liegt auch vor den verbleibenden beiden Läufen in direkter Schlagdistanz zu Tabellenführer Thed Björk. „Es war ziemlich schwierig. Der Regen wurde im Hauptrennen stärker und es gab Aquaplaning“, schilderte er im Anschluss die Bedingungen. „Ich bin für mich natürlich glücklich, denn ich habe die Maximalpunktzahl gewonnen. Von mir aus hätte das Rennen [auch ohne Safety-Car] weitergehen können, denn ich konnte den Vorsprung auf Nicky verwalten. Es gab einige schwierige Stellen auf der Strecke, aber ich freue mich über die Punkte.“ Hinter dem Ungarn landeten mit Nicky Catsburg und Nestor Girolami (ARG) zwei Volvo-Piloten auf den weiteren Podestplätzen. Catsburg konnte damit den ohnehin knappen Rückstand auf den Tabellenzweiten verkürzen – er liegt zwei WTCC-Läufe vor Saisonende gerade einmal 2,5 Punkte hinter Michelisz. Der Saisonendspurt verspricht damit einiges an Spannung.

Mathol: Drei Klassensiege

Beim letzten Rennen der VLN, dem 42. DMV Münsterlandpokal, zeigte Mathol Racing starke Form und bot die beste Saisonleistung. Sechs Autos standen am Start, sechs Fahrzeuge sahen die Zielflagge. Es gab drei Klassensiege und zwei weitere Podiumsplatzierungen für die Mathol-Piloten. Teamchef Matthias Holle: „Ein toller Saisonabschluss für das Team. Wir mussten keinen Ausfall verzeichnen und konnten ein bemerkenswertes Ergebnis feiern. Die komplette Mannschaft hat wieder gut gearbeitet, obwohl die äußeren Bedingungen nicht einfach waren.“

Die Verhältnisse waren an diesem Tag garstig in der Eifel. Die Temperaturen waren empfindlich kühl und der Himmel wolkenverhangen, aber wenigstens regnete es nur selten. Beim morgendlichen Training war die berüchtigte Nordschleife zunächst noch feucht, am Ende setzte dann Nieselregen ein. Vor dem Start regnete es kurz, danach blieb es aber während des gesamten Rennens trocken.

In der Klasse SP10 der GT4-Fahrzeuge feierte Mathol Racing mit dem Avia-Aston Martin Vantage V8 (Startnummer 188) einen erneuten Klassensieg. Das Trio Wolfgang Weber/Thomas Krebs/Hendrik Still erlebte ein problemfreies Rennen. Den Piloten wurde der Sieg jedoch nicht geschenkt und nach einem harten Kampf überquerte der Avia-Aston mit 20 Sekunden Vorsprung die Ziellinie. Teamchef Matthias Holle: „Ein erfreuliches Resultat. Das Trio hat stark gekämpft und letztlich verdient gewonnen.“

In der Klasse V6 lag diesmal nicht der Zimmermann-Porsche Cayman S (435) vorn. Claudius Karch, der wieder mit Wolfgang Weber fuhr, hatte in der Hatzenbach einen Leitplankenkontakt, als er von der trockenen Ideallinie abkam. Die Reparatur in der Box kostete eine Runde, so blieb am Ende nur Klassenrang drei. Dafür sprang der zweite Mathol-Cayman (421) in die Bresche. Rüdiger Schicht/Karl Pflanz/Domenico Solombrino nutzten die Chance und fuhren zum ersten Klassensieg in 2017. Am Ende wurde es noch einmal spannend, als ein kurzer zusätzlicher Tankstopp notwendig wurde. Teamchef Matthias Holle: „Ein gutes Ergebnis, das gezeigt hat, dass alle unsere Cayman siegfähig sind.“
In der Klasse V3 setzte Mathol Racing zwei Toyota GT86 ein. Im ersten Auto (524) saßen Raffaele Marciello/„Montana”/Roberto Falcon, die souverän die Klasse gewannen. Speziell der Italiener Marciello, bereits Formel 1 erfahren, war auf dem Weg zu seiner Nordschleifen-Permit extrem schnell. Der zweite Toyota (525) mit Roberto Falcon/„Montana“/Raffaele Marciello/Dr. Jochen Herbst fuhren auf Rang drei. Teamchef Matthias Holle war zufrieden: „Beide Autos im Ziel. Sieg in der Klasse und richtig schnelle Rundenzeiten. Auch hier konnten wir zeigen, zu was unsere Fahrzeuge fähig sind.“

In der Cayman-Trophy startete diesmal nur der Mathol-Porsche Cayman GT4 Clubsport (966) von Marc Keilwerth/Timo Mölig/Marcos Adolfo Vazquez. Das Trio belegte am Ende einen starken vierten Platz. Teamchef Matthias Holle: „Damit sicherten sich Keilwerthund Vazquez den Sieg in der Amateurwertung des Cups. In der Teamwertung konnten wir Platz zwei behaupten.“

Abschließendes Fazit von Teamchef Holle: „Ein richtig guter Saisonausklang. Mit dieser Leistung können wir zufrieden die VLN-Saison 2017 abschließen und uns nun auf das Winterprogramm in Spanien freuen.“

Manthey: Neuer Rekord!

Nach dem neunten Lauf der VLN gab es für Manthey-Racing allen Grund zur Freude. Bei wechselhaften äußeren Bedingungen feierte die Erfolgsmannschaft aus der Eifel den insgesamt 50. VLN-Gesamtsieg. Fred Makowiecki und Lars Kern gaben sich während des vierstündigen Rennens keine Blöße und fuhren letztlich ungefährdet den fünften Saisonsieg ein.

In der Qualifikation hatte der französische Werksfahrer die Nummer 911 in die erste Startreihe gestellt. Die magische Acht-Minuten-Grenze verpasste der Franzose nur um 45 Tausendstel Sekunden, auf die Zeit der Trainingsschnellsten im Phoenix-R8 fehlten lediglich eineinhalb Zehntel Sekunden. Nach dem Start folgte Makowiecki dem Audi bis zur ersten Durchfahrt des Streckenabschnitts Brünnchen. Am Ausgang setzte er sich neben Frank Stippler und übernahm schließlich die Führung.

Hatte es zu Beginn des Rennens noch geregnet, trocknete die Strecke nach drei Runden mehr und mehr ab. Nach dem vierten Umlauf steuerte Makowiecki die Manthey-Box an, um auf profillose Slicks zu wechseln. Damit war klar, dass man unter normalen Rennbedingungen mit zwei weiteren Boxenstopps zu Ende fahren kann. Bei Black Falcon setzte man auf eine andere Strategie und wechselte beim Mercedes-AMG GT3 bereits nach drei Runden auf Trockenreifen. So lag man zwar einige Zeit in Führung, hatte aufgrund des zusätzlichen Boxenstopps kurz vor Ende des Rennens dann aber einen Rückstand von über 50 Sekunden. Hinter dem Black-Falcon-GT3 kam der Phoenix-R8 als Dritter ins Ziel.

