Honda-Pilot Monteiro übernimmt Tabellenführung

Das zweite Rennwochenende in der FIA-Tourenwagen-Weltmeisterschaft (WTCC) hatte alle Zutaten, die sich Fans wünschen. Ein Herzschlagduell begeisterte die Zuschauer auf dem Slovakiaring bei Pressburg bereits im Zeittraining, als die Fahrer-Trios von Citroën und Honda im neuen „MAC3“-Format („Manufacturers against the clock“) auf die Tausendstelsekunde identische Zeiten fuhren und beide mit voller Punktzahl gewertet wurden. Im Eröffnungsrennen am Sonntag konnte sich dann der Portugiese Tiago Monteiro (Honda) durchsetzen, der kurz vor der Zielflagge den bis dahin in Führung liegenden Mehdi Bennani (Marokko, Citroën) niederringen konnte. Sein Markenkollege Rob Huff (Großbritannien) sah die Zielflagge als Gesamtdritter. Auch im Hauptrennen gab es reichlich Spannung. Wiedereinmal war es der amtierende Weltmeister José María Lopéz, der dabei auf sich aufmerksam machte. Der Argentinier feierte trotz eines beachtlichen Platzierungsgewichts von 80 kg seinen zweiten Sieg in der laufenden Saison. Selbst technische Probleme am Citroën C-Elysee konnten ihn nicht abhalten, Nick Catsburg (Lada) den Sieg abzujagen. Der Niederländer musste sich im Endspurt sogar noch Tiago Monteiro beugen, der seinen Honda als Zweiter ins Ziel brachte.

Die Meldung von Lopez erschütterte die Citroën-Boxenmannschaft „Ich habe große Vibrationen beim Bremsen“, funkte der Weltmeister seinem Team zu. Zuvor hatte er sich vom dritten Startplatz aus bis an die Spitze des WTCC-Feldes gearbeitet. Doch in Runde 3 konnte Lada-Pilot Catsburg an Lopez vorbeigehen. „Hinten im Auto hörte ich laute Geräusche, der Elysee wurde immer langsamer“, berichtete der Argentinier, der Angst hatte, das Ziel nicht zu erreichen. „Ich dachte in jeder Kurve, dass es meine letzte wäre und habe darauf gewartet, dass das Auto auseinanderfällt.“ Doch genau das Gegenteil geschah: Der WTCC-Citroën hielt nicht nur durch, sondern war sogar noch fit genug, um den finalen Angriff auf den Leader im Lada zu starten. Denn Catsburg kämpfte mit abbauenden Reifen und musste López und auch Monteiro in der letzten Runde passieren lassen. Dennoch konnte er sich trösten: Als Dritter erreichte er zum ersten Mal das WTCC-Podium. Freude gab es auch bei Volvo, denn Thed Björk holte den vierten Platz.

Mit seinen beiden Podiumsplätzen glänzte auf dem Slovakiaring besonders Tiago Monteiro. Sein Sieg beim Eröffnungsrennen von Pressburg war der zweite Honda-Sieg der Saison. Gemeinsam mit dem zweiten Platz im Hauptrennen sammelte der Portugiese nun so viele Punkte, dass er die Tabellenführung übernahm. „Ich bin sehr sehr, erfreut, denn es war nicht das einfachste Wochenende für mich“, grinste er deshalb. „Ich hatte zunächst die neuen Reifen nicht genügend zum Arbeiten gebracht – es lag nicht am Auto, es lag nicht an mir, aber es funktionierte einfach nicht. Ich bin glücklich, am Ende den ersten Sieg der Saison zu holen. Und die Meisterschaftsführung zu übernehmen, ist immer gut.“ Die Läufe fünf und sechs finden vom 22. bis 24. April statt, wenn die WTCC auf dem Hungaroring gastiert.

Mercedes-Doppelsieg beim 24h-Prolog

Zwei Mercedes-AMG GT3 eroberten beim ADAC Qualifikationsrennen 24h-Rennen die ersten beiden Plätze. Für das Team HTP Motorsport gingen Maximilian Buhk (Schwarzenbeck), Christian Vietoris (Gönnersdorf), Thomas Jäger (Putzbrunn), Dominik Baumann (AUT) bei der Generalprobe für das ADAC Zurich 24h-Rennen (26. – 29. Mai 2016) als Sieger durchs Ziel. Nach sechs Stunden auf der 25,378 km langen Kombination aus Grand-Prix-Kurs und Nordschleife lagen sie 54.109 Sekunden vor den Markenkollegen des Haribo Racing Teams – AMG mit Uwe Alzen (Betzdorf), Lance David Arnold (Duisburg), Maximilian Götz (Uffenheim), Jan Seyffarth (Querfurt). Die Polesitter von Rowe Racing eroberten den dritten Platz: Alexander Sims (Großbritannien), Philipp Eng (Düsseldorf), Maxime Martin (Belgien) holten damit in einem turbulenten Rennen die erste Podiumsplatzierung für den BMW M6 GT3 bei einem Rennen in der „Grünen Hölle“.

Wechselhafte Witterung sorgte am gesamten Rennwochenende immer wieder für Spannung. Gerade in der Startphase war die Wahl der richtigen Reifen eine Herausforderung – und selbst die Routiniers lagen zuweilen daneben. Davon konnte etwa Polesitter Maxime Martin ein Lied singen. Er übernahm zu Beginn des Rennens im BMW M6 GT3 die Führung, fiel aber nach einer ungünstigen Reifenwahl zurück. Auch das zweite Team in der ersten Startreihe hatte schon zu Beginn ein Aha-Erlebnis. „Ich hatte mich nach Kurve eins schon als Zweiter eingereiht, als ich von einem Konkurrenten einen Schlag aufs Heck bekommen habe“, schilderte Uwe Alzen. Im Haribo-Mercedes-AMG musst er sich zunächst ganz hinten einreihen, startete dann aber eine beeindruckende Aufholjagd. „Innerhalb des Turns konnte ich bis auf Platz drei vorfahren. Das war wirklich nicht einfach. Es herrschten widrige Wetterverhältnisse mit Graupelschauern, teilweise war der Asphalt sogar weiß. Ich hatte aber gesehen, dass es heller wird, bin auf Slicks draußen geblieben und habe mich durchgeboxt.“ Am Ende waren es die Markenkollegen von HTP Motorsport, die die Nase vorne hatten. Christian Vietoris konnte vor dem DTM-Saisonauftakt in drei Wochen so bereits Siegersekt versprühen und freute sich: „Heute morgen haben wir im Zeittraining die blaue Lampe für die Teilnahme am Top-30-Qualifying bekommen. Damit haben wir das Hauptziel des Wochenendes erreicht. Jetzt ist auch noch ein Sieg herausgekommen – einfach klasse. Ich freue ich mich auf das 24h-Rennen. Das ist in diesem Jahr ein echtes Highlight in meinem Kalender.“

Im ereignisreichen Rennen wechselte 14 Mal die Führung, sechs verschiedene Fahrzeuge sammelten Führungskilometer. Am Ende hatten lagen nicht nur die beiden Mercedes-AMG und der BMW M6 GT3 von Rowe auf Podiumskurs, sondern auch ein Porsche: Der von Jörg Bergmeister (Langenfeld) und Matteo Cairoli (Italien) pilotierte 911 GT3 R von Manthey Racing war jedoch in einer Code-60-Zone zu schnell unterwegs und wurde deshalb mit einer Zeitstrafe belegt. Dennoch: Mit seiner Vorstellung zeigte das Weltmeisterteam der WEC 2015, dass auch mit den 911ern beim 24h-Rennen zu rechnen ist. Mit dem Qualifikationsrennen hat nun auch die heiße Phase der Vorbereitungen auf den Saisonhöhepunkt begonnen. Bevor es in rund sechs Wochen zum 24h-Rennen auf der Nordschleife geht, nutzen die meisten Teams die beiden noch ausstehenden Läufe zur VLN für ihre finalen Vorbereitungen.

