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Neuer Qualifying-Modus bringt härteren Wettbewerb

Verfeinerte Regeln und ein härterer Wettbewerb: Der Kampf um die Pole-Position beim ADAC TOTAL 24h-Rennen wird 2020 noch einmal spannender. Die Reglementsentwickler des ADAC Nordrhein haben im vergangenen Winter an den Regeln für das Top-Qualifying gefeilt und sorgen mit einem verfeinerten Modus für deutlich mehr Wettbewerb in den gesamtsiegfähigen Klassen (SP9, SP9-LG, SP-Pro, SP-X). Die auffälligste Änderung: Ab diesem Jahr wird es zwei Top-Qualifyings (TQ) geben. Die Bedingungen für den Einzug in das finale TQ2 wurden dabei verschärft und bedeuten für die Teams vor allem, dass sie vom ersten Nordschleifen-Kilometer des Jahres an Farbe bekennen und ihre volle Leistungsfähigkeit ausspielen müssen, wenn sie im 24h-Rennen vorne starten wollen. Und dass schon der Startplatz trotz der langen Renndistanz ein entscheidender Faktor für den Ausgang des Rennens ist, hat sich in den vergangenen Jahren immer deutlicher gezeigt.

Das Verfahren für die Vergabe der Plätze im TQ2 ist transparent und setzt auf Racing: Wie gehabt wird eine begrenzte Anzahl von Plätzen über die in der Nordschleifen-Langstrecken-Serie (NLS) erzielten Ergebnisse vergeben. Alle anderen Teams müssen darauf hoffen, im TQ1 beim 24h-Rennen einen von vier weiteren Plätzen im finalen Stechen zu ergattern. „Wir wollen für einen verschärften Wettbewerb unter den Teams sorgen“, beschreibt Rennleiter Walter Hornung. „Deshalb haben wir die Anzahl der Startplätze etwas reduziert und gleichzeitig die Vergabebedingungen verschärft“. Im Kern kann sich nun keines der Teams aus den Top-Klassen mehr darauf verlassen, dass es schon einen Startplatz im Top-Qualifying erhalten wird. Hornung: „Dafür sorgen Quoten, die wir für die Teams aus Profipiloten und aus Semiprofis einführen.“ Maximal jeweils 40 Prozent der Profi- (PRO-Teams) und semiprofessionellen Piloten (PRO-AM-Teams) erhalten über die Leistungen in den NLS-Läufen vor dem 24h-Rennen einen Platz im TQ2, schaffen also die Direktqualifikation. Neu eingeführt ist außerdem die Vorgabe, dass nur noch bei trockenen Streckenbedingungen erzielte Ergebnisse für die Startplatzvergabe gewertet werden. TQ2-Startplätze, die wegen Regen oder abgebrochenen Veranstaltungen während der NLS-Läufe nicht besetzt wurden, werden während der drei Qualifyings beim 24h-Rennen vergeben. Alle weiteren Teams aus SP9, SP9-LG, SP-Pro und SP-X kämpfen dann am 24h-Wochenende im TQ1 um die vier Restplätze.

Deutlich weniger Fahrzeuge im finalen Stechen um die Pole
Die Anzahl der Plätze im TQ2 wird im Vergleich zum Top-Qualifying 2019 deutlich sinken: Statt 28 Teilnehmern im Vorjahr rechnen die Organisatoren diesmal mit weniger als 20 qualifizierten Fahrzeugen. „Die genauen Zahlen lassen sich natürlich erst errechnen, wenn wir anhand des Nennungsergebnisses feststellen können, wie viele Pro- und Pro-Am-Teams teilnehmen wollen“, erklärt Rennleiter Hornung. „Das macht den Kampf vor dem 24h-Rennen spannender, sorgt aber auch am Rennwochenende nochmal für mehr Action“. Denn wer vorab die Qualifikation zum TQ2 verpasst hat, muss im TQ1 um so härter kämpfen. „Dieses neue Verfahren ist ein weiterer Schritt in dem Bemühen, die Leistungsfähigkeit der Teams frühzeitig transparent zu machen“, erläutert der Rennleiter. „Durch die knappen Startplätze im TQ2 wollen wir die Teilnehmer zwingen, von Saisonbeginn an ihr ganzes Potenzial ausspielen zu müssen.“

Bewährtes Verfahren
Vergeben werden die begehrten Plätze im TQ2 wie schon im vergangenen Jahr anhand der theoretischen Rundenzeiten bei den vorhergehenden NLS-Läufen sowie den drei Qualifyings beim 24h-Rennen. Dabei werden die jeweils besten Sektorzeiten auf der Nordschleife addiert, um so für jedes Fahrzeug die bestmögliche Zeit zu ermitteln. Bei den NLS-Rennen werden in diesem Verfahren die fünf schnellsten Sektorzeiten gewertet, die aus mindestens sechs Runden langen „Stints“ stammen müssen. Die Ergebnisse der NLS-Läufe werden dabei in umgekehrter Reihenfolge herangezogen: Zunächst werden die schnellsten Runden aus dem fünften NLS-Lauf gewertet, der dem 24h-Rennen unmittelbar vorgeht. Danach werden die Ergebnisse der weiteren Läufe analysiert, bis die 40-Prozent-Quote erfüllt wurde. Erst, wenn in diesem Verfahren noch Plätze frei bleiben sollten, werden sie anhand der Ergebnisse der 24h-Qualifyings aufgefüllt. Beibehalten wurde der eigentliche Ablauf des Einzelzeitfahrens: Nach einer Aufwärmrunde haben die Teilnehmer auf zwei fliegenden Runden die Möglichkeit, die Bestzeit herauszufahren. Die Startaufstellung für das ADAC TOTAL 24h-Rennen wird dann in der Reihenfolge der Ergebnisse des TQ2 erstellt. Hinter dieser Gruppe Reihen sich die TQ1-Teilnehmer ein, dahinter folgen alle weiteren Teilnehmer in der Reihenfolge der kombinierten Ergebnisse aus den drei Qualifyings des Wochenendes.