FIA WTCR: Nordschleife wird zweite Saisonrunde 2020

Die FIA WTCR hat ihren Terminkalender überarbeitet und hält dabei eine Überraschung für die europäischen Fans bereit: Der traditionelle Saisonstart in Marokko entfällt und wird durch einen Lauf auf dem österreichischen Salzburgring ersetzt. Der traditionsreiche Ring vor den Toren vor der Mozartstadt wird vom 24. bis 26. Juli als sechste Saisonrunde den Abschluss der europäischen WTCR-Rennen markieren. Damit erhalten auch die drei WTCR-Rennen beim ADAC TOTAL 24h-Rennen einen anderen Charakter: Einen Monat, nachdem der amtierende Champion Norbert Michelisz auf seiner Heimstrecke Hungaroring (24. – 26. April) das Projket Titelverteidigung startet, geht es am Nürburgring erst in die zweite Runde der Saison.

Den Abschied aus Marokko begründet die FIA WTCR vor allem mit dem Ausscheiden eines Local Heros: „Da Marokkos Top-Fahrer Mehdi Benanni 2020 leider nicht mehr in der WTCR dabei sein wird, wäre das Event ohne seine Teilnahme und Unterstützung nicht mehr in der Qualität durchführbar gewesen“, sagt Francois Ribeiro, Leiter des WTCR-Promotors Eurosport Events. Nun wurde der 4,241 km lange Salzburgring in den Kalender aufgenommen, der auch für viele deutsche Fans gut erreichbar ist. „Der Salzburgring ist für spektakulären Tourenwagensport wie maßgeschneidert“, weiß Ribeiro und erinnert sich dabei gerne an die Jahre, in denen die Strecke von der Vorgängerrennserie WTCC genutzt wurde. „Für die WTCR-Teams ist die zentrale Lage ideal, und wir freuen uns, die Partnerschaft mit der Rennstrecke nun zu erneuern.“

Im Zuge der nun veröffentlichten Änderungen wurde auch ein neuer Termin für das Rennwochenende in Ningbo (China) festgelegt, das nun vom 18. bis 20. September stattfindet (ursprünglich geplant: 4. – 6. September). So soll der Transport der Fahrzeuge von Europa nach Asien erleichtert werden. Der neue Kalender muss noch vom FIA World Motor Sport Council bestätigt werden und umfasst die folgenden zehn Stationen:

24.–26.04.2020: WTCR Race of Hungary (Hungaroring)
20.–23.05.2020: WTCR Race of Germany (ADAC TOTAL 24h-Rennen)
05.–07.06.2020: WTCR Race of Slovakia (Slovakia Ring)
19.–21.06.2020: WTCR Race of Portugal (Circuito Internacional de Vila Real)
03.–05.07.2020: WTCR Race of Spain (MotorLand Aragón)
24.–26.07.2020: WTCR Race of Austria (Salzburgring)
18.-20.09.2020: WTCR Race of China (Ningbo International Speedpark)
16.-18.10.2020: WTCR Race of South Korea (Inje Speedium)
19.-22.11.2020: WTCR Race of Macau (Circuito da Guia)
10.-13.12.2020: WTCR Race of Malaysia (Sepang International Circuit)

24h-Rennen trauert um Otto Flimm

Das 24h-Rennen trauert um Otto Flimm, der in der Nacht zum 10. Februar 2020 in Brühl verstorben ist. Der langjährige Präsident des ADAC und des Regionalclubs Nordrhein prägte in seinen 90 Lebensjahren nicht nur den Gesamtclub, sondern war insbesondere im Motorsport ein engagierter Funktionär mit zahllosen Verdiensten. Dazu zählt sein Einsatz für viele wichtige Baumaßnahmen am Nürburgring in den 70er- und 80er-Jahren ebenso wie seine Mitwirkung in vielen sportlichen Gremien. So gestaltete Flimm das ADAC TOTAL 24h-Rennen zwischen 1976 und 1995 als Leiter des Orga-Ausschusses und wirkte von 1996 bis 2004 als Orga-Kommitee-Mitglied mit.

Flimm wurde am 18. Mai 1929 als Sohn des Spirituosenherstellers Carl Flimm im Kölner Severinsviertel geboren. Bereits nach dem Krieg half er im elterlichen Betrieb aus und übernahm diesen später. In jungen Jahren entdeckte er auch seine Leidenschaft zum Motorradsport (Motocross). 1950 gründete er zunächst den Brühler Club für Motorsport und trat im gleichen Jahr in den ADAC Nordrhein ein. Als echter Vereinsmensch machte sich Flimm im Regionalclub schnell einen Namen und wurde 1959 Mitglied im Vorstand, 1967 Zweiter Vorsitzender und 1973 Vorsitzender des ADAC Nordrhein. Auch im Gesamtverein wurde er 1972 Vizepräsident und führte den ADAC von 1989 bis 2001 als Präsident. Für seine zahllosen Verdienste würdigten ihn der Gesamtclub mit dem Titel des Ehrenpräsidenten sowie der ADAC Nordrhein durch die Ernennung zum Ehrenvorsitzenden. Flimm war Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse und Erster Ehren-Vizepräsident der FIA.

Als Mann klarer Worte und unermüdlicher Kämpfer für die gute Sache stand Flimm an der Spitze des Vereins „Ja zum Nürburgring“, der nach dem Feuerunfall von Niki Lauda 1976 in jahrelanger Arbeit maßgeblich dafür sorgte, dass die moderne Grand-Prix-Strecke gebaut werden konnte. Die Rettung des Nürburgrings gilt als eines seiner größten Lebenswerke. Die Zufahrtsstraße zum alten Fahrerlager am Dorint-Hotel trägt heute seinen Namen.

Foto: Herbert Piel

Für Demorunden: DTM der 80er und 90er kehrt auf die Nordschleife zurück

Die Tourenwagen Legenden bereichern 2020 das Rahmenprogramm des ADAC Total 24h-Rennens auf dem Nürburgring. Im Zuge dessen kehren die spektakulären Tourenwagen der Achtziger- und Neunzigerjahre in die Grüne Hölle zurück. Alfa Romeo 155 V6, Audi V8, BMW M3, Ford Sierra Cosworth sowie Mercedes 190 und C-Klasse lassen die Herzen der Motorsportfans, die fünf Tage lang rund um die Nordschleife das größte Rennsportfestival in Deutschland feiern, höher schlagen.

