Im Gespräch: WTCR-Star Benjamin Leuchter

Wenn Benjamin Leuchter am Wochenende im FIA Tourenwagen-Weltcup (WTCR) antritt, dann betritt er im Wortsinne „heimischen Boden“. Denn der Lokalmatador darf sich an der Nordschleife nicht nur daheim fühlen, weil die fünfte von zehn Runden im Tourenwagen-Weltcup im Heimatland stattfindet – die Nordschleife ist für den 31-jährigen Duisburger so etwas wie das zweite Wohnzimmer. Hier hat er in der VLN, als Test- und Entwicklungs¬fahrer sowie als VW-Markenbotschafter unzählige Runden absolviert. Und Volkswagen steht nun auch hinter seiner ersten Saison in der WTCR. Im Interview berichtet er über seine Lieblingsstrecke und wirft einen Blick voraus auf das WTCR-Rennen.

???: Wann hast Du Deine erste Runde auf der Nordschleife absolviert?
Benjamin Leuchter: „Mein Team-Manager im Formelsport setzte auch ein paar Touren¬wagen ein. Er sagte mir, ich sollte lieber auf Tourenwagen umsatteln, doch ich wollte davon nichts hören. 2007 sagte er: ‚Ich habe ein Auto und Du muss bis Samstag vorbereitet sein. Nimm Dein Straßenauto und dreh ein paar Runden auf der Nordschleife dort wirst Du an den Start gehen.‘ Ich sagte: ‚Was?! Auf dieser schwierigen Strecke? Das ist doch verrückt! Das kann ich nicht.‘ Doch dann fuhr ich 15 Runden, kam samstags zurück – und wir gewannen das Rennen.“

???: Wie hast Du Dir das Layout und all die Kurven eingeprägt?
Benjamin Leuchter: „2007 war es mit den Simulatoren noch nicht so weit her. Klar, es gab Videos, doch ich bat einen erfahrenen Teamkollegen um Hilfe. Er gab mir in meinem Straßenauto eine Streckeneinweisung. Als ich so neben ihm saß war ich anfangs etwas ängstlich, denn man kann sich einfach nicht vorstellen dass hier so schnell gefahren werden kann. Doch nach der zweiten oder dritten Runde begann ich, mich zu verlieben.“

???: Warum ist die Nordschleife solch eine Herausforderung?
Benjamin Leuchter: „Die Bedingungen, besonders die Witterung, ändern sich so schnell, das ist immer schwierig. Dann das ständige Auf und Ab, die Kompressionen, die man im TV nicht fühlt aber im Auto sehr wohl. All das ist einfach erstaunlich.“

???: Kennst Du die Nordschleife auswendig?
Benjamin Leuchter: „Ich kenne die Kurven und einen Großteil der Strecke. Doch man weiß nie, wie das Wetter sein wird. Ich kenne den Asphalt, ich kenne die Curbs und weiß welche man überfahren sollte und welche nicht – auch, um mein Auto nicht zu beschädigen. 2013, nachdem ich die magische Zahl 1.000 Runden auf der Nordschleife erreicht hatte, habe ich aufgehört, sie zu zählen. Eigentlich schade, denn seit 2014 habe ich eine Menge Entwicklungsarbeit für VW erledigt und könnte deshalb inzwischen bei mehreren tausend Runden angekommen sein.“

???: Mit Deinen Streckenkenntnis sollte es also leicht sein, hier zu gewinnen, oder?
Benjamin Leuchter: „Schön wär’s. Aber in der FIA WTCR weiß jeder, was er zu tun hat. Vielleicht kenne ich die Strecke ein bisschen besser und weiß auch ein bisschen mehr darüber, wie man das Auto am besten und möglichst schnell abstimmen sollte. Sollte es regnen, dürfte mein Vorteil gegenüber den Anderen beträchtlich sein. Aber nicht unter normalen Bedingungen, denn es gibt es eine ganze Reihe von WTCR-Piloten, die hier schon seit Jahren Rennen bestreiten. Ich denke, ich könnte es unter die Top-Ten schaffen, doch dafür musst du zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle sein. Aber ich werde das Wochenende definitiv genießen. Ich war vergangenes Jahr bei den WTCR-Rennen vor Ort – einfach um sie mir anzuschauen – und jetzt kann ich es kaum erwarten, endlich mit all den anderen Fahrern Gas zu geben.“

Das vollständige Interview mit Benjamin Leuchter lesen Sie im 24h-Magazin – dem Programmheft zum 24h-Rennen.

Das ist neu beim 24h-Rennen 2019

Wenn eines Tradition hat beim ADAC TOTAL 24h-Rennen, dann die Veränderung: Seit 49 Jahren erfindet sich das Mammutereignis neu und passt sich so immer wieder der manchmal rasanten Entwicklung im Motorsport an. Das Geschehen attraktiver, fairer und sicherer zu machen – das sind die drei Triebfedern, die auch in diesem Jahr viele große und kleine Detailänderungen angestoßen haben. Hier ein Überblick:

Neuer Qualifyingmodus
Der Einzug ins Top-Qualifying, und damit die Chance auf einen der vorderen Startplätze, ist eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg beim 24h-Rennen. Für die Qualifikation für dieses Einzelzeitfahren um die Pole wurden 2019 erstmals „theoretische Rundenzeiten“ berechnet, die sich aus den jeweiligen Bestleistungen eines Fahrzeuges in den einzelnen Streckensektoren errechnen. Das im Detail sehr aufwändige Verfahren bringt im Kern den Fortschritt, dass die Leistungen jedes Fahrzeuges so transparent wie nie zuvor gemacht werden können. Ein wichtiger Schritt im Kampf gegen das „Sandbagging“ – das künstliche Langsamfahren, um über die wahre Leistungsfähigkeit hinwegzutäuschen.

Streckenbelag: Gut zehn Prozent neuer Asphalt
Rund 2,5 km der insgesamt 25 km langen Gesamtstrecke beim 24h-Rennen wurden über den Winter mit einem neuen Straßenbelag versehen. Seit November 2018 rollten die Asphaltmischer und Dampfwalzen in den Bereichen Flugplatz/Schwedenkreuz, Kallenhard, Wehrseifen, Ex-Mühle und Hohe Acht, brachten neuen Asphalt auf und glätteten Bodenwellen. Für die Piloten bedeutet das: Neue Bremspunkte und geänderte Geschwindigkeiten. In den Bereichen Hatzenbach und Kesselchen wurden zur Erhöhung der Sicherheit gut 900 m an neuen FIA-Zäunen installiert.

Fahrererkennung per Transponder
Bei einem Rennen, in dem sich drei oder vier Piloten ein Fahrzeug teilen, ist die Frage, wer am Steuer sitzt, hoch interessant. Ab diesem Jahr müssen die Teams dabei aktiv mithelfen (2018 war dies noch eine Option) und das System bei jedem Fahrerwechsel entsprechend auf den aktuellen Piloten schalten. Ein Transponder in jedem Fahrzeug überträgt die ID des Fahrers an das Zeitnahmesystem, das so ab sofort für jedes Auto den korrekten Fahrer anzeigt – etwa im 24h-Livetiming (unter www.24h-rennen.de).

Lumirank: Mehr Infos für Zuschauer
Eine großflächige LED-Anzeige zeigt für jedes Fahrzeug beim 24h-Rennen wichtige Informationen an. Das System namens „Lumirank“ signalisiert per Drei-Ziffern-Kürzel, welcher Fahrer im Cockpit sitzt. Damit wechselnd wird die aktuelle Platzierung gezeigt. Bei den Teilnehmern des Top-Qualifyings blinkt das Display blau. Fahrzeuge, für die noch keine gezeitete Runde erfasst wurde, zeigen den Namen im Wechsel mit Platzhaltern („_ _“). Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Fahrzeug nicht die vollständige Strecke fährt, sondern die Kurzanbindung wählt. In der Box oder im Stand-By-Betrieb wird im Display die Startnummer und das Kürzel „24H“ angezeigt.

Fahrer für Top Qualifying und Start stehen frühzeitig fest
Wer das jeweilige Fahrzeug im Startgetümmel pilotiert, blieb bislang stets bis in die Startaufstellung hinein ein Geheimnis. Das ändert sich in diesem Jahr, denn die Teams sind nun verpflichtet, ihren Startfahrer bereits am Samstagvormittag bekanntzugeben. Gleiches gilt für das Top Qualifying: Auch für dieses muss der betreffende Pilot bis zum Beginn des zweiten Qualifyings benannt werden – selbst wenn sich die Mannschaft bis dahin noch nicht qualifiziert hat.

Siegerehrung kehrt zurück auf das traditionelle Podest
Nachdem die Siegerehrung in den vergangenen Jahren an verschiedenen Orten stattfand, wird nun wieder das fest installierte Podium am Anfang der Boxengasse genutzt. Nach der Zieldurchfahrt rollen die drei erstplatzierten Fahrzeuge in den Parc fermé, der sich direkt unterhalb des Podiums befindet. Anschließend gelangen alle Fahrer ohne große Umwege über eine eigens dafür vom Flughafen Düsseldorf angelieferte „Gangway“ direkt zur Siegerehrung.

Die ganze Action erleben: Livestream, Livetiming und Ticker via Internet

Auch im Internet ist das 24h-Rennen in diesem Jahr bestens zu verfolgen. Dafür sorgt die Berichterstattung über die Social-Media-Kanäle (Hashtag: #24hNBR) sowie die Ausstrahlung des Livestreams über die offizielle Internetseite www.24h-rennen.de. Die Fans am Nürburgring bleiben vom Geschehen ebenfalls im Bilde. Sie können das Fan-TV über DVB-T empfangen

Zu einem sehr beliebten Medium hat sich der von Sporttotal.tv produzierte Livestream des 24h-Rennens entwickelt. Er wird in diesem Jahr elf Kanäle umfassen, aus denen die Zuschauer frei wählen können. Neben dem kommentierten Endbild stehen zehn Onboard-Perspektiven zur Auswahl. Die umfassendste Informationsquelle wird die Liveseite der offiziellen Homepage www.24h-rennen.de bieten. Hier stehen neben dem Livestream auch das Livetiming und ein Rennticker zur Verfügung. Der Stream wird außerdem über den 24h-YouTube-Kanal übertragen – dort steht das Endbild mit deutschem Kommentar zur Verfügung, das vom Motorsportchannel von Sporttotal.tv übernommen wird. Für den Stream berichten Patrick Simon und Oliver Sittler aus der Boxengasse, als Streckensprecher und Kommentatoren wechseln sich Wolfgang Drabiniok, Lars Gutsche, Jörg Hennig, Oliver Martini, Swen Wauer und Uwe Winter ab. Neben allen Sessions des 24h-Rennens werden im Stream auch das Qualifying und das Rennen der 24h-Classic, die Falken Drift Show sowie die Rennen des Audi Sport Seyffarth R8 LMS Cups gezeigt.

