GetSpeed bleibt der Nordschleife treu

[Teaminfo] GetSpeed feierte 2019 gleich mehrere Achtungserfolge und möchte daran in diesem Jahr anschließen. Für 2020 hat sich Teamchef Adam Osieka mit seiner Mannschaft deshalb vorgenommen, die Aktivitäten noch einmal auszuweiten. Neben 24h-Rennen stehen natürlich auch diesmal vor allem Starts in der Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS) auf dem Programm. Daneben hat das Team die Teilnahme an einer Reihe von Langstreckenrennserien auf dem Programm.

Der Fokus richtet sich 2020 auch auf das ADAC GT Masters und die Blancpain-Serie als interessante und ausbaufähige Projekte. Adam Osieka war im Rahmen dieser bereits weit fortgeschrittenen Pläne über den Jahreswechsel hinaus überaus aktiv. Der Teamchef von GetSpeed führte mit mehreren schnellen Fahrern intensive Gespräche. Klar ist, Fabian Schiller steht für beide prestigeträchtigen Serien als Pilot in der Silber-Kategorie zur Verfügung. Der 22 Jahre alte Bonner hat sein exzellentes fahrerisches Können und auch seine Fähigkeiten als Coach – auf und abseits der Strecke – auf vielen Kursen dieser Welt unter Beweis gestellt.

Zudem hat GetSpeed weiter verstärkt sein Augenmerk auf die Fort- und Ausbildung von aufstrebenden Talenten und ehrgeizigen Gentleman-Fahrern. „Wir wollen den Bereich für junge Piloten sowie Gentlemen-Fahrer ausbauen. Wir haben professionelle Grundlagen geschaffen, um diese Fahrer intensiv zu betreuen. Das hat bereits 2019 große Früchte getragen. Uns geht es darum, die Fahrer kontinuierlich aufzubauen, und unsere gesammelten Erfahrungen weiterzugeben“, sagt Adam Osieka.

Nordschleife bleibt fester Bestandteil des Programms
Natürlich steht wieder das 24h-Rennen sowie die Nürburgring Langstrecken Serie (NLS) auf dem Programm. Gerade gegen Ende der Saison war GetSpeed auf der legendären Nordschleife die Mannschaft der Stunde. Mit Platz zwei beim achten VLN-Lauf feierten Philip Ellis und Maximilian Götz den dritten Podiumsplatz in Folge für den Vodafone Mercedes-AMG GT3 mit der Startnummer 2. Beim VLN-Lauf Nummer 7 glückte Fabian Schiller und Dominik Baumann der erste VLN-Sieg der Teamgeschichte und beim sechsten VLN-Lauf stand der Österreicher Baumann mit Ellis als Dritter auf dem Podest. Daran will Adam Osieka 2020 mit zwei bis drei GT3s anknüpfen. „Für Janine Hill und John Shoffner setzen wir auch in diesem Jahr einen Mercedes-AMG GT3 ein. Darüber hinaus planen wir den Einsatz eines Fahrzeugs mit Profi-Rennfahrern und eines weiteren GT3 mit talentierten Junioren. Zusätzlich zu den Rennen in der Nürburgring Langstrecken Serie gehen wir auch beim 24h-Rennen in unserer motorsportlichen Heimat an den Start.“

Ausschreibung 2020 veröffentlicht: Feintuning am Reglement

Die Ausschreibung für das ADAC TOTAL 24h-Rennen 2020 ist veröffentlicht, und damit steht auch das Regelwerk für den Saisonhöhepunkt auf der Nordschleife fest. Wenn sich die Teilnehmer vom 21. bis 24. Mai 2020 ins Geschehen stürzen, dann bleiben praktisch alle wichtigen Regularien konstant. Natürlich haben die Organisatoren beim ADAC Nordrhein aber auch für die 48. Auflage des Klassikers wieder Feintuning betrieben. Es verspricht mehr Klarheit, Fairness und Spannung.

Die Ausschreibung steht auf der 24h-Teaminfo-Homepage unter www.24h-information.de zum Download bereit.

Neu: Top Qualifying mit zwei Stufen

Das Top-Qualifying am Freitag bleibt auch 2020 ein Höhepunkt des 24h-Rennens, in ihm werden wie gehabt GT3-Fahrzeuge und die SP-X-Klasse zu sehen sein. Es wird 2020 zum ersten Mal zweistufig veranstaltet. Das eigentliche Stechen um die Pole und die besten Startplätze erfolgt im „Q2”, davor gibt es ein „Q1” für jene Teilnehmer, die sich nicht direkt für diesen Showdown qualifiziert haben. Für das Q2 werden wie bislang die Startplätze bei den VLN-Läufen und beim 24h-Qualirennen vergeben. Eine Liste der teilnahmeberechtigten Autos wird nach dem Qualifikationsrennen veröffentlicht. Insgesamt sollen je 40 Prozent der Pro- und Pro-AM-Teams einziehen. Alle Fahrzeuge, die sich nicht im Vorfeld qualifiziert haben, dürfen im Q1 fahren – hier werden vier weitere Plätze an die Schnellsten vergeben.

Neu: Mehr elektronische Helfer

Auch beim 24h-Rennen machen elektronische Helfer den Teams und Piloten das Leben etwas einfacher. So ist ab 2020 die Verwendung einer App zur Identifizierung und Zuordnung der verwendeten Rennreifen in den Topklassen verpflichtend. Übrigens müssen sich die Teams nach Abschluss des 24h-Qualirennens verbindlich für eine Reifenmarke entscheiden. Elektronische Unterstützung erhalten außerdem die Fahrer im Cockpit: Das so genannte „Smart Track Safety Display”ist für alle Teilnehmer verpflichtend. Es wird im Cockpit der Rennfahrzeuge eingebaut und weist die Piloten schon bei der Annäherung auf Gefahrenstellen hin. Wer VLN und 24h-Rennen verfolgt, weiß, dass es immer wieder zu Sportstrafen kommt, die etwa wegen nicht wahrgenommener Code-60-Signale ausgesprochen werden. Dies soll durch das neue Display minimiert werden.

Lexus: Auch 2020 mit Werkseinsatz am Start

[Teaminfo] Lexus kehrt auch 2020 in die „grüne Hölle“ zurück: Ein LC startet im nächsten Jahr beim ADAC TOTAL 24h-Rennen. Das Sportcoupé nimmt bereits im dritten Jahr in Folge am Langstreckenklassiker auf der wohl anspruchsvollsten Rennstrecke der Welt teil. Die 24h am Nürburgring sind längst eine feste Größe im Rennkalender: Seit 2007 war das Werksteam Gazoo Racing jedes Jahr in der Eifel am Start, 2020 steht die 14. Teilnahme hintereinander an. Wie in den vergangenen beiden Jahren vertraut das Team dabei auf den Lexus LC, der für den ultimativen Härtetest nochmals verbessert wurde. Basierend auf den bisherigen Erfahrungen, kommt beispielsweise ein neu entwickelter V8-Motor mit Twin-Turboaufladung zum Einsatz. Neben aerodynamischem Feinschliff wurde außerdem an Gewicht und Steifigkeit des Rennwagens gefeilt, ein optimiertes Fahrwerk und Assistenzsysteme unterstützen die Kurvenhatz auf der Nordschleife.

Das Team setzt sich wie in den Vorjahren aus Mitarbeitern zusammen, die das Fahrzeug für das Rennen aufbauen und auch am Steuer Platz nehmen. Als Cheffahrer geht Hiroaki Ishiura ins Rennen, der zum sechsten Mal unweit der Nürburg startet. Masahiro Sasaki, Kazuya Oshima und Naoya Gamo komplettieren das Fahrerquartett. Die auf der Strecke gesammelten Erfahrungen fließen auch in die Serienfertigung von Straßenfahrzeugen mit ein.