„Wir sind unheimlich stolz, beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring dabei zu sein“, sagt Jörg Hatscher, Geschäftsführer und selber Teilnehmer der Tourenwagen Legenden. „Das ist ein wichtiger Meilenstein in der noch jungen Geschichte unserer Serie, die 2020 erst in ihre zweite Saison startet. Für die Fans rund um den Nürburgring werden wir die Goldenen Jahre des Tourenwagen Sports wieder aufleben lassen. Und für unsere Teilnehmer wird es ein unvergessliches Erlebnis.“ Hatscher pilotiert bei den Tourenwagen Legenden eine AMG Mercedes C-Klasse DTM/ITC 1996. Die Nürburgring Nordschleife kennt er wie seine Westentasche. Von 2008 bis 2014 war er als Fahrer und zum Teil als Teamchef in der VLN und beim 24h-Rennen mit von der Partie und errang dabei 2 Klassensiege.

Die Tourenwagen Legenden bestreiten am Freitagnachmittag zwei Demonstrationsrunden in der Grünen Hölle. Daneben werden die historischen Rennfahrzeuge – begleitet von einer Reihe Ex-DTM-Stars – Teil des Adenauer Racing Days am Mittwoch, der Autogrammstunde im ring°boulevard am Donnerstag sowie an allen Tagen in der Fan-Arena im historischen Fahrerlager. Daneben werden zwei der spektakulären Boliden im DSK-Zelt in der Müllenbachschleife zu sehen sein.

Die Tourenwagen Legenden bestreiten 2020 zehn Rennen á 30 Minuten für die Meisterschaftswertung; je zwei auf dem Sachsenring (8.-10. Mai), in Spa-Francorchamps (26.-28. Juni), in Hockenheim (24.-25. Juli), im tschechischen Most (28.-30. August) und auf dem Nürburgring (16.-18. Oktober). Daneben umfasst die Veranstaltungsreihe ein Einladungsrennen im norwegischen Rudskogen, eine Demofahrt beim Bergrennen in Osnabrück, zwei Prüf- und Einstellfahrten am Bilster Berg und auf dem ATP-Testgelände in Papenburg sowie Messeauftritte bei der Techno Classica und der Essen Motor Show.

Zwei mal 911: Falken tritt auf Porsche an

[Teminfo] Die Reifenmarke Falken hat ihr Motorsportpläne für 2020 bekannt gegeben und wartet mit eine Überraschung auf: Das erfolgreiche Team tritt in der Nürburgring Langstrecken-Serie (ehemals VLN) und auch beim ADAC TOTAL 24h-Rennen mit zwei der neuesten GT3-Porsche 911 GT3 R an. Das Falken Motorsports-Team, das in diesem Jahr zum zehnten Mal in Folge von Schnabl Engineering getragen wird, hat dazu ein neues 991.2-Chassis bestellt. Es wird zusätzlich zum 2019er-Porsche eingesetzt. Beide Fahrzeuge werden in der Spezifikation identisch sein.

Die Entscheidung für den Einsatz von zwei identischen Porsche folgt auf drei Jahre, in denen neben einem Porsche 911 ein BMW M6 GT3 für das türkis-blaue Team an den Start rollte. Während der BMW den ersten VLN-Rennsieg von Falken und den fünften Platz in der letztjährigen VLN-Saison erzielte, glauben die Reifeningenieure, dass der Wettbewerb mit zwei identischen Fahrzeugen die Effizienz durch die Konzentration auf die Verbesserung der spezifischen Fahrzeug- und Reifenleistung verbessern wird.

„Das Rennen mit zwei Porsche wird es uns ermöglichen, ein effektiveres Reifenevaluierungsprogramm durchzuführen, verbunden mit der Chance, verschiedene Setups an den Fahrzeugen auszuprobieren und gleichzeitig eine weitere Variable auf einer Strecke zu entfernen, die so viele unvorhersehbare Elemente aufwirft. Außerdem profitieren wir von Kosteneinsparungen bei der Ersatzteilversorgung und der Logistik, sodass dies eine sehr praktische Entscheidung ist“, sagt Stefanie Olbertz, verantwortlich für das Motorsportprogramm von Falken Tyre Europe GmbH. „Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung von BMW, und der M6 wird bei Falken immer einen besonderen Platz einnehmen, da er unseren ersten Sieg auf der Nordschleife sowie mehrere andere große Triumphe errungen hat. Dazu gehören unser erster Doppel-Podiumsplatz sowie die fehlerfreie Leistung beim 24h-Rennen 2019 mit dem fünften Gesamtrang als schnellster BMW.“

Das Falken Motorsports-Team wird im Februar nach Portimao fahren, um dort den nun schon traditionellen Shakedown durchzuführen, bevor die neue Fahrerbesetzung für 2020 zum offiziellen NLS-Testtag am 14. März 2020 bekannt gegeben wird. Der erste Wettbewerbseinsatz für die neue 4,0-Liter-Maschine mit 550 PS ist für die erste NLS-Runde am 21. März geplant.

GetSpeed bringt Junior-Team zum 24h-Rennen

[Teaminfo] Am 21. März 2020 startet die Saison auf der Nordschleife mit dem ersten Lauf zur Nürburgring Langstrecken-Serie (ehemals VLN) in die heiße Phase. Auch für GetSpeed Performance beginnt dann endgültig die Vorbereitung auf das ADAC TOTAL 24h-Rennen, die in diesem Jahr besonders umfangreich ausfällt. Denn das in Meuspath beheimatete Team bringt gleich drei Mercedes-AMG GT3 an den Start. Neben dem Fahrzeug mit Janine Hill und John Shoffner sowie dem werksunterstützen Mercedes-AMG mit vier hochkarätigen Piloten, plant die Mannschaft rund um Teamchef Adam Osieka den Einsatz eines weiteren Junior-Teams. Dafür hat GetSpeed ein sowohl sportlich als auch finanziell sehr interessantes Paket geschnürt.

„Wir wollen dem talentierten Nachwuchs eine attraktive Chance geben, sich für höhere Aufgaben zu empfehlen und GT3-Erfahrungen in einem professionellen Umfeld zu sammeln. Wir haben bereits im letzten Jahr damit begonnen, professionelle Grundlagen für junge Fahrer zu schaffen. Die Piloten werden bei uns intensiv betreut und aufgebaut. Wir haben in der Grünen Hölle einen großen Erfahrungsschatz gesammelt, den wir gerne weitergeben wollen“, sagt Adam Osieka.

Der Einsatz des Junior-Teams umfasst zwei Performance-Tests, die ersten drei Rennen der Nürburgring Langstrecken-Serie und das 24h-Rennen auf der legendären Nordschleife. Der Clou dabei ist vor allem der Preis. Für bereits 89.000 Euro (zzgl. Mehrwertsteuer) sind die Fahrerplätze jeweils verfügbar.