Nach dem ersten Nordschleifen-Renneinsatz des Porsche 911 GT3 Cup (991 II) vor vier Wochen wurde der neue Cup-Elfer im Hinblick auf den Einsatz im nächsten Jahr von Christoph Breuer und Moritz Oberheim einem weiteren Härtetest unter Real-Bedingungen unterzogen. Oberheim fuhr in 8:21.607 Minuten auf Startplatz 13 und war damit auch schneller als die CUP2-Fahrzeuge der aktuellen Generation. Acht Rennrunden lieferte der Testträger weitere wertvolle Erkenntnisse für 2018, bis sich ein Konkurrent im Bereich der Hohenrain-Schikane auf abtrocknender Strecke drehte, Moritz Oberheim einem abbremsenden Fahrzeug ausweichen musste und dabei die Streckenbegrenzung touchierte. Dabei wurde die Nummer 51 im Bereich der Hinterachse beschädigt und musste vorzeitig abgestellt werden.

Die neun VLN-Läufe der Saison 2017 werden Manthey-Racing in positiver Erinnerung bleiben. Zwölf Mal stand ein Porsche 911 GT3 R der Truppe rund um Nicolas und Martin Raeder und Olaf Manthey in diesem Jahr in den ersten beiden Startreihen, fünf Mal ging man von der Pole-Position ins Rennen. Nicht zuletzt fünf Laufsiege sorgten dafür, dass bereits nach VLN 7 der Gewinn der VLN-Speed-Trophäe, die unter den Spitzenteams der VLN ausgefahren wird, gefeiert werden konnte. Der 50. Gesamtsieg für Manthey-Racing rundete eine gelungene Saison ab.

Fred Makowiecki (#911 Porsche 911 GT3 R): „Ich freue mich natürlich sehr über das Ergebnis und auch, dass Lars bei seinem ersten Einsatz auf dem Werksauto einen so tollen Job gemacht hat. Ich selbst war lange nicht mehr auf der Nordschleife unterwegs, aber der GT3 R war sehr gut vorbereitet und ließ sich perfekt fahren. Die Bedingungen waren am Anfang nicht besonders einfach, aber nicht zuletzt dank einer tollen Teamleistung sind wir gut durchgekommen und haben gewonnen.“

Lars Kern (#911 Porsche 911 GT3 R): „Nachdem ich das Auto in einer guten Position von Fred Makowiecki bekommen hatte, gab es über meinen kompletten Stint einen tollen Kampf mit Maro Engel. Ich hatte das Glück, dass ich über meine gesamte Fahrzeit eine trockene Strecke hatte. Da hatte Fred zu Beginn den deutlich schwereren Job.“

Bernhard Demmer (Teammanager #911 Porsche 911 GT3 R): „Das war wieder einmal perfekte Teamarbeit. Einen ganz besonderen Dank muss ich unseren Jungs aussprechen, die den Grello nach dem Unfall bei VLN 8 in kürzester Zeit komplett neu aufgebaut haben. Das Auto hat von Anfang an einwandfrei funktioniert! Dazu haben unsere beiden Fahrer einen super Job gemacht. Dass Fred Makowiecki sehr schnell ist, war zu erwarten. Aber dass Lars Kern eine ebenso starke Leistung zeigen konnte, das war schon wirklich toll. Ein fehlerfreies Wochenende auf Spitzen-Niveau mit einem absolut verdienten Ergebnis.“

Steve Buschmann (Projektleiter Kundensport Manthey-Racing): „Es ging mit der Nummer 51 in der SPX-Klasse eigentlich ganz gut los. Wir sind wie alle auf Regenreifen gestartet und im Vergleich zu den anderen etwas länger draußen geblieben. Bei uns stand die Entwicklung des neuen GT3 Cup, 991 II im Vordergrund und nicht das Rennergebnis. Leider sind wir nach etwa anderthalb Stunden verunfallt. Das Auto kam zwar noch zurück an die Box, war für eine Weiterfahrt aber zu stark beschädigt.“

Nicolas Raeder (Geschäftsführer Manthey-Racing GmbH): „Das war natürlich eine herausragende VLN-Saison für uns. Nachdem das 24-Stunden-Rennen nicht wie gewünscht gelaufen war, haben wir unsere Hausaufgaben gemacht und herausgefunden, woran es lag. Das Besondere ist, dass mein Bruder Martin und ich gar nicht so viel zum Erfolg beitragen mussten. Der hohe eigene Anspruch des Teams und unserer Partner an sich selbst hat den größten Anteil daran. So war die Kombination aus Fahrer, Auto und Strategie ein ums andere Mal der Schlüssel zum Erfolg. Und dass wir zum Abschluss den 50. VLN-Sieg für Manthey-Racing feiern konnten, ist natürlich das i-Tüpfelchen.“

Manheller Racing: Dritter Meisterschaftsrang

Beim Saisonfinale der VLN hat das Team Manheller im MSC Adenau e.V. einen Klassensieg feiern können. Auf dem betreuten Milltek-Toyota gewannen Lucian Gavris, Werner Gusenbauer und Dale Lomas die Klasse Cup 4 und sicherten sich mit nur einem Punkt Rückstand Platz zwei im Toyota Cup. Das Spitzenfahrzeug mit Marcel Manheller und Carsten Knechtges konnte das Rennen nach einer Kollision zum ersten Mal in dieser Saison nicht beenden. Der Punktevorsprung reichte aber aus – Rang drei in der Meisterschaft stand am Ende zu Buche. „Für das Debütjahr ein ausgezeichnetes Ergebnis, das für die nächste Saison Lust auf mehr macht“, sagte Teamchef Stefan Manheller.

Der neunte VLN-Lauf geizte nicht mit Schwierigkeiten: Bereits morgens empfing die Nordschleife die Fahrer mit kalten Temperaturen, Nebel und nassen Stellen. Für die Mannschaft aus der Eifel kein Problem: Manheller startete bereits von P2 ins Rennen. Im Verlauf der hitzigen Gefechte in der Klasse V4 kam es jedoch zu mehreren Berührungen, die schließlich zu einer Beschädigung der Hinterachse führten. Das Rennen war somit für die Nummer 492 beendet.

Neben dem V4-Spitzenfahrzeug und dem Toyota setzte Manheller noch einen weiteren V4-BMW und den WWS-BMW M3 mit Kurt Strube und Stefan Manheller in der Klasse SP6 ein. Letzterer konnte das Rennen nach einem technischen Defekt nicht mehr zu Ende fahren. Das zweite V4-Fahrzeug war besetzt mit Markus und Gerald Fischer aus Österreich sowie David Quinlan aus den Vereinigsten Staaten. Die Crew konnte sich aus allen Scharmützeln heraushalten und fuhr so einen sechste Platz in der 18 Fahrzeuge starken Klasse ein.

„Es war ein fantastisches Jahr, bis auf den letzen Lauf standen wir immer auf dem Podium und sind tolle Rennen gefahren“, fasste Marcel Manheller zusammen. Der Nachwuchsfahrer, der unter der Flagge des MSC Adenau startet, fuhr in diesem Jahr seine erste vollständige VLN-Saison und konnte sich schon im ersten Rennen mit einem Sieg behaupten. Auch Olaf Manthey freute sich für den jungen Piloten aus Döttingen: „Ich bin glücklich, dass Marcel Manheller so weit vorne mitfährt. Ich kenne ihn von klein auf. Was dieses Team mit verhältnismäßig geringen Mitteln leistet, ist außergewöhnlich. Dabei ist Marcel selber ebenfalls ein Phänomen. Er bringt Top-Leistungen, ohne dabei große Töne zu spucken. Ich bin davon überzeugt, dass man von ihm auch in Zukunft hören wird.“

Cayman Trophy: 2. Saisonsieg für Teichmann

Daniel Bohr und Marc Hennerici haben den neunten Saisonlauf der Cayman GT4 Trophy by Manthey-Racing auf der Nürburgring-Nordschleife gewonnen. Nach dem Sieg von Moritz Gusenbauer und Daniel Bohr bei VLN 2 war Letzterer nun zusammen mit Vorjahres-Champion Hennerici erfolgreich. Das Duo hatte nach vier Rennstunden einen Vorsprung von 7.719 Sekunden auf Hamza Owega, Alex Schula und Moritz Kranz. Das Trio von Mühlner Motorsport hatte sich bereits bei VLN 7 den Titel in der Fahrer- und Teamwertung gesichert. Die Mathol-Racing-Piloten Marc Keilwerth und Marcos Adolfo Vazquez sicherten sich durch ihren vierten Platz in der CUP3-Klasse die Meisterschaft in der AM-Wertung.

