CATSBURG Nicky (ned) Volvo S60 Polestar team Polestar Cyan Racing ambiance portrait during the 2017 FIA WTCC World Touring Car Race of Morocco at Marrakech, from April 7 to 9 - Photo Jean Michel Le Meur / DPPI.

Nick Catsburg: „Ich habe immer noch ein bisschen Bammel vor der Nordschleife”

Nick Catsburg hat am Wochenende des ADAC Zurich 24h-Rennen volles Programm. Der Niederländer bestreitet gleich in zwei Starterfeldern Rennen auf der Nordschleife. Denn zum einen gehört er zum Fahrerkader des Polestar Cyan Racing Teams, dem Werksteam von Volvo in der WTCC. Also wird er die beiden Weltmeisterschaftsläufe auf der Nordschleife bestreiten, klettert parallel aber auch in den BMW M6 GT3 des Teams Rowe Racing, das beim 24h-Rennen um Top-Positionen kämpft. Dort teilt er sich das Fahrzeug mit den beiden Briten Richard Westbrook und Alexander Sims sowie mit Markus Palttala (Finnland). Im Gespräch blickt er auf die WTCC-Saison voraus und berichtet über den Doppelstart am Ring.

???: In der WTCC hat sich in den vergangenen Monaten einiges getan. Wer sind in dieser Saison die Favoriten?

Nick Catsburg: „In der Meisterschaft gab es über die Winterpause viele Änderungen. Citroën hat als einer der besten Hersteller der vergangenen Jahre die Serie verlassen. Wie sind schon glücklich, dass sie weg sind … Spaß beiseite, andere Teams nutzen die Fahrzeuge weiterhin. Rob Huff, der einen der Citroën fährt, ist sehr stark. Unser Volvo-Team hat sich verstärkt: Wir haben ein Auto mehr und auch einige neue Piloten. Es besteht jetzt aus drei Autos, und ich denke, dass Honda unser Hauptkonkurrent sein wird. Wir sind die einzigen beiden Werksmannschaften in dieser Saison. Das wird ein harter Kampf.“

???: Die Saison hat für euch schon begonnen. Gibt es eine spezielle Vorbereitung für die Rennen auf der Nordschleife und was ist der Schlüssel zum Erfolg?

Nick Catsburg: „Es ist schon sehr schwierig, uns auf dieses Event vorzubereiten. Wir waren hier in diesem Jahr noch nicht mit den WTCC-Fahrzeugen unterwegs. Der Schlüssel zum Erfolg ist definitiv ein hohes Tempo auf den Geraden – das hat der Volvo zum Glück im vergangenen Jahr bewiesen. Ich habe große Hoffnung für diese Veranstaltung. Auch die Zusammenarbeit innerhalb des Teams ist wichtig, da man hier zusammen den Windschatten nutzen muss. Dafür werden wir in Monza trainieren. Ich hoffe, dass wir uns im Windschatten zum Sieg fahren können.”

???: Es wird für Dich als Doppelstarter ein hartes 24h-Wochenende für dich. Was ist schwieriger – der Autowechsel oder pünktlich bei den verschiedenen Sessions zu sein?
Nick Catsburg: „Beides wird nicht einfach. Vergangenes Jahr habe ich zum ersten Mal einen Doppelstart absolviert und bin die ganze Zeit nur herumgerannt: von Fahrerlager zu Fahrerlager, von Meeting zu Meeting und von Briefing zu Briefing. Aber ich bin super glücklich, dass ich in beiden Rennen auf dieser Strecke fahren darf. Es ist toll, dass mir zwei Hersteller – Volvo und BMW – diese Möglichkeit geben.“

??? Aber auch der Unterschied zwischen den beiden Fahrzeugen ist nicht zu unterschätzen, oder?

Nick Catsburg: „Es ist ein enormer Unterschied. Der größte ist meiner Meinung nach, dass der WTCC ein Frontriebler ist und der BMW ein Hecktriebler. Zudem erfüllen die Autos unterschiedliche Ansprüche. Der BMW ist für die Langstrecke gemacht und der Volvo für Sprintrennen. Ich habe mehr Probleme vom BMW in das WTCC Fahrzeug zu wechseln. In der WTCC musst du immer 100 Prozent geben. Beim 24h-Rennen gehst du ruhiger an die Sache und versuchst besonnener zu fahren.”

??? Wie im vergangenen Jahr gehst du mit Richard Westbroock und Markus Palttala an den Start. Dazu noch  Alexander Sims. Ein starkes Quartett?

Nick Catsburg: „Ich freue mich sehr, wieder mit Richard und Markus zu starten. Sie sind beide sehr erfahren hier und sehr gute Fahrer.“

??? Wie sieht deine Vorbereitung hier aus?

Nick Catsburg: „Ich bin beim ersten VLN-Lauf und beim 24h-Qualirennen an den Start gegangen. Das sind meine beiden einzigen Veranstaltungen vor dem 24h-Rennen. Ich nehme mir keinen Mietwagen, um nochmal auf die Strecke zu können. Ich bin hier in den vergangenen Jahren Rennen gefahren und sollte die Strecke nun kennen. Wobei ich zugeben muss, dass ich immer noch etwas Bammel vor der Nordschleife habe – vor allem bei Nässe.“