Formel 4 erstmals mit im Programm

Premiere beim ADAC TOTAL 24h-Rennen: Erstmals wird 2020 die Formel 4 zum Rahmenprogramm des Langstreckenklassikers gehören. Die Nachwuchstalente haben so die Chance, sich auf der ganz großen Bühne zu präsentieren. Ausgetragen werden die Läufe auf der Grand-Prix-Strecke. Auch der weitere Kalender der ADAC Formel 4 steht bereits fest. Die Serie ist bei sechs Events des ADAC GT Masters und ist auf vier Formel-1-Rennstrecken zu Gast. Saisonstart ist vom 24. bis 26. April in der Motorsport Arena Oschersleben. Bereits als zweiter Lauf folgt dann der Höhepunkt beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring. Danach folgen die Stationen auf den aktuellen oder ehemaligen Formel-1-Rennstrecken Red Bull Ring/Österreich, Nürburgring, Zandvoort/Niederlande und Hockenheimring. Das Finale findet auch 2020 auf dem Sachsenring statt, diesmal vom 2. bis 4. Oktober.

Termine ADAC Formel 4 2020 (Änderungen vorbehalten)

26.04.2020: Motorsport Arena Oschersleben
24.05.2020: ADAC TOTAL 24h-Rennen
07.06.2020: Red Bull Ring (A)
16.08.2020: Nürburgring*
23.08.2020: Circuit Zandvoort (NL)
20.09.2020: Hockenheim
04.10.2020: Sachsenring*

* = vorbehaltlich Vereinbarung mit dem Veranstalter

Rückkehr einer Legende: BMW startet 2020 neues Junior-Team

[Werksinfo] Nach über 40 Jahren haucht BMW 2020 dem legendären Junior-Team neues Leben ein: Mit völlig neuem Konzept werden die Nachfolger von Eddie Cheever (USA), Manfred Winkelhock (GER) und Marc Surer (SUI) auf große Aufgaben vorbereitet. Die Schule wird eine der härtesten sein, die der internationale Rennsport zu bieten hat: die Nürburgring-Nordschleife! Dan Harper (GBR), Max Hesse (GER) und Neil Verhagen (USA) absolvieren ein auf zwei Saisons angelegtes ganzheitliches, hochwertiges und intensives Ausbildungsprogramm, das neue Maßstäbe in der Förderung junger Talente setzt. Einer ihrer Mentoren wird der Mann sein, der 1977 das erste BMW Junior Team gegründet hat: Jochen Neerpasch.

Ziel des Ausbildungskonzepts ist, die Junioren gemeinsam in vielen verschiedenen Bereichen weiterzuentwickeln, sie individuell und ganzheitlich zu fördern und sie dadurch zu besseren und vor allem reiferen Rennfahrern zu machen. Das BMW Junior Team beginnt seine Ausbildung am 9. Januar mit dem Einzug in eine gemeinsame Wohnung in Viareggio (ITA), wo ein mehrwöchiges Trainingscamp mit Fitness- als auch Mentaltraining auf sie wartet. Eine Säule des Programms ist der Teamgegeist, der auch anschließend im Vordergrund steht: Dann ziehen die Junioren in eine gemeinsame Wohnung nahe des Nürburgrings, der zum Mittelpunkt ihrer Rennfahrerausbildung werden wird. Am Steuer verschiedener BMW Rennfahrzeuge – vom neuen BMW M2 CS Racing über den BMW M4 GT4 bis hin zum BMW M6 GT3 – fährt das BMW Junior Team die komplette Saison der Nürburgring Langstrecken-Serie sowie das ADAC TOTAL 24h- Rennen auf dem Nürburgring. Zu den Renneinsätzen kommen zahlreiche weitere Ausbildungsinhalte hinzu.

„Die Wiedergeburt des legendären BMW Junior Teams nach mehr als 40 Jahren ist für uns bei BMW Motorsport etwas ganz Besonderes“, sagt BMW Group Motorsport Direktor Jens Marquardt. „Umso mehr, da wir den Gründer des damaligen BMW Junior Teams und der BMW Motorsport GmbH, Jochen Neerpasch, als einen der Mentoren für die neue Generation gewinnen konnten. Damit treffen Tradition und Zukunft in einer aus unserer Sicht perfekten Konstellation aufeinander. Unser neues Konzept steht auf mehreren Säulen: dem Racing auf der Nürburgring-Nordschleife, dem Sim-Racing als einem neuen und zukunftsorientierten Bereich, dem Mental- und Fitnesstraining, Ausbildungsinhalten innerhalb der BMW Group sowie dem Teambuilding durch das Zusammenleben in einer WG. Mit diesem umfassenden Konzept heben wir unsere Nachwuchsförderung noch einmal auf eine neue Stufe.“

Jochen Neerpasch meint: „Als ich 1977 das erste BMW Junior Team gegründet habe, waren wir bei BMW Motorsport Pioniere in der Nachwuchsförderung. Zum ersten Mal haben wir die Ausbildung junger Rennfahrer auf eine professionelle Basis gestellt. Nun nach mehr als 40 Jahren erneut in die Förderung eines BMW Junior Teams involviert zu sein, freut mich sehr. Ich weiß aus meiner Erfahrung, dass junge Fahrer sehr viel schneller lernen, wenn sie als Team agieren, anstatt nur für sich selbst zu kämpfen. Auf dieser Grundlage ist gemeinsam mit den Verantwortlichen von BMW Motorsport die Idee entstanden, das BMW Junior Team wieder neu ins Leben zu rufen. Mich fasziniert der Gedanke, dass die drei Junioren gemeinsam auf der schwierigsten Rennstrecke der Welt lernen und darüber hinaus in vielen weiteren Bereichen ausgebildet werden. Ich bin mir sicher, dass die drei ihren Weg im professionellen Rennsport gehen werden. Wir werden alles tun, um ihnen dafür optimale Voraussetzungen mit auf den Weg zu geben.“

Das Trio, das das neue BMW Junior Team bildet, hat bereits Erfahrungen und erste Erfolge im Rennsport gesammelt. Der 19-jährige Dan Harper gewann 2019 den Titel im British Carrera Cup und erhielt für seine Leistungen eine Nominierung für die prestigeträchtigen Autosport Awards. Der 18-jährige Max Hesse feierte 2019 den Titelgewinn in der schnell wachsenden Tourenwagenserie TCR Germany. Zudem war er Förderkandidat des ADAC. Der ebenfalls 18-jährige Neil Verhagen belegte 2019 den sechsten Gesamtrang in der hochkarätig besetzten British F3 Championship und war Teil des Red-Bull-Juniorprogramms.