Stimmen nach dem 24h-Qualifikationsrennen

Pierre Kaffer (#1 Audi Sport Team WRC, Audi R8 LMS)
„Für mich persönlich war das ein wichtiger und wertvoller Einsatz. Ich war hier beim 24h-Qualirennen zum ersten Mal seit dem 24h-Rennen 2015 wieder im GT3 auf der Nordschleife unterwegs. Das Wetter hat natürlich vieles durcheinandergewirbelt. Da hatten alle zu kämpfen. Gegen Rennende waren die Bedingungen dann perfekt, und es macht riesigen Spaß, den R8 LMS auf der Nordschleife zu bewegen. Das Team und auch Audi selbst haben einen guten Job gemacht. Wir nehmen viele Daten mit nach Hause. Dies war die große Generalprobe für das 24h-Rennen. Ich glaube, wir haben genug Erkenntnisse gesammelt, um dafür gut gerüstet zu sein.“

Bernd Schneider (#4 AMG – Team Black Falcon, Mercedes-AMG GT3)
„Wir haben uns intensiv vorbereitet – aber das haben die anderen natürlich auch getan. Zwischenzeitlich lagen hier vier Mercedes-AMG GT3 in Führung. Doch das lag eher an den unterschiedlichen Strategien der Teams. Wir haben beim Blick auf die Rundenzeiten der anderen Teams auch gesehen, dass wir noch ein bisschen nachlegen müssen. Auch wenn man am Ende nie genug Zeit hat: Wir liegen ganz gut im Zeitplan. Das ein oder andere haben wir noch zu optimieren, aber der GT3 wird beim 24h-Rennen zuverlässig und schnell sein Das Wetter war an diesem Wochenende sehr wechselhaft – und das war eigentlich perfekt für die Vorbereitung. Es ist ja unwahrscheinlich, dass man 24 Stunden lang die gleichen Bedingungen hat. Gerade für die Frage, welche Reifen bei welchen Streckenverhältnissen die richtigen sind.“

Maxime Martin (#23 Rowe Racing, BMW M6 GT3)
„Wir verbessern das Auto mit jedem Mal, wenn wir auf die Strecke gehen. Unsere Pole war eine Bestätigung dafür. Wir müssen auf jedes Detail achten und weiter so viel wie möglich lernen. Aber dass wir hier so schnell waren, ist ein gutes Zeichen. Ich hatte einen guten Start und eine schöne erste Runde. Ich konnte mir bereits einen Vorsprung herausfahren. Die Bedingungen waren schwierig, denn in manchen Abschnitten war die Strecke vollkommen trocken, während sie an anderen Stellen nass war. Mit dem BMW M6 GT3 haben wir ein starkes Gesamtpaket, das mit jedem Einsatz noch besser wird.“

Hendrik Still (#24 Team Zakspeed, Nissan Nismo GT-R GT3)
„Ich bin super happy mit dem Auto. Für mich war es ein ganz kurzfristiger Einsatz – erst am Donnerstag erhielt ich den Anruf, dass ich fahren soll. Natürlich stand die Testarbeit für das 24h-Rennen an diesem Wochenende im Vordergrund. Es lief alles nach Plan, und ich glaube wir sind gut aufgestellt. Der Nissan fühlt sich sehr gut an. Ich freue mich, das 24h-Rennen mit diesem tollen Auto zu fahren.“

Christian Vietoris (#30 HTP Motorsport, Mercedes-AMG GT3)
„Mit dem 24h-Qualirennen hat für uns nun die heiße Phase der Vorbereitung auf das 24h-Rennen begonnen. Ich persönlich hatte heute die Möglichkeit, auf zwei Autos unterwegs zu sein. Entsprechend konnte ich viele Runden absolvieren und habe die Strecke noch besser kennengelernt. Heute morgen haben wir im Zeittraining die blaue Lampe für die Teilnahme am Top-30-Qualifying bekommen. Damit haben wir das Hauptziel des Wochenendes erreicht. Jetzt ist auch noch ein Sieg herausgekommen – einfach klasse. Ich freue ich mich auf das 24h-Rennen. Das ist in diesem Jahr ein echtes Highlight in meinem Kalender.

Kevin Estre (#911 Manthey Racing, Porsche 911 GT3 R)
„Ich habe in der ersten Runde nach einem Kontakt mit einem Nissan 40 bis 50 Sekunden verloren. Deswegen riss zunächst der Kontakt zu den Vorderleuten ab. Ansonsten lief es richtig gut. Wir hatten keinerlei Probleme am Auto. Wir sind nicht ganz so schnell, wie wir gehofft hatten. Aber schauen wir mal, was sich bis zum 24h-Rennen noch machen lässt. Der Entwicklungsstand des Porsche 911 GT3 R ist zunächst einmal sehr gut. Das Auto hält über die Distanz – das sehen wir auch bei den Langstreckeneinsätzen in den USA. Aber auf die einzelne Nordschleifenrunde betrachtet sind BMW und Mercedes momentan noch schneller. Ich weiß nicht, ob wir unter den Bedingungen der momentanen BoP noch viel Luft nach oben haben. Immerhin: Beide Manthey-Porsche sind in den Top-5 gelandet – wir sind nicht so weit von 100 Prozent entfernt. Für das 24h-Rennen hoffen wir natürlich, um den Sieg mitfahren zu können. Das Auto läuft, das Team ist erfahren. Wir haben hier am Wochenende viel Erfahrung gesammelt. Gerade auch das wechselhafte Wetter hat etwa den Fahrern geholfen, weil sich das Auto bei Nässe in jeder Kurve anders fährt als bei Trockenheit. Natürlich bringt es auch Erkenntnisse in Sachen Reifen.“

Maxime Martin holt Pole für Rowe

Im zweiten Zeittraining purzelten beim 24h-Qualirennen die Zeiten: Nachdem am ersten Trainingstag noch Regen für schwierige Bedingungen auf der Nordschleife sorgte, trocknete die Strecke in der einstündigen Qualifying-Session am Sonntagmorgen zusehends ab. Entsprechend hatte auch die ursprüngliche Bestzeit von DTM-Rekordchampion Bernd Schneider keinen Bestand. Der gebürtige Saarländer hatte am Samstag mit 8:53.384 Min. die Bestzeit markiert, am Sonntag war Maxime Martin im ROWE-BMW M6 GT3 in 8:19.017 Min. über eine halbe Minute schneller auf der 25,378 km langen Strecke unterwegs. Martin und seine Teamkollegen Alexander Sims und Philipp Eng teilen sich die erste Startreihe mit dem zweitplatzierten Haribo-Mercedes-AMG GT3 von Uwe Alzen, Lance David Arnold, Maximilian Götz und Jan Seyffarth.

Die Eifel zeigte sich zu Beginn des zweiten Qualifyings von ihrer besten Seite – und am Ende von ihrer typischen: Auf der abtrocknenden Bahn lieferten sich die Teams einen spannenden Fight um die Pole Position, bei dem die Bestzeit ein ums andere Mal unterboten wurde. Erst nach dem Fallen der Zielflagge stand schließlich fest, dass der Belgier Maxime Martin seinen Ruf als pfeilschneller Nordschleifen-Spezialist einmal mehr bestätigen konnte. Er hatte den BMW M6 GT3 mit der Startnummer 23 das komplette zweite Qualifying hindurch bewegt und freute sich über die Bestzeit: „Die Runde war gut. Nur hier und da gab es noch ein paar nasse Stellen. Von der Pole zu starten ist immer gut. Wir werden sehen, was es für das Rennen bringt. Aber wir sind hier in der Grünen Hölle und da kann viel passieren.“ Und genau so war es: Pünktlich zum Schluss des zweiten Qualifyings setzte Hagel ein.

Auch der Zweitschnellste des Qualifyings war ein ausgewiesener Nordschleifen-Spezialist: Uwe Alzen stellte den Mercedes-AMG GT3 des Haribo Racing Teams AMG in 8:20.387 Min. auf Startplatz zwei. „Ich bin damit sehr zufrieden“, sagte der Betzdorfer anschließend. „Ich musste in meiner schnellen Runde noch einen Markenkollegen überholen. Das hat mich ein bisschen Zeit gekostet. Die Bedingungen sind zum Ende hin immer besser geworden. Ich wollte noch eine Runde fahren, bin dann aber abgewinkt worden. Da hat leider das Timing nicht ganz gepasst. Aber Startreihe eins geht in Ordnung.“ Dritte des Qualifyings wurden die Besten aus Q1: Bernd Schneider, Maro Engel, Adam Christodoulou und Manuel Metzger im Mercedes-AMG GT3 des AMG – Teams Black Falcon. Sie teilen sich die Startreihe mit dem Audi R8 LMS der Titelverteidiger: Nico Müller, Pierre Kaffer und Mike Rockenfeller nehmen für das Audi Sport Team WRT das Rennen von der vierten Startposition auf.

17. April 2016

Black Falcon auf der vorläufigen Pole

Beim ersten Qualifying des 24h-Qualifikationsrennens waren zwei Mercedes-AMG GT3 die schnellsten Fahrzeuge. Die vorläufige Pole Position konnte sich der GT3-Bolide des AMG-Teams Black Falcon mit Bernd Schneider, Maro Engel, Adam Christodoulou und Manuel Metzger mit 8:53.384 Min. sichern. Zweitschnellste waren ihre Markenkollegen Uwe Alzen, Lance David Arnold, Maximilian Götz und Jan Seyffarth im Haribo Racing Team – AMG. Der Porsche 991 GT3 R von Manthey Racing platzierte sich als drittschnellstes Fahrzeug. Michael Ammermüller und Kevin Estre werden im Boliden des amtierenden Langstrecken-Weltmeister-Teams ebenso wie alle weiteren Teilnehmer am Sonntagmorgen um 9:00 Uhr erneut aus den Boxen rollen. Dann steht das einstündige zweite Qualifying an, in dem die Startpositionen für das sechsstündige Rennen (Start 12:00 Uhr) vergeben werden.

