Grünes Biest: Erste 24h-Nennung 2019 für das Comeback-Projekt

Das war ein ganz schöner Schlag in doppelter Hinsicht: Das 24h-Rennen war in vollem Gang, als sich Skaterpapst und Rennfahrer Titus Dittmann mitten in der Nacht beim Team meldete: Gerade war er hinter dem Streckenabschnitt Pflanzgarten nach einer unverschuldeten Berührung mit einem Konkurrenten abgeflogen. Dem heftigen Einschlag folgte der Schlag für das Team. Denn die giftgrüne Viper war so böse ramponiert, dass nicht nur die Weiterfahrt unmöglich war, auch für die Zukunft der traditionsreichen Privatfahrer-Truppe sah es übel aus.

Seitdem arbeitet die ehrenamtliche Mannschaft am Comeback – und mittlerweile sieht es richtig gut aus. Ein Grundstein ist die Wiederherstellung der Viper, die nach geradezu irrwitziger Detailarbeit wieder auf dem besten Wege ist. Der zweite folgte gerade: Kaum war das Nennungsportal des ADAC Total 24h-Rennens im Internet eröffnet, flatterte die Anmeldung des Teams bereits ein. „Ich wusste, dass die Nennung bald möglich ist und habe immer wieder mal im Netz geschaut“, verrät Fahrer und Teamchef Bernd Albrecht. „Und sobald es möglich war, habe ich genannt. Diese erste Pole des 24h-Rennens wollte ich schon gerne haben.“

Fest steht bereits die Fahrerbesetzung, die mit Bernd Albrecht (Hirrlingen), Titus Dittmann (Münster), Reinhard Schall (Dettingen an der Erms) und Michael Lachmayer (Hürth) unverändert sein soll. Und so geht das Team nun daran, den nächsten Schritt zu machen: Die Nennung auch in den Renneinsatz münden zu lassen. „Noch fehlt uns etwas Budget“, verrät der Teamchef, „denn wir fahren nicht nur um einen Podestplatz, sondern eben auch für die gute Sache. Und somit wird eben alles durch Sponsoren und viel Ehrenamt gewuppt.“ Denn das Viper-Team unterstützt das von Titus Dittmann initiierte „skate aid“-Projekt und fährt das 24h-Rennen unter dem Motto „Wir rollen für skate-aid“.

Wie die spannende Story weitergeht? Das Team freut sich über jeden gedrückten Daumen. Den aktuellen Stand der Dinge gibt es immer auf Facebook auf der Teamseite von „Das Grüne Biest – Wir rollen für skate aid

Nürburgring und ADAC: Gemeinsame Zukunft mit elf Events bis 2023

Elf auf einen Streich. Was ähnlich klingt wie ein Zitat aus einem bekannten Märchen, ist in der Tat eine gute Nachricht für Motorsport-Fans: Denn der ADAC und der Nürburgring haben ihren Vertrag bis 2023 verlängert und somit gleich für elf Veranstaltungen die Weichen für die Zukunft gestellt. Die Besucher können sich somit auch weiterhin auf die Events freuen, die der Allgemeine Deutsche Automobil-Club in der Grünen Hölle ausrichtet. Hierzu gehören unter anderem das ADAC Total 24h-Rennen und der ADAC Truck-Grand-Prix.

„Der ADAC ist für uns ein wichtiger und verlässlicher Partner, insbesondere als Ausrichter der vielen Veranstaltungen an unserer Rennstrecke“, erklärt Nürburgring-Geschäftsführer Mirco Markfort, beim gemeinsamen Termin mit Mirco Hansen, Leiter Sport und Ortsclubbetreuung des ADAC Nordrhein e.V. und Franz-Rudolf Ubach, Vorstand Sport des ADAC Mittelrhein e.V.. „Die Vertragsverlängerung bis 2023 gibt allen Beteiligten eine längerfristige Planungssicherheit und die Möglichkeit der strategischen Weiterentwicklung.“

ADAC Total 24h-Rennen und Nürburgring gehören untrennbar zusammen
Die ADAC-Regionalvereine und deren aktive Ortsclubs sind als Veranstalter und sportlicher Ausrichter für insgesamt elf Events zuständig. Hierzu gehört natürlich das weltweit bekannte ADAC Total 24h-Rennen. „Für uns und für die Fans gehören Veranstaltung und Rennstrecke untrennbar zusammen. Beide profitieren voneinander. Das 24h-Rennen zog in diesem Jahr 210.000 Besucher an den Nürburgring. Umgekehrt ist der Nürburgring mit seiner Einzigartigkeit das Schlüsselmerkmal des Rennens. Eine echte Win-Win-Situation“, sagt Mirco Hansen. Das berühmte Rennen ist mit seinem gigantischen Starterfeld und der unvergleichbaren Atmosphäre rund um die Nordschleife jedes Jahr das unangefochtene Highlight für die Motorsport-Fans. Für die möchte der Veranstalter das Event auch in Zukunft weiterentwickeln, wie Walter
Hornung, Rennleiter des Langstreckenklassikers und Vorstand Sport des ADAC Nordrhein erklärt: „Das 24h-Rennen und das Rahmenprogramm mit allen Aktivitäten und Angeboten machen das Gesamterlebnis für den Besucher aus. Wir arbeiten jedes Jahr daran, atemberaubenden Motorsport zu bieten und darüber hinaus den Erlebnisfaktor noch weiter auszubauen.“

Echte Magneten: ADAC GT Masters und ADAC Truck-Grand-Prix
Die Weiterentwicklung der Veranstaltungen steht auch beim ADAC Westfalen e.V. im Fokus – mit Erfolg. Die ADAC GT Masters konnte bereits in diesem Jahr einen Zuschauerzuwachs von über 30 Prozent verbuchen. „Wir erleben insbesondere bei dieser Rennserie einen enorm spannenden und ausgeglichenen Wettkampf. Diese Spannung kam bei den Zuschauern besonders gut an“, berichtet Jürgen Hieke, Vorstandsmitglied für Sport beim ADAC Westfalen e.V.. „Wir freuen uns, dass wir die positive Entwicklung des Events mit der erstmaligen Teilnahme der GT4 Germany im Rahmenprogramm auch 2019 fortführen können.“