Als Mentoren konnte BMW Profis wie die Werksfahrer Philipp Eng (AUT) und Dirk Adorf (GER) gewinnen. „Ich freue mich riesig darauf, gemeinsam mit unseren Junioren durch das zweijährige Programm zu gehen“, sagt Adorf. „Die Jungs sind jetzt schon sehr stark und werden von uns in allem Bereichen ausgebildet, die das Umfeld von BMW Motorsport und der BMW Group zu bieten hat. Dazu kommt dann noch, dass sie auf der besten Rennstrecke der Welt lernen werden. Wenn sie dort schnell sind, finden sie sich sicher überall gut zurecht. Ich kenne mich rund um den Nürburgring sehr gut aus und stehe den Junioren dort als wichtiger Ratgeber immer zur Verfügung. Natürlich mit meiner Streckenkenntnis, aber sicher auch mit meiner Kenntnis der Region. Wenn sie dort in einer Wohnung leben, brauchen sie sicher auch jemanden, der ihnen ganz normale Alltagsfragen beantwortet. Ich denke, ich kann ihnen dabei helfen, viele Leute kennenzulernen und sich einfach auch ein wenig zu Hause zu fühlen.“

Jubiläum: Mercedes-AMG-Kundensportprogramm feiert sein Zehnjähriges

[Herstellerinfo] Mercedes-AMG feiert 2020 das zehnjährige Bestehen seines Kundensportprogramms und schickt dazu auch auf der Nordschleife den neu entwickelten Mercedes-AMG GT3 ins Rennen. Seine Premiere erlebt das neue Einsatzfahrzeug, das über zahlreiche technische Optimierungen verfügt, bereits Anfang Januar bei den 24 Stunden von Dubai. Dort setzen auch zahlreiche andere Teams aus der Nordschleifenszene den Startschuss für die Saison 2020.

Nach der Gründung des Kundensportprogramms im Jahr 2010 geht die Performance- und Sportwagenmarke aus Affalterbach in ihre mittlerweile zehnte GT-Saison. Der legendäre „Flügeltürer“, der SLS AMG GT3, feierte in seiner Debütsaison bereits früh erste Erfolge und begeisterte Teams, Fahrer und Fans zudem mit seinem charakteristischen Design und Sound gleichermaßen. Die Nachfolgemodelle mit dem Mercedes-AMG GT3 und dem Mercedes-AMG GT4 legten ab 2016 beziehungsweise 2018 die Messlatte der Erfolge sogar noch höher. Zwei Mal gelang dem Team Black Falcon in dieser Zeit auch der Sieg beim ADAC TOTAL 24h-Rennen auf der Nordschleife: 2013 holten Bernd Schneider, Jeroen Bleekemolen, Sean Edwards und Nicki Thiim im „Flügeltürer“ den begehrten Glaspokal. Im Jahr 2016 gelang Schneider der Triumph gemeinsam mit Maro Engel, Adam Christodoulou und Manuel Metzger auf dem Nachfolgemodell.

In der Jubiläumssaison haben sich die AMG-Kundensportteams jede Menge vorgenommen: Neben dem prestigeträchtigen 24h-Rennen auf der Nordschleife stehen Einzelevents und Rennserien in rund 30 Ländern auf dem Programm. Neben dem Angriff auf die Langstreckenkrone am Nürburgring hat sich Mercedes-AMG die Titelverteidigung beim FIA GT World Cup in Macau im November ganz oben auf die Agenda gesetzt. Mit am Start in 2020 sind dabei auch erstmalig der neue Mercedes-AMG GT3 und der aufgefrischte Mercedes-AMG GT4. Den Auftakt der Saison bilden die 24 Stunden von Dubai (9.-11. Januar), die Rolex 24 At Daytona (22.-26. Januar) und die 12 Stunden von Bathurst in Australien (30. Januar – 2. Februar).

GetSpeed bleibt der Nordschleife treu

[Teaminfo] GetSpeed feierte 2019 gleich mehrere Achtungserfolge und möchte daran in diesem Jahr anschließen. Für 2020 hat sich Teamchef Adam Osieka mit seiner Mannschaft deshalb vorgenommen, die Aktivitäten noch einmal auszuweiten. Neben 24h-Rennen stehen natürlich auch diesmal vor allem Starts in der Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS) auf dem Programm. Daneben hat das Team die Teilnahme an einer Reihe von Langstreckenrennserien auf dem Programm.

Der Fokus richtet sich 2020 auch auf das ADAC GT Masters und die Blancpain-Serie als interessante und ausbaufähige Projekte. Adam Osieka war im Rahmen dieser bereits weit fortgeschrittenen Pläne über den Jahreswechsel hinaus überaus aktiv. Der Teamchef von GetSpeed führte mit mehreren schnellen Fahrern intensive Gespräche. Klar ist, Fabian Schiller steht für beide prestigeträchtigen Serien als Pilot in der Silber-Kategorie zur Verfügung. Der 22 Jahre alte Bonner hat sein exzellentes fahrerisches Können und auch seine Fähigkeiten als Coach – auf und abseits der Strecke – auf vielen Kursen dieser Welt unter Beweis gestellt.

Zudem hat GetSpeed weiter verstärkt sein Augenmerk auf die Fort- und Ausbildung von aufstrebenden Talenten und ehrgeizigen Gentleman-Fahrern. „Wir wollen den Bereich für junge Piloten sowie Gentlemen-Fahrer ausbauen. Wir haben professionelle Grundlagen geschaffen, um diese Fahrer intensiv zu betreuen. Das hat bereits 2019 große Früchte getragen. Uns geht es darum, die Fahrer kontinuierlich aufzubauen, und unsere gesammelten Erfahrungen weiterzugeben“, sagt Adam Osieka.

