Die Saison auf der längsten und schönsten Rennstrecke der Welt hat begonnen – und die Zeichen für ein ultraspannendes Geschehen bei den ADAC RAVENOL 24h Nürburgring (14. – 17. Mai) stehen bestens. Denn das erste echte Aufeinandertreffen der wichtigsten Protagonisten im Rahmen der Nürburgring Langstreckenserie (NLS) war geprägt von engen Fights im großen Starterfeld mit über 130 Teams und einem kuriosen Ende. Neben der hohen Leistungsdichte an der Spitze und quer durch alle Klassen sorgte ein Mann für Furore, der auch bei den 24h Nürburgring antreten will: Der vierfache Formel-1-Weltmeister Max Verstappen holte im Mercedes-AMG GT3 die Pole Position und ging mit seinen Teamkollegen Daniel Junadella und Jules Gunon nach einem stark umkämpften Rennen vor dem BMW M4 GT3 Evo von Rowe Racing als Erster durchs Ziel. Die Freude währte aber nur zwei Stunden, bis das Team disqualifiziert wurde – es hatte durch eine Unachtsamkeit zu viele Reifensätze verwendet. Am Ende ging der Sieg so an Rowe. Der spannungsgeladene Start in die Langstreckensaison macht nun Lust auf die 24h, die einen spektakulären Showdown versprechen.

Nach dem wetterbedingten Ausfall des ersten NLS-Laufs eine Woche zuvor, war die zweite Meisterschaftsrunde die erste Standortbestimmung für die Nordschleifenszene. Und in dieser Saison scheint sie deutlich gewachsen zu sein. Mehr Starter, mehr Publikumsinteresse, mehr Qualität im Starterfeld – auch das macht Vorfreude auf die 24h Nürburgring, für die die Organisatoren bereits jetzt einen Ansturm auf die Starterliste verzeichnen. Dicht umlagert in Boxengasse und Fahrerlager: Max Verstappen, der sich mit dem Mercedes-AMG Team Verstappen Racing auf den Start bei den 24h vorbereitet. Dass er dabei gut im Plan liegt, zeigte er mit einer Top-Performance, als er im Qualifying prompt auf die Pole fuhr. „Ich hatte Glück mit dem Verkehr auf der Strecke und erwischte eine einzige Runde ohne Code-60-Phase“, so der Niederländer anschließend. „Das Gefühl im Auto ist gut, aber ein wenig Erfahrung fehlt mir noch damit. Im Rennen heute geht es auch darum, die Pitstops zu üben. Denn der Ablauf inklusive Fahrerwechsel ist natürlich ganz anders als in der Formel 1.“ Mit Blick auf die 24h Nürburgring ergänzte er: „Ich mag die GT3-Autos. Und die 24h Nürburgring hatte ich schon einige Male angeschaut. Nun wollte ich es endlich auch selbst fahren. Das Gefühl auf dieser Rennstrecke zu fahren, ist natürlich immer etwas ganz Besonderes.“

Enttäuschung nach Disqualifikation
Im anschließenden Rennen fuhr der Verstappen-Mercedes AMG GT3 dann zu einem spannend erkämpften Sieg – der allerdings am Ende aberkannt wurde. Statt der erlaubten sechs Reifensätze hatte die Mannschaft im Rennen sieben Mal frische Slicks aufgezogen, wie sich bei der routinemäßigen Kontrolle am Rennende ergab. Das sorgte natürlich für lange Gesichter im Lager der Stuttgarter: „Hinter den Kulissen ist ein Fehler unterlaufen und hat die Rennleitung gezwungen, das Siegerfahrzeug zu disqualifizieren“, erklärte Stefan Wendl, Leiter Mercedes-AMG Customer Racing das Geschehen. „Das tut weh, und natürlich sind alle Beteiligten sehr enttäuscht. Es zeigt einmal mehr, dass man auf der Nordschleife nur gewinnen kann, wenn alles zusammenpasst. Winward Racing, die den Einsatz der beiden Performance-Fahrzeuge umgesetzt haben, waren in dieser Konstellation erstmals bei der NLS im Einsatz. Jetzt gilt es, die Fehler aufzuarbeiten, gleichzeitig aber auch die positiven Erkenntnisse aus dem Wochenende mitzunehmen.“