„Ich freue mich, am 24-Stunden-Rennen 2020 am Nürburgring teilnehmen zu können. Da ich einige Zeit nicht mehr am Nürburgring war, bin ich sehr aufgeregt – auch angesichts der Verantwortung als führender Fahrer“, erklärt Hiroaki Ishiura. „Durch die alljährliche Teilnahme haben wir in diesem Projekt eine beachtliche Expertise gesammelt. Es gibt viele Elemente, die nur unter den rauen Bedingungen des 24h-Rennens am Nürburgring verfeinert werden können. Wir hoffen, diese Erfahrungen nutzen zu können, um noch schnellere und sicherere Autos zu entwickeln, die allen Spaß machen.“

Pole bei der Nennung: GT3-Viper hilft Kindern auf die Schulbank

Kaum war die Online-Nennung für das ADAC TOTAL 24h-Rennen 2020 eröffnet, da flatterte auch schon die erste Nennung ins Haus: Sie stammte auch diesmal vom Team rund um Bernd Albrecht, das mit seinen Viper-Einsätzen in den vergangenen Jahren viele Herzen rund um die Nordschleife gewonnen hat. Auch 2020 wird das Kult-Auto an den Start rollen und wieder ist das Team für einen guten Zweck unterwegs. Der Teamchef, der in den vergangenen Jahren für den Einsatz der grünen Viper zuständig war, widmet sich mit seiner Mannschaft dabei einem neuen, aufregenden Benefiz-Projekt. Der Hirrlinger, der seit 2000 beim 24h-Rennen am Start steht, wird sich mit seiner 40-köpfigen Mannschaft für die Stiftung »Fly & Help« einsetzen. Die fördert Schulprojekte in Entwicklungsländern und so steht der ehrgeizige Plan fest: Durch den Start beim ADAC TOTAL 24h-Rennen 2020 wollen Albrecht und seine Mitstreiter den Bau von mindestens einer ganzen Schule ermöglichen! mindestens 40.000 Euro sind dazu nötig – und wer die quirlige Truppe kennt weiß: Das Projekt unter dem Titel „white angel on road to green hell“ könnte definitiv funktionieren.

Die Basis des Projektes ist dabei seit Jahren bewährt: Teamchef Bernd Albrecht kann auf die Unterstützung von Mintgen Motorsport zählen. Und auch die von Manfred Sattler zur Verfügung gestellte Dodge Viper SRT 10 Competition Coupé GT3 hat die Feuertaufe in der Grünen Hölle längst hinter sich. Es handelt sich um die 2018 / 2019 komplett neu aufgebaute Giftschlange, die nach einem vorausgehenden Unfall beim 24h-Rennen längst wieder im alten Glanz erstrahlt. Angetrieben wird der Bolide nicht nur vom 8,3-Liter-Motor, der auch mit dem alternativem E20-Kraftstoff reichlich Leistung bereitstellt, sondern auch von der Unterstützung sehr vieler Fans.

Teamchef Bernd Albrecht erläutert: „Wir arbeiten in dem Projekt alle ehrenamtlich. Partner und Sponsoren sammeln mit uns den Spendenbetrag, den wir dann einer Hilfsorganisation übergeben möchten. Im kommenden Jahr werden wir die Stiftung »Fly & Help« unterstützen, die seit zehn Jahren sehr erfolgreich beim Bau von Schulen in Ländern aus der Dritten Welt unterwegs ist. Unser Ziel ist es, den Bau von mindestens einer neuen Schule mit unserer Spende zu finanzieren.“

Hinter »Fly & Help« steht eine Hilfsorganisation, die insgesamt schon über 330 Schulprojekte mit einem Fördervolumen von knapp 16 Millionen Euro umsetzen konnte. Durch die neuen Gebäude wird vielen tausenden Kindern in Afrika, Asien und Lateinamerika der Schulbesuch ermöglicht und der Grundstein für eine selbstbestimmte Zukunft gelegt – und nach dem 24h-Rennen 2020 hoffentlich auch in einer neuen Schule, deren Grundstein gewissermaßen in der Grünen Hölle gelegt wurde.

Gründer Reiner Meutsch ist Tourismusexperte, der mit seinem Unternehmen „Berge & Meer“ sehr erfolgreich Reisen vermarktete. Da er auch leidenschaftlicher Pilot ist, war er in aller Welt unterwegs und stellte fest: „Viele Traumreiseziele bieten den Einheimischen gar keine traumhaften Bedingungen“, so Meutsch. „Besonders tragisch finde ich es, wenn Kinder keinen Zugang zu Schulbildung haben – und damit keine Perspektive.“ So wurde sein Projekt geboren, das heute als Stiftung weltweit Schulprojekte auf die Beine stellt.

Das Fahrzeug – eine Dodge Viper SRT 10 Competition Coupé GT3, stellt Manfred Sattler zur Verfügung. „Ich hatte das Glück, ein erfolgreiches Unternehmen im IT-Bereich aufzubauen und mir damit auch den Wunsch zu erfüllen, als Rennfahrer unterwegs zu sein“, schildert er. „Zwölf Jahre lang war ich in verschiedensten Rennserien des GT-Motorsports, insbesondere auf dem vor unserer Haustür liegenden Nürburgring aber auch auf vielen anderen europäischen Rennstrecken mit dem Rennstall Vulkan-Racing unterwegs. Ich stelle die Viper sehr gerne für das Projekt White Angel zur Verfügung.” Für den Einsatz zeichnet Michael Mintgen zuständig, der mit seinem Team Mintgen Motorsport als Spezialist für die Viper gilt.

Weitere Informationen unter https://www.facebook.com/WhiteAngelViper/ und www.fly-and-help.de.

FIA WTCR: Nordschleife wird 2020 dritter Saisonlauf

Der FIA Tourenwagen-Weltcup WTCR wird auch im kommenden Jahr Station auf der Nürburgring-Nordschleife machen. Wie die Organisatoren bekannt gaben, wird Deutschland als dritte Station des zehn Wochenenden umfassenden Terminkalenders der Serie angelaufen. Einige Neuerungen sorgen in der kommenden Saison für zusätzliche Würze, wobei die eigentliche Show nicht angetastet wird. So kommen mit Spanien (Aragon) und Südkorea (Inje Speedium Circuit) zwei neue Strecken hinzu, während der Lauf in Suzuka entfällt. Zu den wichtigsten Neuerungen im Reglement gehört eine Justierung bei der Festlegung der Zusatzgewichte sowie eine neu eingeführte Rookiewertung.

Es sind eher kleine Anpassungen, die das Geschehen in der FIA WTCR 2020 nochmal etwas attraktiver machen sollen. „Wenn man über ein erfolgreiches Produkt verfügt, wie wir es mit der WTCR tun, ist es wichtig keine großen Änderungen zu machen, sondern auf kleine Anpassungen zu setzen, um die Show in Zukunft nochmal zu verbessern“, sagt Francois Ribeiro, der Chef von WTCR-Promoter Eurosport Events. Zu den Neuerungen gehört die Rookiewertung für Fahrer unter 23 Jahre, die bis dato bei höchstens drei WTCR-Events am Start standen. Sie soll die Verdienste von Nachwuchspiloten in der WTCR hervorheben und würdigen. In Sachen Zusatzgewichte bringt eine kleine Änderung womöglich mehr Action in die Rennen. Statt für die Festlegung die Rundenzeiten aus Qualifyings und Rennen heranzuziehen, werden künftig nur noch die Qualifyingzeiten gewertet: „Wir haben zu lange die Renningenieure an der Boxenmauer gesehen, die sich wegen des Rundenzeitenmanagements am Kopf kratzen und mit den Fahrern kommunizieren“, beschreibt Francois Ribeiro.

An der Nordschleife tragen die Piloten der FIA WTCR im kommenden Jahr den dritten Lauf des Jahres aus. Nach dem Saisonbeginn in Marokko folgen fünf europäische Rennen, die neben Deutschland auch Ungarn, die Slowakei, Portugal und Spanien umfassen. In der zweiten Saisonhälfte wechselt die FIA WTCR dann wieder in den asiatischen Raum und trägt zwischen September (China / Ningbo) und dem Finale in Malaysia im Dezember vier Läufe aus, zu denen neben dem spektakulären Stadtkurs von Macau 2020 erstmals auch der südkoreanische Inje Speedium Circuit gehören wird.