Bei extrem wechselhaften Bedingungen mit starkem Regen, aber auch trockenen Abschnitten, hatte Black Falcon an diesem Samstag den richtigen Riecher. DTM-Rekordchampion Bernd Schneider zog eine bescheidene Bilanz, nachdem er mit dem Mercedes-AMG GT3 die schnellste Runde des Tages gefahren war. „Wir waren zum richtigen Moment draußen. Jetzt haben wir eine gute Zeit gesetzt und sind schon mal sicher. Wer weiß, was Morgen noch alles kommt.“ Bei HARIBO Racing ist man mit dem zweiten Rang zufrieden. „Anfangs waren wir auf nasser Strecke sogar Erster“, erzählt Lance David Arnold. „Später haben wir etwas den Zeitpunkt verpasst, anzugreifen. Black Falcon fuhr zwei Runden unter diesen idealen Bedingungen, wir hingegen nur eine.“

Auch Manthey Racing war mit dem Porsche 911 GT3 R zum richtigen Zeitpunkt auf der Strecke. Kevin Estre freute sich über die Leistung und Rang drei. „Die Zeit haben wir schon mal und die kann uns keiner mehr wegnehmen. Dabei waren die Bedingungen nicht optimal, und ich bin seit 2014 zum ersten Mal wieder auf der Nordschleife unterwegs. Auch den Porsche fahre ich zum ersten Mal. Trotz der ganzen Umstände läuft es sehr gut für uns.“

Das Ergebnis wirft ein spannendes Licht auf die Kräfteverhältnisse und verspricht beim 24h-Qualirennen und erst recht beim Saisonhöhepunkt packende Fights. Denn beim Saisonauftakt im Rahmen des ersten VLN-Laufs hatte es einen Audi-Doppelsieg gegeben. Heute allerdings hatten die GT3-Boliden mit den vier Ringen auf der Motorhaube weniger Fortune: Die Titelverteidiger vom Audi Sport Team WRT mussten sich als Fünftschnellste noch hinter dem von Rowe Racing eingesetzten besten BMW M6 GT3 einsortieren. „Das Feld scheint mir sehr ausgeglichen, und ich freue mich auf einen harten Kampf“, so DTM-Pilot Nico Müller. „Wir wollen an diesem Wochenende Details verbessern – sei es in Sachen Setup, oder was die Abläufe betrifft. Wir konzentrieren uns auf unser Ding und achten weniger auf die Konkurrenz.“

Doch noch kann sich keiner auf seiner bis jetzt gesetzten Zeit ausruhen. Sollten die Piloten morgen früh trockene Bedingungen vorfinden, kann das heutige Ergebnis nochmal auf den Kopf gestellt werden.

16. April 2016

Stimmen von der Pressekonferenz

Das 24h-Qualirennen setzt den Startschuss für die heiße Phase der Vorbereitungsphase auf das ADAC Zurich 24h-Rennen. Wenn an diesem Wochenende viele der Topteams zum zweiten Mal nach dem VLN-Aufatkt die Klingen kreuzen, dann könnten sich langsam die wahren Kräfteverhältnisse vor dem Langstreckenklassiker. Oder auch nicht? Bei der Pressekonferenz warfen prominente Piloten einen Blick auf die sportliche Situation und berichteten vom Stand der Vorbereitungen.

Nico Müller (#1 – Audi Sport Team WRT, Audi R8 LMS)
„Es ist natürlich schön, hier mit der Nummer 1 auf dem Auto fahren zu dürfen. Klares Ziel ist es, unseren Erfolg des Vorjahres zu wiederholen. Doch ich glaube, die Konkurrenz hat über den Winter nicht geschlafen, denn es sind viele neue Autos am Start. Das Feld scheint mir sehr ausgeglichen, und ich freue mich auf einen harten Kampf. Es ist sicher kein Nachteil, dass sich andere Teams etwas mehr Entwicklungszeit gegönnt haben. Wir arbeiten an jedem kleinen Teil um noch etwas besser zu werden als im Vorjahr. Der Einstand unseres neuen Autos mit dem Sieg beim 24h-Rennen war im vergangenen Jahr sicherlich einzigartig. Für mich ist das 24h-Qualirennen der erste Einsatz 2016 auf der Nordschleife. Wir wollen an diesem Wochenende Details verbessern – sei es in Sachen Set-up, oder was die Abläufe betrifft. Wir konzentrieren uns auf unser Ding und achten weniger auf die Konkurrenz. Ich freue mich sehr auf das morgige Quali-Rennen und erst recht auf das 24h-Rennen.Um in Stimmung zu kommen und mich auf die Nordschleife einzuschließen, habe ich auch einige Zeit an der Play-Station verbracht.“

Jens Klingmann (#22 – Rowe Racing, BMW M6 GT3)
„Unser Auto ist das neueste GT3-Modell, deshalb ist unsere Herangehensweise vielleicht etwas anders, als bei den anderen Herstellern. Wir haben im vergangenen Jahr nur einen Test gefahren, deshalb tut jeder an diesem Wochenende gefahrene Kilometer dem Auto und den Fahren gut. Der M6 ist anders als Z4. Jeder Fahrer muss sich deshalb zunächst auf die neuen Gegebenheiten einstellen. Deshalb sehen wir dieses Wochenende nicht als Generalprobe, sondern als großen Fest. Wir müssen heute und morgen in kurzer Zeit sehr viel abzustimmen. Erst werden die groben Sachen aussortiert, dann gehen wir an die Feinabstimmung. Insofern lastet schon ein gewisser Zeitdruck auf unseren Schultern. Der Z4 war kleiner, der M6 ist größer. Speziell im dichten Verkehr auf der Nordschleife macht sich das bemerkbar. Trotzdem ist das Fahrgefühl gar nicht so viel anders. Das Auto hat eine sehr gute Aerodynamik, und ich war überrascht, wie gut es jetzt schon geht. Da alles neu ist und teilweise noch erprobt werden muss, sind wir jetzt noch nicht da, wo wir am Ende sein wollen. Jeder BMW-Fahrer will natürlich das 24h-Rennen mitfahren und natürlich auch gewinnen. Das heißt, unser GT-Fahrerkader wird mit Nordschleifen-erfahrenen DTM-Fahrern weiter verstärkt.“

Thomas Jäger (#30 – HTP Motorsport, Mercedes-AMG GT3)
„Wir haben aufgrund der neuen Wettbewerbslage im vergangen Jahr gesehen, dass wir mit einem reinen Kundensport-Engagement zwar hier erfolgreich sein können, aber vielleicht für die Zukunft nicht 100prozentig aufgestellt sind. Deshalb haben wir uns entschieden, die sogenannten AMG-Performance-Teams in Leben zu rufen. Das sind Teams mit besonderen Qualitäten, die sehr eng mit AMG und HWA zusammenarbeiten. Im Kundensport wollen wir viel Wissen mit diesen Teams teilen um letztlich den Erfolg für Mercedes zu garantieren. Deshalb haben wir zum Beispiel auch Mechaniker und Dateningenieure für diese Teams abgestellt. Wir möchten einfach die Ressourcen, die wir bei AMG und HWA haben, optimal nutzen. Natürlich braucht das eine gewisse Anlaufzeit, bis sich alles eingespielt hat. Doch ich hoffe, dass sich das bewährt. Es ist schwer einzuschätzen, wo unser neues Auto in der Entwicklung gerade steht, da die neue Regel mit der Mindestfahrhöhe von 65 Millimeter alle Teams vor neue Aufgaben stellt. Wir sind auf einem guten Weg, das hat man schon beim ersten Rennen der VLN gesehen. Aber wir müssen noch Feintuning betreiben und können noch nicht beurteilen, wie konkurrenzfähig wir sind. 2016 sehen wir hier wahrscheinlich die größte Leistungsdichte der vergangenen Jahre. Die Teams und die Hersteller haben sich in den letzten Jahren extrem professionalisiert. Es wird ein sehr intensives und hartes Rennen werden.“

16. April 2016

RCN: Überraschungssieger zum Saisonstart

Im Rahmen des ADAC 24h-Qualifikationsrennens begann erneut auch die Saison der Rundstrecken-Challenge Nürburgring (RCN). Die Serie setzte dabei ihre Erfolgsgeschichte fort und gläntze mit einem proppevollen Starterfeld. Zum Nennschluss in der Vorwoche freute sich die veranstaltende Scuderia Augustusburg Brühl über 195 Nennungen.

Auch das Wetter blieb zum Saisonauftakt der RCN der Tradition treu und stellte die Teilnehmer vor größte Herausforderungen. Die gaben der Abkürung der Rundstrecken-Challenge inzwischen eine ironische neue Bedeutung und kürten den Begriff der „Regen-Challenge Nürburgring“, nachdem sie in der Vergangenheit ein ums andere Mal von der unberechenbaren Witterung auf der Nordschleife auf die Probe gestellt wurden. Umso größer war die Freude, als die einschlägigen Wetterseiten vor dem Saisonauftakt Trockenheit vorhersagten. Doch auch diesmal ergoss sich ein heftiger Regen- und Hagelschauer, als die Ampel zur ersten Leistungsprüfung der Saison auf „grün“ sprang.