Sendeplan Livestream ADAC TOTAL 24h-Rennen

Do., 20.06.13:20 – 15:00 Uhr24h-Rennen, Freies Training
17:00 – 18:50 Uhr24h Classic, Qualifying
20:30 – 23:30 Uhr24h-Rennen, Qualifying 1
Fr., 21.06.10:05 – 13:05 Uhr24h Classic, Rennen
14:00 – 14:30 UhrAudi Sport R8, Rennen 1
14:55 – 16:45 Uhr24h-Rennen, Qualifying 2
19:00 – 19:40 Uhr24h-Rennen, Top-Qualifying
19:50 – 21:30 UhrFalken Drift Show
Sa., 22.06.08:25 – 08:55 UhrAudi Sport R8, Rennen 2
09:10 – 10:10 Uhr24h-Rennen, Warm-up
ab 13:30 Uhr24h-Rennen, Rennen
So., 23.06.bis 15:30 Uhr24h-Rennen, Rennen

Die Übertragungsrechte für die FIA WTCR liegen bei Eurosport Events, deshalb kann die Serie nicht über die Kanäle des 24h-Rennens gestreamt werden. Die Sendezeiten der WTCR finden sich unter www.fiawtcr.de auf der offiziellen Homepage.

DVB-T und Radio Nürburgring: Vor Ort stets informiert
Auch wer als Fan am Ring live dabei ist, kann das Geschehen zusätzlich im Bewegtbild verfolgen. Gerade an der Nordschleife ist das Fan-TV äußerst beliebt, denn es liefert neben Kommentar und Videobild auch die Zwischenstände. Es wird am Nürburgring über DVB-T ausgestrahlt und ist in weiten Teilen der Zuschauerbereiche frei zu empfangen. In Teilbereichen empfiehlt sich eine Zusatzantenne. Außerdem gibt es natürlich den bewährten Streckenkommentar über Radio Nürburgring. In Kooperation mit RPR.1 ist er über UKW 87,7 MHz zu empfangen.

Homepage und Social-Media-Kanäle: Das ganze Jahr auf Sendung
Nicht nur während des 24h-Rennens sind die Social-Media-Kanäle eine beliebte Informationsquelle. So verfolgen über 70.000 Follower auf Facebook und fast 40.000 auf Instagram, was es Aktuelles zum größten Rennen der Welt gibt. Und das sind nicht nur die letzten News, sondern immer wieder auch Gewinnspiele, Videoclips und die besten Fotos vom Nürburgring. Wer nichts verpassen möchte, kann den offiziellen Hashtag #24hNBR nutzen und das Rennen unter folgenden Adressen finden: twitter.com/24hNbr, facebook.com/24hNbr, instagram.com/24hNbr sowie youtube.com/24hNbr. Auch die Internetseite 24h-rennen.de berichtet ganzjährig über alles Wichtige zum 24h-Rennen, liefert News und Hintergrundinfos. Frisch überarbeitet wurde außerdem das Forum des 24h-Rennens, das unter forum.24h-rennen.de erreicht werden kann. Es ist die perfekte Plattform für den Austausch von Fan zu Fan.

Ab November erhältlich: 24h-Rennen – das offizielle Jahrbuch
Auch die gedruckte Zusammenfassung des 24h-Rennens ist ein Mammutprojekt. Für das offizielle Jahrbuch der Veranstaltung sind während des Rennwochenendes 25 Fotografen unterwegs, die rund 240.000 Fotos schießen. Aus diesen gut 3,5 Terrabyte an Daten entsteht in 2.653-stündiger Arbeit ein Schmöker, der als beste Referenz für den umfassenden Rückblick auf das Geschehen gilt. Das 272 Seiten umfassende Buch bietet rund 1.000 Farbfotos, deutschen und englischen Text und eine ausführliche Statistik. Es ist ab November 2019 für 40,00 Euro im Handel erhältlich (ISBN: 978-3-928540 95-7) oder kann direkt über die Verlagshomepage bezogen werden: www.GruppeC-Verlag.de.

René Rast: „Ich will beiden gerecht werden“

Das ADAC TOTAL 24h-Rennen ist das Highlight der Nordschleifen-Saison und lockt traditionell auch zahlreiche Piloten aus Top-Rennserien an. Darunter mischen sich auch 2019 wieder einige DTM-Fahrer: Allen voran der aktuelle Tabellenführer René Rast. Der gebürtige Mindener konnte 2014 im Audi R8 LMS ultra das 24h-Rennen gewinnen und ist nach zwei Pole-Positions bei der vergangenen DTM-Runde in Misano bis in die Haarspitzen motiviert. Aber auch der DTM-Tabellenzweite Philipp Eng wird beim 24h-Rennen ins Volant greifen. Ebenfalls am Start: Der zweimalige DTM-Champion Marco Wittmann und Sheldon van der Linde (beide BMW).

Herausforderung Doppelstart
Rast startet zusammen mit Christopher Haase gleich in zwei Teams: Audi Sport Team Car Collection (Start-Nr. #14) und im Audi Sport Team Land (#29). „Der Vorteil ist“, verrät Rast, „dass man gleich zwei Mal eine Chance auf den Sieg hat.“ Doch das hat auch seinen Preis, den zwei Teams bedeutet auch die doppelte Arbeit, speziell vor dem Rennen. „Ich versuche bei allen Meetings und Briefings beider Teams dabei zu sein“, erklärt Rast. „Ich will beiden gerecht werden und auch dazugehören.“ Geheimnisverrat zwischen den zwei Mannschaften von Car Collection und Team Land hat er nicht zu befürchten. „In den Tagen vor dem Rennen geht es eigentlich nur noch um Kleinigkeiten“, so Rast. „Das Set-up steht ja schon. Zudem helfen sich die Audi-Teams bei Problemen sowieso untereinander, auch wenn jeder um den Sieg fährt. Da brauche ich mir keine Sorgen zu machen.“

Ist die Hatz zwei Mal um die Uhr erst mal gestartet, muss sich auch Rast an die maximale Fahrzeit und die Ruhepausen halten. Jeder Pilot darf auf maximal zwei Fahrzeugen an den Start gehen. Vor dem Wechsel in das andere Auto muss er die vorgegebene Ruhezeit von mindestens zwei Stunden einhalten. „Im vergangenen Jahr war es viel anstrengender“, erinnert sich der Audi-Pilot. „Da war ich ebenfalls schon für zwei Teams gestartet, war aber zusätzlich noch in der WTRC unterwegs. Das war richtig stressig.“

Wechsel DTM – GT3: kein Problem
Mit seinem bisherigen Saisonverlauf in der DTM ist der Champion von 2017 ganz zufrieden. „Wir konnten bei den ersten vier Rennen zwei Mal gewinnen und sind zwei Mal ausgefallen – ganz oder gar nicht“, erklärt der Wahlösterreicher. „Die Motoren haben jetzt mehr Leistung, und es ist eine Herausforderung die Hinterreifen am Leben zu erhalten.“ Zuletzt konnte er bei der dritten Meisterschaftsrunde in Misano glänzen. Zwei Pole Positions fuhr der 32-Jährige dort ein. Und auch wenn er sie nicht in Rennsiege umsetzen konnte: Nach einem zweiten und einem dritten Platz übernahm er die Meisterschaftsführung von BMW-Pilot Philipp Eng. Beide treten auch im 24h-Rennen gegeneinander an. Dort klettert Eng ins Cockpit eines BMW M6 GT3 von Rowe Racing (#98) und brennt sicherlich auf eine Revanche. Für Rast geht es vom Cockpit des Audi RS 5 DTM an das Steuer eines Audi R8 LMS. Der Umstieg ins GT3-Fahrzeug seines Arbeitgebers fällt ihm dabei nicht schwer. „Ich kenne den R8 sehr gut“, sagt Rast. „Ich weiß worauf es ankommt. Ich setzte mich rein, und nach einer halben Runde auf dem GP-Kurs ist das Gespür wieder da.“ Natürlich will Rast auch 2019 wieder ein Wörtchen im Kampf um den Sieg mitreden. Als größten Konkurrenten auf der Nordschleife sieht er BMW. „Einen klaren Favoriten erkenne ich noch nicht. Aber BMW sah bei den ersten VLN-Rennen schon sehr stark aus, Porsche aber auch.“

Tipps für Fans (2)

Im zweiten Teil der Tipps für Fans stellen wir vor, was am Freitag und Samstag beim 24h-Rennen für Fans geboten wird. Denn neben dem großartigen Motorsport auf der schönsten Rennstrecke der Welt gibt es jede Menge zu entdecken im Grand-Prix- und im historischen Fahrerlager, im ring°boulevard oder in der Müllenbachschleife. Am Samstag haben Zuschauer am Ring geradezu die Qual der Wahl, denn vor dem Start zum 24h-Klassiker wird einiges geboten!

>> Alle Infos zum Programm, Fan-Zeitpläne und Überblick über die Aktivitäten gibt es auf der Seite Tipps für Fans (klicken Sie, um zur Seite zu gelangen) <<

Freitag: Volles Programm auf und neben der Strecke
Auch am Freitag wird es vor allem ab Nachmittag spannend. So können Besucher in aller Ruhe das dreistündige Rennen der historischen Fahrzeuge der ADAC 24h-Classic genießen, bevor sich im zweiten Qualifying des 24h-Rennens (ab 14:55 Uhr) die endgültige Vergabe der Startplätze im Top-Qualifying entscheidet. Die Startreihenfolge für das Einzelzeitfahren um die Pole Position wird ab 18:00 Uhr im Parc-Fermé-Bereich (an der Technischen Abnahme im Grand-Prix-Fahrerlager) öffentlich ausgelost. Die Piloten, die später um die Bestzeit fahren, ziehen dabei selbst ihren Platz im Top-Qualifying aus dem Lostopf. Parallel geht es actionreich in den Abend: Um 17:30 Uhr findet das erste Rennen der WTCR statt, um 19:00 Uhr wird die Pole Position für das 24h-Rennen im Top-Qualifying bestimmt. Abends sorgt die Falken Drift Show in der Müllenbachschleife (ab 19:50 Uhr) für Entertainment. Anschließend geht die Party nebenan beim DSK weiter: Im Festzelt sorgt die Band „Skybagg“ für Stimmung. Der Eintritt ist traditionell kostenlos. Ebenso attraktiv ist am Freitagabend der Besuch des Grand-Prix-Fahrerlagers. Denn ab 19:55 Uhr öffnet sich die Boxengasse für den Pit-Walk.

Samstag: Keine Langeweile vor dem Start zum 24h-Rennen
Bevor es am Samstag um 15:30 Uhr in das 24h-Rennen geht, bekommen die Besucher am Nürburgring jede Menge geboten. Natürlich sind da die Rennen des Audi Sport Seyffahrt R8 LMS Cups und die beiden Läufe der FIA WTCR, die nach dem Warm-up des 24h-Rennens stattfinden. Die anschließenden zweieinhalb Stunden gehören dann der Show. Im Start/Ziel-Bereich gibt es ab 13:30 Uhr die Startaufstellung, während der viel geschieht: Rapper und Rennfahrer Smudo legt höchstpersönlich die Musik auf (14:15 bis 14:45 Uhr), um einzustimmen auf die Übergabe des Glickenhaus-Pokals für den schnellsten Piloten des Top-Qualifyings (14:45 Uhr). Vor der Startaufstellung sorgt gleichzeitig Chris Rid mit seiner Stuntriding-Show für Unterhaltung. Parallel dazu gibt es auf der Nordschleife eine ganze Reihe von Fahrzeug-Korsos – darunter einen Sonderkorso mit sechs Toyota Supra. Um 15:00 Uhr startet dann der spektakuläre Volkswagen ID.R Pikes Peak zu einer Ehrenrunde rund um die Nordschleife, mit dem Romain Dumas Anfang Juni den Nordschleifenrekord für emissionsfreie Fahrzeuge pulverisierte. Außerdem geht dann ein Prototyp des Mini JCW GP sowie der erste vom DMSB zugelassene Rennwagen ohne Lenksäule auf die Reise: Der von Schaeffler Paravan Technologie und Phoenix Racing gebaute Audi R8 LMS GT3 verfügt über ein Steer-by-Wire-System, das ohne mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und Achse auskommt.