Der letzte Renntag der Saison 2017 begann neblig, aber bei weitestgehend trockenen Bedingungen. In der Qualifikation behielt Gabriele Piana den Durchblick, setzte sich früh an die Spitze und blieb dort bis zum Ende der 90-minütigen Session. War der Italiener bei seiner Premiere in der Cayman-Trophy vor zwei Wochen noch als Solo-Starter unterwegs, teilte er sich das Cockpit seines Mühlner-GT4 dieses Mal mit Michael Rebhan, der nach anderthalbjähriger Abstinenz wieder im Rennwagen saß. Da Piana/Rebhan als Gaststarter gemeldet waren, ging der Zusatzpunkt für die schnellste Qualifikationsrunde an Stefan Beyer, Kevin Warum und Philipp Hagnauer von Sorg Rennsport.?

Rebhan musste in der regnerischen Anfangsphase des Rennens den erfahreneren Piloten den Vortritt lassen und kam als Vierter aus der ersten Runde zurück. Besser lief es für Marc Hennerici, der von Position fünf aus einen Raketenstart hinlegte und sich bereits nach den ersten Metern auf Platz eins wiederfand. In der Folge entbrannte zwischen #960 (Bohr/Hennerici) und #979 (Owega/Schula/Kranz) ein spannender Zweikampf um die Spitze. Nach drei Runden entschieden sich die meisten Teams zum Wechsel von Regen- auf profillose Slick-Reifen, und auch in der Folge waren die Tank-Strategien ähnlich ausgelegt. Die Entscheidung musste also auf der Strecke fallen, und dieses Duell konnten Bohr/Hennerici nach den vier Rennstunden knapp für sich entscheiden.

Eine tolle Aufholjagd zeigte Gabriele Piana, der die #969 von Position sechs zurück auf das Treppchen fuhr und sich mit Michael Rebhan schließlich über Platz drei freuen konnte. Dabei gelang Piana in 8:46.956 Minuten auch die schnellste Rennrunde. Der Zusatzpunkt für selbige ging jedoch an die Mühlner-Teamkollegen mit der #979, welche den zweitschnellsten Umlauf absolviert hatten. Damit haben Owega/Schula/Kranz zum Abschluss der Saison 195 Punkte auf dem Konto. Dahinter folgen Keilwerth/Vazquez (103 Punkte) und Daniel Bohr (100,5 Punkte).

Marc Hennerici (Teichmann Racing): „Das Rennen war wirklich aufregend. Nach dem Trophy-Titel im letzten Jahr, war es erst mein zweiter Einsatz in der CUP3-Klasse in dieser Saison. Beim Start konnte ich direkt von Platz fünf auf die Eins fahren. Ich wusste, dass im Regen auf der linken Seite mehr Grip ist. Der Führende war in dem Dilemma, dass er rechts die Innenbahn zumachen musste, und ich konnte die Außenbahn nutzen. Zwischenzeitlich hatte ich beim Anbremsen von Kurve eins das Gefühl, dass ich viel zu spät bin. Aber irgendwie hat es das Auto geschafft einzulenken, und ich war vorne.“

Georg Teichmann (Technischer Leiter Teichmann Racing): „Man kann nicht sagen, dass wir das Rennen dominiert haben. Es war schon sehr ausgeglichen, und letztendlich hat es gereicht. Nach dem erfolgreichen letzten Jahr, als wir neun von zehn Läufen gewonnen haben, war es diese Saison sehr schwierig für uns. Teilweise waren wir vom Pech verfolgt, hier und da haben wir uns verpokert und manchmal hat uns die Technik einen Strich durch die Rechnung gemacht. Von daher ist es für das ganze Team schön, dass wir das Jahr mit einem Sieg beenden konnten.“

Hamza Owega (Mühlner Motorsport): „Das Rennen hat nass angefangen, mein Teamkollege Alex hat dann aber nach drei Runden auf Slicks gewechselt. Mein Stint war ganz gut. Ich konnte den Rückstand von 30 Sekunden auf etwa zwölf verringern. Beim Tanken haben wir dann wieder Zeit verloren, obwohl wir nichts falsch gemacht haben. Keine Ahnung, was die anderen da gemacht haben. Platz zwei zum Abschluss ist okay. Insgesamt haben wir in dieser Saison sechs Mal gewonnen und wurden drei Mal Zweite. Viel mehr geht nicht.“

Gabriele Piana (Mühlner Motorsport): „Die Qualifikation lief super. Wir waren recht früh auf der Strecke, da wir nicht wussten, ob das Wetter hält. Das war im Nachhinein auf jeden Fall die richtige Entscheidung. Im Rennen haben wir zu Beginn ein paar Plätze verloren. Als ich zur Rennhälfte das Auto übernahm, hatte ich kaum Probleme mit dem Verkehr und konnte eine Menge Zeit gut machen. Insgesamt bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Mehr war nicht drin.“

Marc Keilwerth (Mathol Racing): „Das Rennen war wirklich super. Wir sind in der CUP3-Klasse Vierter geworden und haben die AM-Wertung gewonnen. So hat es am Ende auch für die Amateur-Meisterschaft gereicht. Das war einfach perfekt, ein super Tag.“

Bonk: Michael Schrey verteidigt Titel

„Ich bin mehr als zufrieden. Unser Plan ist aufgegangen. Michael Schrey hat erfolgreich seinen Titel verteidigt. Das ist schon etwas Besonderes. Der Wechsel in die TCR-Klasse war zwar ein Risiko, hat sich aber ausgezahlt. Ich bin stolz auf den Fahrer und das Team“, freute sich Michael Bonk, Teamchef von Bonk motorsport, nach dem Saisonfinale der VLN, dem 42. DMV Münsterlandpokal. „Da wir den BMW M235i Racing nach vier Runden stehen gelassen haben, sind wir außerdem das Risiko eingegangen, den BMW-Markenpokal noch zu verlieren, aber zum Glück haben wir auch diesem Titel geholt.“

Teamchef Bonk hatte zusammen mit Schrey die ungewöhnliche Strategie entwickelt. Um den Titel zu holen, hätte der letztjährige Meister in der BMW-Klasse Erster oder Zweiter werden müssen. Diese Aufgabe erschien Bonk schwieriger zu sein, als in einer weniger stark besetzten Klasse einen Sieg herauszufahren. Deshalb wurde Schrey kurzfristig in der TCR-Klasse in den VW Golf TCR von Benjamin Leuchter/Andreas Gülden gesetzt. Schrey fuhr die letzten vier Runden und holte mit dem Klassensieg 9,17 Punkte. Damit war er zum zweiten Mal in Folge VLN-Champion. Für Bonk motorsport war es der fünfte VLN-Meistertitel, damit zog die Mannschaft aus Münster mit Lokalmatador Johannes Scheid gleich. Zum 15. Mal ging der VLN-Titel an ein BMW-Team. Bonk motorsport holte zudem den Sieg in der Fahrer- und Teamwertung im BMW M235i Racing Cup.