RCN-Champion Gerhard: Nullrunde zum Saisonauftakt
Auch das sportlichen Geschehen verlief beim ersten RCN-Lauf 2016 überraschend. Denn der überragende Gewinner des RCN-Gesamtsieger-Cups 2015 beendete seinen Einsatz vorzeitig: Favorit Christopher Gerhard rollte nach der ersten Runde zum Reifenwechsel an die Box, musste aber wegen eines nicht funktionierenden Schlagschraubers unverrichteter Dinge weiterfahren. Als er eine Runde später dann bei der Reifenwahl daneben lag, wuchs der Rückstand so stark an, dass er schließlich entnervt aufgab. Erbe dieses Ausfalls war Friedhelm Erlebach, der mit seinem Mini Cooper JCW trotz erneuter Regen- und Hagelfälle unbeeindruckt von leistungsstärkerer Konkurrenz und teilweise widrigster Bedingungen den ersten Lauf für sich entscheiden konnte.

Frank Stippler: „Es wird ein Kampf auf Augenhöhe“

Beim Start in die Langstreckensaison auf der Nordschleife konnten die Audi-Teams die Pace bestimmen. Im Sieger-Audi R8 LMS saß mit Frank Stippler (41) einer der wohl routiniertesten Nordschleifenpiloten. Für den studierten Ingenieur ist die legendäre Eifelstrecke Arbeitsplatz und Wohnzimmer gleichermaßen. Als erklärter Motorsportfan fand er zunächst über den historischen Motorsport Zugang zu seinem heutigen Job. Heute ist er als Test- und Entwicklungsfahrer sowie Profi-Rennfahrer immer dann auf der Naturrennstrecke unterwegs, wenn es um die Entwicklung und Perfektionierung der sportlichsten Serienmodelle und GT3-Fahrzeuge von Audi geht – so auch den R8 LMS, den er heute im Rennbetrieb selbst bewegt. Im Interview verrät er einiges über die aktuellen Kräfteverhältnisse – und über seine besondere Beziehung zu Strecke und Rennwagen.

???: Audi hat beim Saisonstart einen starken Eindruck hinterlassen – habt Ihr im Winter besser gearbeitet als die Konkurrenten?

Frank Stippler: „Wir profitieren von einem Erfahrungsvorsprung, der – je nachdem, welchen Mitbewerber man betrachtet – ein halbes Jahr und mehr beträgt. 2015 haben wir den Audi R8 LMS gleichzeitig als Straßen- und Rennmodell eingeführt. Gleichzeitig kamen aber auch der BMW M6 und der Mercedes-AMG GT3 heraus. Mit den jeweiligen Rennversionen hat man dort aber ein Jahr länger gewartet. Ähnliches gilt auch für Porsche. Wir konnten dagegen 2015 schon viele Erfahrungen mit dem Auto sammeln, haben die 24 Stunden von Spa als Zweite und das 24h-Rennen auf dem Nürburgring als Sieger abgeschlossen. Das hatte natürlich auch einen Werbeeffekt, der mit dafür sorgte, dass wir großen Erfolg beim Verkauf des Kundensport-Fahrzeugs hatten.“

???: Nach dem Sieg beim VLN-Auftakt und als Titelverteidiger beim 24h-Rennen sehen viele Audi in der Favoritenrolle. Wie siehst Du das?

Frank Stippler: „Wie schon gesagt, haben wir mit unserem Einsatzauto etwas mehr Erfahrung als die anderen. Aber ich bin mir sicher, dass die Lücke mit jedem Rennen ganz fix kleiner wird. Wenn ich die Fahrerbesetzungen und die Anzahl der werksunterstützten Autos bei den Konkurrenten ansehe, spricht das schon für sich. Noch sind die Konkurrenten mitten in der Entwicklungsarbeit, aber bis zum 24h-Rennen wird das anders aussehen. Es läuft darauf hinaus, dass es wieder einen ganz harten Kampf auf Augenhöhe gibt.“

???: Beim ersten VLN-Lauf hast Du die Konkurrenten zum ersten Mal im Wettbewerb gesehen. Wie stark sind die einzelnen Modelle?

Frank Stippler: „Auf der Rennstrecke kann man jetzt schon sehen, welchen Speed die Autos auf der Geraden haben. Auch wenn sie in der ein oder anderen Ecke vielleicht noch unruhiger liegen, ist doch klar: Bis zum 24h-Rennen wird das auskuriert sein.

???: Du kennst die Nordschleife als Fahrer neuer und historischer Rennwagen, aber auch als Fan auf der Tribüne. Was macht für dich die Faszination aus?

Frank Stippler: „Die Strecke hat eine einzigartige Topographie. Es gibt wohl nirgendwo sonst so große Höhenunterschiede, so viele Bodenwellen, so hohe fahrerische Anforderungen. Die Strecke ist nach alter Schule in die Natur eingebettet, der Verlauf ist seit 1927 im Prinzip unverändert. Das ist ein einzigartiger Luxus für mich, sie vor der Haustüre zu haben: Die Nordschleife gehören zu meinem Heimatgefühl dazu.“

???: Du bist Rennfahrer und ausgebildeter Ingenieur. Warum hast Du diese Kombination gewählt – hilft sie bei der Arbeit auf der Rennstrecke?

Frank Stippler: „Mir war immer wichtig, neben dem Rennfahren auch eine Berufsausbildung zu machen. Deshalb bin ich ausgebildeter Mechaniker und habe danach ein Studium in Köln begonnen. Als ich das 2003 beendet hatte, nahm mich Audi in doppelter Funktion als Testfahrer und Rennfahrer unter Vertrag. Die Testarbeit hat deshalb in den vergangenen 13 Jahren eine wichtige Rolle für mich gespielt. Dabei habe ich nicht nur den R8 LMS mit entwickelt, sondern eine Reihe sportlicher Modelle des Serienbaus mit abgestimmt. Vermutlich habe ich einen Vorteil anderen Fahrern gegenüber. Andererseits wird ein Rennfahrer ohne diesen Background mit Hilfe eines guten Ingenieurs ein Auto auch weiterbringen können. Beides muss wie Zahnräder ineinandergreifen: Der Ingenieur muss die Aussagen des Fahrers richtig interpretieren – egal, wie gut oder schlecht die sind. Beide zusammen müssen ein gutes Team bilden.“

???: Du bist auch Markenbotschafter für den TÜV Rheinland. Was ist Deine Aufgabe? Passte das zum Hintergrund der Ingenieurs-Ausbildung?

Frank Stippler: „Mit dem TÜV Rheinland hatte ich schon früh viele Berührungspunkte. Schon im Studium bin ich täglich am TÜV-Turm in Köln vorbeigekommen, aber den Anstoß gab natürlich etwas anderes: Der TÜV Rheinland suchte einen Experten für Oldtimer. Ich habe mit 15 Jahren begonnen, meinen eigenen historischen Tourenwagen zu restaurieren und zu tunen. Als ich 18 wurde, durfte ich ihn endlich fahren – und habe damit den Schritt in den Motorsport gemacht. Seitdem bin ich immer wieder im historischen Sport auf Tour, für den ich nach wie vor eine große Leidenschaft habe. Außerdem ist der TÜV viel auf der Nordschleife unterwegs und zudem Partner und Sponsor des Nürburgrings. So gab und gibt es viele Schnittpunkte.“

14. April 2016

Starke Besetzung beim wichtigen 24h-Test

Beim ADAC Qualifikationsrennen 24h-Rennen gibt es am kommenden Wochenende (16. – 17. April) einen Vorgeschmack auf den Höhepunkt der Endurance-Saison: Über 70 Fahrzeuge gehen beim Prolog für das ADAC Zurich 24h-Rennen (26. – 29. Mai) an den Start, um sich fit zu machen für das längste Rennen auf der längsten Rennstrecke der Welt. Mehr als zwei Dutzend GT3-Rennwagen und Prototypen sind in den großen Klassen dabei: Audi, BMW, Mercedes und Porsche sind mit Werkspiloten und starken Teams mit von der Partie. Als Herausforderer aus Fernost gehen Nissan und Lexus ins Rennen. Spektakuläre Farbtupfer stellen die drei Prototypen der Scuderia Cameron Glickenhaus dar.