Guide: Was ist wo beim 24h-Rennen?

Fan-Arena im Historischen Fahrerlager
Von Donnerstag bis Sonntag wechseln sich hier die Show-Acts ab. Geboten werden die Drifttaxis von Falken, Stuntriding-Shows mit Chris Rid und Demos im Sport-Holzfällen. Danny Mahr zeigt dabei, was hinter Stihl Timbersports steckt.

Fahrerlager
Highlights sind hier der Audi Sport Campus (Helipad), wo jede Menge geboten wird – Freitag und Samstag inklusive Sundowner-Sessions mit DJ. Gleich nebenan steht das Ravenol-Riesenrad (geöffnet Donnerstag bis Sonntag jeweils ab 12:00 Uhr). Auch die Mercedes-AMG Fan Base ist den Besuch werden, sie öffnet Freitag (ab 9:00 Uhr), Samstag und Sonntag (jeweils ab 8:00 Uhr). Hinter „Bembel with Care“ steckt der neue Sektpartner des ADAC TOTAL 24h-Rennens, der im Fahrerlager und am Schwalbenschwanz vertreten ist.

Ring°boulevard
Auf der Fan-Meile auf dem Ring-Boulevard präsentieren während der Veranstaltungstage Automobilhersteller, Partner und andere Unternehmen mit ihren Angeboten. Überall gibt es etwas zu sehen, oft etwas zu gewinnen, noch häufiger etwas zu erleben – und natürlich gibt es hier auch ein reichhaltiges Catering. Highlights: Sim Racing bei Gran Turismo, Gewinnspiele bei TOTAL, Fahrsimulator und viele weitere Fan-Angebote bei Hyundai, Animation bei BMW (Freitagnachmittag mit Live-DJ!), 1:1-Modelle Bugatti Chiron und Porsche 911 RSR bei LEGO. Auf der Freifläche vor dem info°center: DEKRA mit Überschlagsimulator und Infostand. Aussteller in alphabetischer Reihenfolge: 24h-Fankollektion, ADAC, BMW, ATS, ck modelcars, DEKRA (Freifläche vor dem info°center), Eibach, Fahrsicherheitszentrum Nürburgring, Falken, Gran Turismo, Hyundai, LEGO, Nissan, Porsche, Recaro, SWR, Toyota / Lexus, Volkswagen.

Müllenbachschleife
DSK-Zelt mit Bewirtung, Infoservice und Animation, geöffnet von Mittwoch bis Sonntag. Highlight: Party am Freitagabend im Anschluss an die Falken Drift Show. Während des Wochenendes dann immer wieder Talk- und Inforunden. Ausgangspunkt für die Bus-Shuttles rund um die Nordschleife (Abfahrt jeweils halbstündlich).

FIA WTCR: Wildcard für TCR Germany-Piloten

Die FIA WTCR hat ihr Starterfeld für die fünfte Saisonrunde bekanntgegeben, die beim ADAC TOTAL 24h-Rennen stattfinden wird. Das mit 27 exzellenten Piloten besetzte Feld ist voller Weltmeister, Cup-Sieger und weiterer Titelträger – und hat einen starken deutschen Akzent. Denn All-Inkl.com Münnich Motorsport aus dem sächsischen Friedersdorf konnte der bisherigen Saison den Stempel aufdrücken. Esteban Guerrieri (ARG) führt im Honda Civic Type R TCR der deutschen Mannschaft die Fahrerwertung an, sein Team führt in der Teamwertung. Der einzige deutsche Pilot Benjamin Leuchter (Duisburg, VW Golf GTI TCR) beendet mit einem Podestplatz bei der vierten WTCR-Runde in Zandvoort seine bisherige Durststrecke. Und nun hat die FIA WTCR zudem einen Wildcardpiloten benannt, der vielen Fans in Deutschland bereits bestens bekannt ist: Der Finne Antti Buri wird im Audi RS 3 LMS bei den drei WTCR-Rennen auf der Nordschleife mitmischen. Er bewies seine Pace sowohl in der ADAC TCR Germany als auch auf der Nordschleife, wo er auf beachtenswerte Ergebnisse verweisen kann.

Buri machte mehr als einmal auf der Nordschleife auf sich aufmerksam. So holte er im vergangenen Jahr mit seinen Teamkollegen Kari-Pekka Laaksonen, Olli Kangas (beide FIN) und Jordi Gene (ESP) im Seat Cupra den TCR-Klassensieg beim 24h-Rennen. Zu seinen Erfolgen in der VLN gehören eine Pole-Position, die sich der Regenspezialist 2014 im Cup-Porsche sicherte, und dabei viele stärkere Fahrzeuge hinter sich ließ. Auch in der aktuellen ADAC TCR Germany ist der 30-jährige Blondschopf in dieser Saison in Topform und mischt an der Tabellenspitze mit.

Auch für Leuchter geht es zum Heimspiel
Als einziger deutscher Fahrer im Feld erlebte VW-Pilot Benjamin Leuchter einen schwierigen Saisonstart. Doch Mitte Mai gelang dem Duisburger im Dienste von Sébastien Loeb Racing endlich der Befreiungsschlag, als er in Rennen zwei gemeinsam mit Teamkollege Johan Kristoffersson ein Doppelpodium einfuhr. „Es fühlte sich wie ein Doppelsieg mit zwei Golfs auf dem Podium an“, freute er sich über die Plätze zwei und drei hinter All-Inkl.com-Pilot Esteban Guerrieri. „Ich bin sehr zufrieden und dankbar.“ Schon im ersten Lauf, den er nach Startplatz fünf als Achter beendete, hatte die Formkurve nach oben gezeigt, nur den dritten Umlauf musste der 31-jährige vorzeitig beenden. „Das Display zeige eine Warnmeldung, also entschloss ich mich aus Sicherheitsgründen, das Auto abzustellen“, sagte Leuchter, der zwischenzeitlich von Startplatz neun auf die fünfte Position vorgefahren war. Die gute Performance in Zandvoort dürfte auch den TCR-Spezialisten, der aus der VLN auch über reichlich Nordschleifenerfahrung verfügt, bei seinem Heimrennen beflügeln.

Fünf WTCR-Piloten stürzen sich in das Abenteuer 24h-Rennen
Mit der Bekanntgabe des Starterfeldes steht auch fest, dass es gleich fünf Doppelstarter geben wird, die am 24h-Wochenende sowohl im FIA Tourenwagen-Weltcup als auch im ADAC TOTAL 24h-Rennen starten. Und bei allen handelt es sich um Piloten, die ihre Nordschleifentauglichkeit längst unter Beweis stellten und sich damit auch im WTCR-Feld gute Chancen ausrechnen werden. Da ist etwa Augusto Farfus, der bereits beim 24h-Qualifikationsrennen zwischen der WTCR in Zandvoort und der Nordschleife pendelte. Auch am Nürburgring wechselt er zwischen dem Hyundai i30 N TCR des BRC Hyundai N Lukoil Racing Teams und dem BMW M6 GT3 von Schnitzer (Startnummer #42). Nicky Catsburg (NED) ist in beiden sein Markenkollege: Er absolviert das 24h-Rennen im M6 GT3 von Rowe Racing (#99) und tritt in der WTCR ebenfalls im i30N TCR des Hyundai Werksteams BRC an. In der siegfähigen GT3-Klasse tritt auch der Belgier Frédéric Vervisch an, der im Phoenix-Audi R8 LMS #4 in den Nordschleifenklassiker startet und in der WTCR für das Comtoyou Team Audi Sport in das Volant eines Audi RS 3 LMS greift. Tom Coronel (NED) wird beim 24h-Rennen die Mannschaft von Kondo Racing unterstützten und in den Nissan GT-R Nismo mit der Startnummer #45 klettern. Die WTCR-Läufe absolviert er im Cupra des Teams Comtoyou DHL. Und dann ist da noch Tiago Monteiro (POR), der 2910 nach einer Verletzungspause in die WTCR zurückkehrte und im KCMG-Team auf einem Honda Civic Type R TCR startet. Beim 24h-Rennen bleibt er der Marke treu und tritt im Civic des Teams Castrol Honda Racing (#172) an.

FIA WTCR:
Vorläufige Starterliste WTCR Race of Germany

1BRC Hyundai N Squadra Corse
Gabriele Tarquini (ITA)Hyundai i30 N TCR
5BRC Hyundai N Squadra Corse
Norbert Michelisz (HUN)Hyundai i30 N TCR

8BRC Hyundai N LUKOIL Racing Team
Augusto Farfus (BRA)Hyundai i30 N TCR
9KCMG
Attila Tassi (HUN)Honda Civic Type R TCR
10Comtoyou Team Audi Sport
Niels Langeveld (NLD)Audi RS 3 LMS

11Cyan Racing Lynk & Co
Thed Björk (SWE)Lynk & Co 03 TCR
12SLR VW Motorsport
Rob Huff (GBR)Volkswagen Golf GTI TCR

13AS Motorsport
Antti Buri (FIN)Audi RS 3 LMS
14SLR Volkswagen
Johan Kristoffersson (SWE)Volkswagen Golf GTI TCR
18KCMG
Tiago Monteiro (PRT)Honda Civic Type R TCR
21Comtoyou DHL Team CUPRA Racing
Aurélien Panis (FRA)Cupra TCR

22Comtoyou Team Audi Sport
Frédéric Vervisch (BEL)Audi RS 3 LMS

25SLR VW Motorsport
Mehdi Bennani (MAR)Volkswagen Golf GTI TCR
29ALL-INKL.COM Münnich Motorsport
Néstor Girolami (ARG)Honda Civic Type R TCR
31Team Mulsanne
Kevin Ceccon (ITA)Alfa Romeo Giulietta Veloce TCR
33SLR Volkswagen
Benjamin Leuchter (DEU)Volkswagen Golf GTI TCR
37PWR Racing
Daniel Haglöf (SWE)Cupra TCR
50Comtoyou DHL Team CUPRA Racing
Tom Coronel (NLD)Cupra TCR
52Leopard Racing Team Audi Sport
Gordon Shedden (GBR)Audi RS 3 LMS
55Team Mulsanne
Ma Qinghua (CHN)Alfa Romeo Giulietta Veloce TCR
68Cyan Performance Lynk & Co
Yann Ehrlacher (FRA)Lynk & Co 03 TCR