FIA WTCR: Saisonkalender 2020

3. – 5. April: Marokko (Circuit Moulay El Hassan, Marrakesch)
24. – 26. April: Ungarn (Hungaroring)
20. – 23. Mai: ADAC TOTAL 24h-Rennen (Nordschleife)
5. – 7. Juni: Slovakei (Slovakia Ring)
19. – 21. Juni: Portugal (Circuito Internacional de Vila Real)
3. – 5. Juli: Spanien (MotorLand Aragón)
4. – 6. September: China (Ningbo International Speedpark)
16. – 18. Oktober: Südkorea (Inje Speedium Circuit)
19. – 22. November: Macau (Circuito da Guia)
10. – 13. Dezember: Malaysia (Sepang International Circuit)

FIA WTCR: Hyundai-Pilot Michelisz holt den Titel

Mit einem superspannenden Finale ging der FIA Tourenwagen-Weltcup (WTCR) im malaysischen Sepang zu Ende. Bis zum letzten Rennen war der Kampf um den ersten Platz offen, am Schluss hatte Norbert Michelisz (HUN) die Nase vorne. Der Hyundai-Pilot konnte mit einem Sieg im ersten Rennen des Wochenendes und Platz vier im dritten Heat seinen schärfsten Rivalen Nestor Girolami auf Distanz halten, der aber den Titelkampf bis zuletzt offen halten konnte. In Sepang verabschiedete sich außerdem VW aus der Serie – und das mit einem echten Feuerwerk. Der Schwede Johan Kristoffersson schaffte im allerletzten WTCR-Lauf der Saison das Kunststück, von Startplatz 22 aus den Sieg zu holen. Zum Vizemeister wurde in Malaysia Esteban Guerrieri (ARG) gekürt, der für das deutsche Team All-inkl.com Münnich Motorsport an den Start geht. Der lange Zeit Tabellenführende musste seine Titelambitionen erst im allerletzten Lauf begraben, als er mit einem Motorproblem zurückfiel. Das Finale macht Lust auf die Fortsetzung, die es ab Anfang April gibt: Dann steht in Marokko der Saisonauftakt der Saison 2020 auf dem Programm.

Rennen 1: Michelisz legt den Grundstein

Schon im Qualifying deutete sich an, dass das Sepang-Wochenende spannend werden würde: Norbert Michelisz holte im ersten Qualifying die Pole für Lauf 1, während Rivale Guerrieri nur Platz zehn blieb. Bei der Entscheidung um die Startplätze für den zweiten und dritten Lauf lagen dann die Rivalen Kopf an Kopf: Michelisz auf P1 und Guerrieri auf P2 – das versprach einen Krimi zum Saisonabschluss. Den Anfang machte aber Michelisz mit einer souveränen Vorstellung: In Lauf 1 blieb er bei wechselhaftem Wetter fehlerfrei und holte den Sieg. Der Hyundai-Pilot kam vor Aurélien Panis (Cupra) ins Ziel, der als Zweiter gestartet war. Esteban Guerrieri verbesserte sich auf Rang vier, doch nach diesem Lauf hatte Michelisz 27 Punkte Vorsprung auf ihn, während Yvan Muller als dritter Titelaspirant noch einmal acht Punkte mehr Rückstand hatte. „Es war nicht einfach, die Bedingungen waren nicht ideal“, fasste Michaelisz zusammen. „Es gab Druck, aber ich bin sehr glücklich mit meiner Performance und dem Auto. Aurélien hatte eine gute Pace, also konnte ich nicht nachlassen und versuchte, mir einen Vorsprung herauszufahren, falls ich einen Fehler machen würde. Es war das perfekte Rennen.” Dritter wurde Gabriele Tarquini (Hyundai), der als amtierender Meister in die Saison gestartet war und in Sepang die Saison auf Platz acht abschloss.

Rennen 2: Guerrieri machte es spannend

Auch in Lauf zwei spielte das Wetter eine Hauptrolle. Nachdem bereits Lauf eins hinter dem Safetycar begonnen hatte, war diesmal sogar eine Unterbrechung notwendig. Von all dem ließ sich Esteban Guerrieri nicht beirren, der mit seinem Honda schließlich als Sieger abgewinkt wurde. Er konnte damit das Titelduell noch einmal spannend machen, rückte er doch bis auf zehn Punkte an Michelisz heran. Von Platz neun in der Startaufstellung fuhr Guerrieri im Regen nach vorne, während es dunkel wurde und unter Flutlicht gefahren wurde. Michelisz wurde nur Achter. „Unglaublich“, sagte Guerrieri. „Ich habe alles gegeben. Ich habe schon gesehen, was in der ersten Runde kommen wird, und es ist auch so passiert. Es war das Rennen meines Lebens.“ Ein dickes Lob bekam von ihm die Mannschaft von All-inkl.com Münnich Motorsport: „Das Auto war unglaublich! Danke an mein Team.” Auch sein Teamkollege machte eine gute Figur: Beim Start übernahm Néstor Girolami zunächst die Führung. Er überholte Polesitter Ma Quinghua in Kurve 1. Doch da einige Piloten im starken Regen von der Strecke abgekommen waren, wurde der Lauf mit der Roten Flagge unterbrochen. Die neue Startaufstellung sah die Teamkollegen Girolami und Guerrieri in der ersten Startreihe, Tabellenführer Michelisz – der beim ersten Start zurückgefallen war – startete nur von P17. Aufgrund von Problemen anderer Fahrer rückte er beim Neustart hinter dem Safetycar auf P13 nach vorne. Beim Neustart ließ Girolami Guerrieri vorbei, der anschließend einen komfortablen Vorsprung aufbaute und den Sieg nach Hause fuhr. Hinter ihm gab es viel Action. Mikel Azcona (Cupra) und Johan Kristoffersson (VW) duellierten sich hart. Sie überholten Girolami und standen mit Guerrieri auf dem Podium.

Rennen 3: Sensationssieg für VW-Pilot Kristoffersson

Das letzte Saisonrennen der WTCR enthielt dann alles, war Tourenwagensport spannend macht. An der Spitze setzte sich VW-Pilot Kristoffersson in einem spektakulären Vierkampf um den Sieg durch, der gleichzeitig Esteban Guerrieri seine Titelchance kostete. In den ersten Runden schwang das Pendel zwischen Guerrieri und Michelisz fast in jeder Kurve hin und her. Schließlich verlor der Honda-Pilot aber Motorleistung, wohl weil Guerrieri nach einem Kontakt mit Kristoffersson durch das Gras fuhr und dadurch der Kühler möglicherweise verstopft wurde. Vom Start weg kam es zu einem direkten Schlagabtausch der beiden Titelaspiranten, die sich die erste Startreihe teilten. Pole-Mann Michelisz verlor in Kurve eins, als sich Guerrieri auf der Außenbahn durchsetzte. Dabei zog er auch Mikel Azcona auf den zweiten Platz mit. Zum Trio gesellte sich bald Kristoffersson, der aus dem Nirgendwo kam, nun an der Spitze kräftig mitmischte und Michelisz einen weiteren Platz kostete. Nach einer kurzen Safetycar-Phase zeigten die vier ein unglaubliches Spektakel. Der Schlüsselmoment war ein Duell zwischen Guerrieri und Kristoffersson. Der VW-Pilot berührte den Argentinier, dessen Honda für einen Moment aufs Gras abkam. Später funkte Guerrieri, dass er Leistung verliert. Er fiel immer weiter zurück. Nachdem der Kühler gesäubert war, fuhr er zwar noch die schnellste Rennrunde, aber mehr als Platz 22 sprang nicht mehr heraus. Sein Pech bedeutete, dass Michelisz auf Titelkurs war. Er fiel auf den fünften Platz zurück, während sich vor ihm ein Dreikampf um den Sieg entwickelte, denn zu Kristoffersson und Azcona hatte sich auch der Alfa Romeo Giulietta Veloca TCR von Kevin Ceccon gesellt. Am Ende konnte der Schwede den Lauf für sich entscheiden und vor Ceccon und Audi-Pilot Frederic Vervisch durchs Ziel gehen. „Glückwunsch an Esteban – seine Performance in Rennen zwei und drei waren unglaublich stark“, zollte der neue Meister Michelisz seinem Titelrivalen anschließend Respekt. „Es war ein echt harter Kampf, wir haben beide alles gegeben.“

AVIA Racing: Punktekorrektur in der VLN beschert drei Top-20-Platzierung

[Teaminfo] Drei Wochen nach dem letzten Lauf der VLN Langstreckenmeisterschaft wurde die Punktetabelle der Fahrerwertung korrigiert. Bedingt durch Proteste und Unklarheiten bei der Wertung von Streichergebnissen entstand eine neue Gesamtplatzierungstabelle. Nach dieser Korrektur sind alle AVIA-Racing-Piloten unter den 40 Besten von insgesamt 839 angetretenen Pilotinnen und Piloten aus aller Welt. Zwei Fahrzeuge stehen sogar in den Top 10.

