GetSpeed: Freude über den ersten VLN-Sieg

[Teaminfo] Das Team GetSpeed Performance hat dem siebten VLN-Lauf seinen Stempel aufgedrückt. Bereits im Zeittraining am Samstagmorgen setzte das Team ein Ausrufezeichen: Fabian Schiller sicherte sich im Rooster-Rojo-J2R-Mercedes-AMG GT3 mit der Startnummer #23 die erste VLN-Pole-Position, Dominik Baumann sorgte in der #2 für doppelten Jubel. Er stellte den Vodafone-Mercedes-AMG GT3, den er im Rennen zusammen mit Schiller pilotierte, auf Position zwei und damit ebenfalls in die erste Startreihe. Von den besten Plätzen aus fuhren Baumann/Schiller bei extrem schwierigen Wetterbedingungen nach 25 Runden zum ersten VLN-Sieg in der Teamgeschichte. Großer Erfolg auch für die Startnummer #23: Das Auto in der Pro-Am-Wertung mit Janine Hill, John Shoffner und Doppelstarter Schiller sah nach vier Stunden Renndistanz auf Gesamtrang zehn die Zielflagge.

Die Fakten spiegeln aber nicht den emotionalen Wert des Renntags wider – der erste Gesamtsieg auf der anspruchsvollen Nürburgring Nordschleife bleibt für die Ewigkeit ein besonderer Triumph. „Ich bin unglaublich stolz auf meine Mannschaft“, sagte Teamchef Adam Osieka. „Nach unserem Wechsel von Porsche zu Mercedes-AMG im Winter mussten wir viel lernen und zusätzlich einige Rückschläge hinnehmen. Aber das hat uns am Ende nur stärker gemacht, auch dank der fantastischen Unterstützung seitens Mercedes-AMG. Jetzt konnten wir die Früchte unserer harten Arbeit ernten.“ Einziger kleiner Wermutstropfen für Osieka: Er war bei dem ersten Sieg seines Teams am Nürburgring nicht persönlich vor Ort. „Unsere VLN-Crew ist sehr erfahren, daher habe ich mich dazu entschlossen, beim Finale der ADAC GT4 Germany auf dem Sachsenring vor Ort zu sein, wo wir in unserer Debütsaison um eine Top-Platzierung in der Meisterschaft kämpften. Wir haben das Rennen auf dem Nürburgring per Livestream verfolgt und waren dank der zwei Vodafone-Onboards in unseren Autos hautnah am Geschehen. Wenn ich ehrlich bin, blutet mir aber schon ein bisschen das Herz“, sagt er mit einem Augenzwinkern. „Ich bin jedoch überzeugt, dass dies nicht unser letzter VLN-Sieg gewesen sein wird.“

Nach der Dominanz im Zeittraining war GetSpeed auch im Vier-Stunden-Rennen das Maß der Dinge. Im Paarflug ging es an der Spitze des Feldes durch die Grüne Hölle. Als die Strecke abzutrocknen schien, war taktisches Gespür gefragt. Das Team entschied sich, beide Fahrzeuge im zweiten Stint auf Intermediate-Reifen für Mischbedingungen wieder ins Rennen zu schicken, was sich als goldrichtig herausstellte. Denn erneut setzte Regen ein und forderte den Piloten alles ab. Janine Hill übernahm das Cockpit in der #23 für den Mittelstint, John Shoffner fuhr im Rooster-Rojo-J2R-Mercedes-AMG GT3 den Schlussturn. Die beiden ambitionierten Amateurpiloten aus den USA, die in diesem Jahr sehr akribisch und mit großem Wissensdurst ihre Debütsaison in der GT3-Klasse bestreiten, fuhren fehlerfreie Stints. Am Ende stand mit Platz zehn von 151 gestarteten Fahrzeugen die zweite Top-10-Platzierung in der Saison 2019 und Platz vier in der Pro-Am-GT3-Klasse. „Ich war anfangs von den Zeiten her sehr gut unterwegs“, sagte Hill. „Zum Ende meines Stints haben dann die Regenreifen aber sehr stark abgebaut, sodass ich etwas Zeit verloren habe. Platz zehn ist okay. Alles in allem bin ich mit unserer Entwicklung sehr zufrieden. Das geht in die richtige Richtung.“

Baumann verteidigte Platz eins in der ersten Rennhälfte und baute den Vorsprung souverän aus. Doppelstarter Schiller übernahm in Runde 16 das Volant der #2 und fuhr den ersten Sieg für sich und GetSpeed Performance souverän ins Ziel. Insgesamt führten die beiden GetSpeed-Mercedes über 24 der 25 Rennrunden abwechselnd das Feld an. „Heute hat einfach alles gepasst. Das Team rund um Adam hat einen fehlerfreien Job gemacht“, strahlte Schiller über seinen ersten VLN-Sieg. „An diesen Moment werde ich mich noch lange erinnern. Die Bedingungen waren wieder extrem schwierig. Wir haben uns als Team seit Saisonbeginn stark verbessert. Dabei geht es nicht um das Große und Ganze, sondern vielmehr um kleine Details. Das verdient höchste Anerkennung.“ Das launige Eifelwetter beschreibt Teamkollege Baumann: „Das kennen wir ja schon“, sagte der Österreicher. „Die Bedingungen waren ähnlich schwierig wie bei meinem Comeback im sechsten VLN-Lauf. Aber das war heute überhaupt kein Problem. Das Team hat das Auto nach sehr kurzer Zeit super im Griff und es war wieder exzellent vorbereitet. Ich fühle mich sehr wohl und wenn Du Dich als Fahrer im Auto wohlfühlst, ist es draußen auf der Strecke einfacher.“