69Leopard Racing Team Audi Sport
Jean-Karl Vernay (FRA)Audi RS 3 LMS
86ALL-INKL.COM Münnich Motorsport
Esteban Guerrieri (ARG)Honda Civic Type R TCR
88BRC Hyundai N LUKOIL Racing Team
Nicky Catsburg (NLD)Honda Civic Type R TCR
96PWR Racing
Mikel Azcona (ESP)Cupra TCR
100Cyan Racing Lynk & Co
Yvan Muller (FRA)Lynk & Co 03 TCR
111Cyan Performance Lynk & Co
Andy Priaulx (GBR)Lynk & Co 03 TCR

Vorfreude auf ein spannendes 24h-Wochenende

Nur noch wenige Tage bis zum größten Rennen der Welt: 160 Fahrzeuge treten vom 20. bis 23. Juni beim ADAC TOTAL 24h-Rennen auf der legendären Nordschleife des Nürburgrings im Kampf um eine der begehrtesten Trophäen im internationalen Langstreckensport an. Werksteams und werksunterstützte Mannschaften von Audi, BMW, Mercedes-AMG und Porsche fighten mit den Herausforderern auf Ferrari, Lamborghini, Nissan und Lexus. In den zwei Dutzend Fahrzeugklassen setzen unter anderem Toyota, Subaru und Hyundai Werksteams auf den Klassensieg an. Mit weit über 30 Fahrzeugen ist die Spitzengruppe der GT3 und Sonderaufbauten die am stärksten besetzte Klasse, in der sich die Zuschauer auf ein 24-stündiges Sprintrennen gefasst machen dürfen, das die epischen Rennen der vergangenen Jahre fortsetzte: Knappe Fights bis zur letzten Runde bestimmten da das Bild, und alles spricht dafür, dass es auch 2019 einen entsprechend knappen Ausgang geben wird – zumal in den Cockpits Dutzende Weltstars sitzen. Le-Mans- und DTM-Sieger fighten mit Nordschleifen-Assen und Profis aus Übersee um die Krone auf der längsten und härtesten Rennstrecke der Welt.

Karten gibt es online über die Ticketshops von eventimsports.de sowie www.nuerburgring.de. Auch über die Telefon-Hotline 0180 6 991185 (0,20 €/Anruf aus dem Festnetz, max. 0,60 €/Anruf aus den Mobilfunknetzen) ist die Bestellung möglich. Tageskarten gibt es zwischen 24,– Euro (Tageskarten Donnerstag bzw. Freitag) und 64,– Euro (Vier-Tages-Ticket Donnerstag bis Sonntag).

„Eines der coolsten Rennen“
Nicht nur bei den über 200.000 an der Rennstrecke erwarteten Fans macht sich kurz vor dem Event die Vorfreude breit, auch die Fahrer schwärmen vom Riesenspektakel, das Spitzen-Motorsport und Festivalatmosphäre vereint: Als „eines der coolsten Rennen, die es weltweit gibt“, beschreibt es Porsche-Werkspilot Sven Müller, der im Frikadelli-Team antritt. „Ich erwarte heiße Fights zwischen den Herstellern um den Sieg“, bei denen die meisten seine Marke im Vorteil sehen. Nach hervorragenden Leistungen in der VLN-Langstreckenmeisterschaft sind es vor allem die Vorjahressieger des Manthey-Teams, in denen viele die Messlatte erkennen. Beim finalen Test – dem 24h-Qualirennen – zwang eine Warnung vom Fahrzeugsystem den auf Podiumskurs liegenden 911 GT3 R mit der Startnummer #911 an die Box, und Fahrer Kévin Estre bemerkte: „Das ist natürlich ärgerlich, aber Sicherheit geht vor. Die Pace war gut. Wir waren nicht die Schnellsten, aber wir waren vorn mit dabei.“ Teamkollege und Vorjahressieger Richard Lietz schloss im Manthey-911 mit der Startnummer #1 als Siebter ab und resümierte mit Blick auf die VLN-Resultate: „Die Vorbereitungen auf das 24h-Rennen waren sehr gut.“

BMW triumphiert beim 24h-Qualirennen
Dass sich in die Statements so viel Understatement mischte, hatte einen Grund: BMW holte in Form des Walkenhorst-Teams und zweier Rowe-BMW M6 GT3 einen blitzsauberen Dreifacherfolg beim 24h-Qualirennen. Über Sekt oder Selters entschied dabei letzten Endes auch die richtige Reifenwahl zu Beginn des sechsstündigen Rennens, und Rowe-Pilot John Edwards (#99) beschreibt: „Die Rennen auf dem Nürburgring, egal ob in der VLN, beim Qualifikationsrennen oder beim 24h-Rennen sind Sprintrennen von Anfang bis zum Ende. Wo auch immer man da Zeit gewinnt oder verliert, kann am Ende entscheidend sein.“ Wie bereits in den 24h-Rennen der vergangenen Jahre wurde auch diesmal der Kampf um den Sieg im ultraspannenden direkten Duell auf der Strecke ausgefochten. Auch das ist ein Grund, warum Markenkollege Jens Klingmann (Falken Motorsports) das 24h-Rennen als „das mit Abstand beste Langstreckenrennen der Welt“ bezeichnet und die wichtigsten Faktoren dafür nennt: „Es ist ein großes Miteinander auf der schwierigsten Rennstrecke der Welt und das Rennen mit den meisten Fahrzeugen in einem Rennen.“

Die Verfolger sind bestens aussortiert
Dass BMW und Porsche den Sieg unter sich ausmachen ist so gut wie ausgeschlossen. Schließlich sind Audi und Mercedes-AMG mit extrem starken Piloten und Fahrzeugen am Start. So haben die Ingolstädter sechs 24h-Gesamtsieger und einen Le-Mans Sieger ebenso im Einsatz wie die DTM-Piloten René Rast und Jamie Green. Neben dem Car Collection-Team kommen sie bei den vierfachen Gesamtsiegern von Phoenix-Racing und bei Land Motorsport (Gewinner 2017) zum Einsatz. Und die Piloten sind top-motiviert. „Es ist das größte Rennen der Welt und eines der besten, bei denen man als Fahrer teilnehmen kann. Für mich gibt es kein besseres Rennen“, schwärmt Kelvin van der Linde, der 2017 zum siegreichen Land-Kader gehörte. Ebenfalls sehr stark aufgestellt ist Mercedes-AMG: Nach 2013 und 2016 soll der nächste Sieg der GT3 mit Stern im Kühlergrill her. Sieben Mercedes-AMG GT3 treten für die Teams Black Falcon, Mann Filter sowie GetSpeed Performance an, vier davon mit erweiterter Werksunterstützung. Einer der Black-Falcon-Piloten ist Maro Engel, dem 2018 mit dem Team der zweite Gesamtrang gelang. Er schwärmt vom „härtesten, geilsten und größten Autorennen der Welt auf einer Strecke, die absolut mystisch ist.“ Wie auch andere Piloten erhält er einen zusätzlichen Motivationsschub durch die schon legendäre Atmosphäre rund um die Strecke. „Die Fans machen eine Mega-Stimmung“, beschreibt er, „sie machen, dass das Rennen noch einmal besonderer wird und sorgen für eine Hammer-Atmosphäre.“

Riesen-Rummel rund ums Riesenrad
Für eben diese Fans rollt das ADAC TOTAL 24h-Rennen den roten Teppich aus. Neben dem Motorsport und der selbstinszenierten Fan-Party rund um die Nordschleife erwartet sie ein Riesenprogramm. Rund um Start und Ziel gibt es in der Fan-Meile (ring°boulevard) etwa Sim-Racing, Ausstellungen, Merchandising, Autogrammstunden und vieles mehr. In der Fan-Arena (historisches Fahrerlager) wechseln sich die Falken-Drifttaxis mit Vorführungen im Sportholzfällen ab, die Stihl Timbersports am Ring präsentiert. Ebenfalls zu sehen: Motorrad-Stuntfahrer Chris Rid mit seinen atemberaubenden Shows auf zwei Rädern. Im Grand-Prix-Fahrerlager sind nicht nur die Teams aus dem 24h-Rennen, dem FIA Tourenwagen-Weltcup, der ADAC 24h-Classic und dem Audi Sport R8 Seyffarth Cup zu erleben. Hier gibt es auch das große Riesenrad und große Auftritte von Audi und Mercedes-AMG mit vielen Angeboten für die Besucher. Ein weiterer Hotspot findet sich am tiefsten Punkt der Strecke in der Müllenbachschleife: Hier findet am Freitagabend wieder die große Falken Drift-Show statt. Anschließend geht die Party mit Livemusik im großen Festzelt des DSK weiter, das auch während des kompletten Wochenendes für alle Besucher mit gültiger Eintrittskarte geöffnet ist.

WTCR: Die Tourenwagen-Stars kommen nach Deutschland
Auch der zweite sportliche Höhepunkt des Rennwochenendes hat es in sich: Die FIA WTCR absolviert auf der Nordschleife ihre fünfte von zehn Saisonrunden, kürt also in der Eifel den Halbzeitmeister. Die höchste internationale Tourenwagenklasse hat dabei einen starken deutschen Akzent, denn es sind die beiden Honda-Civic-Piloten des deutschen All-Inkl.com-Teams, die die Tabellenspitze bislang kräftig aufgemischt haben. Esteban Guerrieri (ARG) übernahm für All-inkl.com die Führung im Championat, Teamkollege und Landsmann Nestor Girolami rangiert an dritter Position. Beide sorgten auch dafür, dass die sächsische Mannschaft in der Teamwertung souverän führt. Pünktlich zum vergangenen Lauf platze außerdem der Knoten beim einzigen deutschen WTCR-Piloten. Benjamin Leuchter (Volkswagen Golf GTI TCR) holte gemeinsam mit seinem Schwedischen Teamkollegen Johan Kristoffersson ein Doppelpodium im zweiten von drei Rennen des Wochenendes. Auf das Heimspiel am Nürburgring freut er sich besonders, schließlich ist die Nordschleife seine Lieblingsstrecke, die er aus VLN-Einsätzen hervorragend kennt. „Ich werde das Wochenende definitiv genießen“, sagt er, tritt aber auch auf die Euphoriebremse. Einen Vorteil sieht er nur „wenn es regnen sollte. Unter normalen Bedingungen aber gibt es eine ganze Reihe anderer Fahrer, die hier schon seit Jahren Rennen bestritten haben. Ich denke, dass ich es in die Top Ten schaffen kann, doch selbst dabei spielen eine Menge Dinge eine Rolle.“ Zu den WTCR-Piloten, die die Strecke bestens kennen, gehören einige der Stars aus dem 24h-Rennen: Schnitzer-BWM-Pilot Augusto Farfus (BRA) sowie Rowe-Fahrer Nicky Catsburg (NED) etwa, die in der WTCR Teamkollegen im BRC Hyundai N Lukoil Racing Team sind. Ebenfalls in der WTCR am Start ist Phoenix-Audi-Star Fédéric Vervisch (BEL). Komplettiert wird die Liste durch Tom Coronel (NED), der vom WTCR-Cupra in einen GT3-Nissan von Kondo Racing wechselt sowie Tiago Monteiro, der in beiden Rennen einen Honda Civic Type R TCR pilotiert.