Das Kräftemessen der stark besetzten Teams wird ein Schlaglicht auf den aktuellen Stand der Vorbereitungen werfen – denn nach dem ersten Schlagabtausch beim VLN-Auftakt sind nun zwei Wochen vergangen, die die Teams sicherlich genutzt haben, um die Boliden weiter zu optimieren. Fünf Audi R8 LMS sind es beim 24h-Qualifikationsrennen, die es zu schlagen gilt. Sie werden von den Teams WRT und Audi race experience sowie von Twin Busch Motorsport eingesetzt. Gut aufgestellt ist auch BMW: Die beiden BMW M6 GT3 von ROWE Racing sind enorm stark besetzt. Hier treten etwa der DTM-Champion von 2014, Marco Wittmann und Nordschleifen-Ass Maxime Martin an. Drei weitere M6 bringt das Walkenhorst-Team mit in die Eifel. Im Mercedes-AMG-Lager sind es die werksunterstützten Mannschaften von Black Falcon und Haribo sowie HTP Motorsport, die ebenfalls in Bestbesetzung ins Rennen gehen. Hier sind Piloten, wie DTM-Rekordchampion Bernd Schneider (Black Falcon) oder die aktuellen DTM-Piloten Maxi Götz (Haribo) und Christian Vietoris (HTP) am Start. Im Porsche-Lager stellt das Manthey-Team das Gros der GT3-Boliden. Unter anderem setzt das GT-Weltmeisterteam der Langstrecken-WM 2015 zwei 911 GT3 R im Werksauftrag ein. Dazu kommen starke Fahrzeuge mit Privatfahrern, wie das Wochenspiegel Team Manthey oder der beliebte 911er von Frikadelli Racing. Teamchef Klaus Abbelen schildert, warum das Rennwochenende mit seiner umfangreichen Fahrzeit für die Teams so wichtig ist: „Wir haben sowohl in der Saisonvorbereitung als auch beim ersten VLN-Lauf noch nicht genug Erfahrungen mit dem neuen 911 GT3 R gesammelt. Bei den Test- und Einstellfahrten machten uns das Wetter und Streckensperrungen einen Strich durch die Rechnung, beim VLN-Auftakt verfälschte eine Beschädigung des Unterbodens die von uns gesammelten Daten. Wir brauchen noch Kilometer, um den Porsche auf die aktuelle Einstufung in der ,Balance of Performance‘ sowie auf die neuen Rennreifen abzustimmen.“

Bis zu 15 Plätze im Top-30-Qualifying werden vergeben
Ähnlich wie Abbelen sehen es viele Teams – und das sorgt für ein sehr attraktives Starterfeld. Die GT3-Fraktion wird etwa durch zwei Nissan Nismo GT-R GT3 verstärkt, das Toyota-Werksteam Gazoo bietet einen Lexus RC F auf. Das Team des amerikanischen Milliardärs James Glickenhaus bringt drei bildschöne Supersportwagen an den Start. Spannend wird auch der Kampf in der SP7-Klasse: Hier werden neun Porsche 911 GT3 im Cup-Trim aufeinandertreffen. Gut besetzt ist auch die Cup-5-Klasse, in der über ein halbes Dutzend Konkurrenten mit BMW M235i Racing antreten. Das Geschehen am Wochenende verspricht damit höchst unterhaltsam zu werden, zumal den Teams jede Menge Zeit bleibt, die Fahrzeuge abzustimmen. Inklusive der dreistündigen Test- und Einstellfahrten auf dem Grand-Prix-Kurs am Samstagvormittag stehen mehr als zwölf Stunden Zeit auf der Strecke zur Verfügung. Daneben geht es aber auch um die begehrten Plätze im Top-30-Qualifying. Denn die zehn besten Teams im Qualifying und die fünf Erstplatzierten im Rennen können ihren Startplatz für das Einzelzeitfahren beim 24h-Rennen im Mai fixieren. „Wir wünschen uns, dass wir am Wochenende vor allem viel Streckenzeit für unsere beiden BMW M6 GT3 und auch unsere Fahrer bekommen“, schreibt Rowe-Teamchef Hans-Peter Naundorf. „Wir wollen unsere Fahrzeuge weiter kennenlernen sowie mit Blick auf das 24h-Rennen ein paar Dinge aussortieren und verschiedene Abstimmungen ausprobieren. Und es wäre natürlich ein angenehmer Nebeneffekt, wenn wir auch schon unsere Plätze im Top-30-Qualifying des 24h-Rennens sichern könnten.“

Falken-Drift-Team sorgt für Action im Fahrerlager
Auf die Besucher wartet beim 24h-Qualifikationsrennen noch mehr: Neben dem sechsstündigen Rennen am Sonntag (Start: 12:00 Uhr) gibt es bereits am Samstag sportliche Entscheidungen. Parallel zu den Test- und Einstellfahrten auf dem Grand-Prix-Kurs werden auf der Nordschleife nacheinander eine GLP sowie ein Lauf der RCN ausgetragen. Im Fahrerlager warten weitere Attraktionen. Der Eintritt ist im Preis bereits enthalten. So wird hier auf einer Aktionsfläche das Drift-Team von Falken seine Fahrkünste zeigen. Die Shows von Remo Niezen und seine Kollegen Rohan van Riel und Rick van Goehtem steigen am Samstag um 15:30 Uhr sowie am Sonntag um 10:00 Uhr und 14:00 Uhr.  Freien Eintritt haben alle Besucher mit gültigem Ticket auch in die Startaufstellung zum 24h-Qualirennen (Sonntag ab 10:50 Uhr). Karten sind ab 15 Euro (Tageskarte Samstag oder Sonntag) im Vorverkauf und an den Tageskassen erhältlich. Das Wochenendticket kostet 25 Euro.

14. April 2016

Nordschleife: Racing ohne Limits

Der Schreck war groß und die Maßnahmen waren drastisch: Im vergangenen Jahr galten auf der Nordschleife Tempolimits, die beim Qualifikationsrennen 2015 ihre Premiere hatten. Sie wurden notwendig, nachdem ein schwerer Unfall im Rahmen des VLN-Auftakts 2015 die Sicherheit von Aktiven und Zuschauern auf der Nordschleife infrage gestellt hatte. So beschloss die deutsche Motorsport-Hoheit DMSB gemeinsam mit dem Streckenbetreiber und den Veranstaltern von VLN und 24h-Rennen umfangreiche Sofortmaßnahmen. Sie gewährleisteten, dass Motorsport auf der schönsten und längsten Rennstrecke der Welt überhaupt möglich blieb. Nun – genau ein Jahr später – sind viele Punkte umgesetzt worden: Neue Regeln, neue Anforderungen an die Fahrer und Fahrzeuge, Umbaumaßnahmen an der Strecke, zusätzliche Sicherheitseinrichtungen: All dies sorgt dafür, dass es beim 24h-Qualirennen wieder ohne Tempolimit zur Sache gehen kann.

Mehrere Arbeitsgruppen haben im vergangenen Jahr die Maßnahmen erarbeitet, die nun wirksam werden. Wohl selten haben so viele Parteien an einem motorsportlichen Regelwerk gefeilt. „Das Paket beruht auf einem Prozess, an dem viele Experten beteiligt waren“, bestätigt DMSB-Präsident Hans-Joachim Stuck, der die Nordschleife als ehemaliger Rennfahrer selbst aus dem Eff-Eff kennt und liebt. „Die Spezialisten des DMSB haben mit dem Rennstreckenbetreiber, Serien- und Rennorganisatoren, Vertretern der Streckensicherung am Nürburgring, Fahrervertretern und Fahrzeugherstellern kooperiert, um viel Know-how einfließen zu lassen und zugleich einen großen Konsens zu finden. Das gemeinsame Ziel, den Motorsport auf der Nordschleife sicherer zu machen, ohne dass die Rennen für Fahrer und Fans an Attraktivität einbüßen, haben wir erreicht.” Zu den Ergebnissen gehören insbesondere eine Verbesserung des Zuschauerschutzes in verschiedenen Streckenabschnitten und eine deutliche Reduzierung der Performance der Top-Fahrzeuge. Auch die Fahrvorschriften wurden modifiziert.

Zusätzliche Sicherheitszonen am Nürburgring
Schon im Herbst 2015 rollten auf der Nordschleife die Bagger an: Nachdem das letzte Rennauto die Strecke verlassen hatten, wurden die Maßnahmen umgesetzt, die der Rennstreckenbetreiber gemeinsam mit Sicherheitsexperten erarbeitet hatte und die mit der Streckenkommission des Automobil-Weltverbandes FIA abgestimmt wurde. So wurde sichergestellt, dass die Streckenlizenz auch weiterhin für Top-Fahrzeugklassen wie die GT3-Kategorie gilt. Neben der Beseitigung von Bodenwellen gehörten dazu die Einrichtung von zusätzlichen Sicherheitszonen sowie die Installation zusätzlicher Leitplanken und FIA-Zäune an bestimmten Stellen. „Die Strecke macht auch nach dem Umbau riesigen Spaß“, beschreibt Dirk Müller (Mercedes-AMG GT3). „Die neue Passage am Flugplatz ist nicht ohne. Das ist eine sehr herausfordernde Kurve geworden. Ganz anders als vorher. Momentan ist noch nicht so viel Grip dort, der wird sich erst im Laufe der nächsten Rennen aufbauen. Der Winkel des Plateaus dort oben ist anders geworden.“

Fahrzeuge: Spannender Sport trotz Leistungsbeschneidung
In einer Arbeitsgruppe, in der unter anderem Vertreter der Automobilhersteller und Technikexperten des ADAC Nordrhein vertreten waren, wurde die Performance der Top-Klassen ins Visier genommen. In den Klassen SP7, SP-9/GT3, SP-Pro und SP-X wird die Motorleistung im Vergleich zum Saisonbeginn 2015 um zehn Prozent reduziert. Auch in puncto Aerodynamik werden diese Fahrzeuge eingeschränkt – dazu gehören etwa Luftöffnungen in den vorderen Radhäusern und die Festlegung eines Mindest-Bodenabstands. Der Attraktivität der Fahrzeuge tut das keinen Abbruch: Beim Auftakt zur VLN sahen die Fans spannenden Motorsport ohne Speedlimits – auch zur Freude der Fahrer. „Ich finde natürlich super, dass es keine Speedlimits mehr gibt“, formulierte etwa Maro Engel. Der FIA-GT-Champion von 2015 bringt auf den Punkt, was vielen Fahrern und Fans zuvor auf dem Magen lag: „Eine Rennstrecke mit Speedlimit ist natürlich ein Widerspruch in sich, und ich denke, dass alle Fahrer über die Abschaffung glücklich sind. Ein großes Lob an alle Beteiligten. Die Änderungen haben sich beim ersten VLN-Lauf bewährt, wir können uns auf ein tolles 24h-Rennen freuen.“