Trotz völlig unterschiedlicher Fahrzeuge verhält es sich beim beliebten ADAC Truck-Grand-Prix ganz ähnlich. Jedes Jahr begeistert er die Fans mit XXL-Motorsport, einem vielseitigen und offenen Fahrerlager sowie dem dazugehörigen Musikfestival. Vielfalt und Familienfreundlichkeit sind hier echte Kernmerkmale. „Der Truck-Grand-Prix steht für actionreichen Motorsport bei dem im Kampf um die Positionen der Lackaustausch einfach dazugehört. Das sorgt natürlich für eindrucksvolle Szenen. Er ist aber gleichzeitig auch ein stimmungsvolles Festival für alle Trucker, Familien und Country-Fans“, beschreibt Franz-Rudolf Ubach vom ADAC Mittelrhein die einzigartige Atmosphäre. Der ADAC-Regionalclub verantwortet nicht nur das Truck Spektakel, sondern auch die SimRacing Expo. 2014 feierte das Event rund um den virtuellen Motorsport Premiere im ring°boulevard und entwickelt sich seitdem kontinuierlich weiter. Diese Entwicklung ist für den geistigen Vater der Veranstaltung und Geschäftsführer der ADAC Travel & Event Mittelrhein GmbH, Marc Hennerici, ein Erfolg von vielen Beteiligten: „Dass dieses Event mittlerweile so erfolgreich ist, ist auch unseren Partnern zu verdanken, die diese Entwicklung mitgetragen haben. Hierzu gehört auch der Nürburgring, der die SimRacing Expo von Anfang an unterstützt hat und mit dem ring°boulevard und der ring°arena die perfekte Infrastruktur für Besucher, Aussteller und virtuelle Motorsport-Wettbewerbe bietet.“

Vom Amateur- bis Profisport ist beim ADAC alles dabei
Während bei der ADAC SimRacing Expo die Fahrer an Simulatoren sitzen, fahren am gleichen Wochenende nebenan auf der echten Rennstrecke die Boliden der Blancpain GT Series. Auf die Helden der Rennsport-Geschichte können sich Zuschauer hingegen bei der ADAC Westfalen Trophy, der Nürburgring Classic, beim RGB Saisonfinale sowie beim Kölner Kurs freuen. Bei letzterer Veranstaltung werden hingegen die Motorräder der Rennsport-Geschichte zum Leben erweckt. Beim Thema
Motorsport-Förderung und Amateursport ist weiterhin die RCN Rundstrecken-Challenge Nürburgring mit der Gleichmäßigkeitsprüfung (GLP) fester Bestandteil des Rennstrecken-Kalenders 2019. Mit zusammengerechnet elf Events ist der ADAC fester Partner der Rennstrecke und zeitgleich Garant für ein attraktives und abwechslungsreiches Programm.

WTCR bestätigt Nordschleifentermin

Nun ist es offiziell: Das FIA World Motor Sport Council hat bei seiner jüngsten Sitzung den Terminkalender des Tourenwagen-Weltcups WTCR bestätigt. Damit steht endgültig fest, dass die Topklasse des internationalen Tourenwagensports auch 2019 beim ADAC Total 24h-Rennen antritt. Das Nordschleifen-Festival ist der fünfte von zehn Saisonterminen im Kalender und bildet damit den würdigen Rahmen zur Vergabe der Halbzeitmeisterschaft. Eine Reihe von Detailänderungen soll das Geschehen außerdem noch spannender und transparenter machen.

Erneut werden in der FIA WTCR im kommenden Jahr gleich drei Rennen an jedem Rennwochenende ausgefahren. Geändert wurde allerdings die Punktevergabe: In allen drei Heats erhalten die ersten 15 Piloten Punkte nach dem gleichen Schema, wobei der Sieger jeweils 25 Zähler einheimst. Vereinheitlicht wird auch die Punkteverteilung im Qualifying. Ab 2019 erhält der Trainingsbeste sowohl in Q1 als auch in Q2 jeweils fünf Punkte, die nachfolgenden Piloten bis zum Trainingsfünften jeweils einen Zähler weniger. Ein weiteres Augenmerk von Neuerungen ist die Kostenkontrolle, die für ausgeglichene Kräfteverhältnisse sorgen soll. So ist die Anzahl der Fahrzeugmechaniker limitiert und Tests weitgehend verboten. Pro Hersteller werden außerdem nur maximal jeweils vier Fahrzeuge zugelassen. Die Nennungsfrist beginnt bereits am 15. Dezember.

FIA WTCR – Saisonkalender 2019

5. – 7. April: Marokko, Marrakesch
26. – 28. April: Ungarn, Hungaroring
10. – 12. Mai: Slowakai, Slovakia Ring
17. – 19. Mai: Niederlande, Zandvoort
20. – 22. Juni: ADAC Total 24h-Rennen, Nürburgring-Nordschleife
5. – 7. Juli: Portugal, Vila Real
13. – 15. September: China, Ningbo
25. – 27. Oktober: Japan, Suzuka
14. – 17. November: Macau, Guia Circuit
Termin tba: Malaysia, Sepang

Programm für das 24h-Rennen nimmt Gestalt an

Das Programm für das ADAC TOTAL 24h-Rennen vom 20. bis 23. Juni 2019 steht fest: Die Organisatoren des Rennens des Jahres auf der Nürburgring-Nordschleife haben mit dem Audi Sport Seyffarth R8 LMS Cup ein neues Highlight für das Rahmenprogramm fixiert. Die rund 20 Audi R8 LMS im GT4-Trim werden ihren dritten Saisonlauf beim 24h-Rennen bestreiten. Die beiden jeweils 30-minütigen Rennen auf dem Grand-Prix-Kurs wird der Cup am Freitag und Samstag bestreiten. Auch das weitere Rennprogramm des Wochenendes steht fest. Vorbehaltlich der Veröffentlichung des finalen Saisonkalenders durch die FIA werden die Läufe des Tourenwagen-Weltcups FIA WTCR neben dem eigentlichen 24h-Rennen erneut den zweiten Höhepunkt im Programm bilden. Den Auftakt des Geschehens auf der Strecke bildet wieder die Leistungsprüfung der RCN am Donnerstagvormittag. Auch die beliebten historischen Tourenwagen und GT im ADAC 24h-Classic sind 2019 am Start. Sie werden ihr dreistündiges Rennen als einen der Höhepunkte am Freitag austragen.