Top-Qualifying: Die ersten Teilnehmer stehen fest

Nach dem Nennungsschluss begann für die Reglementsexperten des ADAC Nordrhein ein bislang unbekannter Prozess: Erstmals wurden in diesem Jahr aus einer Flut von Daten jene Teams herausgefiltert, die sich bereits vor dem ADAC TOTAL 24h-Rennen für das Top-Qualifying qualifiziert haben. Nach einer Regeländerung im Winter gelten für dieses Stechen um die vorderen Startpositionen nämlich neue Regeln. Aus allen Ergebnissen des 24h-Qualirennens sowie der 2019 bislang ausgetragenen VLN-Läufe wurden theoretische Rundenzeiten bestimmt, die einen fairen und für die Teams transparenten Vergleich zwischen den Teilnehmern ermöglichen. 17 von Ihnen qualifizierten sich auf diese Weise für das Top-Qualifying, weitere 19 Teams haben im ersten und zweiten Qualifying des 24h-Rennens die Chance, sich ihren Startplatz zu sichern.

Zu den qualifizierten Teams gehören die Vorjahressieger von Manthey (Porsche) und mit Walkenhorst Motorsport auch die Sieger des 24h-Qualirennens (BMW). Insgesamt je fünf Porsche und BMW, drei Audi und zwei Mercedes-AMG werden mit Sicherheit um die Pole kämpfen. Hinzu kommt der SCG003C der Scuderia Glickenhaus sowie ein Nissan GT-R von Kondo Racing. „Wir werten wirklich sehr viele Daten aus“, verrät Rennleiter Walter Hornung, der bereits einen Erfolg für das neue System herausstellen kann: „Die Teams und Hersteller müssen durch das neue System von Beginn an ihr wahres Leistungspotenzial zeigen.“ Warum das so ist, berichtet Black-Falcon-Pilot Maro Engel, dessen Mercedes-AMG GT3 zum Kreis der qualifizierten Fahrzeuge gehört. „Das Top Qualifying ist wahnsinnig wichtig. Man kann nicht darauf spekulieren, dass man bei einem Langstreckenrennen ja von hinten losfahren kann und die Plätze schon gutmachen wird. Da verliert man ganz schnell schon im ersten Stint dreißig Sekunden oder gar eine Minute – und das ist kaum wieder reinzuholen. Das Ziel muss also sein, ins Top-Qualifying zu kommen und sich dort möglichst weit vorne zu platzieren. Das haben die vergangenen Jahre immer wieder gezeigt: Wenn man von da vorne startet, dann hat man gute Karten.“ Wer diese Chance sicher haben wird und wer sich noch qualifizieren kann, das sagt die folgende Tabelle:

Teilnehmerliste Top-Qualifying
(Stand nach 24h-Qualirennen)
#NoBewerberFahrzeugKlasse
Kategorie
198Rowe RacingBMW
M6 GT3
SP9
PRO
2101Walkenhorst
Motorsport
BMW
M6 GT3
SP9
PRO
342BMW Team
Schnitzer
BMW
M6 GT3
SP9
PRO
41Manthey-RacingPorsche
911 GT3 R
SP9
PRO
5911Manthey-RacingPorsche
911 GT3 R
SP9
PRO
62Mercedes-AMG Team
Black Falcon
Mercedes-AMG
GT3
SP9
PRO
74Audi Sport Team
Phoenix
Audi
R8 LMS
SP9
PRO
899Rowe RacingBMW
M6 GT3
SP9
PRO
9100Walkenhorst
Motorsport
BMW
M6 GT3
SP9 Pro-Am
PRO-AM
1045Kondo RacingNissan GT-R
Nissmo GT3
SP9
PRO
1131Frikadelli Racing TeamPorsche
911 GT3 R
SP9
PRO
12705Scuderia Cameron
Glickenhaus LLC
SCG003CSP-X
PRO
1312Manthey-RacingPorsche
911 GT3 R
SP9 Pro-Am
PRO-AM
145Phoenix RacingAudi
R8 LMS
SP9
PRO
1529Audi Sport Team
Land
Audi
R8 LMS
SP9
PRO
163Mercedes-AMG Team
Black Falcon
Mercedes-AMG
GT3
SP9
PRO
1744Falken MotorsportsPorsche
911 GT3 R
SP9
PRO
Liste der weiteren Teams mit der Möglichkeit zur Teilnahme am Top-Qualifying
(Stand nach Nennungsschluss)
#NoBewerberFahrzeugKlasse
Kategorie
6Mercedes-AMG Team
Black Falcon
Mercedes-AMG
GT3
SP9 Pro-Am
PRO-AM
7Konrad Motorsport
GmbH
Lamborghini
Huracan GT3 Evo
SP9
PRO
8IronForce
by Ring Police
Porsche
911 GT3 R
SP9
PRO
11Wochenspiegel
Team Monschau
Ferrari
488 GT3
SP9 Pro-Am
PRO-AM
14Audi Sport Team
Car Collection
Audi
R8 LMS
SP9
PRO
15Car Collectoin
Motorsport
Audi
R8 LMS
SP9 Pro-Am
PRO-AM
16GeSpeed PerformanceMercedes-AMG
GT3
SP9
PRO
17GeSpeed PerformanceMercedes-AMG
GT3
SP9 Pro-Am
PRO-AM
18GeSpeed PerformanceMercedes-AMG
GT3
SP9
PRO
19Bandoh Racing
with Novel Racing
Lexus
RC F GT3
SP9 Pro-Am
PRO-AM
22Wochenspiegel
Team Monschau
Ferrari
488 GT3
SP9 Pro-Am
PRO-AM
30Frikadelli Racing TeamPorsche
911 GT3 R
SP9
PRO
33Falken MotorsportsBMW
M6 GT3
SP9
PRO
38KCMGNissan GT-R
Nissmo GT3
SP9 Pro-Am
PRO-AM
39KCMGNissan GT-R
Nissmo GT3
SP9 Pro-Am
PRO-AM
48Mercedes-AMG Team
Mann Filter
Mercedes-AMG
GT3
SP9
PRO
50Team Speedline
Racing
BMW
Z4 GT3
SP9 Pro-Am
PRO-AM
55Octane 126Ferrari
488 GT3
SP9
PRO
56Toyota Gazoo RacingLexus LCSP9 Pro-Am
PRO-AM

Der spannende Kampf um die Glickenhaus-Trophy
Auch in diesem Jahr wird der Pole-Sitter beim 24h-Rennen mit der Glickenhaus-Trophy belohnt. Dieser heiß begehrte Wanderpokal für den schnellsten Nordschleifen-Piloten sowie die Aussicht auf den besten Startplatz beflügelt viele Piloten. Und noch etwas könnte im ersten und zweiten Qualifying des 24h-Rennens den Piloten eine Zusatz-Motivation verleihen. „Jeder Fahrer freut sich, wenn er das Top-Qualifying fahren kann“, verrät Sven Müller, der in diesem Jahr für Frikadelli Racing antritt. Der Porsche-Werkspilot war im vergangenen Jahr im Falken-Porsche der Zweitschnellste im Top-Qualifying und erinnert sich an die Erfolgsfaktoren: „Zum einen muss das Team einem ein richtig gutes Auto hinstellen, was Falken Motorsports vergangenes Jahr gelungen ist. Und dann muss man alles geben. Die Runde war wohl die härteste Runde meines Lebens auf der Nordschleife. Ich habe gefühlt nur zwei Mal geatmet, weil man in jeder Kurve über dem Limit fahren muss, um auch wirklich eine gute Rundenzeit zusammenzubekommen. Aber man ist natürlich auch stolz und hat riesigen Spaß – denn in diesem Moment hat man die Nordschleife einmal ganz für sich ohne Verkehr und kann die maximal acht Minuten puschen.“

Pressekonferenz: „Was Rang und Namen hat, möchte am Ring fahren“

Die Vorfreude auf das 24h-Rennen und die Spannung auf das Geschehen beim größten Rennen der Welt sind zweieinhalb Wochen vor der Veranstaltung spürbar: Nicht nur bei Teams, Organisatoren und Fans laufen die letzten Vorbereitungen. Auch die Fahrer haben sich schon längst auf die vielleicht größte Herausforderung des Jahres eingestimmt. Vier von ihnen – Kelvin van der Linde (Audi), Jens Klingmann (BMW), Maro Engel (Mercedes-AMG) und Sven Müller (Frikadelli) – warfen bei der Pressekonferenz in Köln einen Blick voraus. Zwischen vorsichtigem Optimismus und dem Hinweis darauf, dass in 24 Stunden eben viel geschehen kann, war dabei allen anzumerken: Sie sind nun, kurz vor dem Rennen, in Topform und vor allem bis in die Haarspitzen motiviert, um auf der Nordschleife alles zu geben. Sicher ist auch, dass es ein spannendes Rennen wird, bei dem die besten Rennfahrer der Welt sich darum reißen mitzufahren. Hier die Statements der vier Piloten:

Kelvin van der Linde (Audi Sport Team Land, Audi R8 LMS, Sieger 24h-Rennen 2017)
„Unsere Erwartungen sind hoch. Neues Jahr heißt neues Glück – denn auch das braucht man beim 24h-Rennen. In der VLN lief es ganz gut für uns, auch wenn es sich nicht in den Ergebnissen widerspiegelte. Das lag nicht zuletzt am Wetter, denn wir hatten ja Schnee, Regen und Hagel. Jetzt freue ich mich auf das Rennen, denn ich erwarte, dass es ganz eng werden wird in diesem Jahr. Ich bin in diesem Jahr wieder bei Land – dem Team, mit dem ich 2017 das 24h-Rennen gewonnen habe und für das ich im vergangenen Jahr im GT Masters angetreten bin. Das passt natürlich hervorragend. Chris Mies und René Rast sind ebenfalls im Team, mit denen ich mir 2018 schon das Auto geteilt habe. Eine gute Konstellation. Und nun fehlt nur noch, dass wir gut Pokern können. Denn so haben wir 2017 das Rennen gedreht, als wir uns im letzten Moment für Regenreifen entschieden haben und die Konkurrenten auf Slicks unterwegs waren. Vergangenes Jahr war es genau umgekehrt, da haben wir die falsche Entscheidung getroffen, sodass wir am Ende als bester Audi nur auf Platz sechs landeten. So ist das manchmal. Natürlich muss die Leistung passen, denn es gibt keine Safety-Car-Phasen wie zum Beispiel in Spa-Francorchamps. Dadurch muss man jederzeit voll fahren und kann nicht taktieren.“