„Nordschleifen-Führerschein” wird überarbeitet
Die weltweit einzigartigen Verhältnisse bei Langstreckenrennen auf der Nordschleife hatten im Vorjahr zur Einführung der „DMSB Permit Nordschleife” (DPN) geführt – einer Art „Nordschleifen­Führerschein”, der für die verschiedenen Veranstaltungstypen mehrstufig aufgebaut ist. Das Grundprinzip – Aufstieg in höhere Rennklassen erst mit Nachweis einer gewissen Erfahrung – wurde nun verfeinert. Ausnahmen für Einsteigerklassen auf der einen und Profirennfahrer auf der anderen Seite wurden klarer formuliert. „Wir haben sehr viel detaillierter als bislang festgelegt, mit welchen Voraussetzungen Fahrer die Stufen A und B der Permit erlangen können”, so DMSB-Präsident Stuck. „Wichtig war aber allen Beteiligten, dass sich jeder Rennfahrer – egal, ob Newcomer oder erfahrener Pilot – mit den speziellen Verhältnissen auf der Nordschleife intensiv auseinandersetzt. Die große Anzahl der Fahrzeuge, die unterschiedliche Performance, das besondere Streckenlayout und nicht zuletzt die Signalgebung bei Gefahren: Die Kenntnisse über diese Besonderheiten für Langstreckenrennen auf der Nordschleife muss jeder Fahrer nachweisen.” Dazu wurde ein kostenloses E-Learning-Tool der DMSB Academy eingerichtet, mit dem sich jeder Lizenznehmer auf die schwierigste Rennstrecke der Welt vorbereiten muss.

Fahrer erarbeiteten neue Code-60-Regeln
Wenn es auf der Nordschleife zu einem Unfall gekommen ist, dann zeigen die Streckenposten während der Bergungs- und Aufräumarbeiten das Code-60-Signal. Gegenüber der bisherigen Praxis wurden die Regelungen dazu deutlich verändert. Ab 2016 wird bei Gefahr die gelbe Flagge doppelt geschwenkt, dann gilt maximal Tempo 120. In den Fällen, wo an anderen Rennstrecken das Safetycar zum Einsatz käme, wird die gelbe Flagge und zusätzlich eine Code-60-Flagge gezeigt, ab dort gilt Tempo 60. Die grüne Flagge hebt Tempolimits und Überholverbot auf. Durch diese Temporeduktion in zwei Stufen soll die Gefahr von Auffahrunfällen reduziert werden, gleichzeitig wird die Anzahl der Code-60-Zonen drastisch verringert, weil sie nur noch ausgelöst werden, wenn etwa Marshalls auf der Strecke agieren oder die Rennstrecke tatsächlich blockiert ist. Frank Stippler (Audi R8 LMS) hat – wie seine Kollegen – die neuen Regelungen beim ersten VLN-Lauf kennen gelernt und bestätigt: „Die neue Code-60-Regelung mit einer zweistufigen Geschwindigkeitsreduzierung ist sehr gut: Jetzt muss man nicht aus Topspeed direkt auf 60 km/h herunterbremsen, sondern zunächst einmal auf 120.“

Der 24h-Prolog lockt an die Nordschleife

In der Vorbereitung auf das ADAC Zurich 24h-Rennen am Fronleichnamswochenende Ende Mai hat für die Teams die heiße Phase der Vorbereitung begonnen: Beim Auftakt zur VLN-Langstreckenmeisterschaft Nürburgring trafen die Konkurrenten zum ersten Mal aufeinander, nur zwei Wochen später steht nun der nächste Test unter Praxisbedingungen auf dem Programm. Das ADAC Qualifikationsrennen 24h-Rennen (16. – 17. April 2016) bietet Teams und Fahrern über neun Stunden Fahrzeit auf der legendären Nordschleife – darunter das sechsstündige Rennen. In blendender Form zeigte sich zu Saisonbeginn Audi. Ein Doppelsieg für die R8 LMS von Phoenix war eine klare Ansage an die Konkurrenz: Die 24h-Siegermarke des Vorjahres ist auch in diesem Jahr das Maß, mit dem gemessen wird. Doch auch der brandneue Mercedes-AMG GT3 ist ein Siegkandidat: Black Falcon holte beim VLN-Auftakt den dritten Podestplatz. Starke Mannschaften mit BMW, Bentley und Porsche, aber auch bildschöne Exoten wie die Prototypen der Scuderia Glickenhaus sorgen zusätzlich für reichlich Spannung.

Beim 24h-Qualifikationsrennen spielen Punkte keine Rolle, Teams und Fahrer können sich deshalb voll auf die Vorbereitungen für das 24h-Rennen konzentrieren. Zwei Qualifyings, ein sechsstündiges Rennen und zusätzliche Test- und Einstellfahrten auf dem Grand-Prix-Kurs geben dazu reichlich Gelegenheit. Und diese Möglichkeiten lassen sich die Topteams nicht entgehen: Die beiden beim ersten VLN-Lauf siegreichen Phoenix-Audi R8 LMS sind natürlich dabei. Auch das Audi Sport Team WRT tritt mit zwei Fahrzeugen an – sie konnten mit ähnlicher Besetzung das 24h-Rennen im vergangenen Jahr gewinnen. „Beim VLN-Auftakt war ich mit dem Auto überglücklich“, strahlte Phoenix-Pilot Frank Stippler nach dem Sieg zu Saisonbeginn. „Ich hoffe, wir können daran beim 24h-Rennen anknüpfen.“ Doch auch „Stippi“ weiß, dass viele den Erfolg beim prestigeträchtigen Klassiker auf der Nordschleife wollen: „Die Konkurrenz ist extrem, wie in den vergangenen Jahren auch schon“, erklärt er. „Mercedes und BMW unternehmen riesige Anstrengungen, um hier gut auszusehen. Das gibt einen tollen Kampf.“

Maro Engel: „Die Konkurrenz ist härter denn je“
Tatsächlich sind auch andere Top-Hersteller im Feld vertreten und bringen gemeinsam mit Kundenteams neue GT3-Boliden an den Start. Der neue Mercedes AMG GT3 schaffte beim ersten VLN-Rennen hinter den beiden Phoenix-Audi auf Anhieb den Sprung aufs Podest. Für den Boliden war es der erst dritte Einsatz auf der Nordschleife, doch das Team  Black Falcon zeigte sein Potenzial auf. „In diesem Jahr erwartet uns eine Konkurrenz, die härter ist, als sie je war“, bestätigt auch Maro Engel, der mit Bernd Schneider, Manuel Metzger und Adam Christodoulou den dritten Platz einfuhr. „Alle großen Werke sind vertreten, und wir mit dem neuen Mercedes-AMG GT3. Das Auto macht auf der Nordschleife riesigen Spaß. In der VLN bereiten wir uns auf das 24h-Rennen vor. Das ist das große Ziel: Dort um den Sieg mitzufahren und ihn vielleicht auch für AMG nach Hause zu holen.“

Starke Teams versprechen Spannung auf der Strecke
BMW präsentierte auf der IAA 2015 den neuen M6 GT3, der ab dieser Saison auf der Nordschleife unterwegs ist. Das Debüt beim VLN-Rennen verlief noch durchwachsen: Walkenhorst Motorsport brachte ihn auf Rang sieben ins Ziel und sorgten somit für die einzige Top-10-Platzierung des bayrischen Herstellers. Mit ROWE Racing, Schubert Motorsport und Walkenhorst Motorsport gehen gleich drei starke Teams mit dem neuen BMW beim Qualirennen an den Start. Und Schubert-Pilot Lucas Luhr ist sich sicher: „Der neue BMW M6 GT3 ist schnell und konkurrenzfähig. Aber wie das so ist bei einem neuen Auto: Noch haben wir wenige Kilometer gesammelt, und die Nordschleife ist eine sehr spezielle Strecke. Da gibt es noch ein, zwei Dinge auszusortieren.“ So auch beim VLN-Auftakt. „Da hat uns zum Beispiel ein Defekt an der Servolenkung 20 Minuten Standzeit in der Box gekostet. Zum Glück haben wir aber noch ein wenig Zeit – und wer BMW kennt der weiß: Das bekommen wir in den Griff.“ Unter Wert geschlagen waren beim VLN-Auftakt auch die Porsche-Teams. Manthey Racing, das zwei neue Porsche 911 GT3 R einsetzt, gelang gerade so der Sprung in die Top 10. Keine Frage: Da ist ganz sicher mehr Potenzial drin. Denn beide 911er fielen durch Reifenschäden zurück. Gut aussortiert präsentierte sich das Bentley Team Abt, das beim VLN-Auftakt auf die sechste Position fuhr. Die Allgäuer setzen in dieser Saison zum ersten Mal die Bentley Continental GT3 ein – und das Team kann deshalb jeden Testkilometer gut gebrauchen. Nissan gab unmittelbar nach dem ersten VLN-Lauf die Teilnahme an Qualifikations- und 24h-Rennen bekannt. Für den Einsatz ist unter anderem das Zakspeed-Team verantwortlich. Und auch Toyota wird das Qualifikationsrennen nutzen und mit mehreren Fahrzeugen anreisen.