Der jüngste Neuzugang beim ADAC TOTAL 24h-Rennen steht in der Tradition von Audi-Rennen im Rahmenprogramm. War es im vergangenen Jahr noch die asiatische Variante, so kommen diesmal deutsche und europäische Audi-R8-Piloten an den Ring. Der vor allem aus dem Rahmenprogramm der DTM bekannte Audi Sport Seyffarth R8 LMS Cup wird in seiner zweiten Saison auch beim 24h-Rennen Station machen. „Wir freuen uns über die Herausforderung, beim ADAC Total 24h-Rennen zu fahren“, sagt Rüdiger Seyffarth, Serienorganisator Audi Sport Seyffarth R8 LMS Cup. „Für die Zuschauer werden die Audi R8 LMS GT4 eine tolle Show bieten. Das 24h-Rennen nimmt nicht nur wegen seines Status einen besonderen Platz im Saisonkalender ein. Auch weil wir das Starterfeld hier auch für Gaststarter öffnen, werden die beiden Läufe am Nürburgring sicherlich zum besonderen Highlight werden.“

TOTAL wird neuer Titelpartner des 24h-Rennens

Das 24h-Rennen auf dem Nürburgring hat einen neuen Titelpartner: Der Mineralölkonzern TOTAL wird dem Langstreckenrennen auf der legendären Nordschleife ab dem Jahr 2019 seinen Namen geben. Nach dem Auslaufen des Vertrages mit dem bisherigen Titelsponsor Zurich wird das „ADAC TOTAL 24h-Rennen“ erstmals vom 20. bis 23. Juni 2019 unter neuem Namen ausgetragen. Das größte Rundstreckenrennen Deutschlands mit über 200.000 Besuchern am Wochenende und einem gigantischen Starterfeld von gut 160 Renntourenwagen und GT-Fahrzeugen befindet sich damit in bester Gesellschaft. Auch beim international traditionsreichsten 24-Stunden-Rennen im belgischen Spa-Francorchamps sowie bei den legendären 24 Stunden von Le Mans (Frankreich) ist TOTAL als Partner aktiv. Am Nürburgring – der längsten und anspruchsvollsten Rennstrecke der Welt – stellt sich die bei deutschen Autofahrern vor allem durch ihre Kraftstoffe und Motorenöle bekannte Marke im Rahmen der mehrjährigen Kooperationsvereinbarung einer neuen Herausforderung.

Durch den neuen Partner erhält das 24h-Rennen einen Namensgeber, der bestens in das Profil der Veranstaltung passt. „Mit einem Sponsor, der selbst in der Mobilitätsbranche engagiert ist, werden viele künftige Gespräche sehr einfach“, ist sich Peter Meyer, Vorsitzender des ADAC Nordrhein e. V. sicher. „Ich freue mich über den Vertrag, der uns einen Partner beschert, der nicht nur die immense Öffentlichkeitswirksamkeit des 24h-Rennens auf dem Nürburgring zu schätzen weiß, sondern der selbst Know-how und Herzblut für Mobilität in den Genen hat.“ Fast nirgendwo im internationalen Motorsport sind Ausdauer und Leistungsfähigkeit so gefordert, wie auf der legendären Nordschleife. Der Kampf von Mensch und Material sowie das Bestehen extremer sportlicher und technischer Herausforderung faszinieren beim 24h-Rennen Hundertausende Zuschauer vor Ort und ein weltweites Millionenpublikum.

„Wir freuen uns sehr, jetzt gemeinsam mit dem ADAC Nordrhein die Zukunft des 24h-Rennens auf dem Nürburgring zu gestalten“, sagte Bruno Daude-Lagrave, Geschäftsführer der TOTAL Deutschland GmbH, anlässlich der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags in Berlin. „Unser Premiumkraftstoff Excellium und unser Motoröl TOTAL Quartz sind insbesondere darauf ausgelegt, die Langlebigkeit der Motoren zu schützen. Damit haben wir eine natürliche Assoziation mit Langstreckenrennen. Nach unseren Engagements in Le Mans und Spa-Francorchamps sind wir nun stolz, auch das dritte Mega-Event unter den internationalen 24-Stunden-Rennen als Partner zu unterstützen.“

Mit dem neuen Partner endet eine langjährige Zusammenarbeit, die das 24h-Rennen mit dem Versicherungskonzern Zurich verband. „Wir möchten uns herzlich bei Zurich für diese lange und freundschaftliche Zusammenarbeit bedanken“, sagt Matthias Wurm, Geschäftsführer der Sporttotal Live GmbH, dem Promoter des 24h-Rennens. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit TOTAL einen neuen Partner gefunden haben, mit dem wir nun ein neues Kapitel aufschlagen werden und insbesondere die Internationalisierung vorantreiben.“

Toyota Gazoo auch 2019 dabei

[Teaminfo] Toyota Gazoo Racing und der Lexus LC wollen es 2019 nochmal wissen: Nach dem Debüt 2018 stellt sich das japanische Coupé erneut der Bewährungsprobe auf der härtesten Rennstrecke der Welt und startet 2019 beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring. Damit setzt der Werksrennstall des größten Automobilkonzerns der Welt eine lange Tradition fort, denn bereits seit 2007 ist das Team jährlich auf der Nordschleife dabei. Bei dieser 13. Teilnahme in Folge tritt erneut der Lexus LC an. Nachdem das Team aufgrund technischer Probleme in diesem Jahr insgesamt vier Stunden in der Box statt auf der Strecke verbringen musste, folgt nun der nächste Start. Toyota Gazoo Racing will noch mehr Kilometer abspulen und das Rennen erfolgreich beenden.

Das Renncoupé wartet erneut mit verschiedenen, noch im Entwicklungsstadium befindlichen Technologien auf, die in künftigen Serienfahrzeugen und Sportwagen zum Einsatz kommen könnten. Hierzu gehören karosserietechnische Entwicklungen beispielsweise zur Gewichtsreduktion und zur Erhöhung der Steifigkeit, aber auch Modifikationen an Fahrwerk und Motor. Damit unterstreicht die Motorsport-Abteilung das Konzernbestreben, „immer bessere Autos zu bauen“ – auch durch Rennsport.

Gefahren wird der Lexus LC vom gleichen Quartett wie 2018: Der Veteran Takeshi Tsuchiya übernimmt als Cheffahrer die Verantwortung. An seiner Seite starten Naoya Gamou, Takamitsu Matsui und Yuichi Nakayama. Für die Fahrzeugabstimmung ist Gamou zuständig, der bereits zum siebten Mal durch die „grüne Hölle“ fährt. Gemeinsam mit den Mechanikern und Ingenieuren, die wie immer aus dem Unternehmen stammen, peilen sie ein erfolgreiches 24-Stunden-Rennen an.

