24h-Rennen wird verschoben

Die Organisatoren des ADAC TOTAL 24h-Rennens reagieren auf die Corona-Pandemie mit einer Änderung der Planungen für das Jahr 2020. Die ursprünglich für das Himmelfahrtswochenende geplante 48. Auflage des Langstreckenklassikers wird nach jetzigem Planungsstand auf den 24. bis 27. September verschoben. Das am letzten Aprilwochenende angesetzte ADAC Qualifikationsrennen 24h-Rennen wird dagegen in diesem Jahr nicht stattfinden. Bereits erworbene Tickets für das 24h-Rennen behalten ihre Gültigkeit auch für den neuen September-Termin. Sowohl für das 24h-Rennen als auch für das Qualifikationsrennen können Eintrittskarten aber auch ohne Stornogebühren zurückgegeben werden. Der veranstaltende ADAC Nordrhein möchte mit dieser Reaktion auf die aktuelle Krisensituation dazu beitragen, dass die unvermeidlichen Folgen für die Region und die Akteure im Motorsport abgefedert werden. Weitere Details des neu angesetzten Rennwochenendes werden rechtzeitig hier auf der 24h-Homepage bekannt gegeben.

Die Entscheidung für eine Verlegung des 24h-Rennens ist ein Novum in der fast 50-jährigen Historie der Veranstaltung. Auch wenn noch viele Detailfragen zu klären sind, planen die Organisatoren nun, im September das 24h-Rennen nachzuholen: „Wir haben uns diesen Entschluss nicht leicht gemacht und schließlich die nun verabschiedete Variante als besten Kompromiss angesehen“, erklärt Peter Meyer, der Vorsitzende des veranstaltenden ADAC Nordrhein. „Derzeit sind wir optimistisch, das Rennen dann durchführen zu können, aber natürlich gibt es zahlreiche Faktoren, die einen Einfluss darauf haben werden. Nicht zuletzt hoffen wir nun auch auf die notwendige Kooperation aller Partner des Events, um die Folgen der aktuellen Situation etwas abzufedern und die Zukunft des Motorsports auf der Nordschleife zu sichern.“

Zweiteiliger Beschluss
Der Beschluss des ADAC Nordrhein ist zweiteilig und sieht zunächst einmal die Absage des 24h-Qualifikationsrennens im April vor: Der geplante Termin liegt unmittelbar nach dem Ende der aktuell ausgerufenen Einschränkungen des öffentlichen Lebens. „Aktuell kann leider niemand absehen, ob diese Phase dann tatsächlich beendet ist und welche Maßnahmen und Auflagen anschließend gültig sein werden“, erklärt Meyer. Eine sorgfältige Vorbereitung des 24h-Qualirennens, zu der etwa auch viele persönliche Meetings gehören, wäre unter diesen Umständen nicht möglich gewesen. Für das 24h-Rennen konnte der 24. bis 27. September als neuer Termin mit der Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG gefunden werden. Dieser neue Termin stellt den notwendigen Vorlauf für das umfangreiche Rennwochenende sicher. Denn sowohl für die Definition einer angemessenen BoP als auch für die Qualifikation zum Einzelzeitfahren sind im Vorfeld des 24h-Rennens absolvierte VLN-Läufe notwendig. Gleiches gilt für die persönliche Qualifikation vieler Piloten, die für das 24h-Rennen eine DPN (DMSB Permit Nordschleife) erwerben müssen. Die Verlegung soll aber nicht nur ein Signal an die Motorsportler auf und neben der Rennstrecke sein. „Wir empfinden als Veranstalter eines der größten Events auf dem Nürburgring auch eine langjährige Verbundenheit zur Region rund um den Ring“, erklärt Peter Meyer. „Deshalb wollen wir alles versuchen, das 24h-Rennen im September zu absolvieren – trotz des erheblichen finanziellen Mehraufwandes für den ADAC Nordrhein. Denn die vielen Verwerfungen mit ihren wirtschaftlichen Folgen, die sich aus der aktuellen Krisenlage ergeben, treffen natürlich auch die Eifel. Wir hoffen, gemeinsam mit den Partnern des ADAC TOTAL 24h-Rennens zumindest einen kleinen Beitrag zur Minderung der Folgen leisten zu können.“

FIA WTCR: Deutsches Team wächst / Coronel auf Audi

Rund sieben Wochen sind es noch bis zum Saisonstart der FIA WTCR in Ungarn (24. – 26. April), doch viele Rahmendaten der höchsten FIA-Meisterschaft für Tourenwagen werden nach und nach veröffentlicht. Dazu gehört auch dass sich viele Teams und Piloten zu ihren Saisonplanungen äußern. Für deutsche Fans besonders spannend: Das einzige deutsche Team im Cup verdoppelt in der kommenden Saison sein Engagement. All-inkl wird damit vier Hondas an den Start bringen. Wer es eher mit den deutschen Herstellern hält, der kommt auch nicht zu kurz: Tom Coronel wechselt 2020 auf einen Audi. Den Fans an der Nordschleife ist der Niederländer nach zehn Einsätzen beim 24h-Rennen (darunter Platz neun im vergangenen Jahr) gewiss kein Unbekannter.

Aus eins mach zwei: Das deutsche All-inkl-Team tritt in der diesjährigen WTCR mit vier Honda Civic Type R an. Sie werden getrennt voneinander unter zwei verschiedenen Namen (All-inkl.de und .com) agieren. Auch die Piloten stehen schon fest – und das Team hat sich prompt den Status der Local Heros beim Saisonauftakt in Ungarn gesichert: Attila Tassi (HUN) wechselt zum deutschen Team. Der 20-Jährige wird 2020 der Youngster im Fahrerkader sein.

Zweiter Neuzugang ist Tiago Monteiro (POR), der im vergangenen Jahr nach langer Verletzungspause sein umjubeltes Comeback in der WTCR feierte. Der 43-Jährige bewies 2019 sein Können im Cockpit eines TCR-Renners nicht zuletzt beim 24h-Rennen, als er im Honda-Werksteam den TCR-Klassensieg holte. Erhalten bleiben der All-inkl-Mannschaft die beiden Argentinier Esteban Guerrieri (35) und Néstor Girolami (30) und damit der Vizechampion und der Siebtplatzierte der Saison 2019. Über die Aufteilung der Piloten in die beiden getrennten Mannschaften hat das Team noch nicht entschieden.

Coronel mit 500. Start
Mit Tom Coronel (NED) bleibt auch einer der Publikumslieblinge der FIA WTCR 2020 erhalten. Gerade erst aus dem Dakar-Cockpit geklettert, verkündete er seine Pläne für den Rest des Jahres: Der Niederländer wechselt vom Cupra auf einen Audi RS 3 LMS und bleibt dabei dem belgischen Team Comtoyou Racing treu: „Im vergangenen Jahr passte es mit diesem Team super, und auch Audi ist für die Mannschaft keine unbekannte Marke. Für mich selbst übrigens auch nicht – ich fuhr 2001 bei den 24h von Le Mans einen Audi.“ Bei Reifentests in Spanien bewegte der 47-Jährige das Fahrzeug bereits und berichtete anschließend von „einem guten Gefühl“. Diese Saison dürfte aber aus einem Grund ohnehin eine besondere für Coronel werden. Denn er errechnete im Winter, dass er in seiner Karriere bislang 484 Rennen bestritt: „Mit den 20 WTCR-Rennen dieses Jahr werde ich also die 500 Rennen voll machen – das ist ein Kunststück, das wir gebührend feiern werden.

Für Demorunden: DTM der 80er und 90er kehrt auf die Nordschleife zurück

Die Tourenwagen Legenden bereichern 2020 das Rahmenprogramm des ADAC Total 24h-Rennens auf dem Nürburgring. Im Zuge dessen kehren die spektakulären Tourenwagen der Achtziger- und Neunzigerjahre in die Grüne Hölle zurück. Alfa Romeo 155 V6, Audi V8, BMW M3, Ford Sierra Cosworth sowie Mercedes 190 und C-Klasse lassen die Herzen der Motorsportfans, die fünf Tage lang rund um die Nordschleife das größte Rennsportfestival in Deutschland feiern, höher schlagen.