Den achten Platz (Rang 18 der Fahrer) belegen die AVIA-Sorg-Rennsport-BMW-M240i-Piloten mit der Startnummer #695, Sindre Setsaas (NOR), Inge Hansesætre (NOR) und Moritz Oberheim (Schermbeck). Der AVIA-Sorg-Rennsport-BMW M4 GT4 (#181) belegt den zehnten Platz, die Piloten Erik Johansson (SWE) und Heiko Eichenberg (Fritzlar) werden als 24. geführt.

„Es war ein durchaus erfolgreiches Jahr 2019 für die beiden AVIA racing BMWs. Wir fuhren an der Spitze mit. Daran werden wir natürlich anknüpfen.“ so Benjamin Sorg, Teamchef AVIA Sorg Rennsport. „Wir freuen uns, dass die Partnerschaft mit AVIA kommendes Jahr bereits sicher ist und wir die Marke repräsentieren dürfen.“ Sein Bruder Daniel fügt hinzu: „Die Planungen für 2020 sind voll im Gange. Wer für das Team dann hinterm Steuer sitzen wird, verraten wir aber noch nicht.“

AVIA Clio RS-Stammfahrer profitieren am meisten
„Never change a winning Team!“: Das AVIA-Clio-RS-Trio (#620) kletterte nach der Punktekorrektur im Ranking nach oben. Die Fahrer Stephan Epp (Wuppertal), Michael Bohrer (Merzig) und Gerrit Holthaus (Lüdenscheid) stehen nun auf Rang 38 der Fahrer und somit der Clio auf Platz 19. Die drei Piloten werden sich auch 2020 wieder das Cockpit teilen und in der H2-Klasse um Führungspositionen kämpfen.

Clio-Pilot und Teamchef Stephan Epp zieht Bilanz: „Zum Saisonende hieß es „Winner Winner Schinkendinner!“. Das nun alle Fahrzeuge unter den Top 20 stehen ist beachtlich. Selbst mit dem mit Null-Punkte-Rennen durch einen Ausfall bei über 180 Autos so dazustehen zeigt einmal mehr unsere Stärke.“ Mit Blick auf die nächste Saison sagt Epp: „Dies wollen wir natürlich fortsetzen und freuen uns auf starke Gegner in einer gut besetzten Klasse. Positiv neigt sich das Jahr zu Ende und positiv schauen wir auf 2020.“

Sein Fahrerkollege Michael Bohrer fügt hinzu: „Wir hatten ein Jahr mit Höhen und Tiefen. Ohne den Unfall im Sommer wäre sogar noch mehr drin gewesen. Das Team hat erstaunlich toll zusammengehalten, wir waren immer bester Laune und die Kollegen in absoluter Höchstform auf der Strecke unterwegs. Da gehe ich motiviert in die Winterpause und zähle die Tage bis ich wieder ins Lenkrad greifen kann.“

„In Anbetracht des Unfalls beim vierten Lauf und des technischen Defekts bei VLN fünf ist das ein spitzenmäßiges Ergebnis“, sagt Gerrit Holthaus und setzt fort: „Wir haben in der Saison wieder viel dazu gelernt und nehmen diese Erfahrung mit in das kommende Jahr. Aktuell arbeiten wir bereits daran, den AVIA-Clio RS noch standfester und konkurrenzfähiger zu machen. Ich freue mich bereits auf weitere Zweikämpfe in der H2-Klasse.“

Stephan Hauke, Verantwortlich für das AVIA-Sportmarketing: „Diese nachträgliche Aufwertung ist eine schöne Bescherung und Bestätigung für das Team. Es bestätigt uns auf dem richtigen Weg zu sein. Es gab spannende Momente, Rückschläge, aber noch viel mehr tolle Erfolge, die sich in der Punktewertung wiederspiegeln. Wir werden mit unverändertem Fahrzeugaufgebot AVIA racing 2020 noch weiter nach vorne bringen.“

Ab 28.11. erhältlich: Das offizielle Jahrbuch 2019

Wenn auf der Nordschleife die Motoren ruhen, dann beginnt traditionell eine lange Wartezeit: Bis bei den Test- und Einstellfahrten der VLN der Vorlauf für das ADAC TOTAL 24h-Rennen wieder beginnt, dauert es noch lange Monate. Zum Glück gibt es gute Methoden, sich die Zeit bis dahin zu verkürzen: Am 28. November 2019 erscheint das offizielle Jahrbuch zum 24h-Rennen 2019. Es ist die neunzehnte Ausgabe in dieser Reihe und wieder ist es dem Team des Gruppe-C-Verlags gelungen, einen Super-Schmöker aus der Druckerpresse fallen zu lassen.

272 Seiten stark und randvoll mit vielen Infos rund um die 47. Auflage des 24h-Rennens auf dem Nürburgring: Die ausführlichen Berichte in Deutsch und Englisch widmen sich nicht nur dem Kampf um den Gesamtsieg. Natürlich wird auch das Geschehen in den einzelnen Klassen beleuchtet. Rund 1.000 Farbfotos enthält der stattliche Hardcover-Band (Format 23,5 x 31,5 cm), und wer den Ehrgeiz der Autoren kennt, weiß: Jedes Auto, das während des Wochenendes im Feld des 24h-Rennens auf die Strecke ging, ist im Buch auch abgebildet. Gewürdigt werden außerdem alle Rennen und Events im Rahmenprogramm, sodass es wohl keinen umfassenderen Rückblick auf das Rennwochenende gibt. Zumal für alle, die es ganz genau wissen wollen, ein ausführlicher Statistikteil zum Schmökern einlädt.

Für Fans des 24h-Rennens ist das Jahrbuch also der beste Begleiter durch die kalte Jahrezeit, der zu langen Leseabenden einlädt und das Warten ganz bestimmt verkürzt. Zu Beziehen ist das Jahrbuch für 40,00 Euro über den Buchhandel (978-3-928540 99-5) oder direkt beim Verlag unter www.GruppeC-Verlag.de.

Das Jahrbuch zum 47. ADAC TOTAL 24h-Rennen:

  • 272 Seiten
  • Hardcover, gebunden
  • rund 1.000 Farbfotos
  • deutscher und englischer Text
  • ausführliche Statistik zum ADAC TOTAL 24h-Rennen
  • Format 235 x 315 mm
  • ISBN: 978-3-928540 99-5
  • Preis: 40,00 €
  • Direktbezug über den Verlag: www.GruppeC-Verlag.de

FIA WTCR: Titelentscheidung vertagt – Lynk-Piloten dominieren in Macau

In den Häuserschluchten von Macau trafen sich an diesem Wochenende die Piloten des Tourenwagen-Weltcups (FIA WTCR) zur vorletzten Meisterschaftsrunde. Auf dem spektakulären Innenstadt-Kurs im Herzen der ehemaligen portugiesischen Kolonie am Perlflussdelta hätte eine Vorentscheidung im Titelkampf zwischen den beiden Tabellenführern fallen können. Doch sowohl Hyundai-Werkspilot Michelisz (HUN) als auch der Argentinier Esteban Guerrieri im Honda des deutschen Teams All-inkl.com Münnich Motorsport hatten es schwer. Statt ihrer brillierten die Piloten der chinesischen Marke Lynk & Co, die alle drei Rennsiege auf dem 6,2-km-Kurs einfuhren. Yvan Muller (FRA) konnte zwei Läufe für sich entscheiden, Markenkollege Andy Priaulx (GBR) siegte im dritten Heat. Muller schloss damit zur Spitze auf, aus dem Titelfight wird ein Dreikampf. Beim Finale im malaysischen Sepang (13. – 15. Dezember) wird sich nun zeigen, wer sich endgültig durchsetzen kann – der WTCR steht ein äußerst spannendes Finale bevor!

Norbert Michelisz, der als Tabellenführer nach Macau kam, konnte im ersten Rennen des Wochenendes am Samstag den zweiten Platz erobern, musste aber bereits im Qualifying für die Sonntagsläufe einen herben Rückschlag einstecken. Nach einem Unfall konnte er die Hoffnung auf eine große Punktausbeute begraben – am Ende reichte es zu einem zehnten und einem zwölften Platz. Auch Titelrivale Esteban Guerrieri hatte sich das Wochenende gewiss anders vorgestellt: Im ersten Rennen schaffte er es nicht bis ins Ziel, dafür war er am Sonntag erfolgreicher. Als Zehnter des zweiten Qualifyings hatte er die Pole-Position für Rennen 2 erobert, das in der WTCR jeweils für die Top 10 in umgekehrter Reihenfolge des Quali-Ergebnisses gestartet wird. Doch eine Grid-Strafe warf ihn auf Platz vier zurück, auf dem er das Rennen auch beendete. In Rennen drei sah er die Zielflagge als Zehnter. Er erntete damit insgesamt 19 Punkte am Wochenende, während Michelisz 30 Zähler sammelte und seinen knappen Vorsprung ein wenig ausbauen konnte.