Augusto Farfus: The boy is back in town

Für Augusto Farfus endete die Motorsportsaison 2018 mit einem Riesenerfolg: In den Straßenschluchten von Macau holte er am dritten November-Wochenende auf einem Schnitzer-BMW den Sieg im FIA Tourenwagen-Weltcup. Genau die richtige Überleitung auf die Saison 2019, in der sich der Ex-DTM-Pilot und Langstreckenspezialist neuen Herausforderungen stellt. Denn der Brasilianer kehrt im Rahmen eines umfangreichen GT-Programms zurück zum 24h-Rennen auf dem Nürburgring. Mit dem Abschied aus der DTM nach insgesamt sieben Jahren schlägt Farfus ein neues Kapitel in seiner erfolgreichen Karriere auf, in der er 2013 unter anderem den inoffiziellen DTM-Vizemeistertitel eroberte. Nun konzentriert er sich weiterhin als BMW-Werksfahrer auf den GT-Sport. Er wird im BMW M6 GT3 beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring und anderen Langstreckenrennen starten sowie im BMW M8 GTE in der FIA World Endurance Championship (FIA WEC) rund um den Globus antreten. Auch ein Start beim FIA GT World Cup in Macau (CHN) steht auf dem Plan.

Mit dem 24h-Rennen auf dem Nürburgring verbindet Farfus eine intensive Geschichte. Sieben Mal stand er in der Eifel am Start und konnte dabei einiges an Erfolgen einfahren. 2015 eroberte er im BMW Z4 GT3 gemeinsam mit Jörg Müller, Nicky Catsburg und Dirk Adorf die Pole-Position und wurde im Rennen Vierter. Die größten Erfolge auf der Nordschleife feierte der 35-jährige Südamerikaner aber 2010 und 2011. In diesen Jahren fuhr er mit den Teamkollegen Jörg Müller, Uwe Alzen und Pedro Lamy um den Sieg. 2010 holte er im BMW M3 GT2 den Gesamtsieg, im Jahr darauf Platz zwei.

Auch wenn sein Weg 2019 zu den Orten großer Erfolge zurückführt, blickt er naturgemäß dennoch ein wenig wehmütig auf die DTM zurück. „Ich habe mir die Entscheidung, der DTM den Rücken zu kehren, natürlich nicht leicht gemacht“, meint Farfus. „Es ist die wohl beste Tourenwagenserie der Welt, und ich habe mich in der DTM-Familie und bei den BMW-Teams immer sehr wohl gefühlt. Ich konnte dort eine Menge lernen, meinen Speed zeigen und sogar um den Titel kämpfen. Es war eine großartige Zeit. Wer mich kennt, der weiß jedoch auch, wie sehr ich auch den GT-Sport liebe. Ich habe gespürt, dass ich nun ein neues Kapitel aufschlagen sollte. Ich bin BMW sehr dankbar, dass sie meine Entscheidung akzeptiert haben und mir die Chance geben, weiter auf allerhöchstem Niveau in BMW-Rennwagen unterwegs zu sein. Ich freue mich riesig auf 2019.“

FIA WTCR Macau: Scheider auf dem Podium, Tarquini holt den Titel

Mit einem wahren Rennspektakel im engen Straßenrundkurs von Macau hat sich der FIA Tourenwagen-Weltcup WTCR aus der Premierensaison verabschiedet. Während die Rennsiege an Audi-Pilot Jean-Karl Vernay (FRA) und Frédéric Vervisch (BEL) sowie Honda-Pilot Esteban Guerrieri (ARG) gingen, krönte sich ein anderer zum ersten Meister der in diesem Jahr erstmals ausgetragenen Serie: Ex-Formel-1-Pilot Gabriele Tarquini (ITA) lieferte in der chinesischen Sonderverwaltungszone eine fehlerfreie Vorstellung ab und freute sich am Ende über den Titelgewinn. Aus deutscher Sicht waren die WTCR-Rennen im Spielerparadies ebenfalls hoch erfreulich: Der für das All-inkl-Team startende Timo Scheider (Honda Civic TCR) fuhr als Zweitplatzierter im zweiten der drei Rennen seinen ersten Podestplatz ein, Teamkollege Esteban Guerrieri (ARG) krönte die Saison des deutschen Rennteams mit einem Sieg im abschließenden dritten Rennen.

Rennen 1: Kandidatenkreis schrumpfte
31 TCR-Rennwagen traten auf dem engen Straßenkurs in Macau an, die ein überaus spannendes Wochenende boten. Sieben von ihnen hatten vor dem Wochenende zumindest noch theoretische Titelchancen. Doch nach dem ersten Lauf blieben davon nur noch zwei übrig: Nach dem Sieg von Jean-Karl Vernay (FRA, Audi RS3 LMS) vor Yvan Muller (FRA, Hyundai i30 N TCR) und Rob Huff (GBR, VW Golf GTI TCR) lag der Titel nur noch für Muller und Gabriele Tarquini in Reichweite. Das Rennen musste nach Unfällen mehrfach unterbrochen und neu gestartet werden, beim letzten Restart nutzte der vom vierten Platz aus gestartete Vernay die Gunst der Stunde und ging am bis dahin führenden Muller vorbei. Tarquini machte einen Schritt zum Titelgewinn, als er sich von Platz sieben kommend im turbulenten Geschehen bis auf Platz vier vorschieben konnten. Damit trennten ihn vor den abschließenden beiden Läufen 33 Punkte vom letzten verbliebenen Titelrivalen Muller.

Rennen 2: Scheider auf dem Podium, Tarquini machte es spannend
Im zweiten Rennen gab es eine doppelte Premiere in der WTCR: Timo Scheider (Honda Civic TCR) hatte sich im Qualifying als erster deutscher Pilot die Pole Position im neuen FIA-Championat erkämpft. Der gebürtige Lahnsteiner musste sich aber eine Woche nach seinem 40. Geburtstag im Rennen einem anderen beugen: Frédéric Vervisch siegte und trug sich damit als 15. Sieger der ersten WTCR-Saison in die Statistiken ein. Scheider konnte sich dagegen über Platz zwei freuen. Gabriele Tarquini machte es spannend, als er frühzeitig bei einer Massenkollission ausschied und so den Weg für Yvan Muller freimachte. Dieser konnte nach einem tollen Duell mit Scheider Platz drei holen und den Abstand zum Tabellenführer deutlich verkürzen. „Ich hatte versucht, einen Vorsprung herauszufahren“, beschrieb Polesitter Scheider im Anschluss an das Rennen. „Nach gestern wussten wir, dass die Audi hier in Macau mehr Topspeed haben, und schließlich erwischte mich Frédéric in der Mandarin-Kurve. Anschließend hatte ich einen richtig schönen Kampf mit Yvan. Das war genau so, wie ich Rennsport liebe.“