Maro Engel (Mercedes-AMG Team Black Falcon, Mercedes-AMG GT3, 24h-Sieger 2016)
„Der Sieg 2016 war einer der größten Momente meiner bisherigen Karriere. Es ist verdammt schwierig, dieses Rennen zu gewinnen. Die Konkurrenz ist riesig, das Wetter spielt eine große Rolle, es geht von der ersten Minute an zur Sache. Die Bezeichnung als härtestes Autorennen der Welt wird der Sache schon gerecht. Mein Ziel ist natürlich, diesen Sieg zu wiederholen. In den vergangenen Jahren gab es einen regelrechten Boom auf der Nordschleife. Alles, was Rang und Namen hat im Motorsport will auf der Nordschleife antreten. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass alle aktuellen DTM- und Formel-E-Fahrer darauf schauen, was auf der Nordschleife geschieht und hier fahren wollen. Das ist einfach ein Mythos, die Strecke macht wahnsinnig Spaß und jeder weiß, wie hoch das Level ist. In Berlin habe ich beim Formel-E-Rennen mit den ehemaligen Kollegen sprechen können und die sagen alle, dass es ein Jammer ist, dass sie parallel zum 24h-Rennen einen Grand Prix fahren müssen – da wäre so mancher gerne hier am Start gewesen. Das zeigt, wie hoch die Bedeutung ist. Für uns alle ist das eines der absoluten Highlights – wenn nicht das Highlight des Jahres. Für mich gibt es diesmal viele Konstanten, denn ich fahre im gleichen Team mit den gleichen Teamkollegen. 2018 wurden wir Zweite, und es ist klar, dass wir nun noch eine Stufe höher auf dem Siegertreppchen wollen. Vielleicht sind im Moment andere die Favoriten. Aber das Schöne am 24h-Rennen ist, dass niemand den Ausgang vorhersagen kann.“

Sven Müller (Frikadelli Racing Team, Porsche 911 GT3 R, startete 2018 von P2)
„Jeder Fahrer freut sich, wenn er das Top-Qualifying fahren kann. Zum einen muss das Team einem ja auch ein richtig gutes Auto hinstellen, was Falken Motorsport im vergangenen Jahr gelungen ist. Und dann muss man alles geben. Die Runde war wohl die härteste Runde meines Lebens auf der Nordschleife. Ich habe gefühlt nur zwei Mal geatmet, weil man in jeder Kurve über dem Limit fahren muss, um auch wirklich eine gute Rundenzeit zusammenzubekommen. Aber man ist natürlich auch stolz und hat riesigen Spaß – denn in diesem Moment hat man die Nordschleife einmal ganz für sich ohne Verkehr und kann die maximal acht Minuten puschen. In diesem Jahr fahre ich bei Frikadelli. Ich habe einen sehr guten Eindruck von dem Team. Nach außen hin mag es vielleicht locker ausschauen, wenn das Team zum Barbecue im Fahrerlager zusammenkommt. Und es ist auch eine coole, lockere Atmosphäre. Andererseits arbeitet das Team wahnsinnig hart, und ich habe drei sehr gute Teamkollegen. Ich persönlich glaube nicht, dass nur Porsche und BMW als Favoriten im Vordergrund stehen, sondern alle großen Hersteller sehr gute Teams und Fahrer haben und siegfähig sind. Am Ende machen ein paar Faktoren den Erfolg aus – Glück mit dem Wetter und haltbare Technik etwa. Ich glaube, wir werden ein spannendes Rennen sehen. Für Frikadelli bin ich optimistisch. Wir sind super aufgestellt und mit ein bisschen Glück sind wir ganz vorne dabei.“

Jens Klingmann (Falken Motorsports, BMW M6 GT3)
„BMW ist nach dem Sieg im 24h-Qualirennen in einer guten Ausgangsposition – aber das muss nichts heißen. 2015 haben wir beim Qualirennen gesiegt und standen beim 24h-Rennen dennoch nicht ganz oben auf dem Treppchen. Insofern würde ich keine Favoritenrolle sehen. Dazu sind die Kräfteverhältnisse zu eng. Was für uns spricht, ist sicherlich die Haltbarkeit und dass wir durch das sechsstündige Qualirennen gut durchgekommen sind. In den vergangenen Jahren haben wir viel dazugelernt und wollen den Sieg nach 2010 wieder zurück nach München holen. Dafür haben wir viel getan. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren setzt BMW mehr Fahrzeuge ein. Dass wir der einzige BMW auf Falken-Reifen sind, hat Vor- und Nachteile. Einerseits: Wir können aus den verfügbaren Spezifikationen das wählen, was am besten zu uns passt. Andererseits verteilt sich die Testarbeit nicht auf mehrere Fahrzeuge, sodass wir in diesem Punkt vielleicht etwas langsamer vorankommen als andere. Im zweiten VLN-Rennen, das wegen Schnee abgebrochen wurde, hatten wir eine gute Pace und konnten vorne wegfahren – bei kälteren Verhältnisse scheinen wir einen kleinen Vorteil zu haben. Im Regen könnten wir dafür noch etwas Nachholbedarf haben, auch wenn wir über den Winter viel daran gearbeitet haben. Abgesehen davon tauschen wir uns als BWM-Piloten auch über die Teamgrenzen hinweg aus. Auch wenn wir mit drei verschiedenen Reifenherstellern, die unsere Teams ausrüsten, sicherlich nicht alles übernehmen kann – in vielen Punkten überschneiden wir uns. Das gemeinsame Ziel ist, dass wieder ein BMW oben auf dem Treppchen landet – natürlich wäre es mir sehr recht, wenn es unserer wäre. In den vergangenen Jahren hatten wir uns mehr fokussiert und teilweise nur vier Autos im Einsatz, aber das war am Ende auch nicht der perfekte Weg. Nun haben wir einen ganz guten Kompromiss: Mehr Fahrzeuge, aber verschiedene Reifenhersteller, was mehr Optionen eröffnet. Die Fahrer sind sehr stark und die Teams sehr gut aussortiert.“

BMW: Mit sechs M6 GT3 am Start

[Teaminfo] Am 22./23. Juni 2019 steht für die BMW Teams eines der großen Highlights der Langstrecken-Saison auf dem Programm: das ADAC Total 24h-Rennen auf dem Nürburgring. Auf der Jagd nach dem 20. Gesamtsieg von BMW in der „Grünen Hölle“ gehen vier Teams mit insgesamt sechs BMW M6 GT3 ins Rennen. In den Cockpits kommen zahlreiche BMW Werksfahrer zum Einsatz.

Rowe Racing und Walkenhorst Motorsport schicken zwei BMW M6 GT3 an den Start, das BMW Team Schnitzer und Falken Motorsports treten jeweils mit einem Fahrzeug an. Das Aufgebot an BMW Werksfahrern umfasst Piloten aus den Werksprogrammen in der DTM, der FIA World Endurance Championship (WEC) und der IMSA WeatherTech SportsCar Championship (IMSA-Serie). Die BMW Einsatzteams nutzten die Rennen der VLN sowie das 6-Stunden-Qualifikationsrennen am 19. Mai 2019 zur intensiven Vorbereitung auf den Saisonhöhepunkt auf der Nordschleife. Beim VLN-Saisonauftakt sowie beim Qualifikationsrennen stand jeweils ein BMW M6 GT3 ganz oben im Schlussklassement.

„Der 20. Gesamtsieg beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring ist auch in dieser Langstrecken-Saison wieder eines unserer großen Ziele“, sagt BMW Group Motorsport Direktor Jens Marquardt. „Wir waren in den vergangenen Jahren schon oft nah dran, doch das letzte Quäntchen Glück hat immer gefehlt. Man kann also sagen: Wir haben mit der ‚Grünen Hölle’ noch eine Rechnung offen. Der BMW M6 GT3 hat bereits mehrfach beweisen, dass er 24h-Rennen gewinnen kann. Das gilt genauso für unsere Teams. Wir nehmen den Sieg ins Visier, auch wenn man den Verlauf eines 24-Stunden-Rennens, insbesondere auf der Nordschleife, nie voraussagen kann. Doch man kann sich bestmöglich darauf vorbereiten – und das haben wir getan. Wir haben alle Fahrer so oft wie möglich in den Vorbereitungsrennen eingesetzt. Auch unsere IMSA-Fahrer aus den USA sind dafür an die Nordschleife gekommen. Darüber hinaus gibt es jedoch auch noch Faktoren, die wir nicht beeinflussen können. Wir, unsere BMW Teams und Fahrer freuen uns darauf, die Herausforderung ‚Grüne Hölle’ wieder anzunehmen.“

Übersicht über BMW Teams und Fahrer für die 24h-Rennen:

ROWE Racing, #98 BMW M6 GT3:
Philipp Eng / Connor De Phillippi / Tom Blomqvist / Mikkel Jensen

ROWE Racing, #99 BMW M6 GT3:
Nick Catsburg / John Edwards / Jesse Krohn / Marco Wittmann

BMW Team Schnitzer, #42 BMW M6 GT3:
Augusto Farfus / Timo Scheider / Martin Tomczyk / Sheldon van der Linde

Walkenhorst Motorsport, #100 BMW M6 GT3:
Henry Walkenhorst / Andreas Ziegler / Jörn Schmidt-Staade / Jordan Tresson

Walkenhorst Motorsport, #101 BMW M6 GT3:
Nick Yelloly / Christian Krognes / David Pittard / Lucas Ordonez

Falken Motorsports, #33 BMW M6 GT3:
Jens Klingmann / Stef Dusseldorp / Peter Dumbreck / Alexandre Imperatori

Starterliste: 24h-Rennen mit Top-Besetzung

Das ADAC TOTAL 24h-Rennen vom 20. bis 23. Juni 2019 wird zum Gipfeltreffen der Rennsport-Stars. Rund 160 Teams haben ihre Nennung für das längste und härteste Rennen auf der längsten Rennstrecke der Welt abgegeben, unter ihnen sind knapp drei Dutzend Mannschaften in den siegfähigen Klassen. Audi, BMW, Mercedes-AMG und Porsche sind mit Werksfahrern und hochkarätigen Kundensportprojekten am Start. Toyota, Subaru und Hyundai gehen mit Werksteams in unterschiedlichen Klassen auf die Jagd nach dem Klassensieg. Private GT3-Teams mit Lamborghini, Ferrari und Nissan werden ebenfalls in der Spitzengruppe mitmischen. Die Markenvielfalt macht eine Prognose über den Ausgang des Rennens ebenso schwer, wie der bisherige Saisonverlauf. Alle deutschen Premiumhersteller präsentierten sich in den Läufen der VLN Langstreckenmeisterschaft stark. Zuletzt waren die 24h-Titelverteidiger von Manthey-Porsche sowie die BMW-Teams beim 24h-Qualifikationsrennen an der Spitze. Beste Aussichten also für ein ultraspannendes 24h-Rennen 2019! Karten für das Rennen des Jahres gibt es in den Online-Ticketshops von eventimsports.de sowie www.nuerburgring.de.

>> Klicken Sie hier, um zur Starterliste 24h-Rennen 2019 zu gelangen

Es ist das Rennen des Jahres und das Rennen der Superlative: Wenn am Wochenende um Fronleichnam (Donnerstag, 20. Juni bis Sonntag, 23. Juni) das weltweit größte Starterfeld bei einem Automobil-Rundstreckenrennen an den Start geht, dann ist jede Menge los am Nürburgring: Über 200.000 Besucher erwarten die Veranstalter in diesem Jahr, die sich rund um die 25,378 km lange Strecke niederlassen. Weit über 2.000 Helfer vom Rennleiter bis zum Parkplatz-Einweiser sind im Einsatz, um für fairen und sicheren Sport zu sorgen und den riesigen Besucheransturm zu bewältigen. Die Fans verwandeln die Kombination aus Grand-Prix-Kurs und der legendären Nordschleife dann wieder in eine gigantische Party-Zone, in der sich der Duft der Grillwürstchen mit dem typischen Rennsport-Mix aus Benzin und heißen Reifen mischt: Es ist das „Chanel Nr. 5“ für wahre Motorsport-Fans, die auf der Strecke einen einmaligen Kampf erleben können. Denn was die Teams und Hersteller in diesem Jahr an Fahrzeugen und Fahrern aufbieten, zeigt, wie heiß begehrt der Sieg bei diesem größten Rennen der Welt ist.