Für Fans gibt es jede Menge zu erleben
Spannung verspricht das 24h-Qualirennen aber nicht nur, weil hier viele Akteure des 24h-Rennens hautnah bei ihren Vorbereitungen zu erleben sind. Das Geschehen hat nämlich auch direkten Einfluss auf das 24h-Rennen. Denn die fünf besten Fahrzeuge im Rennen sichern sich einen Platz im Top-30-Qualifying. Für die Fans wird am Quali-Wochenende aber noch mehr geboten. So findet am Samstag parallel zu den Test- und Einstellfahrten auf dem Grand-Prix-Kurs eine GLP auf der Nordschleife statt. Anschließend startet die RCN ab mittags zur Leistungsprüfung. Das erste Zeittraining zum Qualifikationsrennen findet am Samstagnachmittag statt, das zweite Qualifying am Sonntagvormittag. Das sechsstündige Hauptrennen wird um 12:00 Uhr freigeben. Besonders attraktiv: Der Fahrerlagereintritt ist im Preis bereits enthalten. Dort locken unter anderem die Driftkünstler von Falken. Ab 10:50 Uhr dürfen alle Besucher mit gültigem Ticket durch die Startaufstellung schlendern. Karten für das Qualifikationsrennen sind ab 15 Euro (Tageskarte Samstag oder Sonntag) erhältlich. Das Wochenendticket kostet 25 Euro.

Top-30-Qualifying: Die ersten Plätze sind vergeben

Mit dem Auftakt der VLN hat auch der Kampf um die begehrten Startplätze im Top-30-Qualifying beim 24h-Rennen begonnen. Und bei der Vielzahl der Spitzenteams, die in diesem Jahr am Start sind, ist der Einzug ins Einzelzeitfahren um die besten Startplätze für kein Team eine ausgemachte Sache. So dürfen sich Land Motorsport, Abt und Black Falcon ersteinmal freuen: Sie sind beim Kampf um die vorderen Startpositionen auf jeden Fall dabei. Marc Basseng (Audi R8 LMS) sicherte Montoplast by Land-Motorsport mit der Pole-Position im ersten VLN-Lauf den Top-30-Platz. Für Bentley Abt war es Christer Jöns als Qualifying-Zweiter und für das AMG – Team Black Falcon Nico Basitan (viertbeste Zeit im VLN-Qualifying). Bis zu vier Startplätze sind bei den VLN-Läufen zu vergeben, doch diesmal blieb einer ungenutzt: Der Ford GT von Jürgen Alzen und Phillipp Wlazik war nicht für die Top-30-Qualifikation registriert.

Im Überblick: Top-30-Startplätze nach VLN1

1) Montoplast by Land Motorsport: Marc Basseng (Audi R8 LMS, SP9)
2) Bentley Abt: Christer Jöns (Bentley Continental, SP9)
3) AMG – Team Black Falcon: Nico Bastian (Mercedes-Benz AMG GT3, SP9)

So werden die Startplätze vergeben

Das Top-30-Qualifying ist das Einzelzeitfahren beim 24h-Rennen, bei dem die Startplätze in den 15 ersten Startreihen ermittelt wird. Teams, die die Teilnahme anstreben, müssen sich registrieren. Um einen der Startplätze zu erhalten, müssen danach folgende Voraussetzungen erfüllt werden:

  • Platzierung unter den besten 4 im Qualifying eines VLN-Laufs vor dem 24h-Rennen
  • Platzierung unter den besten 10 im Qualifying des ADAC Qualifikationsrennens
  • Platzierung unter den besten 5 im sechsstündigen ADAC Qualifikationsrennen
  • Die Startplätze, die bis zum 24h-Rennen noch nicht vergeben sind, werden anhand des kombinierten Ergebnisses der beiden 24h-Qualifyings aufgefüllt.

Ein Fahrer kann maximal 2 Fahrzeuge durch die Qualifyingergebnisse der VLN / ADAC Qualifikationsrennen 24h-Rennen direkt für das Top 30 Qualifying des 24h-Rennens qualifizieren – vorausgesetzt dieser Fahrer nimmt auf beiden Fahrzeugen am 24h-Rennen teil.

WTCC: Siege für Honda und Citroën

Auf dem französischen Kurs Paul Ricard beendete die WTCC am vergangenen Wochenende ihre Winterpause. Allen voran zeigte sich der amtierende Weltmeister in bester Form: José-María López (Citroën) führt die WM nach dem ersten Wochenende an. Er siegte im Hauptrennen vor den beiden Honda-Piloten Tiago Monteiro und Norbert Michelisz. Ihr Markenkollege Rob Huff konnte sich im Eröffnungsrennen durchsetzen und sorgte damit für Freude im Lager des japanischen Herstellers. Das Podium komplettierten Mehdi Bennani (Citroën) und Michelisz.

Ab dem Jahr 2016 wird die „Reverse-Grid“-Startaufstellung nicht mehr im zweiten, sondern im ersten Lauf des Wochenendes angewandt: Die zehn Schnellsten Piloten des Qualifyings starten in diesem Eröffnungsrennen in umgekehrter Reihenfolge des Trainingsergebnisses. Hugo Valente (Lada) durfte deshalb im ersten Lauf der Saison von Rang eins ins Rennen gehen. López war als Trainingsschnellster der Pole-Mann für das spätere Hauptrennen.

Beim Start zum ersten Rennen zog Hoff an Pole-Mann Valente vorbei und sicherte sich die Führung, die er bis ins Ziel nicht mehr abgab. „Fantastisch. Was für ein Ergebnis! Es ist einfach toll, in ein neues Team zu kommen und das erste Rennen zu gewinnen“, freute sich Huff. Valente musste sich auf den ersten Metern auch Medi Bennani (Citroën) geschlagen geben. Doch auch Rang drei konnte der Franzose nicht ins Ziel retten: Drei Runden vor Ende des Rennens musste er auch noch Norbert Michelisz (Honda) und Tiago Monteiro (Honda) ziehen lassen. Der amtierende Weltmeister López im Citroën startete von Position zehn ins Rennen und hielt sich aus allen Problemen raus. Der Argentinier überquerte als Sechster die Ziellinie.

Das zweite Rennen ging López von der Pole-Position an und konnte auch gleich den Start für sich entscheiden. Monteiro griff in der achten Runde den auf Rang zwei fahrenden Yvan Muller (Citroën) an. Dabei drängte er den Elsässer ab und ging vorbei. Auch Michelisz nutzte die Gelegenheit und schob sich vor Mullers C-Elysée WTCC. Im Anschluss entbrannte ein spannender Fight zwischen Monteiro und López um die Führung, doch am Weltmeister gab es kein Vorbeikommen. „Es war sehr schwer“, so López nach dem Rennen. „Die Reifen konnten das hohe Gewicht nicht aushalten und wurden immer schlechter.“  Michelisz brachte wie im ersten Rennen Rang drei ins Ziel, Muller wurde Vierter.

López sicherte sich mit dem Sieg auch die Führung in der Gesamtwertung. Der Argentinier erzielte insgesamt 38 Punkte. Rang zwei gehört Monteiro (34 Punkte) vor Huff mit 33 Zählern.

TÜV Rheinland und Phoenix Racing mit zwei Audi R8 LMS am Start

Mit dem brandneuen GT3-Sportwagen Audi R8 LMS der nächsten Generation startet TÜV Rheinland zusammen mit Motorsportpartner Phoenix Racing in die Saison 2016. Und das äußerst erfolgreich: Beim ersten Lauf zur VLN gelang auf Anhieb der Sieg. Beste Vorzeichen also für eine gute Motorsportsaison, zu deren Höhepunkten das ADAC Zurich 24h-Rennen zählt.

Ebenso gut aussortiert, wie das Einsatzteam aus Meuspath und die Fahrer zeigte sich zu Saisonbeginn das Einsatzgerät: Der neue R8 LMS verfügt über einen V10-Motor mit bis zu 600 PS. Frank Stippler, Top-Rennfahrer und TÜV Rheinland-Markenbotschafter, gehört erneut zum hochkarätigen Fahreraufgebot.