Rennen 3: Weltcupsieger mit drei Punkten Vorsprung
Scheiders Teamkollege Esteban Guerrieri (ARG) war es dann, der im dritten und letzten Macau-Rennen die deutschen Fans erfreute: Er holte im All-Inkl-Honda Civic TCR den Rennsieg vor dem Briten Rob Huff (VW Golf GTI) und Norbert Michelisz (Hyundai i30 N TCR). Hinter ihnen gab es ein spannendes Duell um die erste WTCR-Krone, die mit ständiger Rechenarbeit verbunden war. Der vom 14. Platz aus gestartete Gabriele Tarquini konnte sich bis auf Rang zehn verbessern und sich damit einen Punkt sichern. Weiter vorne im Feld kämpfte Yvan Muller tapfer, verfehlte das das Podium als Vierter aber knapp. Am Ende reichte das nicht, um Tarquini zu überholen. Der Italiener blieb in der Gesamtwertung mit drei Punkten vorne. Emotional war die Reaktion Tarquinis, der ein sehr wechselhaftes Wochenende, an dem ihm der Titel fast durch die Finger gerutscht wäre, als Erstplatzierter beendete. „Ich stand schon nach dem Qualifying unter Druck“, erklärte der 56-Jährige, für den nach einem Unfall nur ein schlechter Startplatz geblieben war. „Aber ich bin nicht umsonst als alter Fuchs bekannt, und ich habe es geschafft.“ Für Yvan Muller, der das Jahr als knapp geschlagener Vizemeister beendet, brachte dieses letzte Saisonrennen noch eine besondere Entschädigung: Seine YMR Mannschaft holte den Teamtitel vor den Hyundai-Markenkollegen vom BRC Racing Team.

Noch bis 31.12.: Doppelte Action mit Rabatt genießen

Für 24h-Fans gibt es ab sofort im Vorverkauf einen besonderen Ticketrabatt: Wer bis zum 31. Dezember 2018 sein Ticket für das 24h-Rennen (20. – 23. Juni 2019) erwirbt, kann sich gleichzeitig bis zu 10 Euro Rabatt für die Tickets des 24h-Qualirennens (18. – 19. Mai 2019) sichern. Unabhängig davon, welches Ticket für den Höhepunkt der Nordschleifensaison im Juni erworben wird gilt: Wer gleichzeitig das Wochenendticket für das Qualirennen bestellt, zahlt nur 15 Euro (statt 25 Euro), die Tagestickets für das Qualirennen (Samstag oder Sonntag) gibt es ermäßigt für jeweils 10 Euro (statt 15 Euro).

Dieses „Early-Bird-Special“ ist befristet bis 31.12.2018. Informationen und Bestellmöglichkeiten gibt es unter nuerburgring.de/24h. Alles Wichtige zu den regulären Ticketpreisen, Konditionen, Rabatten und Bestellmöglichkeiten gibt es direkt auf der 24h-Homepage auf der Ticket-Seite.

Neuer Qualifikationsmodus für das 24h-Rennen sorgt für noch mehr Ausgeglichenheit

Es gehört zum 24h-Rennen wie Grillwürstchen und Rennsportparty: Das Top-Qualifying bildet den spannungsreichen Höhepunkt im Vorspiel des Langstreckenklassikers. Das bei Fans und Fahrern beliebte Stechen um die Pole-Position wird auch künftig im Rahmen eines Einzelzeitfahrens ausgetragen, dessen Regelwerk ab 2019 noch einmal deutlich verfeinert wird. Bei den von den24h-Organisatoren in Zusammenarbeit mit Technikexperten und Teamvertretern erarbeiteten Regeln steht die Transparenz über die tatsächliche Leistungsfähigkeit eines Fahrzeuges ebenso im Fokus wie die Förderung der Breitensportler in den schnellsten Fahrzeugklassen. Die Qualifikation bei den vor dem 24h-Rennen stattfindenden VLN-Läufen und dem 24h-Qualirennen bleibt bestehen, hierbei werden jedoch künftig theoretische Rundenzeiten – also die Addition der jeweils besten Sektorenzeiten – aus dem Zeittraining und Rennen berücksichtigt. Ein fester Anteil der Startplätze im Top-Qualifying ist außerdem für Pro-Am-Teams reserviert, deren schnellste damit definitiv mit den Pro-Mannschaften um die Pole-Position streiten können. Flexibel wird in Zukunft die Zahl der startenden Fahrzeuge im Top-Qualifying: Sie beträgt jeweils 80 Prozent der Anzahl von Nennungen von Pro- und Pro-Am-Teams.

Das Pokern hat im Vorfeld des 24h-Rennens traditionell Hochkonjunktur. Welches Team gibt schließlich vor dem prestigeträchtigen Langstreckenklassiker schon gerne preis, welche Performance das eigene Fahrzeug tatsächlich hat? Davon weiß 24h-Rennleiter Walter Hornung ein Lied zu singen: „Einerseits möchte natürlich jeder die Konkurrenten im Ungewissen lassen und andererseits hält sich hartnäckig die Ansicht, dass die Parameter der Balance of Performance direkt aus den Rundenzeiten abgeleitet werden – was schon lange nicht mehr der Fall ist.“ Der Ablauf der Startplatzvergabe wurde deshalb verfeinert und hat mit den reinen Gesamtrundenzeiten nun nichts mehr zu tun. Jeweils drei Top-Quali-Plätze werden bei den VLN-Rennen vor dem 24h-Rennen vergeben, acht weitere sind im Rahmen des 24h-Qualirennens zu ergattern. Im Rahmen der VLN gibt es einen Platz im Qualifying und zwei im Rennen, wobei als Kriterium die theoretisch schnellste Zeit eines Fahrzeugs herangezogen wird. Diese wird als Mittelwert aus den besten Sektorenzeiten in Qualifying bzw. Rennen ermittelt. Im 24h-Qualirennen erhalten die drei schnellsten Teams des dort ausgetragenen Top-30-Qualifyings einen Startplatz, fünf weitere Plätze werden im Rennen vergeben – auch hier anhand der theoretisch schnellsten Rennrunden. „Das Verfahren ist transparent, weil es viele Störfaktoren eliminiert oder zumindest ihren Einfluss mindert“, erklärt der Rennleiter. „Wer auf einer ansonsten großartigen Runde etwa in einem Sektor auf der Nordschleife aufgehalten wird, dürfte sich darüber freuen. Ebenso mindern wir aber künstliches Verlangsamen, um über die eigene Performance zu täuschen.“