Schrey feierte seinen zweiten VLN-Titel in Folge euphorisch: „Ein toller Erfolg, den ich in dieser Saison allein eingefahren habe. Wir haben frühzeitig gemeinsam die Entscheidung für den Klassenwechsel getroffen, um möglichen Problemen auszuweichen. Im achten VLN-Lauf wurde doch in der BMW-Klasse extrem hart gefahren, ein Ausfall wäre da zu jeder Zeit möglich gewesen. Ich bin total glücklich über den heutigen Tag.“

Die beiden anderen BMW M235i von Bonk motorsport sahen die Zielflagge. „Dieter Schmidtmann“/Georg Griesemann belegten am Ende Rang sieben in der BMW-Klasse. Jürgen Meyer/Markus Brömmler/Hendrik Viol kamen auf Platz 14. Bonk: „Beide BMW sind problemlos durchgekommen. Das war unser Ziel.“

Der Audi RS3 LMS TCR mit Herrmann Bock fuhr in der TCR-Klasse auf Platz vier. Bonk: „Der Wechsel eines Stoßdämpfers verhinderte eine bessere Platzierung.“ Der unter Bonk-Bewerbung fahrende Peugeot 308 Racing Cup von Jürgen Nett/Achim Nett/Bradley Philpot kam in der TCR-Klasse nicht ins Ziel. „Nach einer unverschuldeten Kollision sind wir in die Leitplanke eingeschlagen. Das war‘s“, so Jürgen Nett.

Nordschleifen-Terminkalender 2018 steht fest

Nach dem ADAC Zurich 24h-Rennen hat nun auch die Veranstaltergemeinschaft der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring den Terminkalender für das kommende Jahr veröffentlicht. In der achtmonatigen Saison 2018 stehen demnach neben dem 24h-Rennen und dem 24h-Qualifikationsrennen neun VLN-Läufe auf dem Terminkalender: Der erste und zweite VLN-Lauf (24. März bzw. 7. April) bilden dabei den perfekten Prolog für die 24h-Events. Denn das Qualifikationsrennen folgt am 14. / 15. April als dritte intensive Testmöglichkeit vor dem Saisonhöhepunkt bei den 24h (10. bis 13. Mai). Danach legt die Szene eine Verschnaufpause ein, bevor ab 23. Juni (VLN 3) der Kampf um Punkte und Meistertitel in der traditionsreichen Nordschleifen-Serie im Mittelpunkt steht.

„Wir konnten mit dem Rennstreckenbetreiber neun sehr gute Termine für die VLN-Rennen 2018 vereinbaren“, sagt Dietmar Busch, Geschäftsführer der VLN Veranstaltungs- und Vermarktungsgesellschaft mbH. „Zwei VLN-Veranstaltungen liegen vor dem 24h-Rennen Anfang Mai und bieten den Teams eine optimale Vorbereitungsmöglichkeit auf den Langstreckenklassiker.“

Auch zwei Jubiläen wird es in der VLN-Saison zu feiern geben. Der AC Altkreis Schwelm feiert mit dem H&R-Cup 60-jähriges Jubiläum. Zum 50. Mal jährt sich der Barbarossapreis des MSC Sinzig. Die weiteren Veranstalter sind der ADAC Westfalen, die Renngemeinschaft Düren, der MSC Adenau, der Rheydter Club für Motorsport, der MSC Ruhr-Blitz Bochum, der Dortmunder MC sowie der MSC Münster. Das ADAC Zurich 24h-Rennen sowie das ADAC 24h-Qualifikationsrennen werden wie immer vom ADAC Nordrhein veranstaltet.

Auch der Zeitplan für die VLN-Events bleibt im kompakten Eintages-Format. Im Zeittraining zwischen 8:30 und 10 Uhr werden die Positionen für die Startaufstellung ausgefahren, die Rennen beginnen stets um 12 Uhr. An den Freitagen vor den jeweiligen Rennen finden Test- und Einstellfahrten statt, bei denen die Teilnehmer die Möglichkeit haben, sich auf das Rennen vorzubereiten.

Langstreckentermine 2018
24.03.2018: VLN 1
07.04.2018: VLN 2
14.–15.04.2018: ADAC 24h-Qualifikationsrennen
10.–13.05.2018: ADAC Zurich 24h-Rennen
23.06.2018: VLN 3
07.07.2018: VLN 4
18.08.2018: VLN 5 (6h-Rennen)
01.09.2018: VLN 6
22.09.2018: VLN 7
06.10.2018: VLN 8
20.10.2018: VLN 9

Black Falcon: Turbulenter Saisonabschluss

Das neunte und letzte Saisonrennen der VLN auf dem Nürburgring hielt für Black Falcon noch einmal viele Herausforderungen und einen tollen Erfolg bereit. Mit Gesamtposition zwei bei gleichzeitigem Klassensieg in der SP9-GT3 sicherten sich Hubert Haupt, Erik Johansson und Maro Engel im Mercedes-AMG GT3 (#7) bei wechselhaften Wetterbedingungen das beste VLN-Ergebnis eines Mercedes-AMG in dieser Saison.

Der Mercedes-AMG GT4, den sich Stefan Karg, Aurel Schoeller und Adam Christodoulou teilten, musste das Saisonfinale nach einem Unfall kurz vor Rennende vorzeitig beenden. Bis dahin war das Fahrertrio fantastisch unterwegs und meist im Bereich der Top-15 des Gesamtklassements platziert. Bei den Produktionswagen traten Christoph Hoffmann, Charles Oakes und Alexander Böhm mit einem Porsche Cayman (#448) an und beendeten das Rennen als Sechste in der stark besetzten Klasse V5. Alexander Akimenkov, Axel König, Fidel Leib und Vasilii Selivanov erlebten einen ereignisreichen VLN-Tag am Steuer des Porsche 911 Carrera (#420). Das Auto beendete das Rennen nach insgesamt drei unverschuldeten Unfällen und den damit verbundenen Reparaturpausen außerhalb der Wertung.

Bestes Mercedes-AMG-Ergebnis der Saison
Beim letzten Saisonrennen qualifizierte sich der Black Falcon -Mercedes-AMG GT3 nach einem schwierigen und vom Wetter bestimmten Zeittraining für Startposition neun. Den Rennstart übernahm Hubert Haupt, der mit der nassen Strecke hervorragend zurechtkam und innerhalb der ersten Runden in die Top-5 vorfahren konnte. Nach einem Reifenwechsel auf Slicks arbeitete er sich weiter nach vorne und übernahm schließlich die Führung. Nach einem fantastischen Stint übergab Haupt das Auto an Engel, der sich ein rundenlanges Duell mit dem Zweitplatzierten lieferte und sich keinen Fehler erlaubte. Für die letzten Runden der Saison stieg Johansson ins Auto. Der junge Schwede kam -bedingt durch die Mindeststandzeit beim Boxenstopp- als Zweiter zurück auf die Strecke und zeigte eine herausragende Performance. Er fuhr in seinem Stint genügend Vorsprung heraus, um den zweiten Platz trotz eines notwenigen Splash-and-Dash-Tankstopps eine Runde vor Schluss zu verteidigen. Hubert Haupt, Erik Johansson und Maro Engel durften sich nach einem intensiven Rennen bei erneut schwierigen Witterungsbedingungen über den zweiten Platz freuen und sicherten sich außerdem den Klassensieg in der Klasse SP9 der GT3-Fahrzeuge. Damit erzielte das Trio beim Saisonabschluss das beste VLN-Ergebnis eines Mercedes-AMG GT3 in dieser Saison.