„Wir sind unheimlich stolz, beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring dabei zu sein“, sagt Jörg Hatscher, Geschäftsführer und selber Teilnehmer der Tourenwagen Legenden. „Das ist ein wichtiger Meilenstein in der noch jungen Geschichte unserer Serie, die 2020 erst in ihre zweite Saison startet. Für die Fans rund um den Nürburgring werden wir die Goldenen Jahre des Tourenwagen Sports wieder aufleben lassen. Und für unsere Teilnehmer wird es ein unvergessliches Erlebnis.“ Hatscher pilotiert bei den Tourenwagen Legenden eine AMG Mercedes C-Klasse DTM/ITC 1996. Die Nürburgring Nordschleife kennt er wie seine Westentasche. Von 2008 bis 2014 war er als Fahrer und zum Teil als Teamchef in der VLN und beim 24h-Rennen mit von der Partie und errang dabei 2 Klassensiege.

Die Tourenwagen Legenden bestreiten am Freitagnachmittag zwei Demonstrationsrunden in der Grünen Hölle. Daneben werden die historischen Rennfahrzeuge – begleitet von einer Reihe Ex-DTM-Stars – Teil des Adenauer Racing Days am Mittwoch, der Autogrammstunde im ring°boulevard am Donnerstag sowie an allen Tagen in der Fan-Arena im historischen Fahrerlager. Daneben werden zwei der spektakulären Boliden im DSK-Zelt in der Müllenbachschleife zu sehen sein.

Die Tourenwagen Legenden bestreiten 2020 zehn Rennen á 30 Minuten für die Meisterschaftswertung; je zwei auf dem Sachsenring (8.-10. Mai), in Spa-Francorchamps (26.-28. Juni), in Hockenheim (24.-25. Juli), im tschechischen Most (28.-30. August) und auf dem Nürburgring (16.-18. Oktober). Daneben umfasst die Veranstaltungsreihe ein Einladungsrennen im norwegischen Rudskogen, eine Demofahrt beim Bergrennen in Osnabrück, zwei Prüf- und Einstellfahrten am Bilster Berg und auf dem ATP-Testgelände in Papenburg sowie Messeauftritte bei der Techno Classica und der Essen Motor Show.

Zwei mal 911: Falken tritt auf Porsche an

[Teminfo] Die Reifenmarke Falken hat ihr Motorsportpläne für 2020 bekannt gegeben und wartet mit eine Überraschung auf: Das erfolgreiche Team tritt in der Nürburgring Langstrecken-Serie (ehemals VLN) und auch beim ADAC TOTAL 24h-Rennen mit zwei der neuesten GT3-Porsche 911 GT3 R an. Das Falken Motorsports-Team, das in diesem Jahr zum zehnten Mal in Folge von Schnabl Engineering getragen wird, hat dazu ein neues 991.2-Chassis bestellt. Es wird zusätzlich zum 2019er-Porsche eingesetzt. Beide Fahrzeuge werden in der Spezifikation identisch sein.

Die Entscheidung für den Einsatz von zwei identischen Porsche folgt auf drei Jahre, in denen neben einem Porsche 911 ein BMW M6 GT3 für das türkis-blaue Team an den Start rollte. Während der BMW den ersten VLN-Rennsieg von Falken und den fünften Platz in der letztjährigen VLN-Saison erzielte, glauben die Reifeningenieure, dass der Wettbewerb mit zwei identischen Fahrzeugen die Effizienz durch die Konzentration auf die Verbesserung der spezifischen Fahrzeug- und Reifenleistung verbessern wird.

„Das Rennen mit zwei Porsche wird es uns ermöglichen, ein effektiveres Reifenevaluierungsprogramm durchzuführen, verbunden mit der Chance, verschiedene Setups an den Fahrzeugen auszuprobieren und gleichzeitig eine weitere Variable auf einer Strecke zu entfernen, die so viele unvorhersehbare Elemente aufwirft. Außerdem profitieren wir von Kosteneinsparungen bei der Ersatzteilversorgung und der Logistik, sodass dies eine sehr praktische Entscheidung ist“, sagt Stefanie Olbertz, verantwortlich für das Motorsportprogramm von Falken Tyre Europe GmbH. „Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung von BMW, und der M6 wird bei Falken immer einen besonderen Platz einnehmen, da er unseren ersten Sieg auf der Nordschleife sowie mehrere andere große Triumphe errungen hat. Dazu gehören unser erster Doppel-Podiumsplatz sowie die fehlerfreie Leistung beim 24h-Rennen 2019 mit dem fünften Gesamtrang als schnellster BMW.“

Das Falken Motorsports-Team wird im Februar nach Portimao fahren, um dort den nun schon traditionellen Shakedown durchzuführen, bevor die neue Fahrerbesetzung für 2020 zum offiziellen NLS-Testtag am 14. März 2020 bekannt gegeben wird. Der erste Wettbewerbseinsatz für die neue 4,0-Liter-Maschine mit 550 PS ist für die erste NLS-Runde am 21. März geplant.

Formel 4 erstmals mit im Programm

Premiere beim ADAC TOTAL 24h-Rennen: Erstmals wird 2020 die Formel 4 zum Rahmenprogramm des Langstreckenklassikers gehören. Die Nachwuchstalente haben so die Chance, sich auf der ganz großen Bühne zu präsentieren. Ausgetragen werden die Läufe auf der Grand-Prix-Strecke. Auch der weitere Kalender der ADAC Formel 4 steht bereits fest. Die Serie ist bei sechs Events des ADAC GT Masters und ist auf vier Formel-1-Rennstrecken zu Gast. Saisonstart ist vom 24. bis 26. April in der Motorsport Arena Oschersleben. Bereits als zweiter Lauf folgt dann der Höhepunkt beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring. Danach folgen die Stationen auf den aktuellen oder ehemaligen Formel-1-Rennstrecken Red Bull Ring/Österreich, Nürburgring, Zandvoort/Niederlande und Hockenheimring. Das Finale findet auch 2020 auf dem Sachsenring statt, diesmal vom 2. bis 4. Oktober.

Termine ADAC Formel 4 2020 (Änderungen vorbehalten)

26.04.2020: Motorsport Arena Oschersleben
24.05.2020: ADAC TOTAL 24h-Rennen
07.06.2020: Red Bull Ring (A)
16.08.2020: Nürburgring*
23.08.2020: Circuit Zandvoort (NL)
20.09.2020: Hockenheim
04.10.2020: Sachsenring*

* = vorbehaltlich Vereinbarung mit dem Veranstalter

Rückkehr einer Legende: BMW startet 2020 neues Junior-Team

[Werksinfo] Nach über 40 Jahren haucht BMW 2020 dem legendären Junior-Team neues Leben ein: Mit völlig neuem Konzept werden die Nachfolger von Eddie Cheever (USA), Manfred Winkelhock (GER) und Marc Surer (SUI) auf große Aufgaben vorbereitet. Die Schule wird eine der härtesten sein, die der internationale Rennsport zu bieten hat: die Nürburgring-Nordschleife! Dan Harper (GBR), Max Hesse (GER) und Neil Verhagen (USA) absolvieren ein auf zwei Saisons angelegtes ganzheitliches, hochwertiges und intensives Ausbildungsprogramm, das neue Maßstäbe in der Förderung junger Talente setzt. Einer ihrer Mentoren wird der Mann sein, der 1977 das erste BMW Junior Team gegründet hat: Jochen Neerpasch.

Ziel des Ausbildungskonzepts ist, die Junioren gemeinsam in vielen verschiedenen Bereichen weiterzuentwickeln, sie individuell und ganzheitlich zu fördern und sie dadurch zu besseren und vor allem reiferen Rennfahrern zu machen. Das BMW Junior Team beginnt seine Ausbildung am 9. Januar mit dem Einzug in eine gemeinsame Wohnung in Viareggio (ITA), wo ein mehrwöchiges Trainingscamp mit Fitness- als auch Mentaltraining auf sie wartet. Eine Säule des Programms ist der Teamgegeist, der auch anschließend im Vordergrund steht: Dann ziehen die Junioren in eine gemeinsame Wohnung nahe des Nürburgrings, der zum Mittelpunkt ihrer Rennfahrerausbildung werden wird. Am Steuer verschiedener BMW Rennfahrzeuge – vom neuen BMW M2 CS Racing über den BMW M4 GT4 bis hin zum BMW M6 GT3 – fährt das BMW Junior Team die komplette Saison der Nürburgring Langstrecken-Serie sowie das ADAC TOTAL 24h- Rennen auf dem Nürburgring. Zu den Renneinsätzen kommen zahlreiche weitere Ausbildungsinhalte hinzu.