80 Prozent der Top-Teams künftig im Top-Qualifying
Nach den drei VLN-Läufen und dem 24h-Qualirennen stehen damit künftig 17 teilnehmende Fahrzeuge für das Top-Qualifying fest (je drei aus den VLN-Läufen, acht weitere aus dem 24h-Qualifikationsrennen). Die tatsächliche Anzahl der Teilnehmer wird ermittelt, sobald die Nennungsliste des 24h-Rennens geschlossen ist. Sie beträgt jeweils 80 Prozent der Nennungen von Pro-Teams und Pro-Am-Teams. Aus dem Vergleich mit den bis zu diesem Zeitpunkt qualifizierten Teams ergibt sich dann die Zahl der noch verfügbaren Top-Quali-Plätze in beiden Teilnehmergruppen. Vergeben werden diese Plätze anhand des kombinierten Ergebnisses der beiden Zeittrainings, wobei auch hier mit den Mittelwerten der fünf schnellsten Sektoren theoretische Rundenzeiten herangezogen werden. „In der Theorie hört sich das komplizierter an als es in der Praxis ist“, beschreibt Walter Hornung. „Ich freue mich auf jeden Fall, dass wir auf diese Weise sicherstellen, dass das Top-Qualifying nicht zur geschlossenen Veranstaltung der Profipiloten wird, sondern sich weiterhin internationale Stars mit Breitensportlern und Nordschleifenspezialisten messen. Auch die Förderung des sportlichen Wettbewerbs auf der Strecke lag uns am Herzen. Schließlich ist der direkte Vergleich zwischen faszinierenden Autos auf der schönsten Rennstrecke der Welt das, was alle Beteiligten vom Rennleiter bis zum Fan sehen wollen.“

Ausbildung: Als Sportwart hautnah dran an der Action

Wenn es im Motorsport brenzlig wird, dann sind die Sportwarte der Streckensicherung als Erste am Ort des Geschehens. Sie sorgen für Sicherheit und Fairness, sie helfen und bergen im Notfall. Und auch sonst sind sie vielen anderen Situationen intensiv ins Geschehen eingebunden. Mit anderen Worten: Ohne die Marshals geht an der Rennstrecke nichts.

Was ohnehin für jede Motorsportveranstaltung gilt, das ist beim ADAC Zurich 24h-Rennen noch wichtiger. Denn nicht nur, dass hier die volle Mannschaft rund um die Nordschleife vorhanden sein muss. Hier geht es auch vier Tage und eine ganze Nacht lang rund! Kein Wunder, dass – vom Rennleiter bis zum Helfer im Fahrerlager, von den Interventioncar-Fahrern bis zum Marshal – rund 2.000 Personen in die Organisation eingebunden sind. Sie sind ein verlässliches, familiäres Team, das bei Wind und Wetter begeistert bei der Sache ist. Wer Lust hat, in diesem verantwortungsvollen Bereich mit dabei zu sein, der kann im November 2018 eine wichtigen Grundlage dafür schaffen: Der Motorsportverband NRW (MVNW) bietet am 24. und 25. November Seminare zur Ausbildung / Fortbildung von Sportwarten an. Wer den Kurs erfolgreich absolviert, kann anschließend seine persönliche Sportwartlizenz beantragen und als Marshal der Streckensicherung nicht nur an der Nordschleife, sondern auch bei vielen anderen Motorsportveranstaltung hautnah am Geschehen sein. Informationen zu den Lehrgängen gibt es unter dem folgenden Link:

Hier klicken um zur Homepage des MVNW zu gelangen

Untersuchung ergab: 24h-Rennen erhält gute Noten

Das 24h-Rennen auf dem Nürburgring bekommt bei den Besuchern Bestnoten – das ist jetzt auch wissenschaftlich untermauert. Eine mehr als zwanzigköpfige Projektgruppe aus Studierenden und Dozenten der Fachhochschule des Mittelstandes (FHM) in Köln befragten beim 24h-Rennen 2018 Zuschauer, Teams und Fahrer und machte sich außerdem ein umfangreiches eigenes Bild vom Event. Dabei floss das Fachwissen der Studierenden aus den Bachelor-Studiengängen Automotive Management, Eventmanagement & Entertainment, Sportjournalismus und -marketing sowie Medienkommunikation und Journalismus ein. Fünf Veranstaltungstage lang wurde das größte Motorsportevent Deutschlands untersucht und die Ergebnisse aus weit über 300 Einzelinterviews und Beobachtungen ausgewertet. Für die Organisatoren beim ADAC Nordrhein bringt die Studie einige interessante Ansätze, die Potenziale zur Weiterentwicklung vor allem im Zuschauerservice und in der Kommunikation bieten. Fest steht allerdings auch: Insgesamt erhält die Veranstaltung von ihren Besuchern die Note „sehr gut“, und auch für die befragten Aktiven ist das 24h-Rennen auf der Nordschleife ein unbestrittenes Highlight. Um die gewonnenen Erkenntnisse weiter zu verfeinern und das Event auch künftig wissenschaftlich zu begleiten, haben sich Organisatoren und Forscher bereits auf eine Fortsetzung des Projektes geeinigt. Auch 2019 wird es damit eine wissenschaftlich fundierte Studie rund um das 24h-Rennen geben.

Die Studie der FHM zeigte: Der typische Besucher des 24h-Rennens ist zwischen 14 und 29 Jahren alt, männlich und sehr motorsportbegeistert. Rund 90 Prozent aller Besucher sind jünger als 50 – und die meisten bleiben mit ihrem Eventticket vier oder fünf Tage vor Ort. Wer einmal dabei war, der kommt meist wieder: Über zwei Drittel aller Befragten hatten bereits bis zu fünf Besuche beim 24h-Rennen erlebt, bei mehr als 20 Prozent der Teilnehmer waren es sogar mehr als fünf Besuche. „Das bestätigt ein wenig den Eindruck, den wir auch als Organisatoren haben“, erläutert 24h-Rennleiter Walter Hornung. „Wir haben eine sehr treue und sehr motorsportbegeisterte Fangemeinschaft vor Ort.“ Aber nicht nur das brachte die Studie ans Licht. „Wir wissen durch die aufwendige Arbeit des jungen Forscherteams der FHM nun auch, dass wir daran arbeiten müssen, die Schwelle für neue Besucher zu senken“, erklärt der Rennleiter. „Das 24h-Rennen soll ja beides sein: der Saisonhöhepunkt für die eingeschworene Nordschleifen-Gemeinde, aber auch ein unvergessliches Erlebnis für Zuschauer, die uns zum ersten Mal besuchen und sich vielleicht noch nicht so gut auskennen. An diesem Spagat werden wir nun noch intensiver arbeiten, um das ‚Rennen des Jahres’ für alle Beteiligten noch ein bisschen attraktiver zu machen.”