Porsche und BMW in der Favoritenrolle
Um die Krone der Nordschleifen-Asse wird es einen heißen Kampf geben – so viel ist sicher. Mit der Startnummer #1 tritt einer der beiden Porsche 911 GT3 R des Manthey-Team an, für das Richard Lietz, Frédéric Makowiecki, Patrick Pilet und Nick Tandy im vergangenen Jahr den Sieg am Ring holten. Das Quartett sicherte sich damit einen Eintrag im Geschichtsbuch, denn der sechste Manthey-Triumph katapultierte das Traditionsteam an die Spitze der Statistik der erfolgreichsten Teams. Auch beim 24h-Qualirennen machte die Mannschaft einen guten Eindruck und lag bis kurz vor Fallen der Zielflagge auf Podiumskurs. Nur ein finaler Sicherheits-Boxenstopp ließ das Team zurückfallen und machte den Sieg für einen BMW-Dreifacherfolg frei: Die BMW M6 GT3 von Walkenhorst und Rowe Racing holten am Ende die Podiumsplätze beim finalen Testlauf vor den 24h, und beide Mannschaften setzen auch beim 24h-Rennen je zwei GT3-Rennwagen ein. Im Porsche-Lager sind außerdem die 911 GT3 R von Ring Police sowie zwei Fahrzeuge der Pulikumslieblinge von Frikadelli Racing am Start. Außerdem ist eines der beiden Fahrzeuge von Falken Motorsport ein exzellent besetzter 911er. Das Schwesterfahrzeug im Werksteam des japanischen Reifenherstellers ist ein ebenso starker BWM M6 – und damit könnte Falken im Jahr des 20. Einsatzes beim 24h-Rennen zwei ganz heiße Eisen im Kampf um den Gesamtsieg im Feuer haben. Zwei weitere BWM setzen Speedline Racing sowie das BMW Team Schnitzer ein. Letzteres gehört mit fünf Gesamtsiegen beim 24h-Rennen zu den erfolgreichsten Teams auf der Nordschleife, und der Fahrerkader mit DTM-, WTCR- und 24h-gestählten Profis zeigt, dass die Bayern nur zu gerne mit den Konkurrenten von Manthey wieder gleichziehen wollen.

Starke Gesamtsiegkandidaten und Geheimtipps
Sieben Mercedes-AMG GT3 vertreten die Farben des Stuttgarter Herstellers in diesem Jahr, unter den drei Teams Black Falcon, GetSpeed und Mann Filter stach zuletzt vor allem die Black-Falcon-Mannschaft heraus: Sie eroberte beim 24h-Qualifikationsrennen die Pole Position und konnte sich auch sonst sehr gut in Szene setzen. Mit Platz fünf und zehn war das Team aus Meuspath am Schluss sogar zwei Mal in den Top 10 vertreten. Last but not least entsendet auch Audi – vertreten mit fünf sehr gut besetzten R8 LMS – eine Mischung aus Langstreckenspezialisten, DTM-Piloten und Nordschleifen-Assen zum 24h-Rennen. Phoenix, das Team Land und Car Collection sind hier die Einsatzteams. Und was die Ingolstädter Sportwagen drauf haben, zeigte Marcel Fässler zu Beginn des 24h-Qualirennens. Der Schweizer war mit der perfekten Reifenwahl am Start und brannte zu Beginn des Sechs-Stunden-Rennens ein wahres Feuerwerk an der Spitze des Feldes ab. Am Ende sprang für seinen R8 LMS Platz acht heraus. Für die richtige Würze im Kampf an der Spitze sorgen Privatteams, die ebenfalls über bärenstarke Einsatzgeräte verfügen. Konrad Motorsport etwa, die mit einem Lamborghini Huracan GT3 Evo antreten. Oder das Wochenspiegel-Team und Octane 126, die auf den Ferrari 488 GT3 setzen. Aus Fernost kommen Kondo Racing und KCMG mit ihren Nissan GTR Nismo GT3. Besonders die in Hongkong beheimatete KCMG-Truppe bewies mit dem Sieg in der Pro-AM-Wertung und dem sehr guten neunten Gesamtrang ihr Potenzial. Sehr interessant sind auch die Lexus-Einsätze: Mit Totoya Gazoo bringt das offizielle Werksteam des größten Automobilherstellers der Welt einen LC an den Start, das japanische Bandoh-Racing-Team kommt mit einem FC F GT3. Und dann ist da natürlich noch die Mannschaft um den US-Investor, Filmemacher und Nordschleifen-Fan James Glickenhaus. Seine Scuderia setzt mit dem Spezialaufbau SCG003C nicht nur eines der wohl schönsten Autos im Feld ein. Der Renner mit Sportwagen-Optik ist auch schnell: Platz sechs im 24h-Qualirennen zeigt das Potenzial der US-Truppe.

Der Tourenwagen-Weltcup kommt nach Deutschland
Das ADAC TOTAL 24h-Rennen ist auch Schauplatz für die deutsche Runde zum FIA Tourenwagen-Weltcup. Die höchste internationale Tourenwagenklasse wird auf der Nordschleife das fünfte von zehn Rennwochenenden bestreiten und damit in der Eifel ihren Halbzeitmeister küren. Die Chancen stehen gut, dass es dabei eine deutsche Beteiligung gibt. Denn im sehr stark besetzten „Supergrid“ – die fest eingeschriebenen Fahrer bringen es auf insgesamt 14 FIA-Meistertitel und 29 weitere Top-Titelgewinne – konnten sich bis dato die Piloten der deutschen All-inkl.com-Mannschaft sehr gut in Szene setzen. Die beiden Argentinier Esteban Guerrieri und Nestor Girolami legten in ihren Hoda Civic einen Blitzstart hin und katapultierten ihr Team an die Spitze der Tabelle, die es nun mit 296 Punkten vor Cyan Racing (258) und BRC Hyundai (236) anführt. Guerrieri kommt zum Heimspiel seines Teams als Tabellenführer. Er hat bislang 161 Zähler gesammelt und zuletzt auch in den Niederlanden die Führung verteidigt. Dort konnte sich Thed Björk im chinesischen TCR-Rennwagen von Lynk & Co auf Platz zwei setzen und damit Guerrieris Teamkollegen Girolami auf Platz drei verdrängen. Björk konnte vor allem bei der vorausgegangenen Runde in Zandvoort überzeugen, als er die Trainings-Bestzeit holte und im ersten und dritten Rennen des Wochenendes gewann. Im zweiten Lauf zementierte Esteban Guerrieri mit einem sauber herausgefahrenen Start-Ziel-Sieg die gerade von Teamkollege Girolami übernommene Tabellenführung. Die Plätze zwei und drei gingen an die Volkswagen-Piloten Benjamin Leuchter (GER) und Johan Kristoffersson (SWE), die VW damit rechtzeitig zur deutschen Runde an der Spitze des Feldes zurückmeldeten. Im bisherigen Saisonverlauf zeigten aber auch Piloten der anderen im Feld vertretenen Marken – Audi, Alfa Romeo und Cupra – immer wieder starke Performance.

Rahmenprogramm mit zahlreichen Highlights
Zum tollen Motorsport am 24h-Wochenende tragen auch der Audi Sport Seyffarth R8 LMS Cup, die ADAC 24h-Classic sowie die Leistungsprüfung der Rundstrecken-Challenge (RCN) bei. Zahlreiche Events und Angebote abseits der Piste sind ebenfalls Publikumsmagnete. So etwa der Auftakt für das Rennwochenende beim Adenauer Racing Day am Mittwoch (19. Juni) und dem parallel stattfindenden One World Charity Cup – einem Fußballturnier für Fahrer und Fans. Am Donnerstag lockt die offizielle Autogrammstunde des 24h-Rennens in den ring°boulevard, wo zalhreiche Aussteller, Teams und Partner sich das ganze Wochenende präsentieren. Die Falken Drift Show in der Müllenbachschleife und der parallel stattfindende Pitwalk sind Highlights am Freitagabend. Im historischen Fahrerlager lockt die Fan-Arena mit Drift- und Motorrad-Stunt-Vorführungen sowie Demonstrationen der Sportholzfäller im Stihl Timbersports.

Audi gibt Fahreraufgebot bekannt

[Teaminfo] Audi Sport customer racing startet mit seinen Kunden zum elften Mal bei ADAC Total 24h-Rennen auf dem Nürburgring. Beim größten deutschen Autorennen gehen vom 20. bis zum 23. Juni drei Teams mit fünf aktuellen Audi R8 LMS an den Start, hinzu kommt ein Audi R8 LMS der ersten Generation eines Privatteams.

„Wir konzentrieren unsere Unterstützung in diesem Jahr auf die Teams Car Collection Motorsport, Land Motorsport und Phoenix Racing. Jedes dieser Teams hat mit Audi bereits mindestens ein 24h-Rennen gewonnen“, sagt Chris Reinke, Leiter Audi Sport customer racing. „Zwei Piloten von Audi aus der DTM und neun Audi Sport-Fahrer aus dem Kundensport starten auf dem Nürburgring in insgesamt fünf Audi R8 LMS.“

Der dreimalige Nürburgring-Sieger Markus Winkelhock und der zweimalige Gewinner Christopher Haase teilen sich im Audi Sport Team Car Collection ein Cockpit mit dem dreimaligen Le-Mans-Sieger Marcel Fässler. DTM-Champion René Rast, der ebenso wie Kelvin van der Linde einmal das 24h-Rennen in der Eifel für sich entschieden hat, fährt für das Audi Sport Team Land zusammen mit Christopher Mies, dem Gewinner von 2015 und 2017. Rast und Haase sind auf dem jeweils anderen Auto zusätzlich als weitere Piloten nominiert.

Der frühere Sieger Frank Stippler ist mit dem Audi Sport Team Phoenix dabei. Die Audi Sport-Fahrer Dries Vanthoor und Pierre Kaffer komplettieren dieses Aufgebot gemeinsam mit ihrem Teamkollegen Frédéric Vervisch, der im Januar die 24 Stunden von Dubai gewonnen hat. Darüber hinaus ist Stippler auch mit Audi-Werksfahrer Jamie Green aus der DTM in einem privat eingesetzten R8 LMS von Phoenix Racing gemeldet. Die Privatpiloten Vincent Kolb und Kim-Luis Schramm sind ebenfalls auf diesem Auto genannt.

Rahel Frey schließlich unterstützt das private Team RaceIng fahrerisch und startet an der Seite von Bernhard Henzel, Frank Schmickler und Pavel Lefterov. Ferner setzt Car Collection Motorsport ein Privatfahrerteam ein. Audi Sport erwartet darüber hinaus in anderen Klassen weitere Kundenteams mit Produkten der Marke.