„Die Wiedergeburt des legendären BMW Junior Teams nach mehr als 40 Jahren ist für uns bei BMW Motorsport etwas ganz Besonderes“, sagt BMW Group Motorsport Direktor Jens Marquardt. „Umso mehr, da wir den Gründer des damaligen BMW Junior Teams und der BMW Motorsport GmbH, Jochen Neerpasch, als einen der Mentoren für die neue Generation gewinnen konnten. Damit treffen Tradition und Zukunft in einer aus unserer Sicht perfekten Konstellation aufeinander. Unser neues Konzept steht auf mehreren Säulen: dem Racing auf der Nürburgring-Nordschleife, dem Sim-Racing als einem neuen und zukunftsorientierten Bereich, dem Mental- und Fitnesstraining, Ausbildungsinhalten innerhalb der BMW Group sowie dem Teambuilding durch das Zusammenleben in einer WG. Mit diesem umfassenden Konzept heben wir unsere Nachwuchsförderung noch einmal auf eine neue Stufe.“

Jochen Neerpasch meint: „Als ich 1977 das erste BMW Junior Team gegründet habe, waren wir bei BMW Motorsport Pioniere in der Nachwuchsförderung. Zum ersten Mal haben wir die Ausbildung junger Rennfahrer auf eine professionelle Basis gestellt. Nun nach mehr als 40 Jahren erneut in die Förderung eines BMW Junior Teams involviert zu sein, freut mich sehr. Ich weiß aus meiner Erfahrung, dass junge Fahrer sehr viel schneller lernen, wenn sie als Team agieren, anstatt nur für sich selbst zu kämpfen. Auf dieser Grundlage ist gemeinsam mit den Verantwortlichen von BMW Motorsport die Idee entstanden, das BMW Junior Team wieder neu ins Leben zu rufen. Mich fasziniert der Gedanke, dass die drei Junioren gemeinsam auf der schwierigsten Rennstrecke der Welt lernen und darüber hinaus in vielen weiteren Bereichen ausgebildet werden. Ich bin mir sicher, dass die drei ihren Weg im professionellen Rennsport gehen werden. Wir werden alles tun, um ihnen dafür optimale Voraussetzungen mit auf den Weg zu geben.“

Das Trio, das das neue BMW Junior Team bildet, hat bereits Erfahrungen und erste Erfolge im Rennsport gesammelt. Der 19-jährige Dan Harper gewann 2019 den Titel im British Carrera Cup und erhielt für seine Leistungen eine Nominierung für die prestigeträchtigen Autosport Awards. Der 18-jährige Max Hesse feierte 2019 den Titelgewinn in der schnell wachsenden Tourenwagenserie TCR Germany. Zudem war er Förderkandidat des ADAC. Der ebenfalls 18-jährige Neil Verhagen belegte 2019 den sechsten Gesamtrang in der hochkarätig besetzten British F3 Championship und war Teil des Red-Bull-Juniorprogramms.

Als Mentoren konnte BMW Profis wie die Werksfahrer Philipp Eng (AUT) und Dirk Adorf (GER) gewinnen. „Ich freue mich riesig darauf, gemeinsam mit unseren Junioren durch das zweijährige Programm zu gehen“, sagt Adorf. „Die Jungs sind jetzt schon sehr stark und werden von uns in allem Bereichen ausgebildet, die das Umfeld von BMW Motorsport und der BMW Group zu bieten hat. Dazu kommt dann noch, dass sie auf der besten Rennstrecke der Welt lernen werden. Wenn sie dort schnell sind, finden sie sich sicher überall gut zurecht. Ich kenne mich rund um den Nürburgring sehr gut aus und stehe den Junioren dort als wichtiger Ratgeber immer zur Verfügung. Natürlich mit meiner Streckenkenntnis, aber sicher auch mit meiner Kenntnis der Region. Wenn sie dort in einer Wohnung leben, brauchen sie sicher auch jemanden, der ihnen ganz normale Alltagsfragen beantwortet. Ich denke, ich kann ihnen dabei helfen, viele Leute kennenzulernen und sich einfach auch ein wenig zu Hause zu fühlen.“

Ausschreibung 2020 veröffentlicht: Feintuning am Reglement

Die Ausschreibung für das ADAC TOTAL 24h-Rennen 2020 ist veröffentlicht, und damit steht auch das Regelwerk für den Saisonhöhepunkt auf der Nordschleife fest. Wenn sich die Teilnehmer vom 21. bis 24. Mai 2020 ins Geschehen stürzen, dann bleiben praktisch alle wichtigen Regularien konstant. Natürlich haben die Organisatoren beim ADAC Nordrhein aber auch für die 48. Auflage des Klassikers wieder Feintuning betrieben. Es verspricht mehr Klarheit, Fairness und Spannung.

Die Ausschreibung steht auf der 24h-Teaminfo-Homepage unter www.24h-information.de zum Download bereit.

Neu: Top Qualifying mit zwei Stufen

Das Top-Qualifying am Freitag bleibt auch 2020 ein Höhepunkt des 24h-Rennens, in ihm werden wie gehabt GT3-Fahrzeuge und die SP-X-Klasse zu sehen sein. Es wird 2020 zum ersten Mal zweistufig veranstaltet. Das eigentliche Stechen um die Pole und die besten Startplätze erfolgt im „Q2”, davor gibt es ein „Q1” für jene Teilnehmer, die sich nicht direkt für diesen Showdown qualifiziert haben. Für das Q2 werden wie bislang die Startplätze bei den VLN-Läufen und beim 24h-Qualirennen vergeben. Eine Liste der teilnahmeberechtigten Autos wird nach dem Qualifikationsrennen veröffentlicht. Insgesamt sollen je 40 Prozent der Pro- und Pro-AM-Teams einziehen. Alle Fahrzeuge, die sich nicht im Vorfeld qualifiziert haben, dürfen im Q1 fahren – hier werden vier weitere Plätze an die Schnellsten vergeben.

Neu: Mehr elektronische Helfer

Auch beim 24h-Rennen machen elektronische Helfer den Teams und Piloten das Leben etwas einfacher. So ist ab 2020 die Verwendung einer App zur Identifizierung und Zuordnung der verwendeten Rennreifen in den Topklassen verpflichtend. Übrigens müssen sich die Teams nach Abschluss des 24h-Qualirennens verbindlich für eine Reifenmarke entscheiden. Elektronische Unterstützung erhalten außerdem die Fahrer im Cockpit: Das so genannte „Smart Track Safety Display”ist für alle Teilnehmer verpflichtend. Es wird im Cockpit der Rennfahrzeuge eingebaut und weist die Piloten schon bei der Annäherung auf Gefahrenstellen hin. Wer VLN und 24h-Rennen verfolgt, weiß, dass es immer wieder zu Sportstrafen kommt, die etwa wegen nicht wahrgenommener Code-60-Signale ausgesprochen werden. Dies soll durch das neue Display minimiert werden.

Lexus: Auch 2020 mit Werkseinsatz am Start

[Teaminfo] Lexus kehrt auch 2020 in die „grüne Hölle“ zurück: Ein LC startet im nächsten Jahr beim ADAC TOTAL 24h-Rennen. Das Sportcoupé nimmt bereits im dritten Jahr in Folge am Langstreckenklassiker auf der wohl anspruchsvollsten Rennstrecke der Welt teil. Die 24h am Nürburgring sind längst eine feste Größe im Rennkalender: Seit 2007 war das Werksteam Gazoo Racing jedes Jahr in der Eifel am Start, 2020 steht die 14. Teilnahme hintereinander an. Wie in den vergangenen beiden Jahren vertraut das Team dabei auf den Lexus LC, der für den ultimativen Härtetest nochmals verbessert wurde. Basierend auf den bisherigen Erfahrungen, kommt beispielsweise ein neu entwickelter V8-Motor mit Twin-Turboaufladung zum Einsatz. Neben aerodynamischem Feinschliff wurde außerdem an Gewicht und Steifigkeit des Rennwagens gefeilt, ein optimiertes Fahrwerk und Assistenzsysteme unterstützen die Kurvenhatz auf der Nordschleife.