Besser lief es für den großen Sieger des Wochenendes: Yvan Muller setzte im Lynk & Co seine mit fünf Meisterschaftszählern belohnte Pole-Position in Rennen 1 in einen makellosen Sieg um. In Rennen zwei schaffte er es auf dem schwierigen Stadtkurs, die fünfte Startposition in einen zweiten Rennsieg umzumünzen. In Rennen drei schließlich wurde er sechster und konnte sich damit nochmals zehn Punkte gutschreiben lassen, sodass am Ende 65 Meisterschaftszähler und die unmittelbare Schlagdistanz auf Tabellenplatz zwei zusammenkamen. Hoch zufrieden dürfte auch Kevin Ceccon (Team Mulsanne) aus Macau abgereist sein, der in seiner Alfa Romeo Giulietta TCR zwei Mal den Sprung aufs Podium schaffte.

Huff: Rekord nicht ausgebaut
Der Brite Rob Huff trat in Macau an, um seinen eigenen Rekord zu knacken: Mit einem zehnten Rennsieg hätte er seine erstaunliche Erfolgsbilanz noch einmal ausbauen können, doch soweit kam es nicht: Es blieb bei insgesamt neun Triumphen, nachdem er die Pole Position in Rennen drei nicht umsetzen konnte – am Ende blieb dem VW-Piloten mit Platz zwei dennoch ein Podestplatz und der Trost, weiterhin der erfolgreichste Fahrer aller Zeiten auf dem legendären Stadtkurs zu sein. Jean-Karl Vernay (FRA) eroberte in diesem dritten Lauf Rang drei für das Team Audi Sport. Huffs Volkswagen-Teamkollege Johan Kristoffersson, der zweifache Rallycross-Weltmeister, schloss das Wochenende mit Platz fünf in Rennen zwei und Rang vier im dritten Umlauf als bester Rookie ab. Der deutsche Rookie Luca Engstler, der von Hyundai als Ersatzmann für Augusto Farfus nominiert worden war, konnte im dritten Rennen seine ersten WTCR-Punkte sammeln: Zwei Zähler bekam er für den 14. Platz, nachdem er zuvor in Rennen 1 als 16. abgewinkt wurde und in Rennen 2 einen Ausfall hinnehmen musste.

Rob Huff: „King of Macau“ und Nordschleifen-Spezialist

Ein Pilot im Feld der FIA WTCR ist beim neunten Saisonlauf (15. – 17. November) besonders in seinem Element: Der Brite Rob Huff (VW Golf GTI TCR) hat sich in den vergangenen Jahren den inoffiziellen Titel des „King of Macau“ eingefahren. Denn kein Rennfahrer auf zwei oder vier Rädern stand beim spektakulären Grand Prix im Spielerparadies am Perlflussdelta häufiger ganz oben auf dem Podium: neun Mal, um genau zu sein – und das macht ihm kein Tourenwagen-, GT-, Formel- oder Motorradpilot nach! Überhaupt scheinen ihm es die schwierigsten Strecken der Erde angetan zu haben, denn auch auf der Nordschleife gehört er seit seinem ersten VLN-Start 2013 Huff zu den anerkannten Experten.

„Macau ist wirklich angsteinflößend“, sagt Huff, der im Team von Ex-Rallye-Weltmeister Sébastien Loeb antritt. „Es gibt dort keinen Platz für Fehler, aber Du willst trotzdem in jeder Ecke ein wenig mehr. Aber der Unterschied zwischen dem Punkt, an dem Du bist und der, an dem Du sein möchtest, könnte einen Ausflug ins Krankenhaus bedeuten. In jeder Kurve. So einfach ist das.“ 6,120 km ist der Leitplankenkanal in der ehemaligen portugiesischen Kolonie lang, und die haben es absolut in sich: Enge Passagen, eingezwängt zwischen Leitplankenmauern wechseln mit langen, weiten Geraden ab. Wechselnde Kurvenradien bis hin zur engsten Haarnadel weltweit machen den Kurs extrem anspruchsvoll. Der seit 1954 ausgetragene Grand Prix ist damit genau das richtige Revier für Huff, der hier der erfolgreichste Fahrer aller Zeiten ist: Nur Motorrad-Rennfahrer Michael Rutter kann ihm mit bislang acht Siegen in dem am gleichen Wochenende ausgetragenen Motorradrennen das Wasser reichen.

„Man muss das gewisse Extra haben“
„Es gibt absolut keinen Weg, jemandem zu erklären, was ich in Macau mache“, sagt der 39-jährge Huff. „Es scheint ein wenig darauf hinauszulaufen, dass man entweder das ’gewisse Extra’ hat oder nicht“, grinst der in Cambridge geborene Brite, dessen Geburtsdatum (25. Dezember) ihn vielleicht unter genau diesen glücklichen Stern stellt. „Alle Piloten in der WTCR haben ohne Zweifel dieses gewisse Extra. Aber wenn Du beginnst, mit den Seitenspiegeln an der Streckenbegrenzung zu schaben, nach jeder Kurve denkst ‘wie habe ich diese Ecke bloß geschafft’, dann bist Du an dem Punkt, den ich meine. Danach musst Du nur noch eines machen: die Luft anhalten – 2:30 Minuten in jeder Runde.“

Siege seit 2008
Huff holte seinen ersten Sieg beim „Guia Race“ im Jahr 2008, drei Jahre nachdem er zum ersten Mal im vielleicht härtesten Straßenrennen der Welt gestartet war. 2011 gelang ihm sogar ein Doppelsieg, und 2012 macht er hier den Titel des Tourenwagen-Weltmeisters perfekt – und als solcher entdeckte er im Jahr darauf sein Herz für die Nordschleife, wo er seitdem immer wieder antritt. Den vorerst letzten Sieg in Macau erntete er mit dem deutschen Team All-inkl.com Münnich Motorsport im Jahr 2017.

Huff über den Ring: „Anspruchsvollste Rennstrecke der Welt“
Dass er ein Spezialist für die größten fahrerischen Herausforderungen im Rundstreckensport ist, bewies Huff auch auf der Nordschleife immer wieder. 2013 startet er hier zum ersten Mal in der VLN, seitdem hat er viele Rennen auf der längsten und schönsten Rennstrecke der Welt absolviert. Auch das ADAC TOTAL 24h-Rennen meisterte er bereits mit Erfolg. „Die Nordschleife ist die anspruchsvollste Rennstrecke der Welt“, sagte Huff vor seinem Start im Mercedes-AMG SLS GT3 im Jahr 2015. „Sie ist auch die längste Strecke, und das heißt auch, dass die Autos stärker beansprucht werden, als auf jeder konventionellen Rennstrecke. Im Gegensatz zu den samtweichen Formel-1-Strecken auf denen die FIA WTCR sonst startet, ist die Nordschleife voller Unebenheiten und Wellen. Das macht das Setup schwierig, und es ist wichtig, die richtige Balance zu finden.“

Das ist genau das richtige Revier für den Briten, der diese anspruchsvollen Bedingungen liebt. 2015 gelang ihm beim 24h-Rennen, das er insgesamt drei Mal bestritt, der Sprung in die Top 10, nur eines fehlt ihm in der Eifel noch: Ein Sieg, denn der blieb ihm trotz seiner vielen Erfolge bislang verwehrt. Dabei hätte es zum Beispiel bei den FIA-WTCR-Läufen am 24h-Wochenende fast soweit sein können. Denn die VW-Piloten waren in Hochform, Huff gehörte in den Qualifyings zu den Schnellsten, konnte das aber im Rennen nicht bestätigen: Im ersten Rennen blieb nach einem spektakulären High-Speed-Duell um Platz drei undankbare vierte Platz hinter den Titelkandidaten Norbert Michelisz (Hyundai) und Esteban Guerrieri (Honda) sowie dessen All-Inkl.com-Teamkollegen Nestor Girolami. Im zweiten Heat fiel er nach einer Berührung mit Gabriele Tarquini aus und konnte beim dritten Umlauf nicht mehr antreten: So muss er weiter hoffen, dass er den prestigeträchtigen Macau-Siegen irgendwann einen ersten auf der Nordschleife folgen lässt.

