VLN: Nach 24h-Pause geht’s mit Volldampf weiter

Lange elf Wochen ist es her, dass die VLN Langstreckenmeisterschaft ihren dritten Lauf austrugt – und der stand noch ganz im Zeichen der Vorbereitungen auf das 24h-Rennen. Nachdem der Saisonhöhepunkt absolviert ist, kehrt die größten Breitensportserie der Welt zum Normalprogramm zurück: Am kommenden Samstag (13. Juli) heulen wieder die Motoren auf der legendären Nordschleife beim vierten VLN-Lauf der Saison. Passend dazu gibt es ein Jubiläum zu feiern. Der MSC Adenau veranstaltet zum 50. Mal die Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy. Die Teams schicken beim Jubiläum 158 Fahrzeuge ins Rennen.

„Das ist eine tolle Leistung des MSC Adenau. Ich habe das ja damals mit ins Leben gerufen, unter anderem in den Anfängen als Rennleiter. Grundsätzlich liegt mir aber natürlich die gesamte VLN Langstreckenmeisterschaft sehr am Herzen“, betont MSC-Gründungsmitglied Johannes Scheid, der ebenfalls sein 50. Jahr im Motorsport begeht. „Für mich ist das auch eine Ehre. Die Arbeit macht mir immer noch genauso viel Spaß wie am ersten Tag. Ich bin in diesem Jahr sehr zufrieden mit meinen Fahrern. Die jungen Burschen sind ehrgeizig. Wir wollen natürlich immer um den Sieg mitkämpfen. In der Klasse ist das aber schon schwierig. Es gibt jede Menge Fahrer auf dem selben Level“, so Scheid über seine Piloten im Eifelblitz. Nico Otto und Lars Peucker sind derzeit in der Wertung der Klasse Cup5 mit 18,29 Punkten Zweite.

Die Cup5-Klasse, in der ausschließlich BMW M240i Racing Cup antreten, ist mit 17 Nennungen die Klasse mit den zweitmeisten Fahrzeugen hinter der V4 (25) und überraschenderweise vor der H2 (15). In der Gruppe H starten Rennfahrzeuge, die in den beiden Hauptgruppen Specials und Produktionswagen aufgrund ihres Baujahres keine Zulassung mehr haben. In der H2 (bis 2.000 ccm) sind dies vorrangig der Honda Civic und der Renault Clio. Das Salz in der Suppe bilden Audi A3, Volkswagen Golf und Corrado. Mit letzterem gibt Publikumsliebling Jürgen Freiburg sein Renndebüt 2019.

Tabellenführer der VLN sind nach zwei gewerteten Läufen Oliver Frisse, Moran Gott und Torsten Kratz aus der Klasse V4 mit 19,53 Punkten, die im BMW 325i von Avia Sorg Rennsport antreten. Die härtesten Verfolger sind bislang Yannick Fübrich und David Griessner (19,43 Punkte) im BMW M240i Racing Cup des Pixum Team Adrenalin Motorsport.

Traditionell rücken nach dem 24h-Rennen auf dem Nürburgring bei der VLN die kleineren Teams und Fahrzeuge wieder mehr ins Scheinwerferlicht. Dennoch hat die Klasse der großen Boliden, die SP9, unter ihren zwölf Teilnehmern dieses Mal auch ein paar sehr interessante Paarungen zu bieten. Nach fünfjähriger Abstinenz kehrt Arno Klasen in die Königsklasse zurück. Zuletzt steuerte er 2014 einen McLaren in der SP9 über den Ring. In den vergangenen Jahren fuhr er Porsche 911 GT3 Cup und Cayman. Der 52-Jährige hat 26 Gesamtsiege und 55 Klassensiege in der VLN errungen. Im Team équipe vitesse von Andreas Herbst pilotiert der Mann aus Karlshausen mit Michael Heimrich ein „Vorjahresmodell“ des Audi R8 LMS. „Der R8 LMS ist ein geiles Auto, mit einer sehr guten Bremse“, sagt Klasen. „Wir wollen uns langsam rantasten. Vor allem müssen wir lernen, in den Kurven die Aerodynamik optimal zu nutzen. Unser Ziel ist es anzukommen. Vom Auto her mache ich mir da überhaupt keine Sorgen. Andreas kenne ich schon seit 20 Jahren“, sagt Klasen.

„Dieter Schmidtmann“ – immerhin auch schon mit zwölf Klassensiegen – hat Heiko Hammel im Lamborghini Huracán des Teams Mcchip-dkr an seiner Seite. „Das Team ist hoch motiviert, wir wollen das Beste herausholen und am Ende zeigen, dass wir bei der Musik dabei sind“, sagt Pseudonym-Fahrer „Schmidtmann“ kämpferisch.

Phoenix Racing bringt im Audi R8 LMS neben Vincent Kolb mit Frank Stippler einen frischgebackenen 24h-Rennsieger in die Startaufstellung. Neben dem Team aus Meuspath gibt das belgische WRT-Team sein Comeback. Zuletzt war das Audi-Kundenteam aus der DTM in der VLN bei der 64. ADAC Westfalenfahrt am 23. März 2018 mit von der Partie gewesen. Gemeldet wurden als Fahrer Francois Perrodo, Matthieu Vaxivière und Emmanuel Collard.

Einen weiteren Audi R8 bringt Car Collection Motorsport, beim 24h-Rennen drittplatziert, an den Start. Drei BMW M6 GT3 schickt Walkenhorst Motorsport in die Eifel, GetSpeed Performance zwei Mercedes-AMG GT3 und Black Falcon Team AutoArena Motorsport einen.