Das Team setzt sich wie in den Vorjahren aus Mitarbeitern zusammen, die das Fahrzeug für das Rennen aufbauen und auch am Steuer Platz nehmen. Als Cheffahrer geht Hiroaki Ishiura ins Rennen, der zum sechsten Mal unweit der Nürburg startet. Masahiro Sasaki, Kazuya Oshima und Naoya Gamo komplettieren das Fahrerquartett. Die auf der Strecke gesammelten Erfahrungen fließen auch in die Serienfertigung von Straßenfahrzeugen mit ein.

„Ich freue mich, am 24-Stunden-Rennen 2020 am Nürburgring teilnehmen zu können. Da ich einige Zeit nicht mehr am Nürburgring war, bin ich sehr aufgeregt – auch angesichts der Verantwortung als führender Fahrer“, erklärt Hiroaki Ishiura. „Durch die alljährliche Teilnahme haben wir in diesem Projekt eine beachtliche Expertise gesammelt. Es gibt viele Elemente, die nur unter den rauen Bedingungen des 24h-Rennens am Nürburgring verfeinert werden können. Wir hoffen, diese Erfahrungen nutzen zu können, um noch schnellere und sicherere Autos zu entwickeln, die allen Spaß machen.“

Pole bei der Nennung: GT3-Viper hilft Kindern auf die Schulbank

Kaum war die Online-Nennung für das ADAC TOTAL 24h-Rennen 2020 eröffnet, da flatterte auch schon die erste Nennung ins Haus: Sie stammte auch diesmal vom Team rund um Bernd Albrecht, das mit seinen Viper-Einsätzen in den vergangenen Jahren viele Herzen rund um die Nordschleife gewonnen hat. Auch 2020 wird das Kult-Auto an den Start rollen und wieder ist das Team für einen guten Zweck unterwegs. Der Teamchef, der in den vergangenen Jahren für den Einsatz der grünen Viper zuständig war, widmet sich mit seiner Mannschaft dabei einem neuen, aufregenden Benefiz-Projekt. Der Hirrlinger, der seit 2000 beim 24h-Rennen am Start steht, wird sich mit seiner 40-köpfigen Mannschaft für die Stiftung »Fly & Help« einsetzen. Die fördert Schulprojekte in Entwicklungsländern und so steht der ehrgeizige Plan fest: Durch den Start beim ADAC TOTAL 24h-Rennen 2020 wollen Albrecht und seine Mitstreiter den Bau von mindestens einer ganzen Schule ermöglichen! mindestens 40.000 Euro sind dazu nötig – und wer die quirlige Truppe kennt weiß: Das Projekt unter dem Titel „white angel on road to green hell“ könnte definitiv funktionieren.

Die Basis des Projektes ist dabei seit Jahren bewährt: Teamchef Bernd Albrecht kann auf die Unterstützung von Mintgen Motorsport zählen. Und auch die von Manfred Sattler zur Verfügung gestellte Dodge Viper SRT 10 Competition Coupé GT3 hat die Feuertaufe in der Grünen Hölle längst hinter sich. Es handelt sich um die 2018 / 2019 komplett neu aufgebaute Giftschlange, die nach einem vorausgehenden Unfall beim 24h-Rennen längst wieder im alten Glanz erstrahlt. Angetrieben wird der Bolide nicht nur vom 8,3-Liter-Motor, der auch mit dem alternativem E20-Kraftstoff reichlich Leistung bereitstellt, sondern auch von der Unterstützung sehr vieler Fans.

Teamchef Bernd Albrecht erläutert: „Wir arbeiten in dem Projekt alle ehrenamtlich. Partner und Sponsoren sammeln mit uns den Spendenbetrag, den wir dann einer Hilfsorganisation übergeben möchten. Im kommenden Jahr werden wir die Stiftung »Fly & Help« unterstützen, die seit zehn Jahren sehr erfolgreich beim Bau von Schulen in Ländern aus der Dritten Welt unterwegs ist. Unser Ziel ist es, den Bau von mindestens einer neuen Schule mit unserer Spende zu finanzieren.“

Hinter »Fly & Help« steht eine Hilfsorganisation, die insgesamt schon über 330 Schulprojekte mit einem Fördervolumen von knapp 16 Millionen Euro umsetzen konnte. Durch die neuen Gebäude wird vielen tausenden Kindern in Afrika, Asien und Lateinamerika der Schulbesuch ermöglicht und der Grundstein für eine selbstbestimmte Zukunft gelegt – und nach dem 24h-Rennen 2020 hoffentlich auch in einer neuen Schule, deren Grundstein gewissermaßen in der Grünen Hölle gelegt wurde.

Gründer Reiner Meutsch ist Tourismusexperte, der mit seinem Unternehmen „Berge & Meer“ sehr erfolgreich Reisen vermarktete. Da er auch leidenschaftlicher Pilot ist, war er in aller Welt unterwegs und stellte fest: „Viele Traumreiseziele bieten den Einheimischen gar keine traumhaften Bedingungen“, so Meutsch. „Besonders tragisch finde ich es, wenn Kinder keinen Zugang zu Schulbildung haben – und damit keine Perspektive.“ So wurde sein Projekt geboren, das heute als Stiftung weltweit Schulprojekte auf die Beine stellt.

Das Fahrzeug – eine Dodge Viper SRT 10 Competition Coupé GT3, stellt Manfred Sattler zur Verfügung. „Ich hatte das Glück, ein erfolgreiches Unternehmen im IT-Bereich aufzubauen und mir damit auch den Wunsch zu erfüllen, als Rennfahrer unterwegs zu sein“, schildert er. „Zwölf Jahre lang war ich in verschiedensten Rennserien des GT-Motorsports, insbesondere auf dem vor unserer Haustür liegenden Nürburgring aber auch auf vielen anderen europäischen Rennstrecken mit dem Rennstall Vulkan-Racing unterwegs. Ich stelle die Viper sehr gerne für das Projekt White Angel zur Verfügung.” Für den Einsatz zeichnet Michael Mintgen zuständig, der mit seinem Team Mintgen Motorsport als Spezialist für die Viper gilt.

Weitere Informationen unter https://www.facebook.com/WhiteAngelViper/ und www.fly-and-help.de.

FIA WTCR: Hyundai-Pilot Michelisz holt den Titel

Mit einem superspannenden Finale ging der FIA Tourenwagen-Weltcup (WTCR) im malaysischen Sepang zu Ende. Bis zum letzten Rennen war der Kampf um den ersten Platz offen, am Schluss hatte Norbert Michelisz (HUN) die Nase vorne. Der Hyundai-Pilot konnte mit einem Sieg im ersten Rennen des Wochenendes und Platz vier im dritten Heat seinen schärfsten Rivalen Nestor Girolami auf Distanz halten, der aber den Titelkampf bis zuletzt offen halten konnte. In Sepang verabschiedete sich außerdem VW aus der Serie – und das mit einem echten Feuerwerk. Der Schwede Johan Kristoffersson schaffte im allerletzten WTCR-Lauf der Saison das Kunststück, von Startplatz 22 aus den Sieg zu holen. Zum Vizemeister wurde in Malaysia Esteban Guerrieri (ARG) gekürt, der für das deutsche Team All-inkl.com Münnich Motorsport an den Start geht. Der lange Zeit Tabellenführende musste seine Titelambitionen erst im allerletzten Lauf begraben, als er mit einem Motorproblem zurückfiel. Das Finale macht Lust auf die Fortsetzung, die es ab Anfang April gibt: Dann steht in Marokko der Saisonauftakt der Saison 2020 auf dem Programm.