Studie liefert wertvolle Ansatzpunkte für die weitere Arbeit
Gefragt nach den Faktoren, die das 24h-Rennen für die Besucher attraktiv machen, gab es einen klaren Spitzenreiter: Die Atmosphäre rund um die legendäre Nordschleife und bei den vielen Events im Rahmenprogramm wurde immer wieder genannt. Der hohe Kultfaktor des Rennens, der Motorsport an sich aber auch die Partystimmung am Ring begeistern viele. Vor allem die Programmpunkte im Rahmenprogramm, die besonders nahe am Renngeschehen sind, schneiden in der Gunst der Fans am besten ab: Drift-Shows, Adenauer Racing Day, Fahrerlager und Startaufstellung, die Rahmenevents generell – das sind echte Highlights. Verbesserungspotenzial gibt es im Programmablauf und einigen Servicepunkten, wie etwa der Auswahl an Verpflegung, der Anzahl und Sauberkeit sanitärer Einrichtungen oder von Verkehrsregelungen. „Hier haben wir einige Erkenntnisse gewonnen, die vor allem mit der Masse an Besuchern zu tun haben und die wir nun in konkrete Maßnahmen umsetzen können“, weiß Walter Hornung. Auch die befragten Teams und Fahrer gaben den 24h insgesamt eine gute Note, trugen aber auch viele Detail-informationen und -vorschläge bei, wie das sportliche und organisatorische Geschehen noch besser gestaltet werden könnte. Dazu zählen etwa die konkreten Abläufe von der An- und Abreise über technische und Dokumentenabnahme bis hin zur Siegerehrung. Da die Anzahl der in diesem Bereich durchgeführten Befragungen relativ klein war (denn natürlich haben viele Teams und Fahrer während der laufenden Veranstaltung nur sehr begrenzt Zeit) entstanden hier keine umfangreichen Statistiken, sondern Tendenzaussagen. Walter Hornung betont aber: „Auch diese sind für uns wertvoll und eine Basis für die weitere Arbeit.“

Nordschleifentermine 2019 stehen fest

Pünktlich zum Saisonfinale 2018 hat auch die VLN ihren Terminkalender für das Jahr 2019 verabschiedet. Nachdem das ADAC Zurich 24h-Rennen bereits 2017 den Terminplan bis inklusive 2023 fixieren konnte, steht damit nun der Jahresplan für die kommende Nordschleifensaison fest: Ab 23. März startet der Rennbetrieb auf der schönsten, längsten und legendärsten Rennstrecke der Welt. Nach drei VLN-Läufen wird das sechsstündige ADAC Qualifikationsrennen 24h-Rennen (18. bis 19. Mai) wieder den Prolog für den Jahreshöhepunkt bilden: das ADAC Zurich 24h-Rennen vom 20. bis 23. Juni. Auch anschließend geht es auf der Nordschleife weiter: Bei sechs weiteren VLN-Läufen werden die Meister und Platzierten der Saison 2019 ermittelt.

Hier der Terminplan für die Nordschleifenrennen im Jahr 2019:

23. März 2019 VLN 1
13. April 2019 VLN 2
27. April 2019 VLN 3
18.-19. Mai 2019 24h-Qualifikationsrennen
20.-23. Juni 2019 ADAC Zurich 24h-Rennen
13. Juli 2019 VLN 4
3. August 2019 VLN 5
7. September 2019 VLN 6
28. September 2019 VLN 7
12. Oktober 2019 VLN 8
26. Oktober 2019 VLN 9

Terminplan 2019 als Grafik (2.100 x 1.400 px):

VLN: Rink, Brink und Leisen sind Meister 2018

Am Ende einer bewegten Saison ließen sich Christopher Rink, Danny Brink und Phillipp Leisen beim neunten und letzten Lauf der VLN als Meister 2018 feiern. Das Trio des Pixum-Adrenalin-Teams fuhr in der hart umkämpften Klasse für Produktionswagen bis 2.500 ccm Hubraum insgesamt sechs Klassensiege ein und punktete in den weiteren Rennen konstant. „Ich bin einfach nur überglücklich“, strahlte Teamchef Matthias Unger, seinerseits VLN-Champion von 2008. Neben dem Platz eins belegte der Porsche Cayman des Teams mit den Fahrern Norbert Fischer, Christian Konnerth und Daniel Zils Rang zwei in der Meisterschaft und machte den Doppelsieg perfekt. Beide Fahrzeuge belegten zudem in der VLN-Produktionswagen-Trophäe ebenfalls die Plätze eins und zwei.

„Ich kann noch gar nicht richtig fassen, was uns da gelungen ist“, sagte Rink im Ziel und Brink ergänzte: „Vor allem nach den ganzen Vorkommnissen im Anschluss an den achten Lauf fällt mir ein Stein vom Herzen.“ Der Adrenalin-BMW wurde bei VLN 8 nach einem technischen Protest zunächst disqualifiziert. Das Team legte gegen diese Entscheidung Berufung ein und erhielt von DMSB-Berufungsgericht Recht – das Fahrzeug entsprach in den beanstandeten Punkten dem Reglement. „Wir standen wirklich unter Strom und sind froh, dass wir den Titel nun endlich in der Tasche haben“, sagte Leisen.

Platz drei in der Meisterschaft geht an Stephan Köhler und Christian Kohlhaas, die mit dem Ferrari 458 von racing one beim Finale den neunten Klassensieg im neunten Rennen holten. Aufgrund von durchschnittlich nur sechs Gegnern in der Klasse SP8 reichte diese außergewöhnliche Leistung am Ende trotzdem nicht zum Titel. In der Langstreckenmeisterschaft erhalten die Fahrer die meisten Punkte, die die meisten Gegner in ihrer Klasse hinter sich lassen. In der Meisterklasse V4 waren im Schnitt 21 Fahrzeuge am Start.

Zweiter Saisonsieg für den Falken-Porsche
Der Sieg beim Finale ging an Falken Motorsports. Beim letzten Rennen des „alten“ Porsche 911 GT3 R setzten sich Klaus Bachler und Martin Ragginger nach 28 Runden mit einem knappen Vorsprung von 5,334 Sekunden gegen Maximilian Götz, Raffaele Marciello und Patrick Assenheimer im Mercedes-AMG GT3 von HTP-Motorsport durch. Auch Rang drei ging an ein Team mit Stern auf dem Kühlergrill. Hubert Haupt, Yelmer Buurman und Luca Stolz fehlten auf die Spitze am Ende 20,845 Sekunden. Die SP9-Premium-Wertung sicherten sich zum fünften Mal in diesem Jahr Georg Weiss, Oliver Kainz und Jochen Krumbach im Ferrari 488 GT3.

