Flecktarn in der Grünen Hölle: das wird bei den ADAC RAVENOL 24h Nürburgring zum gewohnten Bild werden. Die Bundeswehr, die derzeit bis 2035 rund 90.000 Soldaten rekrutieren will, nutzt das Umfeld des Headliners auf der Nordschleife, um sich vorzustellen. Dazu gehört nicht nur, dass an mehreren Stellen der Strecke für die „Truppe“ Werbung zu sehen ist. Die deutschen Streitkräfte platzieren ihr Flecktarn-Muster jetzt auch auf Wettbewerbsfahrzeugen. Da staunte so mancher Rennbesucher bereits bei den 24h Nürburgring Qualifiers nicht schlecht, als der HRT-Ford Mustang GT3 mit der #67 im Camouflage-Look über die Strecke jagte.
HRT-Teamchef und Anteilseigner Uli Fritz steht hinter der Partnerschaft: „Die Bundeswehr sucht derzeit neue Wege um Personal zu gewinnen – das heißt es wird explizit geworben für das Thema „Bundeswehr als Arbeitgeber“. Das ist in der heutigen Zeit absolut richtig. Deshalb sind wir als HRT auch stolz, dass die Bundeswehr auf uns vertraut.“ Die Farbgebung des Autos passt natürlich hervorragend zu der „Grünen Hölle“ – gleichzeitig ist die Bundeswehr auch bei den 24h Nürburgring mit einem eigenen Stand vertreten.
Im Cockpit des abgetarnten Fords nimmt auch ein Pilot Platz, für den Streitkräfte-Werbung auf Rennwagen nichts Neues ist. Der auf der Nordschleife bestens bekannte Christopher Mies hat inzwischen reichlich US-Erfahrung im Ford-Team gesammelt und schwebte auch zu den 24h Qualifiers erst am Samstag ein: Zuvor hatte er noch in Florida einen IMSA-Test absolviert. „Das neue Design unseres Autos mit dem „Camouflage“ finde ich sehr gelungen – das ist mal was anderes“, sagt Mies zum Look des US-GT3. „In Amerika drüben sieht man so etwas öfters, denn dort herrscht ein ganz anderer Patriotismus, als bei uns.“
Auf den Nürburgring muss sich Mies nun wieder ein wenig einschießen – im vergangenen Jahr konnte er bei den 24h wegen einer Terminkollision nicht teilnehmen. „Mein zweitägiger Test auf der Nordschleife donnerstags und freitags vor NLS3 war schon in gewisser Hinsicht speziell, denn ich kannte die Strecke ja nur aus Audi-Sicht – dies waren jetzt die ersten Runden mit dem Ford Mustang. Deshalb musste ich mich an das Fahrzeug und die Yokohama-Reifen erst mal gewöhnen, was allerdings von Runde zu Runde immer besser gelungen ist. Dass ich bei NLS3 dann gleich als Drittplatzierter aufs Podium gefahren bin war natürlich die Krönung des Wochenendes.“
„Vom Fahrverhalten des Ford Mustang mit dem neuen Evo-Paket war ich sehr positiv überrascht, denn von Fahrerkollegen habe ich immer wieder gehört, dass der Mustang in manchen Passagen schon mal „zickig“ werden kann, was bei mir aber überhaupt nicht der Fall war. Deshalb habe ich den „Ritt“ über die Nordschleife sehr genossen.“
Auch mit dem Vorbereitungseinsatz bei den 24h Qualifiers war Mies zufrieden. Nach einem aus seiner Sicht „ganz zufriedenstellenden Rennen“ landete der HRT-Mustang als Neuntplatzierter und bester Ford immerhin in den Top-Ten. „Nach unserer schlechten Ausgangsposition mit Startplatz 28 haben wir uns bis ins Ziel bis auf Platz neun nach vorne gekämpft, was sicherlich nicht so schlecht ist. Das Rennen hat mir persönlich sehr viel Spaß gemacht und das ganze Team hat wieder eine Menge dazugelernt, wovon wir bei den 24h sicherlich profitieren können.“