Rennen 1: Michelisz legt den Grundstein

Schon im Qualifying deutete sich an, dass das Sepang-Wochenende spannend werden würde: Norbert Michelisz holte im ersten Qualifying die Pole für Lauf 1, während Rivale Guerrieri nur Platz zehn blieb. Bei der Entscheidung um die Startplätze für den zweiten und dritten Lauf lagen dann die Rivalen Kopf an Kopf: Michelisz auf P1 und Guerrieri auf P2 – das versprach einen Krimi zum Saisonabschluss. Den Anfang machte aber Michelisz mit einer souveränen Vorstellung: In Lauf 1 blieb er bei wechselhaftem Wetter fehlerfrei und holte den Sieg. Der Hyundai-Pilot kam vor Aurélien Panis (Cupra) ins Ziel, der als Zweiter gestartet war. Esteban Guerrieri verbesserte sich auf Rang vier, doch nach diesem Lauf hatte Michelisz 27 Punkte Vorsprung auf ihn, während Yvan Muller als dritter Titelaspirant noch einmal acht Punkte mehr Rückstand hatte. „Es war nicht einfach, die Bedingungen waren nicht ideal“, fasste Michaelisz zusammen. „Es gab Druck, aber ich bin sehr glücklich mit meiner Performance und dem Auto. Aurélien hatte eine gute Pace, also konnte ich nicht nachlassen und versuchte, mir einen Vorsprung herauszufahren, falls ich einen Fehler machen würde. Es war das perfekte Rennen.” Dritter wurde Gabriele Tarquini (Hyundai), der als amtierender Meister in die Saison gestartet war und in Sepang die Saison auf Platz acht abschloss.

Rennen 2: Guerrieri machte es spannend

Auch in Lauf zwei spielte das Wetter eine Hauptrolle. Nachdem bereits Lauf eins hinter dem Safetycar begonnen hatte, war diesmal sogar eine Unterbrechung notwendig. Von all dem ließ sich Esteban Guerrieri nicht beirren, der mit seinem Honda schließlich als Sieger abgewinkt wurde. Er konnte damit das Titelduell noch einmal spannend machen, rückte er doch bis auf zehn Punkte an Michelisz heran. Von Platz neun in der Startaufstellung fuhr Guerrieri im Regen nach vorne, während es dunkel wurde und unter Flutlicht gefahren wurde. Michelisz wurde nur Achter. „Unglaublich“, sagte Guerrieri. „Ich habe alles gegeben. Ich habe schon gesehen, was in der ersten Runde kommen wird, und es ist auch so passiert. Es war das Rennen meines Lebens.“ Ein dickes Lob bekam von ihm die Mannschaft von All-inkl.com Münnich Motorsport: „Das Auto war unglaublich! Danke an mein Team.” Auch sein Teamkollege machte eine gute Figur: Beim Start übernahm Néstor Girolami zunächst die Führung. Er überholte Polesitter Ma Quinghua in Kurve 1. Doch da einige Piloten im starken Regen von der Strecke abgekommen waren, wurde der Lauf mit der Roten Flagge unterbrochen. Die neue Startaufstellung sah die Teamkollegen Girolami und Guerrieri in der ersten Startreihe, Tabellenführer Michelisz – der beim ersten Start zurückgefallen war – startete nur von P17. Aufgrund von Problemen anderer Fahrer rückte er beim Neustart hinter dem Safetycar auf P13 nach vorne. Beim Neustart ließ Girolami Guerrieri vorbei, der anschließend einen komfortablen Vorsprung aufbaute und den Sieg nach Hause fuhr. Hinter ihm gab es viel Action. Mikel Azcona (Cupra) und Johan Kristoffersson (VW) duellierten sich hart. Sie überholten Girolami und standen mit Guerrieri auf dem Podium.

Rennen 3: Sensationssieg für VW-Pilot Kristoffersson

Das letzte Saisonrennen der WTCR enthielt dann alles, war Tourenwagensport spannend macht. An der Spitze setzte sich VW-Pilot Kristoffersson in einem spektakulären Vierkampf um den Sieg durch, der gleichzeitig Esteban Guerrieri seine Titelchance kostete. In den ersten Runden schwang das Pendel zwischen Guerrieri und Michelisz fast in jeder Kurve hin und her. Schließlich verlor der Honda-Pilot aber Motorleistung, wohl weil Guerrieri nach einem Kontakt mit Kristoffersson durch das Gras fuhr und dadurch der Kühler möglicherweise verstopft wurde. Vom Start weg kam es zu einem direkten Schlagabtausch der beiden Titelaspiranten, die sich die erste Startreihe teilten. Pole-Mann Michelisz verlor in Kurve eins, als sich Guerrieri auf der Außenbahn durchsetzte. Dabei zog er auch Mikel Azcona auf den zweiten Platz mit. Zum Trio gesellte sich bald Kristoffersson, der aus dem Nirgendwo kam, nun an der Spitze kräftig mitmischte und Michelisz einen weiteren Platz kostete. Nach einer kurzen Safetycar-Phase zeigten die vier ein unglaubliches Spektakel. Der Schlüsselmoment war ein Duell zwischen Guerrieri und Kristoffersson. Der VW-Pilot berührte den Argentinier, dessen Honda für einen Moment aufs Gras abkam. Später funkte Guerrieri, dass er Leistung verliert. Er fiel immer weiter zurück. Nachdem der Kühler gesäubert war, fuhr er zwar noch die schnellste Rennrunde, aber mehr als Platz 22 sprang nicht mehr heraus. Sein Pech bedeutete, dass Michelisz auf Titelkurs war. Er fiel auf den fünften Platz zurück, während sich vor ihm ein Dreikampf um den Sieg entwickelte, denn zu Kristoffersson und Azcona hatte sich auch der Alfa Romeo Giulietta Veloca TCR von Kevin Ceccon gesellt. Am Ende konnte der Schwede den Lauf für sich entscheiden und vor Ceccon und Audi-Pilot Frederic Vervisch durchs Ziel gehen. „Glückwunsch an Esteban – seine Performance in Rennen zwei und drei waren unglaublich stark“, zollte der neue Meister Michelisz seinem Titelrivalen anschließend Respekt. „Es war ein echt harter Kampf, wir haben beide alles gegeben.“

FIA WTCR: Titelentscheidung vertagt – Lynk-Piloten dominieren in Macau

In den Häuserschluchten von Macau trafen sich an diesem Wochenende die Piloten des Tourenwagen-Weltcups (FIA WTCR) zur vorletzten Meisterschaftsrunde. Auf dem spektakulären Innenstadt-Kurs im Herzen der ehemaligen portugiesischen Kolonie am Perlflussdelta hätte eine Vorentscheidung im Titelkampf zwischen den beiden Tabellenführern fallen können. Doch sowohl Hyundai-Werkspilot Michelisz (HUN) als auch der Argentinier Esteban Guerrieri im Honda des deutschen Teams All-inkl.com Münnich Motorsport hatten es schwer. Statt ihrer brillierten die Piloten der chinesischen Marke Lynk & Co, die alle drei Rennsiege auf dem 6,2-km-Kurs einfuhren. Yvan Muller (FRA) konnte zwei Läufe für sich entscheiden, Markenkollege Andy Priaulx (GBR) siegte im dritten Heat. Muller schloss damit zur Spitze auf, aus dem Titelfight wird ein Dreikampf. Beim Finale im malaysischen Sepang (13. – 15. Dezember) wird sich nun zeigen, wer sich endgültig durchsetzen kann – der WTCR steht ein äußerst spannendes Finale bevor!

Norbert Michelisz, der als Tabellenführer nach Macau kam, konnte im ersten Rennen des Wochenendes am Samstag den zweiten Platz erobern, musste aber bereits im Qualifying für die Sonntagsläufe einen herben Rückschlag einstecken. Nach einem Unfall konnte er die Hoffnung auf eine große Punktausbeute begraben – am Ende reichte es zu einem zehnten und einem zwölften Platz. Auch Titelrivale Esteban Guerrieri hatte sich das Wochenende gewiss anders vorgestellt: Im ersten Rennen schaffte er es nicht bis ins Ziel, dafür war er am Sonntag erfolgreicher. Als Zehnter des zweiten Qualifyings hatte er die Pole-Position für Rennen 2 erobert, das in der WTCR jeweils für die Top 10 in umgekehrter Reihenfolge des Quali-Ergebnisses gestartet wird. Doch eine Grid-Strafe warf ihn auf Platz vier zurück, auf dem er das Rennen auch beendete. In Rennen drei sah er die Zielflagge als Zehnter. Er erntete damit insgesamt 19 Punkte am Wochenende, während Michelisz 30 Zähler sammelte und seinen knappen Vorsprung ein wenig ausbauen konnte.