Rennsieger Pepper: „Ein intensives Rennen mit tollen Fights“
Auch so war das Rennen für Verstappen und seine Männer keineswegs ein Durchmarsch: Zu Beginn lieferte er sich mit dem Audi R8 LMS GT3 Evo II von Scherer Sport PHX einen spannenden Kampf, bei dem Nordschleifen-Routinier Christopher Haase dem Formel-1-Star zeitweise die Rücklichter zeigte. Im späteren Rennverlauf wurden dann Dan Harper und Jordan Pepper im BMW M4 GT3 Evo von Rowe Racing zu den stärksten Widersachern des Mercedes AMG. Sie kamen am Ende mit 59,524 Sekunden Abstand als Zweite durchs Ziel und erbten schließlich den Rennsieg. Platz drei belegte der Porsche 911 GT3 R von Falken Motorsports. „Was für ein Traumstart, beim ersten Start in dieser Konstellation auf der Nordschleife gleich aufs Podium zu kommen“, hatte sich Rowe-Pilot Jordan Pepper nach dem Zieleinlauf gefreut. „Es war ein intensives Rennen mit tollen Fights – in der Schlussphase lagen wir auch noch mit dem Falken-Porsche im Clinch. Der Mercedes-AMG war ein wenig in einer anderen Liga unterwegs heute, aber wir hatten auch unseren Spaß. Das große Ziel sind die 24h Nürburgring.“ Harper ergänzte: „Es macht immer Spaß, mit anderen Top-Piloten auf der Strecke zu kämpfen. Es war mein erstes Rennen mit Rowe auf der Nordschleife, und dafür war es ein schöner Start, auf dem wir hoffentlich aufbauen.“ Tim Heinemann im zweitplatzierten Falken-Porsche war ebenfalls hoch zufrieden. „Wir hatten gar nicht mit einem Podestplatz gerechnet, denn wir sind von Platz zehn aus gestartet. Unser Rennen war fehlerfrei, unser 911er war super zu fahren – aktuell fehlt allerdings noch ein bisschen Beschleunigung und Top-Speed. Dass so viele Fans an der Strecke waren, haben wir natürlich auch Max zu verdanken. Aber das bringt unseren Sport weiter. Ich hatte leider kein direktes Duell mit ihm, weil er ja von der Pole startete und wir einige Reihen dahinter starteten. Aber wenn es dazu kommt, traue ich mir auf jeden Fall zu, es mit ihm aufzunehmen.“

Jede Menge Action und eine Premiere vor den 24h
Auch der weitere Vorlauf vor den 24h Nürburgring steht ganz im Zeichen der NLS. Am 11. April gibt es mit dem dritten Saisonlauf der Serie den nächsten Vorbereitungstermin, bevor es dann zum großen Prolog geht. Der wird vom 17. bis 19. April bei den ADAC 24h Nürburgring Qualifiers ausgetragen, bei denen es nicht nur in zwei vierstündigen Rennen erneut um NLS-Punkte geht. Das letzte Rennwochenende vor den 24h Nürburgring bietet auch perfekte Bedingungen, um sich auf den Saisonhöhepunkt einzuschießen. Rennen 1 wird am Samstagnachmittag um 17:30 Uhr gestartet und bietet bis zum Fallen der Zielflagge um 21:30 Uhr einen Vorgeschmack auf das Racing in den Sonnenuntergang hinein. Am Sonntag geht es für die Schnellsten des Qualifyings (ab 8:15 Uhr) zunächst in das Top-Qualifying (10:40 Uhr): Auch hier simuliert der Prolog damit den Ablauf bei den 24h im Mai. Das zweite Rennen (ab 13:00 Uhr) ist dann die letzte Gelegenheit, vor dem Saisonhöhepunkt Rennkilometer und damit wertvolle Daten und Erkenntnisse zu sammeln. Besonderes Schmankerl am 24h Qualifiers-Wochenende: Die Deutsche Historische Langstreckenmeisterschaft (DHLM) feiert mit ihrem ersten Lauf ihre Premiere und übernimmt damit das Erbe der beliebten 24h-Classic. Das Qualifying für die historischen Fahrzeuge ist am Freitagnachmittag (16:00 – 17:00 Uhr) nach den Test- und Einstellfahrten der 24h Qualifiers (12:15 – 14:45 Uhr). Das dreistündige Premierenrennen der DHLM ist dann am Samstag von 12:00 – 15:00 Uhr angesetzt.