Mathol: Freude über das Traumfinale

[Teaminfo] Mathol Racing erlebte beim neunten und letzten VLN-Lauf einen äußerst erfolgreichen Renntag. Am Ende konnte das Team aus Diez, das mit fünf Fahrzeugen angetreten war, drei Titel, einen Wertungsgruppensieg und zwei Klassenerfolge mit nach Hause nehmen. Teamchef Mattias Holle: „Damit können wir sehr zufrieden sein. Wir haben alle unsere Autos ins Ziel gebracht und die Ziele, die wir uns gesteckt hatten, erreicht. Zwei Klassensiege und der Gruppenerfolg sowie drei Titel waren eine starke Leistung.“

Goldenes Herbstwetter bescherte den rund 170 Startern beim VLN-Saisonfinale nahezu ideale Bedingungen in der Eifel. Lediglich zu Trainingsbeginn war die Strecke zu weiten Teilen noch feucht.

Den Zimmermann-Porsche Cayman S in der Klasse V6 fuhren diesmal Wolfgang Weber und Alex Fielenbach. Im Zeittraining stellte das Duo den Zimmermann-Cayman auf die dritte Startposition in der Klasse. Im Rennen mussten Weber/Fielenbach sehr lange konstant am Limit fahren, um im zweiten Drittel dann durch einen perfekten Boxenstopp endlich die Führung zu übernehmen und bis ins Ziel auszubauen. Dazu erzielte das Zimmermann-Duo die schnellste Rennrunde und holte den Wertungsgruppensieg bei den seriennahen Fahrzeugen. Teamchef Holle: „Das war der zweite Erfolg in Serie. Ein großartiger Triumph für unseren bewährten Zimmermann-Cayman.“

Der neue Zimmermann-Porsche Cayman aus der Klasse VT3 absolvierte einen weiteren Funktionstest im Rennen. Hinter dem Lenkrad wechselten sich diesmal der schnelle Franzose Dorian Boccolacci und der erfahrene US-amerikanische GT4-Pilot Cameron Evans ab. Nachdem das Duo den Cayman im Training auf die Pole-Position der Klasse gestellte hatte, überzeugte das Auto auch im Rennen und holte den ersten Klassensieg in der VLN. Darüber hinaus konnte das Duo auch die schnellste Rennrunde der Klasse fahren. Teamchef Holle: „Obwohl der Einsatz noch Testcharakter hatte, freuen wir uns über den Sieg. Ein fehlerfreies Rennen mit absolut Top-Rundenzeiten.“

In der Cayman GT4 Trophy by Manthey Racing ging es für Mathol Racing um den Sieg im Markenpokal. Die Mannschaft Marc Keilwerth, Marcos Adolfo Vazquez und Timo Mölig musste an diesem Tag auf Platz fünf ins Ziel kommen, um den Triumph perfekt zu machen. Nach Trainingsrang drei fuhr das Trio an diesem Tag ganz auf Sicherheit und überquerte nach vier Stunden auf Rang vier die Ziellinie und sicherte dem Team Mathol Racing zwei Titel. Keilwerth/Vazques lagen in der Fahrerwertung der Cayman-Trophy by Manthey-Racing vorn und zugleich gab es auch die Meisterschaft in der Teamwertung. Teamchef Holle: „Ein tolles Ergebnis. Damit hätten wir vor der Saison auf keinen Fall gerechnet. Die beiden Piloten haben während des gesamten Jahres keinen Fehler gemacht und immer gepunktet. Der Titel ist für die beiden der gerechte Lohn.“

Der zweite Mathol-Cayman von „Montana“/Rüdiger Schicht kam in der Wertung der 981-Cayman-Modelle nach einer starken Vorstellung auf Rang zwei ins Ziel. Das Duo schaffte dadurch Platz drei in der Teamwertung der Cayman-981-Modelle. Teamchef Holle: „Das Team hat während dieser Saison enorme Fortschritte gemacht. Die beiden Fahrer können mit dem Erfolg zufrieden sein.“

Jörg Kittelmann startete mit Wolfgang Weber im Seat Cup Racer in der Klasse SP3T. Nach Platz drei feierte Kittelmann den Titel in der Klasse. „Ich habe jetzt drei Mal hintereinander die Meisterschaft in der Klasse SP3T gewonnen. Für mich ein großer Erfolg.“ Teamchef Holle: „Ich bin begeistert. Jörg Kittelmann ist ein Meister der Zuverlässigkeit. Durch seine Konstanz hat er sich seine zahlreichen Erfolge verdient.“

Fazit von Teamchef Holle zum Saisonabschluss: „Wir sind im Verlauf der Saison immer stärker geworden. Das Finale hat für uns perfekt funktioniert. Ich freue mich für die Fahrer und Mechaniker über unsere Erfolge. Darüber hinaus ein Mega-Lob an unsere Techniker: Wir hatten in der Saison 2019 trotz unzähliger Renneinsätze keinen einzigen technischen Ausfall zu verzeichnen.“

Cayman GT Trophy: Champions gekürt

[Teaminfo] Moritz Kranz und Nico Menzel (#979 Mühlner Motorsport) sicherten sich beim finalen VLN-Lauf den Sieg in der Cayman GT4 Trophy by Manthey-Racing. Den zweiten Platz belegten Ivan Jacoma, Claudius Karch und Kai Riemer (#917) von Schmickler Performance. Dritter wurde der zweite Mühlner-Cayman mit der Startnummer #969, pilotiert von Thorsten Jung und Gabriele Piana. Marc Keilwerth, Marcos Adolfo Vazquez und Timo Mölig (#966 Mathol Racing) reichte ein vierter Platz, um die Meisterschaft in der 982-Teamwertung für sich zu entscheiden. Wegen eines ausstehenden Berufungsverfahrens ist das Ergebnis vorerst noch nicht final.

Im pünktlich gestarteten Zeittraining am Samstagmorgen legte die Mühlner-Mannschaft beim letzten Saisonlauf der VLN bereits den Grundstein für ihren Erfolg. Mit der #969 fuhr der belgische Rennstall auf die Pole Position und erhielt somit den Extra-Meisterschaftspunkt. Das Schwesterauto (#979) startete von Platz zwei in das neunte Rennen der VLN-Saison 2019.

Das vierstündige Rennen war geprägt von zahlreichen Positionswechseln. Bereits in der Startphase setze sich die #979 an die Spitze der Cup3-Klasse und kam nach 27 Rennrunden als Erster über die Ziellinie. Zudem konnte das Fahrerduo Kranz und Menzel mit 8:45,742 Minuten die schnellste Rennrunde für sich verbuchen. Sieger der 981-Wertung wurden Karsten Krämer, Jean-Francois Brunot und Sascha Kloft im Mittelmotor-Sportwagen von KKrämer Racing (#978).

Marc Keilwerth und Marcos Adolfo Vazquez sind die Champions der Cayman GT4 Trophy by Manthey-Racing 2019. Mathol Racing reichte ein vierter Platz für den Titel in der 982-Teamwertung und der Fahrerwertung. Aufgrund des Berufungsverfahrens steht der finale Punktestand der oben genannten Klassifikationen noch aus. Die Teamwertung des Fahrzeugtyps 981 konnte Frikadelli Racing (#962) mit der Fahrerpaarung „Jules“ und Hendrik von Danwitz bereits beim achten Lauf vorzeitig für sich entscheiden.