Nordschleife bleibt fester Bestandteil des Programms
Natürlich steht wieder das 24h-Rennen sowie die Nürburgring Langstrecken Serie (NLS) auf dem Programm. Gerade gegen Ende der Saison war GetSpeed auf der legendären Nordschleife die Mannschaft der Stunde. Mit Platz zwei beim achten VLN-Lauf feierten Philip Ellis und Maximilian Götz den dritten Podiumsplatz in Folge für den Vodafone Mercedes-AMG GT3 mit der Startnummer 2. Beim VLN-Lauf Nummer 7 glückte Fabian Schiller und Dominik Baumann der erste VLN-Sieg der Teamgeschichte und beim sechsten VLN-Lauf stand der Österreicher Baumann mit Ellis als Dritter auf dem Podest. Daran will Adam Osieka 2020 mit zwei bis drei GT3s anknüpfen. „Für Janine Hill und John Shoffner setzen wir auch in diesem Jahr einen Mercedes-AMG GT3 ein. Darüber hinaus planen wir den Einsatz eines Fahrzeugs mit Profi-Rennfahrern und eines weiteren GT3 mit talentierten Junioren. Zusätzlich zu den Rennen in der Nürburgring Langstrecken Serie gehen wir auch beim 24h-Rennen in unserer motorsportlichen Heimat an den Start.“

Ausschreibung 2020 veröffentlicht: Feintuning am Reglement

Die Ausschreibung für das ADAC TOTAL 24h-Rennen 2020 ist veröffentlicht, und damit steht auch das Regelwerk für den Saisonhöhepunkt auf der Nordschleife fest. Wenn sich die Teilnehmer vom 21. bis 24. Mai 2020 ins Geschehen stürzen, dann bleiben praktisch alle wichtigen Regularien konstant. Natürlich haben die Organisatoren beim ADAC Nordrhein aber auch für die 48. Auflage des Klassikers wieder Feintuning betrieben. Es verspricht mehr Klarheit, Fairness und Spannung.

Die Ausschreibung steht auf der 24h-Teaminfo-Homepage unter www.24h-information.de zum Download bereit.

Neu: Top Qualifying mit zwei Stufen

Das Top-Qualifying am Freitag bleibt auch 2020 ein Höhepunkt des 24h-Rennens, in ihm werden wie gehabt GT3-Fahrzeuge und die SP-X-Klasse zu sehen sein. Es wird 2020 zum ersten Mal zweistufig veranstaltet. Das eigentliche Stechen um die Pole und die besten Startplätze erfolgt im „Q2”, davor gibt es ein „Q1” für jene Teilnehmer, die sich nicht direkt für diesen Showdown qualifiziert haben. Für das Q2 werden wie bislang die Startplätze bei den VLN-Läufen und beim 24h-Qualirennen vergeben. Eine Liste der teilnahmeberechtigten Autos wird nach dem Qualifikationsrennen veröffentlicht. Insgesamt sollen je 40 Prozent der Pro- und Pro-AM-Teams einziehen. Alle Fahrzeuge, die sich nicht im Vorfeld qualifiziert haben, dürfen im Q1 fahren – hier werden vier weitere Plätze an die Schnellsten vergeben.

Neu: Mehr elektronische Helfer

Auch beim 24h-Rennen machen elektronische Helfer den Teams und Piloten das Leben etwas einfacher. So ist ab 2020 die Verwendung einer App zur Identifizierung und Zuordnung der verwendeten Rennreifen in den Topklassen verpflichtend. Übrigens müssen sich die Teams nach Abschluss des 24h-Qualirennens verbindlich für eine Reifenmarke entscheiden. Elektronische Unterstützung erhalten außerdem die Fahrer im Cockpit: Das so genannte „Smart Track Safety Display”ist für alle Teilnehmer verpflichtend. Es wird im Cockpit der Rennfahrzeuge eingebaut und weist die Piloten schon bei der Annäherung auf Gefahrenstellen hin. Wer VLN und 24h-Rennen verfolgt, weiß, dass es immer wieder zu Sportstrafen kommt, die etwa wegen nicht wahrgenommener Code-60-Signale ausgesprochen werden. Dies soll durch das neue Display minimiert werden.

Lexus: Auch 2020 mit Werkseinsatz am Start

[Teaminfo] Lexus kehrt auch 2020 in die „grüne Hölle“ zurück: Ein LC startet im nächsten Jahr beim ADAC TOTAL 24h-Rennen. Das Sportcoupé nimmt bereits im dritten Jahr in Folge am Langstreckenklassiker auf der wohl anspruchsvollsten Rennstrecke der Welt teil. Die 24h am Nürburgring sind längst eine feste Größe im Rennkalender: Seit 2007 war das Werksteam Gazoo Racing jedes Jahr in der Eifel am Start, 2020 steht die 14. Teilnahme hintereinander an. Wie in den vergangenen beiden Jahren vertraut das Team dabei auf den Lexus LC, der für den ultimativen Härtetest nochmals verbessert wurde. Basierend auf den bisherigen Erfahrungen, kommt beispielsweise ein neu entwickelter V8-Motor mit Twin-Turboaufladung zum Einsatz. Neben aerodynamischem Feinschliff wurde außerdem an Gewicht und Steifigkeit des Rennwagens gefeilt, ein optimiertes Fahrwerk und Assistenzsysteme unterstützen die Kurvenhatz auf der Nordschleife.

Das Team setzt sich wie in den Vorjahren aus Mitarbeitern zusammen, die das Fahrzeug für das Rennen aufbauen und auch am Steuer Platz nehmen. Als Cheffahrer geht Hiroaki Ishiura ins Rennen, der zum sechsten Mal unweit der Nürburg startet. Masahiro Sasaki, Kazuya Oshima und Naoya Gamo komplettieren das Fahrerquartett. Die auf der Strecke gesammelten Erfahrungen fließen auch in die Serienfertigung von Straßenfahrzeugen mit ein.

„Ich freue mich, am 24-Stunden-Rennen 2020 am Nürburgring teilnehmen zu können. Da ich einige Zeit nicht mehr am Nürburgring war, bin ich sehr aufgeregt – auch angesichts der Verantwortung als führender Fahrer“, erklärt Hiroaki Ishiura. „Durch die alljährliche Teilnahme haben wir in diesem Projekt eine beachtliche Expertise gesammelt. Es gibt viele Elemente, die nur unter den rauen Bedingungen des 24h-Rennens am Nürburgring verfeinert werden können. Wir hoffen, diese Erfahrungen nutzen zu können, um noch schnellere und sicherere Autos zu entwickeln, die allen Spaß machen.“

Pole bei der Nennung: GT3-Viper hilft Kindern auf die Schulbank

Kaum war die Online-Nennung für das ADAC TOTAL 24h-Rennen 2020 eröffnet, da flatterte auch schon die erste Nennung ins Haus: Sie stammte auch diesmal vom Team rund um Bernd Albrecht, das mit seinen Viper-Einsätzen in den vergangenen Jahren viele Herzen rund um die Nordschleife gewonnen hat. Auch 2020 wird das Kult-Auto an den Start rollen und wieder ist das Team für einen guten Zweck unterwegs. Der Teamchef, der in den vergangenen Jahren für den Einsatz der grünen Viper zuständig war, widmet sich mit seiner Mannschaft dabei einem neuen, aufregenden Benefiz-Projekt. Der Hirrlinger, der seit 2000 beim 24h-Rennen am Start steht, wird sich mit seiner 40-köpfigen Mannschaft für die Stiftung »Fly & Help« einsetzen. Die fördert Schulprojekte in Entwicklungsländern und so steht der ehrgeizige Plan fest: Durch den Start beim ADAC TOTAL 24h-Rennen 2020 wollen Albrecht und seine Mitstreiter den Bau von mindestens einer ganzen Schule ermöglichen! mindestens 40.000 Euro sind dazu nötig – und wer die quirlige Truppe kennt weiß: Das Projekt unter dem Titel „white angel on road to green hell“ könnte definitiv funktionieren.