Der Mercedes-AMG GT4 (#52) absolvierte einen weiteren Testeinsatz im Rahmen der VLN. Das Fahrzeug des Mercedes-AMG Testteam Black Falcon startete vom 29. Gesamtplatz ins vierstündige Rennen. Startfahrer Adam Christodoulou kam mit den schwierigen Streckenbedingungen sehr gut zurecht und arbeitete sich schnell in den Bereich der Top-20 vor. Für den mittleren Abschnitt des Rennens übernahm Stefan Karg das Steuer von Christodoulou und knüpfte nahtlos an die hervorragende Performance an. Karg arbeitete sich bis auf Gesamtplatz 16 nach vorne und war bestplatzierter der insgesamt drei Mercedes-AMG GT4-Testfahrzeuge, ehe er für den finalen Stopp die Box ansteuerte und das Auto an Aurel Schoeller übergab. In seiner zweiten Runde wurde Schoeller unverschuldet von einem anderen Teilnehmer getroffen und musste das Auto aufgrund der Beschädigungen in der Box abstellen.

Freud und Leid beim Black Falcon Team TMD Friction
Für Alexander Akimenkov, Axel König, Fidel Leib und Vasilii Selivanov hielt das Saisonfinale einige Höhen und Tiefen bereit. Zunächst sicherte sich das Quartett die schnellste Runde in der Klasse V6, ehe der Porsche 911 Carrera kurz vor Trainingsende einen heftigen Unfall wegstecken musste. Die Black Falcon -Mechaniker tauschten anschließend die gesamte Vorderrad-Aufhängung sowie den Kühler auf der linken Seite, richteten die gesamte Seite mittels Vorschlaghammer und machten das Auto in knapp eineinhalb Stunden wieder einsatzbereit, sodass Fidel Leib dem Feld aus der Boxengasse hinterherstarten konnte. Innerhalb der ersten sieben Runden erkämpfte Leib die Führung in der Klasse und machte darüber hinaus unzählige Plätze im Gesamtklassement gut. Kurz vor dem geplanten Fahrerwechsel musste das Team dann auf den TV-Bildschirmen live mit ansehen, wie das Auto auf einer Ölspur wegrutschte und hart in die Streckenbegrenzung einschlug. Eineinhalb Stunden später war der Porsche nach einer grandiosen Leistung der Black Falcon -Mechaniker -diesmal wurde ein Großteil Hinterachse gewechselt- erneut einsatzbereit und nahm das Rennen wieder auf. In den verbliebenen eineinhalb Stunden Renndistanz wurde das Auto schließlich noch einmal von einem Konkurrenten in die Leitplanke geschoben. Dieser Unfall verursachte keinen größeren Schaden, sodass das Fahrerquartett das Rennen regulär beenden konnte. Aufgrund der langen Reparaturpause erfolgte jedoch keine Wertung.

Der in der Klasse V5 angetretene Porsche Cayman erlebte ein deutlich ruhigeres Rennen. Christoph Hoffmann, Charles Oakes und Alexander Böhm absolvierten die gesamte Distanz fehlerfrei und wurden Sechste in der hart umkämpften Klasse. Startfahrer Oakes ging von Position acht aus ins Rennen und machte während den ersten Rennrunden auf nasser Fahrbahn einige Plätze im Gesamtklassement gut. Nach einem vorgezogenen Stopp inklusive Reifenwechsel auf Slicks absolvierte er einen weiteren Stint und übergab den Wagen an Hoffmann, der einen fehlerfreien Doppelstint absolvierte. Der sechste Platz in der Klasse, den Schlussfahrer Alexander Böhm ins Ziel brachte, sicherte Hoffmann in Kombination mit 12 absolvierten Runden die Nordschleifen-Permit-A. Gemäß den Bestimmungen des DMSB darf der Unternehmer nun Fahrzeuge aller Klassen auf der Nordschleife pilotieren.

„Das war ein turbulentes Ende einer ebenso turbulenten Saison“, so Black Falcon-Geschäftsführer Alexander Böhm nach dem Rennen. „Obwohl wir heute einen Ausfall und mehrere kleinere Ausrutscher zu verzeichnen hatten, gibt es heute noch einiges zu feiern. Der AMG GT3 hatte in dieser Saison sicher nicht die beste Einstufung, dennoch waren wir sowohl beim 24h-Rennen als auch in der VLN erneut bester Mercedes. Bei den Porsche-Fahrzeugen des Team TMD Friction konnten wir ebenfalls mehrere Klassensiege in VLN und 24h-Rennen einfahren. Zudem konnten wir in 2017 erneut viele neue und vielversprechende Fahrer für Black Falcon gewinnen. In 2018 treten wir dann mit mehreren Mercedes-AMG GT3 und GT4-Fahrzeugen, der neuesten Version des Porsche 991 GT3 Cup sowie mindestens drei Porsche-Produktionswagen an. Es zeichnen sich bereits mehrere starke Fahrerpaarungen für VLN und 24h ab, daher freue ich mich schon jetzt auf die neue Saison!“

Adrenalin Motorsport gewinnt VLN-Produktionswagen-Cup

Beim Finale der VLN konnte das PIXUM Team Adrenalin Motorsport einen mehr als gelungenen Saisonabschluss feiern. Die Mannschaft aus Heusenstamm erzielte sowohl im BMW M235i Racing Cup als auch in der Klasse V5 jeweils den Tagessieg und belegte zudem in der Klasse V4 den zweiten Platz. Damit kann sich das Team rund um Matthias Unger in der Endabrechnung über den Gesamtsieg im VLN-Produktionswagen-Cup 2017 sowie über die Vizemeisterschaft in der VLN freuen.

„Natürlich hätten wir uns gerne am Ende noch den Meistertitel in der VLN gesichert. Da sich Michael Schrey jedoch leider dem direkten Kampf auf der Strecke entzogen hat und in die TCR-Klasse gewechselt ist, lag es nicht mehr unserer Hand. Wir haben mit unserer Anzahl an Siegen in der Klasse V5 das Maximum herausgeholt, was für uns möglich war. Er hatte über das Jahr hinweg im Schnitt ein paar Starter in seiner Klasse mehr, sodass er sich am Ende knapp durchsetzen konnte. Glückwunsch an ihn und Bonk Motorsport zur Titelverteidigung“, so Teamchef Matthias Unger, der dennoch mit der Saison 2017 mehr als zufrieden sein kann.

„Wir haben in allen Klassen, in denen wir am Start waren, eine Vielzahl von Klassensiegen und Podiumsplätzen eingefahren. Zudem konnten wir den VLN-Produktionswagen-Cup 2017 zu unseren Gunsten entscheiden und sind Vizemeister in der VLN sowie im BMW M235i Racing Cup geworden. Darüber hinaus konnten wir auch zum dritten Mal in Folge die Teammeisterschaft in der RCN gewinnen. Eine bemerkenswerte Ausbeute also, für die ich mich nur ganz herzlich bei meinem gesamten Team bedanken kann“, so Unger weiter.