Neben dem gewohnten Engagement in der DTM absolviert Phoenix Racing im Motorsportjahr 2016 ein abwechslungsreiches Programm im GT-Sport. Zwischen Anfang April und Ende Oktober tritt die Truppe aus Meuspath bei 36 Rennen im GT-Sport an, verteilt auf drei Meisterschaften und zwei 24-Stunden-Rennen. Eine ganz zentrale Rolle wird die Nürburgring-Nordschleife spielen. Alle zehn Läufe der VLN Langstreckenmeisterschaft werden traditionell auf Deutschlands berühmtester Rennstrecke ausgetragen.

Am 28. Mai steigt dann das Highlight des Jahres: Die 24h auf dem Nürburgring, die Phoenix Racing bereits viermal gewann (2000, 2003, 2012, 2014). Bei der 44. Auflage des Langstreckenklassikers möchten vier frühere Gewinner an ihre Erfolge in der Eifel anknüpfen. Frank Stippler, Christopher Haase, René Rast und Markus Winkelhock gehen für das Audi Sport Team Phoenix an den Start. In einem zweiten R8 LMS erhalten Anders Fjordbach und Frank Stippler Unterstützung von zwei weiteren Fahrern, die zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben werden.

Es ist mehr als nur der sportliche Erfolg auf der Rennstrecke, der diese Partnerschaft trägt“, erklärte Prof. Dr.-Ing. Jürgen Brauckmann, Bereichsvorstand Mobilität TÜV Rheinland. Der Motorsport am Nürburgring biete eine ideale Plattform für den Dialog mit Industrie und Kunden. „Frank Stippler ist ein erfolgreicher Rennfahrer und der schnellste Pilot auf der Nordschleife. Zudem ist er für uns ein hervorragender Markenbotschafter, der als Diplomingenieur und Audi-Entwicklungsfahrer die Synergie zwischen Motorsport und TÜV Rheinland ideal vermittelt.“

Phoenix geht beim 24h-Rennen am Nürburgring mit zwei Audi R8 LMS, die das TÜV Rheinland-Logo tragen, an den Start. In beiden Cockpits sitzt Frank Stippler, der im Phoenix-Audi die 24h Nürburgring bereits gewonnen hat. Außerdem bestreitet der Rennstall mit Unterstützung des unabhängigen Prüfdienstleisters die komplette VLN- Serie. Teamchef Ernst Moser von Phoenix Racing: „Ein Maximum an Sicherheit und Qualität, Präzision und Leidenschaft für den Motorsport. Das verbindet uns mit TÜV Rheinland und genau das wollen wir auch diese Saison auf die Piste/den Asphalt bringen.“

24h-Frühlings-Special

Dieses Angebot vertreibt die Frühjahrsmüdigkeit mit Höchstgeschwindigkeit: Bis zum 8. April 2016 bieten der ADAC Nordrhein und der Gruppe C Verlag zwei ganz besondere Kombipakete für Motorsportfans an: Das Ticketpaket „Grüne Hölle“ enthält zwei Tickets für das 24h-Rennen 2016 sowie das offizielle Jahrbuch 2015 für 109 Euro (statt 168 Euro). Beim Ticket-Special „Nordschleife meets Waldkurs“ gibt es für 20 Euro Mehr noch zwei Karten für den Lauf des ADAC MX Masters in Bielstein (2. – 7. Juli 2016). Beide Angebote sind begrenzt, wer sich sein Paket also sichern möchte, sollte nicht zögern. Ausführliche Infos und Online-Bestellmöglichkeit gibt es unter www.24hbuch.de.

Das 24h-Rennen 2016 verspricht erneut einen Motorsport-Schocker der Extraklasse. So stark besetzt wie nie zuvor dürfte das Rennen werden, denn es gehen unter anderem Boliden von Audi, AMG-Mercedes, BMW und Porsche an den Start. Aston Martin, Bentley, Ferrari und die Prototypen der Scuderia Cameron Glickenhaus sind ebenfalls in der Topklasse vertreten. Nie war der Ausgang des Rennens schwieriger vorherzusagen, nie schickten Top-Teams und Werke so viele Motorsport-Asse in den Kampf um die Nordschleifen-Krone.

Und für dieses Event bietet der Gruppe-C-Verlag gemeinsam mit dem ADAC Nordrhein ein tolles Ticket-Special: Zwei Wochenendkarten und das umfangreiche Jahrbuch zum Vorjahresrennen gibt es noch bis 8. April 2016 unter www.24hbuch.de zum Vorzugspreis von 109 Euro. Für Nordschleifen-Fans, die auch Motorcross-Action vom Feinsten erleben wollen, ist außerdem ein ganz besonderes Bonbon im Angebot: Das Ticketpackage „Nordschleife meets Waldkurs“. Es enthält zusätzlich zwei Eventtickets für den Lauf des ADAC MX Masters auf der „kleinen Nordschleife“ in Wiehl-Bielstein (2. und 3. Juli). Der Waldkurs im Oberbergischen gilt Experten als einer der schönsten MX-Kurse und ist fahrerisch eine besondere Herausforderung.

Falken und AutoBild Motorsport suchen die 20 hübschesten Grid-Girls

Die Reifen sind aufgewärmt. Die Emotionen der Fans und Teilnehmer kochen hoch, pures Adrenalin liegt in der Luft. Mehr als zehntausend Fans, Helfer, Fahrer, Journalisten und Offizielle tummeln sich zwischen den über 150 Boliden auf der Start-und-Ziel-Geraden. Noch eine halbe Stunde bis zum Start des 24h-Rennens auf der Nürburgring-Nordschleife. Spannung pur! Von Ruhe keine Spur: Letzte Handgriffe der Mechaniker, strategische Tipps der Teamchefs und überall Pressefotografen und Fernsehteams, die die Bilder von der größten Motorsportveranstaltung des Jahres rund um den Globus senden. Und 20 Grid-Girls als Fels in der Brandung.

FALKEN, AutoBild Motorsport, ADAC Nordrhein und „_wige MEDIA AG” suchen 20 Grid-Girls, die als attraktive Hot-Spots die Starttafeln neben den 20 Top-Favoriten des Rennens präsentieren. Lust auf einen der vordersten Plätze direkt vor dem Start?

Dann schickt Eure Bewerbung bis zum 4. April 2016 per E-Mail an (gridgirl@falkentyre.com). Wichtig sind ein Portrait und eine Ganzkörperaufnahme, Alter und Eure Maße, sowie Konfektions- und Schuhgröße, die für die Bestellung der Kleidung benötigt werden. In diesem Jahr findet wie schon in den Vorjahren ein Live-Casting am Nürburgring statt.

Casting:

  • Am 16. April 2016 im Rahmen des 24h-Qualifikationsrennens in der Falken-Lounge am Nürburgring.
  • Beginn um 10:00 Uhr
  • Ende gegen 16:00 UhrEure An- und Abreise an den Nürburgring müsst ihr selbst organisieren.
  • Für Tickets und Verpflegung ist gesorgt.
  • Alle zum Casting eingeladenen Bewerberinnen werden von uns informiert.

Alle beim Casting ausgewählten Teilnehmerinnen bekommen bei Teilnahme am 24h-Rennen:

  • Eine Veröffentlichung auf der FALKEN Facebook Fan-Page (Portraits deswegen nicht vergessen!)
  • Ein Grid-Girl-Outfit von FALKEN, welches ihr natürlich behalten dürft.
  • Zwei Wochenendtickets für Euch und eine Begleitperson mit Zutritt ins Fahrerlager, auf die Haupttribünen und an die Strecke.
  • Eine Vergütung im Wert von 100€.

Was ist gefordert?

  • Wir brauchen Fotos, Eure Konfektionsgröße (siehe oben), sowie einen kurzen Text über Euch.
  • Ihr müsst mindestens 18 Jahre alt sein.
  • Eure An- und Abreise an den Nürburgring müsst ihr selbst organisieren.
  • Am Samstag, den 28. Mai 2016 müsst ihr von ca. 08:30 Uhr bis nach der Startaufstellung für FALKEN zur Verfügung stehen.

Das ist schon alles, nicht viel, oder?

Deshalb: Gleich Bewerbung schreiben, unterschreiben, Fotos beilegen, abschicken und mit etwas Glück beim 24h-Rennen ganz vorne mit dabei sein!

Hyperlinks:
www.falkenreifen.de
http://www.facebook.com/falken.motorsports

Mit der Abgabe der Bewerbung und dem Absenden der persönlichen Daten erklärt sich die Bewerberin einverstanden, dass diese im Rahmen der Aktion „FALKEN und ‚AutoBild Motorsport suchen für das ADAC Zurich 24h-Rennen 2016 20 Grid-Girls“ elektronisch gespeichert und weiterverarbeitet werden. Zugesandte Bilder müssen frei von Rechten Dritter sein. Einer Veröffentlichung von Foto- und/ oder Videoaufnahmen, des Vornamens und/ oder einer journalistischen Berichterstattung, ohne die persönlichen Adress- und Kommunikationsdaten, wird zugestimmt. Diese Teilnahmevoraussetzung wird durch Unterschrift zur Kenntnis genommen.

Sollten die ausgewählten Teilnehmerinnen absagen, so besteht weder auf die Tickets noch auf die Vergütung ein Anspruch. Der Wert der Tickets wird nicht bar ausgezahlt.