Die Basis des Projektes ist dabei seit Jahren bewährt: Teamchef Bernd Albrecht kann auf die Unterstützung von Mintgen Motorsport zählen. Und auch die von Manfred Sattler zur Verfügung gestellte Dodge Viper SRT 10 Competition Coupé GT3 hat die Feuertaufe in der Grünen Hölle längst hinter sich. Es handelt sich um die 2018 / 2019 komplett neu aufgebaute Giftschlange, die nach einem vorausgehenden Unfall beim 24h-Rennen längst wieder im alten Glanz erstrahlt. Angetrieben wird der Bolide nicht nur vom 8,3-Liter-Motor, der auch mit dem alternativem E20-Kraftstoff reichlich Leistung bereitstellt, sondern auch von der Unterstützung sehr vieler Fans.

Teamchef Bernd Albrecht erläutert: „Wir arbeiten in dem Projekt alle ehrenamtlich. Partner und Sponsoren sammeln mit uns den Spendenbetrag, den wir dann einer Hilfsorganisation übergeben möchten. Im kommenden Jahr werden wir die Stiftung »Fly & Help« unterstützen, die seit zehn Jahren sehr erfolgreich beim Bau von Schulen in Ländern aus der Dritten Welt unterwegs ist. Unser Ziel ist es, den Bau von mindestens einer neuen Schule mit unserer Spende zu finanzieren.“

Hinter »Fly & Help« steht eine Hilfsorganisation, die insgesamt schon über 330 Schulprojekte mit einem Fördervolumen von knapp 16 Millionen Euro umsetzen konnte. Durch die neuen Gebäude wird vielen tausenden Kindern in Afrika, Asien und Lateinamerika der Schulbesuch ermöglicht und der Grundstein für eine selbstbestimmte Zukunft gelegt – und nach dem 24h-Rennen 2020 hoffentlich auch in einer neuen Schule, deren Grundstein gewissermaßen in der Grünen Hölle gelegt wurde.

Gründer Reiner Meutsch ist Tourismusexperte, der mit seinem Unternehmen „Berge & Meer“ sehr erfolgreich Reisen vermarktete. Da er auch leidenschaftlicher Pilot ist, war er in aller Welt unterwegs und stellte fest: „Viele Traumreiseziele bieten den Einheimischen gar keine traumhaften Bedingungen“, so Meutsch. „Besonders tragisch finde ich es, wenn Kinder keinen Zugang zu Schulbildung haben – und damit keine Perspektive.“ So wurde sein Projekt geboren, das heute als Stiftung weltweit Schulprojekte auf die Beine stellt.

Das Fahrzeug – eine Dodge Viper SRT 10 Competition Coupé GT3, stellt Manfred Sattler zur Verfügung. „Ich hatte das Glück, ein erfolgreiches Unternehmen im IT-Bereich aufzubauen und mir damit auch den Wunsch zu erfüllen, als Rennfahrer unterwegs zu sein“, schildert er. „Zwölf Jahre lang war ich in verschiedensten Rennserien des GT-Motorsports, insbesondere auf dem vor unserer Haustür liegenden Nürburgring aber auch auf vielen anderen europäischen Rennstrecken mit dem Rennstall Vulkan-Racing unterwegs. Ich stelle die Viper sehr gerne für das Projekt White Angel zur Verfügung.” Für den Einsatz zeichnet Michael Mintgen zuständig, der mit seinem Team Mintgen Motorsport als Spezialist für die Viper gilt.

Weitere Informationen unter https://www.facebook.com/WhiteAngelViper/ und www.fly-and-help.de.

FIA WTCR: Nordschleife wird 2020 dritter Saisonlauf

Der FIA Tourenwagen-Weltcup WTCR wird auch im kommenden Jahr Station auf der Nürburgring-Nordschleife machen. Wie die Organisatoren bekannt gaben, wird Deutschland als dritte Station des zehn Wochenenden umfassenden Terminkalenders der Serie angelaufen. Einige Neuerungen sorgen in der kommenden Saison für zusätzliche Würze, wobei die eigentliche Show nicht angetastet wird. So kommen mit Spanien (Aragon) und Südkorea (Inje Speedium Circuit) zwei neue Strecken hinzu, während der Lauf in Suzuka entfällt. Zu den wichtigsten Neuerungen im Reglement gehört eine Justierung bei der Festlegung der Zusatzgewichte sowie eine neu eingeführte Rookiewertung.

Es sind eher kleine Anpassungen, die das Geschehen in der FIA WTCR 2020 nochmal etwas attraktiver machen sollen. „Wenn man über ein erfolgreiches Produkt verfügt, wie wir es mit der WTCR tun, ist es wichtig keine großen Änderungen zu machen, sondern auf kleine Anpassungen zu setzen, um die Show in Zukunft nochmal zu verbessern“, sagt Francois Ribeiro, der Chef von WTCR-Promoter Eurosport Events. Zu den Neuerungen gehört die Rookiewertung für Fahrer unter 23 Jahre, die bis dato bei höchstens drei WTCR-Events am Start standen. Sie soll die Verdienste von Nachwuchspiloten in der WTCR hervorheben und würdigen. In Sachen Zusatzgewichte bringt eine kleine Änderung womöglich mehr Action in die Rennen. Statt für die Festlegung die Rundenzeiten aus Qualifyings und Rennen heranzuziehen, werden künftig nur noch die Qualifyingzeiten gewertet: „Wir haben zu lange die Renningenieure an der Boxenmauer gesehen, die sich wegen des Rundenzeitenmanagements am Kopf kratzen und mit den Fahrern kommunizieren“, beschreibt Francois Ribeiro.

An der Nordschleife tragen die Piloten der FIA WTCR im kommenden Jahr den dritten Lauf des Jahres aus. Nach dem Saisonbeginn in Marokko folgen fünf europäische Rennen, die neben Deutschland auch Ungarn, die Slowakei, Portugal und Spanien umfassen. In der zweiten Saisonhälfte wechselt die FIA WTCR dann wieder in den asiatischen Raum und trägt zwischen September (China / Ningbo) und dem Finale in Malaysia im Dezember vier Läufe aus, zu denen neben dem spektakulären Stadtkurs von Macau 2020 erstmals auch der südkoreanische Inje Speedium Circuit gehören wird.