Achter Saisonsieg in der Klasse V5
Beim Saisonfinale konnten Norbert Fischer, Christian Konnerth und Daniel Zils mit dem Porsche Cayman ihre fulminante Saisonbilanz noch einmal weiter aufstocken. So sicherte sich das Fahrertrio zum achten Mal in dieser Saison den Klassensieg in der V5. „Die Tatsache, dass wir acht von neun möglichen Siegen erzielt haben zeigt, was für eine tolle Arbeit unser Team in diesem Jahr vollbracht hat-ein fantastisches Ergebnis“, so Fischer. Die Entscheidung über den Sieg beim neunten VLN Lauf fiel dabei erst in der letzten Rennrunde. Im Streckenabschnitt Pflanzgarten konnte das PIXUM Team Adrenalin Motorsport am führenden Fahrzeug vorbeigehen und einen kleinen Vorsprung herausfahren. Dieser war am Ende groß genug, um als Erster den Zielstrich zu überqueren. Neben dem Klassensieg reichte es für Konnerth, Zils und Fischer auch zum Wertungsgruppensieg bei den VLN-Produktionswagen.

Ihre Teamkollegen Christian Büllesbach, Andreas Schettler, Carsten Palluth und Niklas Steinhaus durften sich zum Saisonende auch noch einmal über ein gutes Ergebnis freuen. Das Fahrerquartett belegte den vierten Platz in der Klasse V5. Auch die beiden BMW Z4 Coupé des PIXUM Team Adrenalin Motorsport sahen nach Ablauf der vierstündigen Distanz die Zielflagge. Sie beendeten das Rennen auf den Rängen sieben und neun.

Tagessieg im BMW M235i Racing Cup
Im BMW M235i Racing Cup musste das PIXUM Team Adrenalin Motorsport in dieser Saison lange auf den ersten Tagessieg warten. Oftmals war die Mannschaft aus Heusenstamm knapp davor, doch es fehlte jedoch immer wieder das letzte Quäntchen Glück, um das Rennen am Ende auch ganz oben auf dem Podium beenden zu können. Beim Saisonfinale war es dann endlich so weit: Yannick Fübrich und David Griessner setzten sich mit knapp über 30 Sekunden Vorsprung gegen die versammelte Konkurrenz durch. „Das Jahr mit der Pole Position und dem Rennsieg im BMW M235i Racing Cup abschließen zu können, ist einfach genial. So geht man gerne in die Winterpause“, freute sich Griessner über den Erfolg. Die beiden Schwesterfahrzeuge sahen auf den Rängen 12 und 16 in der hart umkämpften Klasse die Zielflagge.

In der Teamwertung des BMW M235i Racing Cup belegt das PIXUM Team Adrenalin Motorsport damit am Ende einen starken zweiten Rang und wurde damit auch hier Vizemeister. Bestplatzierter Pilot in der Fahrerwertung ist David Griessner auf einem guten dritten Platz. Dieses Ergebnis konnte der Österreicher auch in der Juniorenwertung der VLN erzielen. Sein Teamkollege Yannick Fübrich rundete das tolle Teamergebnis ab. Er belegt am Ende den fünften Rang in der Fahrerwertung des BMW M235i Racing Cup sowie den vierten Platz in der VLN Juniorenwertung.

Grandiose Aufholjagd in der Klasse V4
In der Klasse V4 konnten sich Christopher Rink, Philipp Leisen und Danny Brink für eine grandiose Aufholjagd selbst belohnen und mit ihrem BMW 325i E90 den zweiten Platz erzielen. Nach einem Unfall in der Anfangsphase des Rennens und einer daraus resultierenden längeren Reparaturpause an der Box fiel das Fahrertrio zeitweise bis auf den 17. Platz zurück. Doch mit einer beherzten Fahrt konnten sich Rink, Brink und Leisen wieder erfolgreich vorkämpfen und die Saison 2017 mit einem Podiumsplatz beenden. „Nach der Reparaturpause war es für uns ein weiter Weg. Aber nach einer anstrengenden und sehr spannenden Aufholjagd hat es am Ende dennoch zum zweiten Platz gereicht. Vielen Dank an alle für den unglaublichen Einsatz“, so Leisen. Ihre Teamkollegen Holger Kroth, Christoph Magg und John Lee Schambony fuhren mit dem Schwesterfahrzeug auf einen guten achten Platz in der stark besetzten Klasse.

VLN: Schrey feiert Titelverteidigung

Das Saisonfinale der VLN war ein Rennen der Superlative: 20 Jahre nach Dirk Adorf (1996 und 1997) gab es mit Michael Schrey wieder einen Fahrer, der in der weltweit größten Breitensportserie der Welt seinen Titel verteidigen konnte. „Wahnsinn“, strahlte Schrey nach seinem siebten Klassensieg 2017. „Ich kann noch gar nicht fassen, dass es wieder geklappt hat. Es war in diesem Jahr unglaublich eng an der Spitze. Der Druck war enorm, viel größer als 2016. Das werden wir jetzt gebührend feiern.“ Der letzte Tagessieg ging an Manthey-Racing. Damit waren die Lokalmatadore rund um Olaf Manthey mit fünf Erfolgen nicht nur der erfolgreichste Rennstall 2017, sondern besiegelte mit dem 50. Sieg in der VLN-Team-Geschichte auch ein historisches Jubiläum.

Erfahrung ist in der VLN durch nichts zu ersetzen. Teamchef Michael Bonk ist ein alter Hase im Geschäft und tüftelte in der Nacht vor dem Finale eine brillante und gleichzeitig gewagte Strategie aus. Um ausreichend Punkte für den Titelgewinn einzufahren, hätte Schrey in seiner angestammten BMW-Cup-Klasse beim 42. DMV Münsterlandpokal Erster oder Zweiter werden müssen. Das ist eine große Herausforderung, die Schrey allerdings zuletzt sechsmal in Folge meisterte. Dennoch schätzte Bonk das Risiko höher ein, als in einer weniger stark besetzten Klasse einen Sieg zu erzielen. Kurzerhand entschied man sich dazu, Schrey in der TCR-Klasse ins Rennen zu schicken – im Volkswagen Golf TCR von Benjamin Leuchter und Andreas Gülden. „Wir haben heute Nacht die Köpfe zusammengesteckt und überlegt, wie wir das Risiko minimieren könnten – dabei kam uns dieser Einfall“, grinste der Teamchef, nicht ohne Stolz. Schrey holte als TCR-Klassensieger 9,17 Punkte und kürte sich mit 0,2 Punkten Vorsprung zum zweiten Mal in Folge zum VLN-Champion. Für sein Team Bonk-Motorsport ist es bereits der fünfte VLN-Meistertitel. Der Rennstall aus Münster stellt damit den bisherigen Rekord des Teams rund um Lokalmatador Johannes Scheid ein. Ein BMW-Team erringt zum 15. Mal die Meisterschaft.

Den Tagessieg holten sich Fred Makowiecki und Lars Kern im Porsche 911 GT3 R von Manthey-Racing. Im Ziel betrug der Vorsprung auf die Zweitplatzierten, Hubert Haupt, Erik Johansson und Maro Engel im Mercedes-AMG GT3 von Black Falcon, 51,622 Sekunden. Platz drei sicherten sich Frank Stippler, Christian Mamerow und Robin Frijns im Audi R8 LMS von Phoenix-Racing. Damit belegten drei Teams, die in Meuspath, nahe des Nürburgrings, beheimatet sind, die Podestplätze.