Besser lief es für den großen Sieger des Wochenendes: Yvan Muller setzte im Lynk & Co seine mit fünf Meisterschaftszählern belohnte Pole-Position in Rennen 1 in einen makellosen Sieg um. In Rennen zwei schaffte er es auf dem schwierigen Stadtkurs, die fünfte Startposition in einen zweiten Rennsieg umzumünzen. In Rennen drei schließlich wurde er sechster und konnte sich damit nochmals zehn Punkte gutschreiben lassen, sodass am Ende 65 Meisterschaftszähler und die unmittelbare Schlagdistanz auf Tabellenplatz zwei zusammenkamen. Hoch zufrieden dürfte auch Kevin Ceccon (Team Mulsanne) aus Macau abgereist sein, der in seiner Alfa Romeo Giulietta TCR zwei Mal den Sprung aufs Podium schaffte.

Huff: Rekord nicht ausgebaut
Der Brite Rob Huff trat in Macau an, um seinen eigenen Rekord zu knacken: Mit einem zehnten Rennsieg hätte er seine erstaunliche Erfolgsbilanz noch einmal ausbauen können, doch soweit kam es nicht: Es blieb bei insgesamt neun Triumphen, nachdem er die Pole Position in Rennen drei nicht umsetzen konnte – am Ende blieb dem VW-Piloten mit Platz zwei dennoch ein Podestplatz und der Trost, weiterhin der erfolgreichste Fahrer aller Zeiten auf dem legendären Stadtkurs zu sein. Jean-Karl Vernay (FRA) eroberte in diesem dritten Lauf Rang drei für das Team Audi Sport. Huffs Volkswagen-Teamkollege Johan Kristoffersson, der zweifache Rallycross-Weltmeister, schloss das Wochenende mit Platz fünf in Rennen zwei und Rang vier im dritten Umlauf als bester Rookie ab. Der deutsche Rookie Luca Engstler, der von Hyundai als Ersatzmann für Augusto Farfus nominiert worden war, konnte im dritten Rennen seine ersten WTCR-Punkte sammeln: Zwei Zähler bekam er für den 14. Platz, nachdem er zuvor in Rennen 1 als 16. abgewinkt wurde und in Rennen 2 einen Ausfall hinnehmen musste.

VLN: Yannick Fübrich und David Griessner sind Meister 2019

Die neuen Meister der VLN heißen Yannick Fübrich und David Griessner. Sie holten beim Meisterschaftsfinale für das im BMW M240i Racing Cup ihren siebten Klassensieg. Damit verwiesen sie die Verfolger – ihre Teamkollegen Philipp Leisen, Danny Brink und Christopher Rink sowie Torsten Kratz, Oliver Frisse und Moran Gott vom Team Avia Sorg Rennsport – auf die Plätze zwei und drei. Griessner ist zudem Junior-Champion, Leisen, Brink und Rink gewannen die VLN-Produktionswagen-Trophäe. Den Laufsieg beim 44. DMV Münsterlandpokal errangen Patrick Assenheimer und Maro Engel im Mercedes-AMG GT3 des Black Falcon Team AutoArena Motorsport.

Die Entscheidung um die Meisterschaft war bis zum letzten Rennen offen, mit der besseren Ausgangsposition für Fübrich / Griessner. Sie gingen als Tabellenführer in das letzte Rennen der Saison. Dennoch mussten sie noch ein Top-Ergebnis einfahren, um den Sack zuzumachen. Gerade in der Anfangsphase zeigte sich jedoch, was den BMW M240i Racing Cup bei den Fans so beliebt macht: Duelle Stoßstange an Stoßstange. „Das war ein echt harter Kampf“, gestand Fübrich. „Da war Durchsetzungsvermögen gefragt. Am Ende bei so vielen starken Fahrern in der VLN Meister zu werden – da fehlen mir einfach die Worte.“

Teamkollege Griessner sagt: „Das fühlt sich großartig an. Ich bin den Schlussstint gefahren und der dauerte gefühlt eine Ewigkeit. Von diesem Erfolg haben wir lange geträumt – jetzt sind wir endlich am Ziel.“ Aus Sicht des Teamchefs Matthias Unger – seinerseits selber VLN-Champion 2008 – kam der Erfolg aber nicht unerwartet. „Es klingt komisch, wenn ich sage, dass wir die Titelverteidigung geplant haben. Aber es ist so. Natürlich gehört auch das gewisse Quäntchen Glück dazu, aber wir haben drei Fahrzeuge mit absoluten Top-Besatzungen in drei unterschiedlichen Klassen ins Rennen geschickt. Am Ende belegen wir damit die Plätze eins, zwei und vier in der Tabelle – besser geht es kaum.“ Besagte Vierte sind Norbert Fischer, Oskar Sandberg und Daniel Zils, die im Porsche Cayman sieben Siege in der Klasse V5 feierten.

Neben der Meisterschaftsentscheidung war auch der Kampf um den letzten Tagessieg der Saison ein Krimi. In Führung liegend geriet Lars Kern im Porsche 911 GT3 R von Manthey-Racing in der letzten Runde mit einem zu überrundenden Fahrzeug aneinander. Weidwund rettete er den liebevoll „Grello“ getauften Elfer ins Ziel und wurde am Ende Sechster.

Den Sieg erbten Patrick Assenheimer und Maro Engel, die eine Podiumsplatzierung nach einem unplanmäßigen Stopp in der Anfangsphase schon fast verloren geglaubt hatten. Im Kühlergrill des Mercedes-AMG GT3 hatte sich Laub angesammelt, das von den Black-Falcon-Mechanikern entfernt werden musste, weil die Motortemperatur bedrohlich anstieg. „Damit haben wir nicht gerechnet“, sagte Assenheimer. „Unser Tag hat sehr mäßig begonnen, als wir im Qualifying eine kleine Kollision hatten. Das Team hat alles darangesetzt, dass wir noch eine schnelle Runde fahren konnten. Im Rennen dann der unplanmäßige Stopp nach nur einer Runde. Das war deprimierend. Ich wusste in meinem Stint nicht, wo wir stehen und war am Ende positiv überrascht.“

Der Mercedes-AMG GT3 mit der Startnummer #6 sicherte sich mit dem vierten Saisonsieg von Assenheimer den Titel in der Rowe-Speed-Trophy by VLN. Platz zwei ging an den Audi R8 LMS von Phoenix Racing #5. Vincent Kolb und Frank Stippler fuhren beim Finale auf den zweiten Rang vor Christian Krognes, David Pittard und Jody Fannin im BMW M6 GT3 von Walkenhorst Motortsport. Als Vierte gewannen Michele Beretta, Steve Jans und Kim Louis Schramm im zweiten Phoenix-Audi die Pro-Am-Wertung der SP9. Hubert Haupt, Adam Christoudoulou und Dirk Müller belegten am Ende im zweiten Black-Falcon-Mercedes-AMG Rang fünf.

Der Falken-Porsche von Sven Müller und Patrick Pilet wurde auf Platz zwei abgewinkt. Aufgrund eines Gelbvergehens wurde dem Duo aber nachträglich eine 185-Sekunden-Strafe auferlegt. In der Endabrechnung stand so am Ende nur Rang sieben zu Buche.

Sieger der VLN-Junior-Trophäe ist Meister David Griessner, der sich gegen das Scheid-Motorsport-Duo Nico Otto und Lars Peucker durchsetzte. Die VLN-Produktionswagen-Trophäe ging ebenfalls an das Pixum Team Adrenalin Motorsport mit den scheidenden Champions Rink, Brink und Leisen.