FIA WTCR: Saisonkalender 2020

3. – 5. April: Marokko (Circuit Moulay El Hassan, Marrakesch)
24. – 26. April: Ungarn (Hungaroring)
20. – 23. Mai: ADAC TOTAL 24h-Rennen (Nordschleife)
5. – 7. Juni: Slovakei (Slovakia Ring)
19. – 21. Juni: Portugal (Circuito Internacional de Vila Real)
3. – 5. Juli: Spanien (MotorLand Aragón)
4. – 6. September: China (Ningbo International Speedpark)
16. – 18. Oktober: Südkorea (Inje Speedium Circuit)
19. – 22. November: Macau (Circuito da Guia)
10. – 13. Dezember: Malaysia (Sepang International Circuit)

FIA WTCR: Hyundai-Pilot Michelisz holt den Titel

Mit einem superspannenden Finale ging der FIA Tourenwagen-Weltcup (WTCR) im malaysischen Sepang zu Ende. Bis zum letzten Rennen war der Kampf um den ersten Platz offen, am Schluss hatte Norbert Michelisz (HUN) die Nase vorne. Der Hyundai-Pilot konnte mit einem Sieg im ersten Rennen des Wochenendes und Platz vier im dritten Heat seinen schärfsten Rivalen Nestor Girolami auf Distanz halten, der aber den Titelkampf bis zuletzt offen halten konnte. In Sepang verabschiedete sich außerdem VW aus der Serie – und das mit einem echten Feuerwerk. Der Schwede Johan Kristoffersson schaffte im allerletzten WTCR-Lauf der Saison das Kunststück, von Startplatz 22 aus den Sieg zu holen. Zum Vizemeister wurde in Malaysia Esteban Guerrieri (ARG) gekürt, der für das deutsche Team All-inkl.com Münnich Motorsport an den Start geht. Der lange Zeit Tabellenführende musste seine Titelambitionen erst im allerletzten Lauf begraben, als er mit einem Motorproblem zurückfiel. Das Finale macht Lust auf die Fortsetzung, die es ab Anfang April gibt: Dann steht in Marokko der Saisonauftakt der Saison 2020 auf dem Programm.

Rennen 1: Michelisz legt den Grundstein

Schon im Qualifying deutete sich an, dass das Sepang-Wochenende spannend werden würde: Norbert Michelisz holte im ersten Qualifying die Pole für Lauf 1, während Rivale Guerrieri nur Platz zehn blieb. Bei der Entscheidung um die Startplätze für den zweiten und dritten Lauf lagen dann die Rivalen Kopf an Kopf: Michelisz auf P1 und Guerrieri auf P2 – das versprach einen Krimi zum Saisonabschluss. Den Anfang machte aber Michelisz mit einer souveränen Vorstellung: In Lauf 1 blieb er bei wechselhaftem Wetter fehlerfrei und holte den Sieg. Der Hyundai-Pilot kam vor Aurélien Panis (Cupra) ins Ziel, der als Zweiter gestartet war. Esteban Guerrieri verbesserte sich auf Rang vier, doch nach diesem Lauf hatte Michelisz 27 Punkte Vorsprung auf ihn, während Yvan Muller als dritter Titelaspirant noch einmal acht Punkte mehr Rückstand hatte. „Es war nicht einfach, die Bedingungen waren nicht ideal“, fasste Michaelisz zusammen. „Es gab Druck, aber ich bin sehr glücklich mit meiner Performance und dem Auto. Aurélien hatte eine gute Pace, also konnte ich nicht nachlassen und versuchte, mir einen Vorsprung herauszufahren, falls ich einen Fehler machen würde. Es war das perfekte Rennen.” Dritter wurde Gabriele Tarquini (Hyundai), der als amtierender Meister in die Saison gestartet war und in Sepang die Saison auf Platz acht abschloss.

Rennen 2: Guerrieri machte es spannend

Auch in Lauf zwei spielte das Wetter eine Hauptrolle. Nachdem bereits Lauf eins hinter dem Safetycar begonnen hatte, war diesmal sogar eine Unterbrechung notwendig. Von all dem ließ sich Esteban Guerrieri nicht beirren, der mit seinem Honda schließlich als Sieger abgewinkt wurde. Er konnte damit das Titelduell noch einmal spannend machen, rückte er doch bis auf zehn Punkte an Michelisz heran. Von Platz neun in der Startaufstellung fuhr Guerrieri im Regen nach vorne, während es dunkel wurde und unter Flutlicht gefahren wurde. Michelisz wurde nur Achter. „Unglaublich“, sagte Guerrieri. „Ich habe alles gegeben. Ich habe schon gesehen, was in der ersten Runde kommen wird, und es ist auch so passiert. Es war das Rennen meines Lebens.“ Ein dickes Lob bekam von ihm die Mannschaft von All-inkl.com Münnich Motorsport: „Das Auto war unglaublich! Danke an mein Team.” Auch sein Teamkollege machte eine gute Figur: Beim Start übernahm Néstor Girolami zunächst die Führung. Er überholte Polesitter Ma Quinghua in Kurve 1. Doch da einige Piloten im starken Regen von der Strecke abgekommen waren, wurde der Lauf mit der Roten Flagge unterbrochen. Die neue Startaufstellung sah die Teamkollegen Girolami und Guerrieri in der ersten Startreihe, Tabellenführer Michelisz – der beim ersten Start zurückgefallen war – startete nur von P17. Aufgrund von Problemen anderer Fahrer rückte er beim Neustart hinter dem Safetycar auf P13 nach vorne. Beim Neustart ließ Girolami Guerrieri vorbei, der anschließend einen komfortablen Vorsprung aufbaute und den Sieg nach Hause fuhr. Hinter ihm gab es viel Action. Mikel Azcona (Cupra) und Johan Kristoffersson (VW) duellierten sich hart. Sie überholten Girolami und standen mit Guerrieri auf dem Podium.