Für Lars Kern, im Hauptberuf Porsche-Test- und Entwicklungsfahrer, war es im ersten Rennen mit „Grello“, dem auffälligen Elfer in gelb-grün von Manthey-Racing, der erste VLN-Sieg. „Einfach mega – mit dem Fahrzeug sind normalerweise nur Werksfahrer unterwegs“, strahlte er nach der Siegerehrung. Die Ehre, das Fahrzeug pilotieren zu können, wurde ihm zuteil, nachdem er jüngst mit einem straßenzugelassenen Porsche 911 GT2 RS erfolgreich eine Rekordfahrt auf dem Nürburgring absolviert hatte. „Olaf Manthey und Nicki Raeder haben mir als Dankeschön diese Chance gegeben. Das war eine große Ehre für mich. Ich war zugegeben etwas nervös, wusste aber, dass ich mit Fred an meiner Seite den Vorsprung nur verwalten muss.“

Eine Woche nach dem DTM-Finale freute sich Mercedes-AMG-Werksfahrer Maro Engel über Platz zwei: „Hubert ist einen klasse ersten Stint gefahren, ich einen sauberen Mittelstint und Erik hat am Schluss einen fantastischen Job in seinem erst dritten GT3-Rennen gemacht“, so der Wahlmonegasse „Durch unseren frühen Stopp haben wir erst Zeit gutgemacht, weil wir freie Fahrt hatten. Aber wir haben auf eine Rennrunde weniger spekuliert.“

Hinter dem Spitzentrio fuhren Klaus Bachler und Romain Dumas im Falken-Porsche auf Platz vier, Connor De Phillippi und Christopher Mies belegten im Land-Audi am Ende Rang fünf. Norbert Siedler, Frank Stippler und Alexander Müller wurden im Frikadelli-Porsche Sechste. Der schnellste Pro-Am-Fahrzeug war der Ferrari 488 GT3 des Wochenspiegel Team Monschau mit Georg Weiss, Oliver Kainz und Jochen Krumbach. Den schnellsten BMW M6 GT3 pilotierten Jordan Tresson und Jonathan Hirschi für Walkenhorst Motorsport auf Position acht, gefolgt von den Teamgefährten Peter Posavac und Alex Lambertz im BMW Z4 GT3, die am Ende das bestplatzierte Gentlemen-Team waren.

In der Meisterschaft hatten sie am Ende nur knapp das Nachsehen, trotzdem endete die Saison 2017 für Norbert Fischer, Christian Konnerth und Daniel Zils vom Pixum Team Adrenalin Motorsport versöhnlich. Im Porsche Cayman feierten sie ihren achten Klassensieg und wurden als Wertungsgruppensieger bei den VLN-Produktionswagen auf dem Podium geehrt. Als verdienter Lohn steht zudem der Titel in der VLN Produktionswagen Trophäe zu Buche.

Dritter der Fahrerwertung ist Marcel Manheller, der mit seinem BMW 325i beim Saisonfinale ausschied. Vorjahreschampion Alexander Mies, 2016 zusammen mit Schrey erfolgreich, belegt nach dem sechsten Klassensieg im Porsche 911 GT3 des GIGASPEED Team GetSpeed Performance Platz vier. Sein Teamgefährte Tim Scheerbarth, Meister der Saison 2011, ist Sechster hinter dem Mühlner-Trio Moritz Kranz, Hamza Owega und Alex Schula.

VLN: Wer holt den Titel?

Beim Saisonfinale der VLN 2017 geht es um die Meisterschaft und den prestigeträchtigen letzten Sieg des Jahres. Die große Frage: Wer verabschiedet sich mit einem guten Gefühl in die Winterpause und wer nicht?

Beim Finalrennen werden die Meister gekürt – die VLN ist 2017 bis zum letzten Rennen spannend. An der Tabellenspitze liegen Norbert Fischer, Christian Konnerth und Daniel Zils mit ihrem Porsche Cayman des Pixum Adrenalin Motorsport. Ihnen dicht auf den Fersen ist Michael Schrey, der die Rennen im BMW M235i Racing Cup von Bonk Motorsport in diesem Jahr zumeist im Alleingang bestritt. Schrey kann nach sechs Siegen in Folge mit einem siebten Erfolg den Sack zu machen und die Meisterschaft einfahren. Die Konkurrenz kann dabei nur zuschauen. Sie haben ihre sieben Ergebnisse, die in die Wertung eingehen, bereits erbracht.

Der 42. DMV Münsterlandpokal markiert den Schlusspunkt einer fantastischen VLN-Saison 2017. Und das sogenannte Schinkenrennen – die erfolgreichsten Fahrerinnen und Fahrer erhalten vom Veranstalter neben Pokalen einen original westfälischen Schinken als Trophäe – wird sich nahtlos und hochkarätig in die vorangegangenen Events einreihen. Rund 150 Fahrzeuge, vom seriennahen Tourenwagen bis hin zum ausgewachsenen Rennboliden, schicken sich an, in der Grünen Hölle einen würdigen Finallauf zu zelebrieren.

Die Schweizer kommen!
Die Schweizer schicken sich an, die Nordschleife zu erobern. Auf den Spuren von Marcel Fässler und Nico Müller, die in der „Grünen Hölle“ bereits Erfolge feierten, treten beim Finale 2017 gleich drei Eidgenossen erstmals in der VLN in Top-Fahrzeugen an. Für das aus der Schweiz stammende Team Octane 126 gehen im Ferrari 488 GT3 Fabio Leimer und Simon Trummer zusammen mit Björn Grossmann aus dem Schwarzwald ins Rennen. Beide feierten im Formelsport Erfolge. Leimer krönte sich 2013 zum Champion in der GP2-Serie und war 2015 Ersatzpilot bei Manor in der Formel 1. Trummer war unter anderem ebenfalls vier Jahre lang in der GP2 und startete 2014 und 2015 für das Team By Kolles in der WEC und in Le Mans. Grossmann ist seit 2006 in der Ferrari Challenge Europe mit von der Partie und gewann in dem Markenpokal 2015 und 2016 den Titel.

Ein weiterer Schweizer debütiert beim Münsterlandpokal für Walkenhorst Motorsport im GT3-Fahrzeug in der VLN. Der 31-jährige Jonathan Hirschi war von 2012 bis 2015 in der Rallye-Weltmeisterschaft „auf Abwegen“ und feierte 2010 bereits seine Le-Mans-Premiere. In diesem Jahr fuhr er im Oreca 7 von CEPC Manor TRS Racing auf den siebten Rang. Das Rennen bestreitet er mit Jordan Tresson.

Die drei Eidgenossen treffen beim neunten Lauf auf die Crème de la Crème der Nordschleifen-Spezialisten. Für Montaplast by Land Motorsport ist das Dreamteam von 2016 wieder vereint: Connor De Phillippi und Christopher Mies. Während der US-Amerikaner zusammen mit Robin Frijns beim sechsten Lauf triumphierte, ist Mies in diesem Jahr noch ohne VLN-Sieg. Das Finale ist die perfekte Gelegenheit, diese Lücke zu füllen.