Audi Sport Team Car Collection
Christopher Haase/Marcel Fässler/René Rast/Markus Winkelhock

Audi Sport Team Land 
Christopher Haase/Kelvin van der Linde/Christopher Mies/René Rast

Audi Sport Team Phoenix 
Pierre Kaffer/Frank Stippler/Dries Vanthoor/Frédéric Vervisch

Car Collection Motorsport 
Stefan Aust/Christian Bollrath/Jean-Louis Hertenstein/Klaus Koch

Phoenix Racing 
Jamie Green/Vincent Kolb/Kim-Luis Schramm/Frank Stippler

Team RaceIng 
Rahel Frey/Bernhard Henzel/Pavel Lefterov/Frank Schmickler

Fans kicken gegen Fahrer: Anmeldung läuft

Am Mittwoch vor dem 24h-Rennen (19. Juni 2019) treffen sich Rennfahrer und Fans zum Fußballturnier für den guten Zweck: Beim One World Charity Cup werden Spenden für die Lukas-Podolski-Stiftung gesammelt. Gleichzeitig ist das gemeinsame Kicken von Rennfahrern und Fans ein Ausdruck der familiären Atmosphäre, die das 24h-Rennen seit jeher auszeichnet. Die meisten Plätze für Fan-Mannschaften sind bereits vergeben – aber noch gibt es für Besucher die Möglichkeit, sich anzumelden. Wer also Lust hat, mit seinen Freunden als „Ajax Adenau“ oder „Borussia Brünnchen“ – oder unter einem selbstgewählten anderen Namen – anzutreten, sollte sich sputen. Bis 31. Mai 2019 ist die Anmeldung möglich. Der Kostenbeitrag für jedes Team beträgt pauschal 80,– Euro. Für Zuschauer ist der Eintritt in der ring°arena frei.

Bis zu zehn Fan-Mannschaften gehen beim Hallenfußballturnier an den Start. Die besten ziehen ins Halbfinale ein, für das die Rennfahrer bereits gesetzt sind. (Logisch – sie müssen sich ja am Wochenende dem 24h-Rennen stellen). Das Timing ist so gewählt, dass Fans nach dem Ende des Adenauer Racing Days zur entscheidenden Phase des Fußballturniers kommen können. Gespielt wird beim One World Charity Cups auf dem 30 x 15 Meter großen Court in der ring°arena.

Internationale Rennfahrer spielen gemeinsam
Das Team der Rennfahrer ist eine Traummannschaft – jedenfalls, wenn es um die Lenkradarbeit geht. Aus Deutschland sind etwa Fabian Vettel, Lucas Luhr und Maro Engel dabei, die mit Stars wie Augusto Farfus (BRA), Mikkel Jensen (DEN), Maxime Martin (BEL) oder Indy Dontje (NED) zusammenspannen.

Eine Reihe weiterer Rennfahrer haben bereits zugesagt, ihre Kollegen am Spielfeldrand als „Edelfans“ zu unterstützen. Timo Scheider zeigte sich etwa ebenso interessiert, wie Martin Tomczyk und Maxi Götz. Auch Raffaele Marciello, Pierre Kaffer, Rene Rast, Chris Mies, Patrick Assenheimer, Kenneth Heyer, Philip Ellis und Adam Christodolou wollen vorbeischauen, soweit der Rennfahrer-Job sie nicht durch dringende Angelegenheiten hindert.

Die letzten freien Plätze sind noch zu haben
Zwei Mal fünf Teams können in der Vorrunde antreten, die ab 9:30 Uhr in der ring°arena stattfindet. Noch sind die letzten Plätze zu haben. Die Nennung kann per E-Mail (über anmeldung@oneworld-charity.de) gesendet werden – die Anmelefrist läuft am 31. Mai 2019 aus. Die Teams werden in der Reihenfolge des Eingangs der Anmeldungen berücksichtigt, bis zu drei Mannschaften können über eine Warteliste nachrücken. Mit dem Nenngeld (80,– Euro) tragen die Mannschaften zur Deckung der unmittelbaren Turnierkosten bei, erhalten aber auch umfangreiche Leistungen. So ist natürlich ein Spielerbereich inklusive Umkleiden und Duschen vorhanden. Die Teams erhalten außerdem ein Verpflegungspaket sowie drei von den Fahrern signierte Bälle von „DeinBall.de“ als Erinnerungsstück.

Die einzelnen Matches dauern je zehn Minuten und werden nach den offiziellen Hallenfußball-Regeln des DFB auf Kunstrasen ausgetragen. Die vollständigen Regularien gibt es auf der 24h-Homepage in der Rubrik „Tipps für Fans“ zum downloaden.

Niki Lauda ist tot – 24h-Rennen trauert um Sieger von 1973

Mit Niki Lauda verstarb am Tag nach dem 24h-Qualifikationsrennen eine der prägenden Figuren des Motorsports. Der Österreicher, der 1975, 1977 und 1984 drei Mal die Formel-1-Weltmeisterschaft gewann, wird Fans und Aktiven als Vorbild in Erinnerung bleiben. Wie kaum ein anderer war er in vielen Rollen der Branche aktiv und erfolgreich. Als Fahrer glänzte er vor allem in den 70er und 80er Jahren, als er neben vielen Grand-Prix-Siegen auch einen Gesamtsieg beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring holte: 1973 konnte er sich mit Teamkollege Hans-Peter Joisten im BMW 3.3 CSL des Jägermeister und Alpina Racing Teams mit einer Runde Vorsprung vor den Teamkollegen Brian Muir / Han Akersloot durchsetzen.

„Wir nehmen Abschied von einer der großen Persönlichkeit des Motorsports“, erklärt 24h-Rennleiter Walter Hornung. „Niki Lauda war als herausragender Sportler und Unternehmer und mit seiner zielstrebigen Art ein Vorbild für viele. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie.“

Der Nürburgring spielte in Laudas Karriere stets eine wichtige Rolle. Immer präsent wird sein Feuerunfall von 1976 bleiben. In der Eifel feierte der Österreicher aber auch Triumphe – und das nicht nur in der Formel 1. 1973 zuvor hatte der damals 24-jährige etwa das 24h-Rennen auf einem BMW 3.3 SCL gewonnen. Der junge Grand-Prix-Pilot konnte das in zwei Teilen ausgetragene Rennen mit prägen und sich schon im ersten Teil von Beginn an in Führung setzen. Kuriosum: Die damalige Auflage wurde um 17 Uhr für acht Stunden gestartet, in der Nacht wurde eine achtstündige Pause eingelegt, um dann ab 9 Uhr vormittags erneut für acht Stunden zu fahren. Der damals am Nürburgirng eigens für die Veranstaltung aufgebaute Vergnügungspark sollte den Besuchern die Zwischenzeit verkürzen, während die Teams die Pause für Reparaturen nutzten. Auch nach dem Restart dominierten Lauda und sein Teamkollege Joisten das Geschehen. Sie siegten am Ende mit einer Runde Vorsprung auf ihre Teamkollegen. Mit sechs Runden Rückstand wurden Hans Heyer / Klaus Fritzinger im Werks-Ford Capri RS 2600 Dritte.

BMW siegt souverän beim 24h-Qualifikationsrennen

Überzeugender Auftritt für den BMW M6 GT3 beim ADAC Qualifikationsrennen auf der Nürburgring-Nordschleife: Alle Podiumsplätze beim letzten Testrennen für das 24h-Rennen am Fronleichnamswochenende (20. bis 23. Juni) gingen an Teams des bayerischen Herstellers. Während Walkenhorst Motorsport mit Christian Krognes (NOR), David Pittard und Nicholas Yelloly (beide GBR) den Gesamtsieg holte, sicherte sich ROWE Racing mit Jesse Krohn (FIN) und John Edwards (USA) den zweiten und mit Connor de Philippi (USA), Tom Blomqvist (GBR) und Mikkel Jensen (DNK) den dritten Platz. Der Porsche 911 GT3 R von Frikadelli Racing landete auf Platz vier vor dem bestplatzierten Mercedes-AMG auf Rang fünf. Der beste Audi wurde Achter.

>> Endergebnis Rennen Gesamt nach 6 h (PDF)

 

Packende Startphase
Schon die Startphase des sechsstündigen 24h-Qualifikationsrennens hatte es in sich: Ein spannendes Duell an der Spitze der ersten Startgruppe war geprägt von den typischen Eigenschaften der Nordschleife. Auf der feuchten Strecke hatten sich viele Teams bei der Reifenwahl scheinbar verpokert und waren auf Slicks gestartet. Marcel Fässler im Audi R8 LMS #4 konnte sich auf seinen Regenreifen deshalb perfekt in Szene setzen und Pole-Sitter Yelmer Buurman im Black-Falcon-Mercedes-AMG #6 sowie die versammelte Konkurrenz deutlich hinter sich lassen. Doch sein Feuerwerk währte nur kurz: Bereits nach vier Runden steuerte er die Box an, weil er auf der zunehmend trockenen Strecke immer mehr in Schwierigkeiten geriet. An der Spitze konnten sich bis zur Rennmitte nach drei Stunden vor allem die BMW M6 GT3 von Rowe Racing, Schnitzer und Walkenhorst sowie die beiden Porsche 911 GT3 R der Vorjahressieger von Manthey Racing in Szene setzen.

BMW dominiert spätestens ab Rennmitte
Die zweite Rennhälfte wurde dann immer mehr zur Galavorstellung der BMW-Mannschaften. Zeitweise fuhren die BMW M6 GT3 acht Sekunden schneller als die dahinter liegenden Porsche 911 GT3 R. Lediglich eine Zeitstrafe von 1:32 Minuten wegen Missachtung der Gelben Flaggen sorgte noch einmal für Stirnrunzeln der BMW-Strategen, doch am Ende gingen alle Podiumsplätze an die Münchner. Die 24h-Rekordsieger von Manthey Racing lagen bis wenige Minuten vor Rennende auf Podiumskurs, mussten dann allerdings wegen Problemen mit der Lenkungen nochmals die Boxen ansteuern. Damit war der BMW-Dreifachsieg endgültig besiegelt.

Der Norweger Christian Krognes fasste den Erfolg so zusammen: „Das ist einer meiner intensivsten Momente in diesem Jahr. Wenn du deinem Konkurrenten immer näher kommst, pusht dich das total. Ich habe schnell festgestellt, dass wir in den langsameren Passagen besseren Grip hatten. So wusste ich, dass ich am besten auf dem GP-Kurs überholen kann. Es ist nach den vielen Jahren der erste Sieg für das Team.“

Auch Rennleiter Walter Hornung zog eine positive Bilanz des Wochenendes: „Wir haben heute tolle Rennaction gesehen, die Lust auf das 24h-Rennen macht. Die Teams haben an diesem Wochenende mit nassen und trockenen Verhältnissen in Training und Rennen sehr vielfältige Testbedingungen gehabt. Wir haben eine optimale Generalprobe für das 24h-Rennen geboten – und die Fans hatten auch noch ihren Spaß bei der heißen Rennaction. Genau das ist das Ziel dieser Veranstaltung.”