Rennen 3: Sensationssieg für VW-Pilot Kristoffersson

Das letzte Saisonrennen der WTCR enthielt dann alles, war Tourenwagensport spannend macht. An der Spitze setzte sich VW-Pilot Kristoffersson in einem spektakulären Vierkampf um den Sieg durch, der gleichzeitig Esteban Guerrieri seine Titelchance kostete. In den ersten Runden schwang das Pendel zwischen Guerrieri und Michelisz fast in jeder Kurve hin und her. Schließlich verlor der Honda-Pilot aber Motorleistung, wohl weil Guerrieri nach einem Kontakt mit Kristoffersson durch das Gras fuhr und dadurch der Kühler möglicherweise verstopft wurde. Vom Start weg kam es zu einem direkten Schlagabtausch der beiden Titelaspiranten, die sich die erste Startreihe teilten. Pole-Mann Michelisz verlor in Kurve eins, als sich Guerrieri auf der Außenbahn durchsetzte. Dabei zog er auch Mikel Azcona auf den zweiten Platz mit. Zum Trio gesellte sich bald Kristoffersson, der aus dem Nirgendwo kam, nun an der Spitze kräftig mitmischte und Michelisz einen weiteren Platz kostete. Nach einer kurzen Safetycar-Phase zeigten die vier ein unglaubliches Spektakel. Der Schlüsselmoment war ein Duell zwischen Guerrieri und Kristoffersson. Der VW-Pilot berührte den Argentinier, dessen Honda für einen Moment aufs Gras abkam. Später funkte Guerrieri, dass er Leistung verliert. Er fiel immer weiter zurück. Nachdem der Kühler gesäubert war, fuhr er zwar noch die schnellste Rennrunde, aber mehr als Platz 22 sprang nicht mehr heraus. Sein Pech bedeutete, dass Michelisz auf Titelkurs war. Er fiel auf den fünften Platz zurück, während sich vor ihm ein Dreikampf um den Sieg entwickelte, denn zu Kristoffersson und Azcona hatte sich auch der Alfa Romeo Giulietta Veloca TCR von Kevin Ceccon gesellt. Am Ende konnte der Schwede den Lauf für sich entscheiden und vor Ceccon und Audi-Pilot Frederic Vervisch durchs Ziel gehen. „Glückwunsch an Esteban – seine Performance in Rennen zwei und drei waren unglaublich stark“, zollte der neue Meister Michelisz seinem Titelrivalen anschließend Respekt. „Es war ein echt harter Kampf, wir haben beide alles gegeben.“

AVIA Racing: Punktekorrektur in der VLN beschert drei Top-20-Platzierung

[Teaminfo] Drei Wochen nach dem letzten Lauf der VLN Langstreckenmeisterschaft wurde die Punktetabelle der Fahrerwertung korrigiert. Bedingt durch Proteste und Unklarheiten bei der Wertung von Streichergebnissen entstand eine neue Gesamtplatzierungstabelle. Nach dieser Korrektur sind alle AVIA-Racing-Piloten unter den 40 Besten von insgesamt 839 angetretenen Pilotinnen und Piloten aus aller Welt. Zwei Fahrzeuge stehen sogar in den Top 10.

Den achten Platz (Rang 18 der Fahrer) belegen die AVIA-Sorg-Rennsport-BMW-M240i-Piloten mit der Startnummer #695, Sindre Setsaas (NOR), Inge Hansesætre (NOR) und Moritz Oberheim (Schermbeck). Der AVIA-Sorg-Rennsport-BMW M4 GT4 (#181) belegt den zehnten Platz, die Piloten Erik Johansson (SWE) und Heiko Eichenberg (Fritzlar) werden als 24. geführt.

„Es war ein durchaus erfolgreiches Jahr 2019 für die beiden AVIA racing BMWs. Wir fuhren an der Spitze mit. Daran werden wir natürlich anknüpfen.“ so Benjamin Sorg, Teamchef AVIA Sorg Rennsport. „Wir freuen uns, dass die Partnerschaft mit AVIA kommendes Jahr bereits sicher ist und wir die Marke repräsentieren dürfen.“ Sein Bruder Daniel fügt hinzu: „Die Planungen für 2020 sind voll im Gange. Wer für das Team dann hinterm Steuer sitzen wird, verraten wir aber noch nicht.“

AVIA Clio RS-Stammfahrer profitieren am meisten
„Never change a winning Team!“: Das AVIA-Clio-RS-Trio (#620) kletterte nach der Punktekorrektur im Ranking nach oben. Die Fahrer Stephan Epp (Wuppertal), Michael Bohrer (Merzig) und Gerrit Holthaus (Lüdenscheid) stehen nun auf Rang 38 der Fahrer und somit der Clio auf Platz 19. Die drei Piloten werden sich auch 2020 wieder das Cockpit teilen und in der H2-Klasse um Führungspositionen kämpfen.

Clio-Pilot und Teamchef Stephan Epp zieht Bilanz: „Zum Saisonende hieß es „Winner Winner Schinkendinner!“. Das nun alle Fahrzeuge unter den Top 20 stehen ist beachtlich. Selbst mit dem mit Null-Punkte-Rennen durch einen Ausfall bei über 180 Autos so dazustehen zeigt einmal mehr unsere Stärke.“ Mit Blick auf die nächste Saison sagt Epp: „Dies wollen wir natürlich fortsetzen und freuen uns auf starke Gegner in einer gut besetzten Klasse. Positiv neigt sich das Jahr zu Ende und positiv schauen wir auf 2020.“

Sein Fahrerkollege Michael Bohrer fügt hinzu: „Wir hatten ein Jahr mit Höhen und Tiefen. Ohne den Unfall im Sommer wäre sogar noch mehr drin gewesen. Das Team hat erstaunlich toll zusammengehalten, wir waren immer bester Laune und die Kollegen in absoluter Höchstform auf der Strecke unterwegs. Da gehe ich motiviert in die Winterpause und zähle die Tage bis ich wieder ins Lenkrad greifen kann.“

„In Anbetracht des Unfalls beim vierten Lauf und des technischen Defekts bei VLN fünf ist das ein spitzenmäßiges Ergebnis“, sagt Gerrit Holthaus und setzt fort: „Wir haben in der Saison wieder viel dazu gelernt und nehmen diese Erfahrung mit in das kommende Jahr. Aktuell arbeiten wir bereits daran, den AVIA-Clio RS noch standfester und konkurrenzfähiger zu machen. Ich freue mich bereits auf weitere Zweikämpfe in der H2-Klasse.“

Stephan Hauke, Verantwortlich für das AVIA-Sportmarketing: „Diese nachträgliche Aufwertung ist eine schöne Bescherung und Bestätigung für das Team. Es bestätigt uns auf dem richtigen Weg zu sein. Es gab spannende Momente, Rückschläge, aber noch viel mehr tolle Erfolge, die sich in der Punktewertung wiederspiegeln. Wir werden mit unverändertem Fahrzeugaufgebot AVIA racing 2020 noch weiter nach vorne bringen.“