Nach seinem Gastspiel mit Bentley bei den ersten beiden Saisonläufen, kehrt der neunfache VLN-Sieger Christian Mamerow in ein altbekanntes Cockpit zurück. An der Seite von Frank Stippler startet er im Audi R8 LMS von Phoenix-Racing. Stippler absolviert seinerseits einen Doppelstart. Im Frikadelli-Pro-Porsche wechselt er sich mit Norbert Siedler und Alexander Müller am Volant ab. Topbesetzt sind auch die beiden Fahrzeuge von Falken Motorsport. Den BMW M6 GT3 pilotieren Peter Dumbreck und Stef Dusseldorp, im Porsche 911 GT3 wechseln sich Klaus Bachler und Romain Dumas ab. Black Falcon setzt einen Mercedes-AMG GT3 für Hubert Haupt und Abdulaziz Al Faisal ein und das Wochenspiegel Team Monschau bringt einen weiteren Ferrari 488 GT3 mit der Stammbesetzung Georg Weiss, Oliver Kainz und Jochen Krumbach an den Start. In der Klasse SPX ist erneut der Manthey-Porsche mit der Startnummer 911 und den Piloten Fred Makowiecki, Sven Müller und Lars Kern dabei.

Zuwachs in Sachen GT4
Neben den beiden Mercedes-AMG Testteams Black Falcon und Uwe Alzen Automotive bringt nun auch HTP-Motorsport einen neuen Mercedes-AMG GT4 an den Nürburgring. Das Cockpit übernehmen Indy Dontje aus den Niederlanden und Maximilian Götz. In der Erprobungsphase des Boliden aus Affalterbach darf Ex-DTM-Fahrer Götz noch eingreifen. Da noch nicht final homologiert, starten die GT4-Boliden mit dem Stern vorläufig noch in der Klasse SPX. Ist diese Formalie erledigt, kann der Wagen natürlich auch in der GT4-Klasse (SP10) eingesetzt werden. Dann ist Götz nicht mehr startberechtigt, denn er verfügt über Platin-Status gemäß der Einstufungsliste des Motorsportweltverbands FIA. In der GT4-Klasse sollen ambitionierte Amateurpiloten ihr Betätigungsfeld finden, Profis sind ausgeschlossen.

Der 42. DMV Münsterlandpokal beginnt am Samstag pünktlich um 12 Uhr über die Distanz von vier Stunden. Zuvor werden im Zeittraining von 8:30 bis 10 Uhr die Startpositionen ausgefahren. Zwischen Training und Rennen haben die Fans die Möglichkeit, beim Pitwalk und in der Startaufstellung die Protagonisten hautnah zu erleben.

WTCC: Turbulentes Rennwochenende in China

Die siebte Runde der FIA WTCC dürfte den Beteiligten noch lange im Kopf bleiben, denn in China erlebte die Tourenwagen-Weltmeisterschaft gleich in mehrfacher Beziehung ein außergewöhnliches Rennwochenende. So musste etwa der bisherige Spitzenreiter Tiago Monteiro pausieren: Der Honda-Pilot erholt sich von einem Testunfall, seine Ärzte hatten ihm kurz vor dem China-Auftritt vom Start abgeraten. So kletterte Gabriele Tarquini ins Cockpit des WTCC-Civic. Der WTCC-Champion von 2009 konnte sich achtbar schlagen und holte einen vierten und einen fünften Platz. In den Fight um das Podium allerdings konnte er nicht eingreifen: Im Eröffnungsrennen, bei dem die Top 10 jeweils in umgekehrter Reihenfolge des Qualifying-Ergebnisses starten, siegte Chevrolet-Pilot Esteban Guerrieri (ARG) vor Yann Ehrlacher (FRA) im Lada Vesta sowie Volvo-Fahrer Nicky Catsburg (NED). Das Hauptrennen im Ningbo International Speedpark schließlich wurde nach wenigen Runden vorzeitig abgebrochen: Heftiger Regen ließ die Rennleitung zu dieser Sicherheitsmaßnahme greifen. Der Argentinier Nestor Girolami (Volvo) wurde als Sieger vor Honda-Fahrer Norbert Michelisz (HUN) und dem Schweden Thed Björk (Volvo) gewertet.

Es war der erste WTCC-Sieg für den Volvo-Piloten Néstor Girolami in diesem denkwürdigen Hauptrennen. Wegen des frühen Abbruchs kann er sich allerdings nicht über die vollen Punkte freuen – der Lauf wird mit der halben Punktzahl gewertet. Das reichte aber seinem drittplatzierten Teamkollegen, um die Führung in der Meisterschaft zu übernehmen: Thed Björk konnte sich in der Tabelle ganz knapp vor den bisherigen Spitzenreiter Monteiro setzen, der zweitplatzierte Norbert Michelisz (Honda) rangiert nun ebenfalls knapp dahinter auf Tabellenplatz drei. Das verspricht einen äußerst spannenden Schlagabtausch bei den drei noch verbleibenden WTCC-Runden des Jahres. Und auf die Fortsetzung müssen die Fans nicht lange warten: Bereits in zwei Wochen geht es zum Honda-Heimspiel nach Japan.

Bereits im Qualifying hatte Volvo gezeigt, dass der brandneue Kurs in China für den S60 WTCC ein gutes Terrain ist: Angeführt vom späteren Rennsieger Girolami schlug das schwedische Werksteam die Honda-Equipe im MAC3-Zeitfahren. Das bescherte ihm nicht nur wertvolle Punkte in der Herstellerwertung, mit denen der Abstand auf die japanischen Konkurrenten verkürzt werden konnte. „Wir haben gestern fantastische Arbeit geleistet, die uns den Sieg heute ermöglicht hat“, sagte deshalb Girolami nach seinem Sieg unter widrigen Bedingungen: „Es war schwierig. Wenn du in Führung liegst, willst du auch Rennen fahren. Das Wetter kannst du aber nicht kontrollieren.“ Die Aussichten für den Rest der Saison sind nun gut: „Ich habe halbe Punkte bekommen und für Theds Meisterschaftsambitionen ist das Ergebnis auch gut“, so Girolami. „Jetzt blicken wir kämpferisch nach Japan. Das Wichtigste für mich ist, dass wir jetzt wieder auf unserem Leistungslevel fahren. Ich freue mich auf die kommenden Rennen. Ein solches WTCC-Rennen gewonnen zu haben, ist schön. Jetzt will ich aber auch unter normalen Umständen einen Sieg erzielen. Weil wir jetzt wieder um Siege kämpfen können, weiß ich, dass ich in Zukunft die Chance auf einen richtigen Sieg haben werden. Hier lief es jetzt so wie es lief. Aufgrund der Streckencharakteristik in Japan wäre ich dort mit einem Top-5-Ergebnis zufrieden.“

Auch das Eröffnungsrennen stellte die Piloten vor eine echte Prüfung. Wegen der schwierigen Wetterbedingungen ließ die Rennleitung das Feld hinter dem Safety-Car starten. Nachdem das Rennen freigegeben war, arbeitete sich Esteban Guerrieri zügig nach vorn, konnte Nicky Catsburg (Polestar Cyan Racing) und John Filippi (Sébastien Loeb Racing) überholen. Nach einer zweiten Safety-Car-Phase lag er dann hinter Spitzenreiter Yann Ehrlacher (RC Motorsport). Der Argentinier konnte auch den Lada-Piloten niederringen und den Sieg schließlich nach Hause fahren. Über ein „hartes Stück Arbeit“ berichtete der Sieger anschließend. „Es war ein schwieriges Rennen bei derart extremen Bedingungen mit Aquaplaning schon auf den Geraden. Man wusste überhaupt nicht, wo man bremsen musste und welches die sicherste Linie war.“