Stimmen nach dem Rennen

Mattias Holle (Teamchef Mathol Racing), Sieger 982-Wertung: „Konstantes Punktesammeln über die gesamte Saison hat sich gelohnt. Wir freuen uns über den Sieg in der 982-Wertung. Das ist eine tolle Teamleistung, und ich bin stolz auf unsere Fahrer, die mit einer Pro-Am Paarung das Maximum aus dieser Saison herausgeholt haben.“

Marc Keilwerth (#966 Mathol Racing), Sieger 982-Wertung und Fahrerwertung: „Es war eine lange Saison. Nach jetzigem Stand haben wir das glücklichere Ende erwischt. Wir sind jedes Rennen angekommen, hatten keinerlei technische Probleme über das Jahr und schließlich war unsere Konstanz der Schlüssel zum Erfolg. Wir freuen uns sehr über den Titel in der 982-Teamwertung und der Fahrerwertung.“

Bernhard Mühlner (Teamchef Mühlner Motorsport), Platz 1 VLN 9: „Die Fahrer haben über die gesamte Saison einen super Job gemacht. Moritz und Nico haben fahrerisch wieder ihre Klasse bewiesen. Wir sind in die 27ste Rennrunde gekommen – dies war eine Premiere für einen Cup3-Cayman. Großes Kompliment an unsere Fahrer und die gesamte Mannschaft – das war eine klasse Saison.“

Kai Riemer (#917 Schmickler Performance), Platz 2 VLN 9: „Es war keine einfache Saison für uns. Wenn wir ins Ziel gekommen sind, war es immer ein Podiumsplatz. Mit Claudius und Ivan habe ich zwei super starke Teamkollegen und wir konnten unser Niveau immer in tolle Platzierungen verwandeln. Rang zwei im letzten Lauf der Saison war noch einmal ein schöner Abschluss. Wir sind sehr zufrieden mit unserer Leistung.“

Ergebnis VLN 9: Cayman GT4 Trophy by Manthey-Racing

1. – #979 Kranz/Menzel (Mühlner Motorsport)*
2. – #917 Jacoma/Karch/Riemer (Schmickler Performance)
3. – #969 Jung/Piana (Mühlner Motorsport)
4. – #966 Keilwerth/Vazquez/Mölig (Mathol Racing)
5. – #960 Bohr/„Max“/„Jens“ (Teichmann Racing)
6. – #978 Krämer/Brunot/Kloft (KKrämer Racing)**
7. – #955 Schicht/„Montana“ (Mathol Racing)
8. – #950 Assmann/Assmann (Schmickler Performance
* Sieger Wertung 982
** Sieger Wertung 981

DNF:
#962 „Jules“/von Danwitz (Frikadelli Racing)

Pole-Position – 08:41,070 Minuten
#969 Jung/Piana (Mühlner Motorsport)

Schnellste Rennrunde – 8:45,742 Minuten
#979 Kranz/Menzel (Mühlner Motorsport)

Schubert Motorsport: Zum Saisonabschluss auf dem Podium

[Teaminfo] Schubert Motorsport schloss die Saison 2019 in der VLN mit einem weiteren Podestplatz ab. Beim 44. DMV Münsterlandpokal kam der BMW M2 Competition mit der Startnummer #159 auf Rang zwei in der Klasse SP8T und auf Position 17 im Gesamtergebnis ins Ziel. Im Laufe des vierstündigen Rennens auf der Nürburgring-Nordschleife wechselten sich Christopher Dreyspring, Christer Jöns und Ricardo van der Ende am Steuer des von Schubert Motorsport entwickelten Boliden ab.

Das starke Ergebnis im neunten Rennen der VLN war der verdiente Lohn für die harte Arbeit über das ganze Jahr hinweg. Das Team verbesserte das Setup sowie die Fahrbarkeit des M2 Competition und reduzierte zudem das Gewicht. In der Winterpause wird die Mannschaft aus Oschersleben weiter am Auto arbeiten.

Das sagten Fahrer und Teamchef nach dem VLN-Finale

Christer Jöns: „Mein Stint war sehr gut. Wir haben strategisch die richtigen Entscheidungen getroffen und dadurch Boden gutgemacht. Seit Saisonbeginn haben wir Details am Auto verbessert. Wir haben das Gewicht reduziert, die Luftführung im Cockpit optimiert und die Aerodynamik an der Vorderachse verbessert. Wir haben seit dem ersten Test also viel erreicht.“

Christopher Dreyspring: „Wir sind alle zufrieden mit dem Rennen. Platz zwei in der Klasse und Rang 17 im Gesamtresultat sind starke Ergebnisse. Wir haben über das Jahr hinweg das Setup deutlich verbessert. Das Team hat einen super Job gemacht.“

Ricardo van der Ende: „Das Team hat den M2 unermüdlich weiterentwickelt. Im ersten Stint des Qualifyings bei noch etwas feuchten Bedingungen waren wir deutlich schneller als die Konkurrenz in unserer Klasse. Der Start und die erste Runde liefen ebenfalls sehr gut, ich habe mehrere Fahrzeuge überholt. Auch meine beiden Teamkollegen waren sehr konstant und wir haben das Auto ohne Schäden ins Ziel gebracht. Natürlich hätten wir gerne gewonnen, aber manchmal sind die anderen eben einen Tick schneller.“

André Schubert (Team-Management): „Es war ein sehr erfolgreiches Wochenende für uns. Wir haben in den vergangenen Wochen sehr gute Schritte mit unserem Auto gemacht. Wir haben das Gewicht reduziert und am Fahrwerk sowie beim Setup Verbesserungen erzielt. Das Auto ist jetzt konstant schnell und fahrbarer, was unsere drei Piloten bestätigt haben. Mit Platz zwei ist uns ein sauberer Abschluss der VLN-Saison gelungen.“

Pixum Adrenalin: Packendes Herzschlagfinale mit Meistertitel belohnt

[Teaminfo] Das Pixum Team Adrenalin Motorsport ist am Ziel der Träume angekommen und hat den Meisterschaftstitel in der VLN erfolgreich verteidigt. Nach einem spannenden teaminternen Zweikampf konnten sich Yannick Fübrich und David Griessner zu den neuen Champions von Europas erfolgreichster Breitensportserie krönen. Der zweite Platz im Endklassement ging an in ihre Teamkollegen Christopher Rink, Danny Brink und Philipp Leisen, die mit der Vizemeisterschaft den erneuten Doppelschlag perfekt machten. Auch nicht zu verachten ist der Porsche Cayman mit der Startnummer 444 mit Norbert Fischer, Daniel Zils und Oskar Sandberg die mit dem vierten Gesamtrang das Topergebnis von Adrenalin Motorsport abrunden.

„Ich bin unheimlich stolz auf mein Team und unsere Fahrer. Zum zweiten Mal in Folge die ersten beiden Plätze in der VLN belegen zu können ist einfach traumhaft. Aber auch der Gewinn des BMW M240i Racing Cups in der Fahrer-, Team- und Gentlemen-Wertung, der VLN-Produktionswagentitel, die VLN-Junior-Meisterschaft sowie die weiteren Klassensieger-Trophäen in der Cup5, V4 und V5 zeigen, was für eine grandiose Saison hinter uns liegt. Vielen Dank an alle, die zu diesen Erfolgen beigetragen haben“, freut sich Teamchef Matthias Unger, für den sich der VLN-Meisterschaftstitel komplett anders anfühlt als noch im Vorjahr. „Man kann die beiden Jahre überhaupt nicht miteinander vergleichen. Jede Saison hat aus meiner Sicht ihren eigenen Charakter mit anderen Gegnern oder Wettersituationen. Daher ist es toll, dass wir auch 2019 mannschaftlich diesen Herausforderungen standgehalten haben.“

Klasse Cup5: Griessner/Fübrich gewinnen BMW M240i Racing Cup und sind VLN-Meister 2019

Nachdem David Griessner und Yannick Fübrich (CFN-Folientechnik-BMW M240i Racing, Startnummer #650) bereits im Vorjahr knapp davor waren, den Meistertitel in der VLN zu gewinnen, konnten sie sich mit ihrem siebten Saisonsieg nun endlich ihren großen Traum erfüllen. Beim letzten Lauf hielten sie noch einmal dem enormen Druck der Konkurrenz stand und sicherten sich damit auch den Fahrertitel im BMW M240i Racing Cup sowie die Klassensieger-Trophäe in der Cup5.

„So kurz nach der Zieldurchfahrt kann man noch gar nicht richtig realisieren, was wir heute vollbracht haben. Ich bin einfach nur überwältigt und finde kaum die passenden Worte. Das Rennen war mental einfach unglaublich hart. Uns wurde heute absolut nichts geschenkt und wir mussten bis zum Schluss maximal pushen“, schilderte Fübrich anschließend. „Mein letzter Stint hat sich wirklich wie eine halbe Ewigkeit angefühlt. Dementsprechend groß war die Erleichterung als wir endlich den Zielstrich überquert haben. Damit geht eine traumhafte Saison für uns mit dem größtmöglichen Erfolg zu Ende“, freut sich Griessner, der auch neuer VLN-Juniormeister ist.

