VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2016, 48. ADAC Barbarossapreis (2016-09-24): Moritz Gusenbauer, Marcel Hoppe (Porsche Cayman GT4 Clubsport). Foto: Jan Brucke/VLN

Teichmann Racing: Allen Erwartungen gerecht

Nach dem Triumph in der Porsche Cayman GT4 Trophy beim ADAC Zurich 24h-Rennen 2016 sowie dem Meistertitel in selbiger Klasse in der VLN, waren die Erwartungen beim diesjährigen Langstreckenklassiker hoch gesteckt. Trotzdem wusste die Mannschaft erneut ein Ausrufezeichen zu setzen. Beide Teichmann Racing Porsche dominierten die Klasse von Rennbeginn bis zum Zieleinlauf und feierten nach 142 Runden auf der härtesten Rennstrecke der Welt einen beeindruckenden Doppelsieg und eine Top 30 Platzierung im Gesamtklassement.

Am Donnerstagnachmittag startete das Teichmann Racing Team mit beiden Porsche Cayman GT4 Clubsport in das erste Qualifying des legendären ADAC Zurich 24h-Rennens. Der Luxemburger Daniel Bohr erwischte eine gute Runde und erzielte mit dem H&R Cayman mit der Startnummer 307 die schnellste Rundenzeit. Im zweiten Qualifying am Freitag trumpfte Moritz Gusenbauer im Allgeier Porsche mit der Startnummer 308 auf und sicherte dem Team bei perfekten Streckenbedingungen die Poleposition.

Die Besatzung des #307 H&R Porsche rutschte mit der Zeit aus dem ersten Training zwar auf Position Drei zurück, entschied aber, das Fahrzeug zu schonen, und das zweite Qualifying nicht in Angriff zu nehmen. „Wir haben uns ganz bewusst dazu entschieden, das zweite Qualifying nicht zu fahren. 24 Stunden sind lang und wir haben beschlossen unser Material zu schonen. Mit Startplatz Drei haben wir sicher auch eine gute Ausgangsposition für das Rennen.“, so der optimistische Daniel Bohr.

Hoch motiviert bereiteten sich die Fahrer am Samstag auf den Start vor und verglichen noch einmal die gesammelten Daten aus den Trainingssessions. Die Anspannung beim gesamten Team war spürbar. „Wir haben die Fahrzeuge bestmöglich vorbereitet und stehen auf P1 und P3 in der Klasse. Jetzt hoffen wir darauf, dass wir ohne weiteres durchfahren können. Dann sollten wir automatisch vorne dabei sein.“ so der technische Leiter Georg Teichmann.

Um 15:30 Uhr beim Rennstart gelangen sowohl Moritz Gusenbauer im Allgeier Porsche, als auch Daniel Bohr im H&R Porsche Vorzeige-Starts und sie übernahmen die ersten beiden Plätze in der hart umkämpften Trophy. Nachdem alle Fahrer mehrmals durchgewechselt hatten und die Nacht eingebrochen war, befanden sich die beiden Teichmann Porsche immer noch auf den Plätzen eins und zwei und hatten einen komfortablen Vorsprung. Mit Doppelstints in der Nacht konnte der Vorsprung auf knapp 3 Runden vom führenden #308 Allgeier Porsche und auf 2 Runden vom zweitplatzierten #307 H&R Porsche auf den Drittplatzierten ausgebaut werden.

Die Paarungen aus erfahrenen Langstreckenfahrern und jungen Nachwuchspiloten haben perfekt gepasst. Jürgen von Gartzen und Markus Oestreich, die vor einigen Jahren bereits gemeinsam den zweiten Gesamtplatz beim 24h Rennen eingefahren haben, konnten ebenso überzeugen wie TR Stammfahrer „Maximilian“, sowie der junge, erfolgreiche Formel 4 Pilot Kim-Luis Schramm. Das in Kombination mit erfahrenen und motivierten Teammitgliedern in allen Bereichen war das Mittel zum Erfolg.

Am frühen Sonntagmorgen lieferte sich Fabio Grosse im #307 H&R Cayman ein Rudenzeiten-Duell mit dem Schwesterauto und verbuchte dabei die schnellste Rennrunde auf sein Konto. Für das Team bedeute das später das perfekte Triple aus Poleposition, schnellster Rennrunde und Klassensieg.

Plötzlich dann der Schock fürs Team. Nachdem die Fahrzeuge 20 Stunden problemlos durchliefen und alle Boxenstopps fehlerfrei und in kürzester Zeit absolviert wurden, kam der #308 Allgeier Porsche mit einem Radlagerschaden an die Box. Hier zeigten sich die wahren Helden des Wochenendes: Die Mechaniker. In Windeseile wurde das gesamte Achsteil des Cayman getauscht und das Fahrzeug zurück auf die Strecke geschickt. Trotzdem wurde viel Zeit und somit auch die Führung verloren. Die erfahrene Fahrerbelegschaft machte sich ans Werk und nahm von Platz 4 aus eine spektakuläre Aufholjagd auf während der #307 H&R Porsche die Führung übernahm. Moritz Gusenbauer und Moritz Oestreich lieferten jeweils einen perfekten Stint und kämpften sich mit dem #308 Allgeier Porsche wieder nach vorne. Sie mussten sich am Ende lediglich dem Schwesterfahrzeug geschlagen geben.

Den kurz vor Schluss einsetzenden Regen meisterten die jeweiligen Schlussfahrer Fabio Grosse (#307) und Moritz Oestreich (#308) souverän. Grosse, der ohnehin mit zwei Runden Vorsprung die Klasse anführte, zog den geplanten „Splash and Dash“ vor und wechselte auf Regenreifen. Oestreich blieb eine Runde länger auf Slicks draußen, holte sich dann aber für die letzte Runde ebenfalls Regenreifen. Nachdem beide Fahrzeuge die Zielflagge gesehen hatten, war der Jubel über den Doppelsieg in der Teichmann Racing Box groß. Es wurden sogar ein paar Freudentränen vergossen.

Der ehemalige Profi-Rennfahrer Jürgen von Gartzen hätte natürlich lieber die Führung bis zum Ende behalten, zeigte sich aber dennoch begeistert vom Teamergebnis: „Ein riesiges Dankeschön an das gesamte Teichmann Racing Team! Ich habe sehr schnell gemerkt, dass wir auf das richtige „Pferd“ sprich Team gesetzt haben. Das Ergebnis an sich ist vor allem für die Sponsoren und fürs Team selbst grandios! Wenn ich auch die Reihenfolge umdrehen würde, wenn ich könnte.“
Teammanger Robin Selbach zeigte sich äußerst zufrieden:
„Besser hätte es nicht laufen können! Wir sind mit hohen Erwartungen in das Rennen gegangen aber die Jungs haben es geschafft diese zu toppen. Jeder einzelne Mechaniker hat 24 Stunden lang einen perfekten Job gemacht und die Fahrer sind konstant, sicher und schnell unterwegs gewesen. Vielen Dank dafür!“

„Ein besonderer Dank gilt den Jungs, die für die Reifen zuständig waren. Das war bei den hohen Temperaturen ein heikles Thema aber sie hatten jederzeit den richtigen Radsatz mit dem richtigen Luftdruck am Start.“, ergänzt Michael Teichmann.

Auf der Siegerehrung wurde das Rennergebnis gebührend gefeiert. Lange Zeit sich auszuruhen bleibt jedoch nicht. Am 24. Juni geht es für Teichmann Racing beim dritten VLN Lauf wieder zur Sache.