„Uns war klar, dass unsere Boxenstrategie aufgehen würde“, erklärte Ragginger. „Wir hatten am Ende noch ein kleines technisches Problem – eine Runde mehr wäre nicht drin gewesen.“ Zum Abschiedsrennen des grün-blauen Elfers hatte Falken Motorsports allen VLN-Fans die Möglichkeit gegeben, sich auf der Motorhaube zu verewigen. Davon hatten unzählige Zuschauer Gebrauch gemacht und dem Porsche so eine einmalige Optik verpasst. „Ich bin davon überzeugt, dass uns das Glück gebracht hat“, sagte Bachler mit einem Augenzwinkern. Es wird spekuliert, dass das Team 2019 einen neuen Porsche 911 GT3-R der Baureihe 991.2 an den Start bringen wird. Falken Motorsports hat mit zwei Saisonsiegen und zwei dritten Plätzen die VLN-Speed-Trophäe gewonnen, die Sonderwertung für die Top-Fahrzeuge der Serie.

Nach seinem ersten Sieg bei vergangenen Lauf bestätigte Assenheimer seine Top-Form auch beim Finale. „Ich freue mich immer über einen Podestrang“, sagte er. „Jetzt hoffe ich, dass die Rennpause für mich nicht allzu lang sein wird und ich ein paar Rennen in Übersee bestreiten kann. Und dann beginnen auch schon die Verhandlungen für die neue Saison. Ich würde auf jeden Fall gerne die komplette VLN-Saison fahren. Bis dahin halte ich mich mit Fitness und vielen Runden im Simulator in Form.“

Auch Hubert Haupt war mit Platz drei zufrieden. „Platz drei ist nach zwei Siegen in dieser Saison perfekt, um das Motorsportjahr zu beendet“, sagte er. „Es wäre heute vielleicht mehr drin gewesen heute, vor allem im Qualifying. Hier haben wir Zeit liegen lassen. Dadurch haben wir gleich zu Beginn den Anschluss an die Spitze verloren.“

Tristan Viidas gewinnt VLN-Junior-Trophäe
Der Sieger der VLN-Junior-Trophäe heißt Tristan Viidas. Im BMW M235i Racing Cup des Securtal-Teams setzte sich der Este gegen Finn Unteroberdörster und Janis Waldow durch, die mit ihrem Renault Mégane am Ende Platz zwei in der Nachwuchs-Wertung belegten. Dritte wurden Tobias Müller, Nico Otto und Lars Peucker, die sich am Volant des BMW M235i Racing Cup von Scheid-Honert-Motorsport abwechselten.

Ein historischer Erfolg gelang beim 43. DMV Münsterlandpokal Volker Strycek. Der langjährige Opel-Sportchef fuhr zusammen mit seinen Kindern Lena und Robin zum Klassensieg in der SP3T – seinem 100. Klassensieg in der seit 1990 geführten Statistik der VLN. Strycek ist erst der zweite Fahrer, dem dieses Kunststück gelang. Ralf Schall ist mit 102 Klassensiegen aktuell der erfolgreichste VLN-Pilot.

24h-Rennen nimmt Abschied von Hans Schnock

Das ADAC Zurich 24h-Rennen nimmt Abschied von seinem langjährigen Rennleiter Hans Schnock. Der Motorsportfunktionär und Automobilexperte aus dem rheinischen Merzenich machte sich nach seiner Zeit als aktiver Motorsportler vor allem als Funktionär einen Namen. So harmonierte seine Beruf als Spezialist für die Restaurierung von Oldtimern bestens mit dem intensiven Engagement bei der Youngtimer Trophy, deren Mitbegründer er war. Auch beim 24h-Rennen war er über 25 Jahre lang eine feste Größe und hier zuletzt als Rennleiter aktiv.

Ab 1982 gehörte Hans Schnock als stellvertretender Rennleiter zum Führungszirkel des 24h-Rennens. In dieser Zeit arbeitete er nicht zuletzt mit „Mr. 24h-Rennen“ Peter Geishecker kontinuierlich an der Weiterentwicklung des Events und übernahm von diesem ab 1996 die Funktion des Rennleiters. Im gleichen Jahr wurde er auch Mitglied im Organisationskomitee. In beiden Ämtern war er bis 2008 aktiv, bevor er diese Aufgaben in jüngere Hände weitergab und das Amt an den heutigen Rennleiter Walter Hornung weiterreichte. „Hans Schnock war ein Rennleiter alter Schule“, schildert Hornung, der mit Schnock schon ab 2001 als einer der stellvertretenden Rennleiter intensiv zusammengearbeitet hatte. „Ihm waren die Aktiven auf der Rennstrecke wichtig, ganz gleich in welcher Fahrzeugklasse sie antraten.“

In seiner Zeit als 24h-Rennleiter übernahm Schnock die Mamutaufgabe, die größten jemals angetretenen Starterfelder auf die Reise zu schicken: Von knapp über 100 Fahrzeugen Ende der 70er Jahre entwickelte sich das Rennen in dieser Zeit kontinuierlich weiter, knackte 1987 erstmals die Marke von 180 Teilnehmern, 1999 warten erstmals über 200 Fahrzeuge am Start. Unvergessen bleiben die riesigen Starterfelder der Jahre 2000 und 2006 (jeweils 222 Starter) sowie 2007 (224 Starter). Aber auch sportlich erlebte Schnock in seinen Jahren als Rennleiter manchen Meilenstein. So winkte er 1996 Sabine Reck (Schmitz) als erste weibliche Siegerin ab, als diese gemeinsam mit Johannes Scheid und Hans Widman im Scheid-BMW M3 gewann. 1998 begrüßte er Marc Duez / Andreas Bovensiepen / Christian Menzel / Hans-Jochaim Stuck im BMW 320d als erste Sieger eines 24h-Rennens weltweit, die auf einem Dieselfahrzeug antraten.

Zu den zahlreichen motorsportlichen Aktivitäten Schnocks gehört insbesondere die Gründung der Youngtimer Trophy, die er 1992 gemeinsam mit Egon Meurer aus der Taufe hob. Seit dem ersten Rennen 1993 begleitete er die Serie und setzte sich für ihren Fortbestand und weiteren Ausbau ein. Über 20 Jahre zeichnete er für „seine“ Youngtimer-Trophy verantwortlich, bevor er sich 2015 aus gesundheitlichen Gründen zurückzog.