Grund zur Freude hatten aber auch Ben Bünnagel und Francesco Merlini, die mit dem SSB-Wägetechnik-BMW M240i Racing #652 auf das Podium fahren konnten. Am Ende stand ein starker dritter Platz für das Fahrerduo zu Buche. Thomas Henriksson, Stefan Kruse, Philipp Leisen, Christopher Rink (Pixum #655) belegten zudem in der Tageswertung den sechsten Rang und Daniel Attallah, Lutz Marc Rühl, Paul Whiting (#651) fuhren auf Platz elf. Dank des erneuten Erfolges beim Saisonfinale der VLN sicherte sich Stefan Kruse den Meistertitel in der Gentleman-Wertung des BMW M240i Racing Cups und krönte damit auf eine ganz spezielle Art und Weise sein tolles Jahr auf der Nürburgring Nordschleife.

Klasse V4: Rink/Brink/Leisen verteidigen VLN-Produktionswagentitel und sind Vizemeister

Bis zum Schluss haben Christopher Rink, Danny Brink und Philipp Leisen (Pixum-BMW 325i E90 #1) um die Titelverteidigung gekämpft. Beim Saisonfinale holten sie mit dem Klassensieg in der V4 erneut das Maximum heraus. Am Ende fehlten ihnen gerade einmal 0,12 Punkte auf ihre Teamkollegen Griessner/Fübrich. „Natürlich ist es sehr ärgerlich, dass wir den Titel so knapp verpasst haben. Trotzdem haben wir nach leichten Anlaufschwierigkeiten eine überaus erfolgreiche Saison hinter uns gebracht. Die VLN-Vizemeisterschaft, der Gewinn der Klassensieger-Trophäe in der V4 sowie der Produktionswagentitel bringen dies noch einmal deutlich zum Ausdruck. Glückwunsch an David und Yannick, die dem Druck bis zum Schluss standgehalten haben und verdient Meister geworden sind“, so das Fahrertrio.

Ihre Teamkollegen Christoph Magg, Philipp Stahlschmidt und Philipp Kowalski (Motec-Wheels-BMW 325i E90 #703) wurden nach einem Zwischenfall in der Endphase des Rennens auf dem 19. Platz gewertet. Auch wenn sie sich zum Saisonabschluss ein besseres Ergebnis gewünscht hätten, bleiben die Erinnerungen an die tollen Erfolge aus 2019, vor allem an ihren Sieg beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring

Klasse V5: Zils/Sandberg/Fischer sichern sich Klassensieger-Trophäe und Platz vier in der VLN

Daniel Zils, Oskar Sandberg und Norbert Fischer (Pixum-Porsche Cayman #444) sicherten sich zum Abschluss der 2019er-Saison noch einmal den Sieg in der V5. Damit kommt das Fahrertrio genauso wie Griessner/Fübrich auf eine stattliche Anzahl von sieben Klassensiegen. „Wir haben das Maximum herausgeholt, was mit den Starterzahlen in der V5 möglich war. Mit der Klassensieger-Trophäe in der sowie dem vierten Platz in der Gesamtwertung können wir daher sehr zufrieden sein.“ Einen versöhnlichen Saisonabschluss legten auch Ulrich Korn und Charles Oakes hin, die mit dem Nexen-Tire-Porsche Cayman #445 auf den vierten Platz fuhren.

Klasse SP10: Wolter/Lenerz verpassen Podium nur knapp

Eine starke Leistung zeigten einmal mehr auch Thorsten Wolter und Marcel Lenerz mit dem #161 Mainhatten-Wheels BMW M4 GT4. Nach einer fehlerfreien Vorstellung überquerten sie auf einem guten vierten Platz die Ziellinie. Gerade einmal 18 Sekunden fehlten dem Fahrergespann zum Podium.

Max Kruse Racing: Versöhnliches Saisonende

[Teaminfo] Mit einen zweiten Klassen-Rang konnte das Team Max Kruse Racing beim VLN-Saisonfinale ein gutes Ergebnis erreichen. Damit schloss die Mannschaft eine turbulente Saison erfolgreich ab.

Zum letzten Saisonlauf trat Max Kruse Racing ohne Benny Leuchter an, der zeitgleich am japanischen Lauf des Tourenwagen Weltcups WTCR teilnahm. Mit den Piloten Andy Gülden und Jasmin Preisig war das Team aber auch ohne Leuchter bestens aufgestellt. Das erklärte Ziel war, die wechselvolle Saison voller Höhen und Tiefen mit einem guten Ergebnis abzuschließen.

Die erste Meisterleistung gelang dem Team allerdings bereits vor dem Rennen. In den knapp zwei Wochen nach dem achten VLN-Lauf bot die Mannschaft alle Kräfte auf, den bei einem Unfall stark beschädigten VW Golf GTI TCR mit der #819 wieder rennfertig zu machen. Mit Erfolg, denn das „Schneewittchen“ getaufte Auto erstrahlte bei VLN 9 in neuem Glanz. Andy Gülden und Jasmin Preisig setzten diese Vorlage im morgendlichen Qualifying souverän um und fuhren auf den ersten Startplatz in der Klasse TCR. Das war bereits die siebte Pole Position in neun Rennen für die Mannschaft des Profi-Fußballers Max Kruse.

Beim Rennstart konnte Gülden seine Pole Position sofort in die Führung umsetzen. Im Laufe seines Stints verlor er diese aber an den auf der langen Geraden deutlich schnelleren Audi. Der daraufhin strategisch eine Runde eher eingelegte Boxenstopp, bei dem Jasmin Preisig das Steuer übernahm, gelang perfekt, konnte aber nicht verhindern, dass die #819 zur Rennhälfte einen deutlichen Rückstand auf den Führenden hatte. Gülden, der für die letzten Runden wieder ins Cockpit kletterte, gelang es in der Folge, den Rückstand auf den Audi RS3 LMS mit extrem schnellen Rundenzeiten komplett aufzuholen. Trotz Windschattens auf der Döttinger Höhe hatte Gülden aufgrund des Topspeed-Vorteils des Gegners aber keine Chance mehr, einen finalen Angriff zu starten und kreuzte mit nur 0,9 Sekunden Rückstand als Zweiter die Ziellinie.

Teammitbegründer Benny Leuchter konnte indes bei seinem Start im Tourenwagen Weltcup WTCR auf dem Traditionskurs von Suzuka seine Klasse unter Beweis stellen. Nach einem unverschuldeten Ausfall im ersten Rennen fuhr der Duisburger in seinem VW Golf GTI TCR von Sebastién Loeb Racing bei den beiden darauf folgenden Läufen mit starken kämpferischen Leistungen jeweils in die Punkteränge.

Benny Leuchter, Teammitbegründer: „Ich habe natürlich aus Japan die Daumen gedrückt und mit gefiebert. Schade, dass es nicht zum Sieg gereicht hat, aber das Team hat wieder eine Top-Leistung gezeigt. Das Auto nach dem schweren Unfall bei VLN 8 in so kurzer Zeit wieder in Topform zu bringen, war schon eine super Leistung von den Jungs. Ein großes Dankeschön an das ganze Team dafür! Trotz der ganzen Probleme in diesem Jahr haben wir gezeigt, dass der Team-Spirit stimmt. Wenn wir durchkamen, waren wir immer vorn dabei. Nächstes Jahr greifen wir wieder an!“

Andy Gülden, Fahrer: „Es war ein geiler letzter Lauf. Nachdem wir zur Rennmitte ein wenig Rückstand hatten, bin ich in den letzten zwei Runden in Sichtweite des Führenden gekommen. In der letzten Runde konnte ich mich sogar kurz daneben setzen, aber auf der Döttinger Höhe hatte ich dann leider keine Chance gegen den Audi. Mit dem zweiten Rang können wir aber trotzdem zufrieden sein, vor allem, wenn man auf das ganze Pech in dieser Saison zurückblickt. Ganz stark vom Team, dass sie die verbogene #819 nach dem letzten Rennen wieder derart in Form gebracht haben. Das Auto lief super! Auch mein „Hase“ Jasmin hat einen tollen Job gemacht und es hat mega Spaß gemacht, sich mit ihr das Cockpit zu teilen!“

Jasmin Preisig, Fahrerin: „Knallblauer Himmel und eine top-motivierte Mannschaft – da sollte doch eigentlich nichts schief gehen. Andy holte morgens die Pole Position und zusammen konnten wir ein starkes Rennen fahren. Leider hat es am Ende nicht ganz für den Sieg gereicht, total knapp mit nur 0,9 Sekunden Rückstand auf Platz eins. Wichtig war jedoch, die Ziellinie zu überqueren und das haben wir geschafft. Schneewittchen is back!“