WTCR Japan: Drei Rennen, drei Sieger

Der FIA Tourenwagen-Weltcup WTCR steuert einem rasanten Saisonfinale entgegen. Beim achten Saisonlauf auf dem nur 2,2 km langen Ostkurs der Rennstrecke im japanischen Suzuka gab es spannende Rennen und große Leistungsdichte. Stark konnte sich Meisterschaftskandidat Esteban Guerrieri (ARG) in Szene setzen, der im Honda des deutschen All-Inkl-Teams einen Rennsieg (Lauf 1) und einen zweiten Platz (Lauf 3) einfuhr. Doch sein schärfster Konkurrent Norbert Michelisz (HUN) konterte mit einem Triumph im zweiten Heat, sodass Guerrieri zwar die Tabellenspitze zurückerobern konnte, aber nur mit einem hauchdünnen Sechs-Punkte-Vorsprung zum vorletzten Rennwochenende anreist: dem legendären Straßenrennen durch die Häuserschluchten des asiatischen Spielerparadieses Macau (14. – 17. November). Erfreulich aus deutscher Sicht war auch das starke Abschneiden der VW-Piloten. Johan Kristoffersson (SWE) siegte mit seinem Golf GTI TCR in Lauf drei, Teamkollege Rob Huff (GBR) belegte zuvor in Lauf zwei die zweite Position.

Rennen 1: Guerrieri meldet sich zurück

Mit Rundenzeiten unter einer Minute ging es rasant zu auf der kurzen Honda-Hausstrecke in Suzuka. All-Inkl-Pilot Guerrieri, der in der diesjährigen FIA-WTCR-Saison ab dem ersten Lauf an der Tabellenspitze mitmischte, meldete sich beim ersten Rennen des Wochenendes zurück an der Spitze, die er bei der siebten Meisterschaftsrunde in China verloren hatte. Die Grundlage legte er im Zeittraining, indem er sich die Pole Position sicherte. Sie setzte der Argentinier sicher in einen Rennsieg vor Niels Langerveld (NED) im Comtoyou-Audi RS3 LMS um. „Das ist einer meiner besten Siege“, sagte Guerrieri anschließend. „Der war aus vielerlei Gründen wichtig. Ich danke allen, die an diesem Projekt beteiligt sind.“ Dabei hatte Langerveld zunächst die Führung übernommen, denn nach dem Start war Guerrieri zunächst damit beschäftigt, sich gegen den Angriff von Langervelds Teamkollegen Frédéric Vervisch zu wehren. Doch ein Fahrfehler des Niederländers öffnete in Runde zwei das Fenster, und Guerrieri holte sich die Führung zurück, die er nicht mehr abgab. „Es war intensiv“, sagte der Rennsieger. „Die Audis waren leichter und auf der Geraden schneller. Nach dem Start haben die Räder von meinem Auto die von Vervischs berührt, aber der Honda ist robust wie ein Traktor. Langeveld ging innen durch in Führung, machte dann aber einen Fehler. Danach konnte ich das Rennen kontrollieren.“ Weniger glücklich verlief das Rennen für Vervisch, der seinen dritten Platz in Runde 7 verlor. Trümmerteile hatten sich zwischen Bremszange und Rad verklemmt. Dadurch wurde die Felge durchgeschleift, eine Safety-Car-Phase war die Folge. Ein zweites Mal ging das Safety-Car nach einem heftigen Unfall zwischen Andy Priaulx und Nicky Catsburg auf die Strecke, das das Feld bis ins Ziel anführte. So änderte sich nichts mehr am Klassement, in dem sich Tiago Monteiro (POR) im Honda Civic TCR des KCMG-Teams auf Rang drei geschoben hatte.

Rennen 2: Michelisz kontert

Beim zweiten Rennen des Wochenendes, das traditionell für die Top 10 in umgekehrter Reihenfolge des Qualifying-Ergebnisses gestartet wird, war es der gerade entthronte Norbert Michelisz, der kontern konnte. Er hatte sich als Trainingszehnter die Pole Position gesichert und setzte die gute Ausgangsposition prompt in einen Rennsieg um. Dem Hyundai-Pilot war dabei zwar stets der Brite Rob Huff im Golf GTI auf den Fersen, doch der 35-Jährige ließ dem Konkurrenten keine Chance für das entscheidende Überholmanöver. „Fantastisch“, jubelte Michelisz anschließend. „Das Rennen war sehr schwierig. Ich habe zu Beginn versucht, einen Vorsprung herauszufahren und sah, dass Rob zurückfiel. Aber er hat sich das Rennen und seine Reifen gut eingeteilt und kam zurück. Das waren 24 Qualifying Runden für mich, ich war am Limit.“ Sein Lohn: Die vorläufige Tabellenführung mit sechs Punkten Vorsprung auf Guerrieri, der diesmal nicht über den zehnten Platz hinauskam. Michelisz: „Vollgas zu geben war für mich die einzige Option. Ich bin sehr glücklich mit meiner Performance, Punkte sind wichtig, wenn man sie mitnehmen kann.“ Hinter dem Führungsduo kämpften Kevin Ceccon und Gabriele Tarquini um den letzten Platz auf dem Podium. Im Fight der italienischen Piloten behielt der Altmeister diesmal die Oberhand: Hyundai-Pilot Tarquini, der amtierende FIA-WTCR-Champion, konnte sich der Angriffe des jungen Konkurrenten in der Alfa Romeo Giulietta Veloce TCR erwehren und wurde Dritter. „Es ging heiß her mit Kevin“, gab Tarquini zu. „Kevin war im Rennen der schnellste Fahrer.“

Rennen 3: Kristofferson siegt, Guerrieri schlägt zurück

Im dritten Heat waren der Schwede Johan Kristoffersson (VW) und Esteban Guerrieri (Honda) für die Show an der Spitze zuständig: Kristoffersson stand auf der Pole, fiel beim Start aber hinter Tiago Monteiro zurück, der als Zweitplatzierter antrat. Bereits in der zweiten Kurve konnte der VW-Pilot aber Kontern und die Führung zurückerobern, die er bis ins Ziel nicht mehr abgab. „Mein Start war nicht der beste, und Tiago ist vorbeigekommen. In Kurve zwei ist mir dann aber der Undercut gegen ihn gelungen“, sagte zweimalige FIA Rallycross-Weltmeister. „Das war ein gutes Rallycross-Manöver.“ Zwischenzeitlich hatte sich nach einer Safety-Car-Phase Honda-Pilot Tiago Monteiro (POR) auf die zweite Position verbessert, die er aber in Runde 28 von 30 dem All-Inkl-Piloten wieder überließ, um dem Honda-Markenkollegen im Titelkampf zu helfen. Seinen Platz in der Spitzengruppe verlor Monteiro schließlich unter kuriosen Umständen: Nach einer Safety-Car-Phase in der finalen Phase des Rennens bog Monteiro zu früh in Richtung Box ab, statt über die Ziellinie zu fahren. Kevin Ceccon (ITA) ging im Alfa Romeo deshalb als Dritter über die Ziellinie. „Ein Missverständnis würde ich sagen“, erklärt Monteiro anschließend. „Ich dachte, es wäre die letzte Runde, und klarerweise muss man auf der Strecke ins Ziel fahren. Ich habe am Funk gesprochen, nicht richtig aufgepasst und wollte in die Box abbiegen. Ich bin direkt wieder zurückgefahren, aber dann hat Kevin mich überholt. Das ist etwas seltsam, denn es war ja noch Safety-Car. Die Entscheidungen an diesem Rennwochenende verwirren mich. Das ist schwer zu schlucken.“

VLN: Spannender Titelkampf beim Finale

Die Entscheidung in der VLN fällt erst beim neunten und damit letzten Lauf der Saison. Das Pixum Adrenalin Motorsport hat dabei gleich zwei heiße Eisen im Feuer, während das Fahrertrio von Avia Sorg Rennsport auf fremde Hilfe angewiesen ist. Aus eigener Kraft geht in Sachen Gesamtsieg nichts mehr.

Nach ihrem sechsten Saisonsieg in der Cup-5-Klasse beim vergangenen VLN-Lauf liegen Yannick Fübrich und David Griessner nun auf idealer Ausgangsposition. Die Spitzenreiter gaben sich beim vergangenen Rennen mit dem BMW M240i Racing Cup keine Blöße. Gleichzeitig gewannen aber auch die Teamkollegen Christopher Rink, Philipp Leisen und Danny Brink in der V4 und wahrten somit ihre Chancen auf die Titelverteidigung. „Wir führen nun mit zwei Fahrzeugen die Tabelle an, demzufolge haben wir alle Trümpfe in unserer Hand. Aber wie heißt es so schön: to finish first, first you have to finish”, sagt Adrenalin-Teamchef Matthias Unger. Gewinnen Fübrich und Griessner den letzten Lauf ihrer Klasse, sind sie definitiv Meister. Bei 16 gemeldeten Startern kämen sie dann auf 67,90 Punkte.

Die VLN-Titelverteidiger sind stark im Aufwind

Nach einem holprigen Saisonstart hatten die amtierenden Meister Christopher Rink, Danny Brink und Philipp Leisen im BMW 325i mit der Verteidigung ihres VLN-Meistertitels eigentlich schon abgeschlossen. Dank einer bärenstarken zweiten Saisonhälfte und einem erneuten Klassensieg beim achten VLN-Lauf hat das Fahrertrio jedoch die Chance aufrechterhalten, am Ende doch noch ganz oben in der Tabelle zu stehen. „Wir haben das Kapitel Meisterschaft noch nicht beendet. Dank des Sieges beim vergangenen Rennen haben wir uns einen Vorteil gegenüber unserem härtesten Klassengegner verschafft und können beim Finale noch an unseren Teamkollegen David und Yannick vorbeiziehen. Sie haben jedoch alle Trümpfe in der Hand, daher wird es schwer werden“, sagt Brink. Neben dem VLN-Meistertitel geht es für das Fahrertrio beim Saisonfinale auch noch um die Klassensieger-Trophäe in der V4 sowie um den Produktionswagentitel. Die amtierenden VLN-Champions triumphierten zuvor mit der #1 bei drei Läufen (VLN4, VLN5 und VLN7). Die V4 hat auch diesmal mit 31 Fahrzeugen erneut die meisten Starter. Vorausgesetzt die Titelverteidiger siegen und Fübrich / Griessner würden nur Zweite, hätten sie mit 67,80 Punkten gegenüber 67,27 Punkten allerdings die Motorhaube vorn.

Auch Torsten Kratz, Moran Gott und Oliver Frisse vom Team AVIA Sorg Rennsport wahrten beim achten VLN-Lauf des Jahres ihre Titelchancen. Sie kamen ebenfalls in der V4-Klasse im BMW 325i auf den zweiten Platz und können auf Siegen bei drei Läufen (VLN1, VLN3 und VLN6) aufbauen. Die Experten stellen bereits Rechenspiele an, bei denen es je nach Konstellation am Ende um wenige Bruchteile von Punkten gehen könnte. „Ich freue mich auf ein packendes, mitreißendes Finale bei VLN9. Derart spannend war es lange nicht mehr. Die Entscheidung, wer Meister wird, fällt wohl am Samstag erst in der letzten Runde. Ich hoffe, dass alle Teilnehmer auf der Strecke fair miteinander umgehen werden, und dass insbesondere die Fahrzeuge, die nichts mehr mit dem Titelkampf zu tun haben, Rücksicht auf die Konkurrenz nehmen“, sagt deshalb Michael Bork, der Leiter Bereich Sport der VLN.

Starke Herausforderer für Black Falcon im Kampf um den Rennsieg

Neben der Frage, wer VLN-Meister wird, ist auch offen, wer den letzten Lauf in der Grünen Hölle gewinnt. Mit drei Podiumsplätzen in Folge ist GetSpeed Performance das Team der Stunde. Bei VLN7 feierte die Crew um Adam Osieka den ersten Sieg der Teamgeschichte in der weltweit populärsten Breitensportserie. Dieses Mal geht der Mercedes-AMG GT3 mit der Startnummer #2 mit Philip Ellis und Dominik Baumann auf die Reise. Bei VLN6 wurden sie in derselben Besetzung Dritte. Das Team Black Falcon AutoArena Motorsport bietet mit Patrick Assenheimer und Maro Engel die siegreiche Kombination von VLN5 auf.

Chancenreich ist in der SP9 auch der Porsche von Falken Motorsports mit Sven Müller und Patrick Pilet. Im Doppelpack unterwegs sind Phoenix Racing und Walkenhorst Motorsport. In den Audi R8 LMS sitzen erneut Vincent Kolb und Frank Stippler sowie Michele Beretta, Steve Jans und Kim-Luis Schramm. Der Norweger Christian Krognes und die Briten David Pittard sowie Jody Fannin sind die Speerspitze von Walkenhorst. Die vier Ringe auf der Motorhaube hat auch der Bolide von WRT mit Francois Perrodo, Emmanuel Collard und Matthieu Vaxivière. Der „Grello“-Porsche von Manthey Racing ist bestückt mit Dirk Werner und Mathieu Jaminet. Als Einzelkämpfer ist beim BMW Team Schnitzer dieses Mal DTM-Pilot Philipp Eng unterwegs. Daniel Keilwitz und Hendrik Still pilotieren die Dodge Viper des Team Zakspeed. Aussichtsreich ist auch das Trio Hubert Haupt, Adam Christodoulou und Dirk Müller des Mercedes-AMG Team Black Falcon.

FIA WTCR Macau: Luca Engstler fährt für BRC

Das werden aufregende Wochen für Luca Engstler: Der deutsche TCR-Pilot wird beim FIA-WTCR-Lauf in Macau vom 14. bis 17. November antreten. Der erfolgreiche Nachwuchspilot aus Wiggensbach geht bei den spektakulären Rennen in den Straßenschluchten des Spielerparadieses an der chinesischen Südküste für das BRC Hyundai N Lukoil Racing Team an den Start. Er wird damit für eine höchst erfolgreiche Saison ausgezeichnet, in der er die asiatische und malaysische TCR-Serien gewann und Rennsiege in der TCR China und der TCR Europe erzielte. Bereits Anfang November hat er überdies eine weitere, besonders ehrenvolle Aufgabe: Er reist mit der deutschen Equipe zu den ersten FIA Motorsport Games nach Italien, wo er Deutschland im TCR-Wettbewerb vertritt. 20 Fahrer kämpfen dort in Vallelunga im Touring Car Cup für ihre Nationen um die Medaillen.

Auf dem legendären Guia Circuit von Macau wird Engstler Teampartner von Nicky Catsburg (NED) sein. Der Deutsche vertritt dabei Augusto Farfus (BRA), der bei dieser WTCR-Runde aussetzt. „Ich bin sehr glücklich über diese Chance“, sagt Engstler. „Seit meinem ersten Einsatz im Hyundai i30 N TCR im vergangenen Jahr habe ich es geschafft mich weiterzuentwickeln und zuerst Rennsiege und dann Meistertitel zu erzielen. Das verdanke ich auch der Unterstützung durch das Nachwuchsfahrer-Programm von Hyundai Motorsport Customer Racing. Macau stellt für mich Neuland dar, ich erwarte drei herausfordernde Rennen auf einem anspruchsvollen Straßenkurs. In einer so stark umkämpften Serie wie der WTCR muss man von der ersten Minute des Wochenendes an voll bei der Sache sein – deshalb nutze ich momentan jede Minute für die Vorbereitung.“

BRC-Racing-Teamchef Gabriele Rizzo erklärt, warum die Wahl auf den deutschen Nachwuchspiloten fiel: „Luca trat in diesem Jahr bei der WTCR-Runde auf dem Slovakia-Ring mit einer Wildcard an und zeigte dort seine Wettbewerbsfähigkeit bei internationalen Einsätzen im Hyundai i30 N TCR.“ Hyundai-Motorsport-Direktor Andrea Adamo ergänzt: „Luca besitzt die Fähigkeit, ein Rennen anzuführen und zu gewinnen. Der Schritt in die WTCR ist natürlich ein sehr großer. Aber ich bin ebenso wie das BRC-Team überzeugt, dass er in der Tourenwagen-Topklasse bestehen kann.“